Mobilat®

Definition

Mobilat® ist ein Medikament, welches man in Form einer Salbe oder eines Gels in der Apotheke erhalten kann. Es wird zur Behandlung von akut aufgetretenen Schmerzen oder Schwellungen eingesetzt. Die Mobilat®-Salbe enthält als Wirkstoff die Flufenaminsäure. Dieser Wirkstoff gehört zur Gruppe der sogenannten nicht-steroidalen Antirheumatika, kurz auch NSAR genannt, ist also ein Schmerzmittel. Er dient sowohl der Entzündungshemmung als auch der Schmerzlinderung.

Das Mobilat®-Gel hingegen ist eine Kombination aus zwei verschiedenen Wirkstoffen, dem Chondroitinpolysulfat und der Salicylsäure. Das Mobilat®-Gel dient ebenso wie die Mobilat®-Salbe zur Hemmung einer Entzündung und zur Linderung bestehender Schmerzen. Mobilat®-Salbe wird hierbei insbesondere zur symptomatischen Behandlung von Schmerzen bei entzündlichen Erkrankungen wie beispielsweise einer Sehnenscheidenentzündung eingesetzt. Mobilat®-Gel wird vor allem zur lokalen Behandlung von stumpfen Traumen, wie sie bei Sportverletzungen entstehen, eingesetzt. Hierzu zählen unter Anderem Zerrungen oder auch Prellungen.

Anwendung

Bei der Verwendung von Mobilat®-Salbe und Mobilat®-Gel ist zu beachten, dass sie entweder nach der Anweisung eines Arztes oder Apothekers eingenommen werden sollte oder wie in der jeweiligen Fachinformation/Beipackzettel empfohlen. In der Regel wird die Mobilat®-Salbe oder das Gel dreimal täglich auf die erkrankte Stelle aufgetragen. Hierbei ist wichtig, dass das zu behandelnde Areal nicht größer als 30x30 cm sein sollte, da ansonsten nicht nur mit lokalen Nebenwirkungen zu rechnen ist, sondern möglicherweise auch mit so genannten systemischen Wirkungen. Diese können möglicherweise dadurch entstehen, wenn die Resorptionsfläche, über die der Wirkstoff aufgenommen werden kann, zu groß wird.

Sowohl das Mobilat®-Gel als auch die Salbe sind lediglich zur äußeren Anwendung auf der Haut geeignet. Mobilat®-Gel ist ein klares, farbloses Gel. Es ist in drei verschiedenen Größen in der Apotheke erhältlich. Es gibt 50 Gramm, 100 Gramm und 150 Gramm Tuben.

Die Mobilat®-Salbe hat eine weißliche bis leicht grüne Farbe. Sie gibt es ebenfalls in den drei vorher genannten Größen in der Apotheke zu kaufen. Beide Medikamente dürfen keinesfalls oral eingenommen werden. Die Salbe oder das Gel sollte dünn auf die schmerzende Stelle aufgetragen und dann leicht einmassiert werden. Nach dem Auftragen der Mobilat®-Salbe und des Mobilat®-Gels ist es zu empfehlen, die Salbe oder das Gel an der Luft eintrocknen zu lassen. Die Behandlung mit Mobilat®-Salbe sollte hierbei nicht länger als zwei Wochen erfolgen. Die Behandlung mit Mobilat®-Gel sollte hingegen nicht länger als elf Tage erfolgen. Bei einem Fortbestehen oder einer Verschlimmerung der Beschwerden sollte ein Arzt aufgesucht werden, um das weitere mögliche Vorgehen zu besprechen. Eventuell müssten dafür auch weitere diagnostische Maßnahmen erfolgen, um schwerere Verletzungen ausschließen zu können.

Wirkung

Sowohl im Mobilat®-Gel als auch in der Mobilat®-Salbe sind die oben genannten nicht-steroidalen Antiphlogistika enthalten. Im Mobilat®-Gel handelt es sich dabei um den Wirkstoff Salicylsäure und bei der Mobilat®-Salbe um die Flufenaminsäure.
Nichtsteroidale Antirheumatika bewirken über die Hemmung eines bestimmten Enzyms, der so genannten Cyclooxygenase Typ I und II, eine Hemmung der Prostaglandin-Synthese. Prostaglandine gehören zu einer bestimmten Gruppe von Gewebshormonen und dienen im Körper normalerweise der Entstehung einer Entzündung oder dem Anstieg von Fieber als Abwehrreaktion. Wird die Produktion dieser Hormone nun gehemmt, kommt es zu einer Abnahme der Entzündung, des Fieber, der Schwellungen und der Schmerzen.
Zudem hemmen nicht-steroidale Antirheumatika die Thrombozytenaggregation, also das „Verkleben“ der Blutplättchen, wodurch die Blutgerinnung beeinflusst wird, was unter anderem auch bei der Therapie der koronaren Herzkrankheit genutzt wird.
Die Salicylsäure wirkt zudem zusätzlich hornhautauflösend sowie antimikrobiell gegen Pilze und Bakterien.

Das Mobilat®-Gel enthält außerdem einen weiteren Wirkstoff. Hierbei handelt es sich um Chondroitinpolysulfat, das wie die nicht-steroidalen Antiphlogistika, ebenfalls schmerzlindernd wie auch antientzündlich wirkt, jedoch nicht direkt zu dieser Gruppe gezählt wird.

Wechselwirkungen

Prinzipiell sind keine bestimmten Wechselwirkungen zwischen der Mobilat®-Salbe und anderen Medikamenten bekannt. Jedoch sollte ein Arzt oder Apotheker zur Rate gezogen werden, wenn Mobilat®-Salbe oder Mobilat®-Gel gleichzeitig mit anderen Medikamenten eingenommen wird.

Es gilt zu beachten, dass Mobilat®-Gel durch die darin enthaltene Salicylsäure, die Durchlässigkeit der Haut für andere Medikamente in diesem Bereich steigern kann und es damit zu einer erhöhten Aufnahme des Wirkstoffes in den Körper kommen kann.
Ferner kann die längerfristige Einnahme von Mobilat®-Gel die Wirkung und die unerwünschten Wirkungen von Methotrexat, das als Immunsuppressivum wirkt, sowie Sulfonylharnstoffen, die den Blutzuckerspiegel bei Diabetes Mellitus Typ 2 senken, steigern.

Nebenwirkungen

Prinzipiell können alle Arzneimittel im Körper neben ihren erwünschten Wirkungen auch unerwünschte Wirkungen hervorrufen. Je nach Angriffs- und Wirkort des Medikaments kann es zu völlig verschiedenen Nebenwirkungen kommen. Dies gilt sowohl für Mobilat®-Gel als auch für Mobilat®-Salbe.

Das größte Organ des Menschen, es handelt sich hierbei um die Haut, kann ebenfalls von möglichen unerwünschten Wirkungen der Mobilat®-Salbe oder des Mobilat®-Gels betroffen sein. Hierbei kann es zu Hautrötungen, Jucken, Brennen oder einem unangenehmen Hautauschlag in Form von Quaddeln kommen.
Die Anwendung von Mobilat®-Salbe kann außerdem zu allergischen Hautreaktionen führen, die als sogenannte Kontaktdermatitis bekannt ist. Eine Kontaktdermatitis oder auch allergisches Kontaktekzem genannt, ist eine entzündliche Erkrankung der Haut. Sowohl durch einen direkten als auch indirekten Kontakt mit dem Allergen (hierbei jetzt die Salbe oder das Gel) kommt es zu einer Sensibilisierung bestimmter weißer Blutzellen, den sogenannten T-Lymphozyten. Bei einem erneuten Kontakt mit dem auslösenden Allergen kommt es etwas verzögert zu einer Entzündungsreaktion der Haut, die sich in Form von Schwellung, Rötung oder auch Schuppung äußern kann.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Kontaktdermatitis

Gelegentlich kann es auch zu allergischen Reaktionen der Augen kommen, wenn diese in Berührung mit der Salbe kommen. Diese Reaktion nennt man auch allergische Konjunktivitis (Entzündung der Bindehaut).

Aber auch Schwindel sowie Migräne können gelegentliche Nebenwirkungen bei der Verwendung von Mobilat®-Salbe sein.

Weitere bekannte Nebenwirkungen im Bereich der Atemwege können sich in Form einer erschwerten Atmung bis hin zur deutlichen Luftnot, auch Dyspnoe genannt, äußern.

Des Weiteren kann es zu unerwünschten Mitreaktionen des Magen-Darm-Traktes kommen, die sich als Durchfall, Übelkeit und Magenbeschwerden zeigen können.

Wenn also Nebenwirkungen, in welcher Form auch immer, auftreten sollten, ist ein sofortiges Absetzen der Mobilat®-Salbe oder des Mobilat®-Gels angezeigt. Bei akut auftretenden Reaktionen kann zusätzlich versucht werden, Reste des Gels oder der Salbe mit Wasser abzuwaschen.
Zudem ist umgehend ein Arzt aufzusuchen. In der Regel verschwinden solche unerwünschten Wirkungen nach Beendigung der Arzneitherapie.

Kontraindikationen

Mobilat®-Salbe und Mobilat®-Gel dürfen erst ab einem Alter von 18 Jahren angewendet werden und daher nicht für Verletzungen bei Kindern und Jugendlichen benutzt werden. Sie dürfen zudem nicht bei Schwangerschaft oder während der Stillzeit zur Anwendung kommen.
Lesen Sie mehr zum Thema: Medikamente während der Schwangerschaft

Die Fufenaminsäure, wie sie in der Mobilat®-Salbe zu finden ist, wird in geringen Mengen über die Muttermilch ausgeschieden und kann dadurch beim Stillen vom Säugling aufgenommen werden. Mobilat®-Schmerzgel darf in der Schwangerschaft nur für kleine Flächen verwendet werden (<5 cm²). Sollte dennoch eine großflächige Behandlung mit dem Schmerzgel von Nöten sein, so ist es sinnvoll frühzeitig abzustillen, da Neugeborene Säuglinge noch nicht die gleichen Entgiftungsmöglichkeiten haben wie Erwachsene.

Zu beachten ist außerdem, dass sowohl die Salbe wie auch das Gel nicht auf offenen Wunden, Infektionen oder auf Schleimhäuten und den Augen aufgetragen werden darf.

Keinesfalls darf die Mobilat®-Salbe sowie das Mobilat®-Gel bei einer bekannten Allergie gegen die Wirkstoffe Flufenaminsäure, Chondroitinpolysulfat oder Salicylsäure sowie gegen die sonstigen Bestandteile der Salbe oder des Gels benutzt werden. Besteht eine bekannte Allergie gegen ein Medikament aus der Gruppe der sogenannten nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR), die mit einem Asthma bronchiale oder einer Reaktion der Haut einhergeht, ist die Benutzung strikt untersagt, da es auch bei der Benutzung der Mobilat®-Salbe möglichweise zu ähnlichen Beschweren kommen kann.

Vorsicht bei der Einnahme von Mobilat®-Salbe ist auch bei Patienten geboten, die an Asthma, Heuschnupfen, Nasenpolypen, obstruktiven Atemwegserkrankungen oder chronischen Infektionen der Atemwege leiden.

Ebenso sollte die Anwendung von Mobilat®-Salbe mit einem Arzt oder Apotheker besprochen werden, falls eine akut intermittierende Porphyrie bekannt ist.
Die Porphyrien sind eine Gruppe bestimmter Stoffwechselerkrankungen. Bei diesen Erkrankungen ist die körpereigene Produktion eines bestimmten Enzyms gehemmt, das sogenannte Häm.

Durch die Hemmung kommt es zu einer Störung beim Aufbau des Blutfarbstoffes Häm. Des Weiteren sollte das Mobilat®-Gel insbesondere bei eingeschränkter Nierenfunktion mit Bedacht benutzt werden.

Weiterführende Informationen


Haftungsausschluss/ Disclaimer
Wir weisen darauf hin, dass Medikamente niemals eigenständig, ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt abgesetzt, angesetzt oder verändert werden dürfen.
Bitte beachten Sie, dass wir in unseren Texten keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit erheben können. Durch aktuelle Entwicklungen können die Angaben ggf. veraltet sein.

Autor: Dr. Nicolas Gumpert
Veröffentlicht: 19.08.2015 - Letzte Änderung: 22.10.2021
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