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Krämpfe im Darm

Definition

Krämpfe im Darm äußern sich als stechendes, ziehendes oder kneifendes Gefühl. Die Beschwerden können innerhalb kurzer Zeit an- und abschwellen und sind auf eine vermehrte Darmperistaltik zurückzuführen. Hierunter versteht man die muskuläre Aktivität des Darmes, welche im Rahmen des normalen Verdauungsprozesses zu beobachten ist. Unverträglichkeiten, infektiöse oder entzündliche Ursachen und stressbedingte Faktoren spielen eine wichtige Rolle in der Pathogenese.

Eine Darmkolik bezeichnet sehr starke, wehenartige Krämpfe und geht mit vegetativen Symptomen wie Schweißausbrüchen, hoher Herzfrequenz und Kreislaufbeschwerden einher.

Ursachen

Die Ursachen von Darmkrämpfen reichen von einem infektiösen Geschehen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Verengungen des Darmdurchmessers im Rahmen chronischer Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa, Blinddarmentzündung über tumorbedingte Beschwerden, einen Darmverschluss (Ileus), Reizdarmsyndrom und stressbedingte Symptome bis hin zu Vergiftungen. Krämpfe im Bereich des Darms müssen nicht immer auf den Darm selbst zurückzuführen sein. Ausstrahlende Schmerzen vom Magen, Gallenblasen- oder Nierenkoliken und Unterleibsschmerzen können als Darmkrämpfe fehlinterpretiert werden.

Informieren Sie sich weitergehend über die Themen Blinddarmentzündung, Darmverschluss oder Reizdarmsyndrom.

Diagnose

Die Anamnese ist der erste diagnostische Schritt. Fragen nach Schmerzqualität und –quantität, Nahrungsabhängigkeit, weiteren Symptomen, Stuhlfarbe und –konsistenz, Vorerkrankungen und der letzten Monatsblutung sind häufig wegweisend in der Diagnosefindung.
Anschließend folgt eine körperliche Untersuchung des Abdomens, bei der der Arzt gegebenenfalls mit dem Finger den Enddarm abtastet. Weitere Untersuchungsmethoden wie Labordiagnostik, Stuhlproben, Sonographie und Röntgen erfolgen abhängig vom vorangegangen Ergebnis. Darmspiegelungen, spezielle Testverfahren für chronische Darmerkrankungen und weitere bildgebende Verfahren wie MRT und CT kommen nach Bedarf in der Ursachenabklärung zum Einsatz.

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Symptome

Ziehende, stechende oder kneifende Krämpfe im Darm können als alleiniges Symptom oder in Kombination mit weiteren Beschwerden auftreten. Hierzu zählen allgemeine Krankheitssymptome wie Fieber und Abgeschlagenheit, aber auch Erbrechen, Übelkeit, Durchfall und Blähungen sowie Blutungen. Auch Verstopfung und Verspannungen der Bauchmuskulatur sind zu beobachten. Darüber hinaus sollte auf ungewollten Gewichtsverlust geachtet werden.

Allgemeine Informationen zum Thema Bauchkrämpfe finden Sie unter: Krämpfe im Bauch.

Krämpfe im Darm beim Stuhlgang

Treten Krämpfe im Darm beim Stuhlgang auf, kann hierfür das Reizdarmsyndrom verantwortlich sein. Es handelt sich um eine häufig stressbedingte Funktionsstörung des Dickdarms, die mindestens 12 Wochen im Jahr anhält. Durchfall und Verstopfung können sich abwechseln und gehen mit schmerzhaften Krämpfen einher. Die Beschwerden treten vor und während dem Stuhlgang auf und lassen in der Regel nach dem Absetzen von Stuhl nach.

Häufig lässt sich keine genaue zeitliche Begrenzung der Beschwerden treffen. Vor dem Stuhlgang auftretende Krämpfe infolge von Verwachsungen, entzündlichen oder chronischen Darmerkrankungen oder Meteorismus lassen meist während des Vorgangs nach.

Lesen Sie mehr zum Thema Reizdarmsyndrom

Krämpfe im Darm vor dem Stuhlgang

Vor dem Stuhlgang beginnende Krämpfe, die über den Vorgang hinweg andauern und anschließend nachlassen, sind auf eine vermehrte Darmtätigkeit zurückzuführen. Der Stuhl sammelt sich im Enddarm und löst einen reflektorischen Reiz zur Entleerung aus. Je größer die Stuhlmenge desto höher ist auch die Darmaktivität und desto stärker sind möglicherweise die gleichzeitig auftretenden Krämpfe.

Krämpfe im Darm werden mitunter aber auch durch Verwachsungen (sogenannte Briden), entzündliche und chronische Darmerkrankungen als auch starken Meteorismus ausgelöst. Das Reizdarmsyndrom geht ebenfalls mit krampfartigen Schmerzen vor dem Stuhlgang einher.

Ein Magen-Darm-Infekt mit Durchfallsymptomatik kündigt sich häufig durch vermehrtes „Rumoren“ des Darms an, das von ziehenden Krämpfen begleitet sein kann. Anschließend erfolgt die rasche Entleerung des Darms.

Was hilft gegen Krämpfe im Darm?

Bei schmerzhaften Darmkrämpfen sind abhängig von der jeweiligen Ursache verschiedene therapeutische Ansätze angebracht. Allgemeine Maßnahmen verschaffen jedoch in vielen Fällen eine kurzfristige Linderung der Symptome. Hierzu zählt der Einsatz einer Wärmeauflage, beispielsweise einer Wärmflasche oder eines Kirschkernkissens. Wärme regt die Durchblutung an und entspannt die Bauchmuskulatur. Eine liegende Position in Rückenlage mit angezogenen Beinen lindert die Schmerzen ebenfalls.

Hausmittel wie der beruhigende und entzündungshemmende Kamillentee tragen zur Entspannung der Darmtätigkeit bei. Auch Pfefferminztee oder Fencheltee wirken krampflösend. Auf Alkohol, Nikotin und fettreiche sowie blähende Kost sollte verzichtet werden. Ausreichende Flüssigkeitszufuhr von mindestens zwei Litern pro Tag ist darüber hinaus wichtig. Eng sitzende Kleidung kann die Beschwerden zusätzlich verstärken und ist zu meiden. Entspannende Bewegungsübungen tragen zum Lösen von Bauchkrämpfen bei. Die bewusste tiefe Atmung spielt hierbei eine essentielle Rolle. Bei der Einatmung wölbt sich der Bauch nach außen. Strömt die Luft wieder nach außen flacht er ab.

Eine medikamentöse Symptomlinderung gelingt mit krampflösenden Mitteln (Spasmolytika) wie Butylscopolamin oder Mebeverin, welches zur Entspannung der Magen-Darmmuskulatur beiträgt.

Antibiotika und abführende sowie operative Maßnahmen kommen abhängig von der verantwortlichen Ursache zum Einsatz.

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Dauer

Plötzlich auftretende, starke, kolikartige Krämpfe im Darm sind dringend ernst zu nehmen und sollten von ärztlicher Seite abgeklärt werden. Gleiches gilt für länger andauernde, gleichbleibende Beschwerden. Im Allgemeinen gilt, dass die Dauer des Schmerzes von der zugrundeliegenden Grunderkrankung abhängt und zwischen wenigen Stunden bis hin zu Monaten variieren kann.

Krämpfe im Unterleib

Darmkrämpfe mit Hauptlokalisation im rechten Unterbauch deuten auf eine Blinddarmentzündung hin. Die Schmerzen beginnen häufig in der Bauchnabelgegend und ziehen anschließend in die rechte Beckenregion. Auch Teile des Dünndarms und des Enddarms sind im Unterbauch lokalisiert und können ursächlich für die auftretenden Krämpfe sein.

Rechtsseitig auftretende Beschwerden sind typisch beim Morbus Crohn, einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung. Colitis ulcerosa geht dagegen mit linksseitigen Unterbauchbauchschmerzen, insbesondere vor dem Stuhlgang, einher. Vor allem linksseitige Unterbauchkrämpfe und zum Teil kolikartige Schmerzen sind in Verbindung mit Dickdarmdivertikeln (Ausstülpungen der Darmwand) zu beobachten. Chronische Darmkrämpfe und Unterleibsschmerzen treten auch beim Reizdarmsyndrom auf.

Als harmlosere Ursache für Krämpfe im Bereich des Unterbauches ist die Verstopfungssymptomatik anzuführen. Zu weiteren Auslösern zählen Hernien und Tumore.

Lesen Sie mehr zum Thema unter Bauchschmerzen und Verstopfung

Krämpfe im Darm während der Schwangerschaft

Darmkrämpfe in der Schwangerschaft sind seltener als die üblichen Beschwerden wie Übelkeit und Schmerzen im Rückenbereich, aber nicht ungewöhnlich. Insbesondere in den ersten Wochen einer Schwangerschaft können Magen-Darm-Beschwerden auftreten. Während krampfartige Schmerzen und Durchfall in manchen Fällen zu beobachten sind, leiden andere unter anhaltender Verstopfung. Die Pathogenese ist multifaktoriell und hängt unter anderem vom Hormonhaushalt, der Ernährung und individuellen Veranlagung ab.

Darmkrämpfe in Kombination mit Obstipation dürfen nicht mit handelsüblichen Abführmitteln behandelt werden. Stattdessen sollte auf ausreichende Bewegung, Flüssigkeitszufuhr und ballaststoffreiche Kost (Gemüse, Obst, Vollkornprodukte) geachtet werden. Leichtem Durchfall kann mit geriebenem Apfel, Bananen und weiteren den Stuhl verdickenden Nahrungsmitteln begegnet werden. Darmkrämpfe und starker Durchfall im Rahmen eines viralen Infekts sollten Anlass für einen Besuch beim behandelnden Arzt sein.

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Krämpfe im Darm ohne Durchfall

Treten Darmkrämpfe ohne nachfolgenden Durchfall auf, kommen verschiedene Ursachen in Betracht. Das Reizdarmsyndrom kann, muss aber nicht mit Diarrhoe gekoppelt sein. Gleiches gilt für bestimmte Krankheitserreger, die eine Magen-Darm-Infektion ohne die typische Durchfallsymptomatik verursachen. Eine Blinddarmentzündung genauso wie ein Darmverschluss können mit einem Stuhlverhalt einhergehen.

Blähungen

Angesammeltes Gas im Darm geht mit einem vermehrten Druck- und Völlegefühl einher. In manchen Fällen treten zudem unangenehme Darmkrämpfe auf. Blähungen entstehen auf unterschiedlichem Wege. Eine schnelle, hastige Nahrungsaufnahme führt zum Eintritt von Luft in den Magen-Darm-Trakt. Hülsenfrüchte und blähende Gemüsesorten verursachen ebenfalls Blähungen. Darüber hinaus kann ein abgeknickter Darm das Austreten von Luft verhindern und bedingt den nachfolgenden Meteorismus.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 11.10.2018
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