Vitamin B12 – Cobalamin

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Vorkommen und Struktur

Weder Pflanzen noch Tiere können Cobalamin/ Vitamin B12 synthetisieren, lediglich Mikroorganismen, wie sie den Darm besiedeln, sind in der Lage dazu. Man findet Cobalamin also – neben der bakterienproduzierten Menge im Darm – vor allem in Leber, Fleisch und Milchprodukten (denn diese sind ja alle Teil/Produkt von Tieren, in deren Darm Cobalamin von besagten Mikroorganismen produziert wurde). Deshalb kann aus veganer Ernährung ein Cobalaminmangel resultieren. Cobalamin ist ein komplexes Molekül mit Cobalt als Zentralatom. Es enthält einen Corrinring bestehend aus vier Pyrrolringen (Tetrapyrrol), sowie ein Dimethylbenzimidazon. Das Cobalt-Atom kann sechs Bindungen ausbilden. Davon sind fünf innerhalb des Moleküls bereits belegt, mit einer jedoch kann es verschiedene Gruppen binden, die es dann – das ist seine Funktion – auf verschiedene Substrate überträgt.


Funktion

Durch Bindung z.B. eines Methylrestes (CH3) an seine freie Bindungsstelle am Cobalt kann Cobalamin/ Vitamin B12 beispielsweise eine solche Gruppe auf andere Substrate übertragen. So z.B. bei der Remethylierung (Wiederanlagerung von CH3) von Homocystein zu Methionin. Außerdem kann es bestimmte Gruppen innerhalb eines Moleküls umlagern, dient also als sogenannte Mutase.

Aufnahme

Wichtig bei Cobalamin/ Vitamin B12 ist, dass es nur dann im Endabschnitt des Dünndrams (terminales Ileum) aufgenommenn werden kann, wenn eine bestimmte Substanz vorhanden ist, der so genannte intrinsic factor. Er wird von Zellen des Magens produziert.

Mangelerscheinungen

Ein Mangel an Cobalamin/ Vitamin B12 führt zur perniziösen Anämie. Synonym hierfür ist die megaloblastere Anämie, die uns schon bei der Folsäure/ Vitamin B9 begegnet ist. Es handelt sich also um eine Blutarmut, bei der die Erythrozyten vergrößert sind, in ihrer Zahl jedoch vermindert.

Ein weiteres durch Cobalaminmangel verursachtes Krankheitsbild ist die funikuläre Myelose, bei der es zu einer Entmarkung Myelin-haltiger Nervenzellen kommt. Das bedeutet folgendes: Im Nervensystem sind die Nervenzellen sozusagen isoliert, damit sie die Informationen schneller leiten können. Die Isolation geschieht durch eine Fettschicht, das Myelin. Bei Cobalaminmangel kommt es durch Einbau „falscher“, also atypischer Fettsäuren in das Myelin zu einer Funktionsunfähigkeit, die Isolierung ist also nicht mehr ausreichend. Folge dieser Erkrankung sind Empfindungsstörungen (Parästhesien), Sensibilitätsausfälle (Anästhesien) und Lähmungserscheinungen.


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Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 06.05.2012