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Schmerzen nach einer OP

Einleitung

Jeden Tag werden in Deutschland tausende von Operationen durchgeführt. Das Spektrum reicht von kleinsten Prozeduren, wie z.B. der Entfernung von Hautwarzen, bis zu großen mehrstündigen chirurgischen Eingriffen. Nach jeder dieser Operationen kann es in der Folge zu Schmerzen an der operierten Körperregion kommen. Diese Schmerzen, denen ursächlich eine Operation vorrausgeht, werden als postoperative Schmerzen bezeichnet.

Welche Schmerzen sind nach einer OP normal?

Kaum ein Bereich der Medizin hängt so stark von der subjektiven Wahrnehmung ab wie die Schmerztherapie. Das Schmerzempfinden ist indivudell, das heißt, dass jeder Mensch eine eigene Schwelle besitzt, ab der eine Empfindung als schmerzhaft bezeichnet wird und auf die er die Stärke von Schmerzen bezieht. Eine objektive Einschätzung und Definition, was nach einer OP „normal“ ist, fällt daher im Bereich der Schmerzmedizin relativ schwer.

Ein häufig eingesetztes Hilfsmittel, um vor allem die Schmerzentwicklung in den Tagen nach einer Operation verfolgen zu können, ist die numerische Rangskala. Hierbei wird der Patient aufgefordert seine Schmerzen mit einem Punktwert zwischen 0 und 10 zu bewerten, wobei 0 keinen Schmerz und 10 den am schlimmsten vorstellbaren Schmerz repräsentiert. Natürlich wird immer versucht die Schmerzen so niedrig wie möglich zu halten. Auf der Skala entspricht dies etwa einem Punktwert unter 3, welcher noch eine mäßige Schmerzintensität darstellt.

Neben der Schmerzstärke spielt auch der Schmerzcharakter eine sehr wichtige Rolle, da er Aufschluss über die Ursache der Schmerzen geben kann. Nach einer Operation tritt vor allem der sogenannte nozizeptive Schmerz auf. Dieser beschreibt den typischen Wundschmerz. Er ist gut lokalisierbar, eher stechend-spitz und verstärkt sich bei bestimmten Bewegungen oder Berührungen der Wunde. Je nach Operation können auch neuropathische Schmerzen auftreten. Diese entstehen in der Folge einer Nervenverletzung. Die Charakteristik des Schmerzes ist im Gegensatz zum Wundschmerz brennend, wird häufig als plötzlich einschießend empfunden und kann mit vermindertem oder gestörtem Empfindungsvermögen einhergehen. Aufgrund dieser verschiedenen Charakteristiken hilft es, wenn dem behandelnden Arzt die Schmerzen genau beschrieben werden. Dieser ist dann auch in der Lage einzuschätzen, welche Schmerzen nach der jeweiligen Operation zu erwarten sind und welche ein Warnzeichen darstellen.

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Ursachen für Schmerzen nach einer OP

Die häufigste Ursache für postoperative Schmerzen ist die durch die Operation entstandene Gewebeverletzung. Im Rahmen dieser Verletzung kommt es zu einer Schädigung von Zellen. Aus diesen Zellen werden daraufhin bestimmte Stoffe, sog. Neurotransmitter, freigesetzt. Im Bereich der Wunde treffen diese Neurotransmitter nun auf freie Enden von Nerven und lösen in diesen ein Signal aus. Über die Nerven und das Rückenmark wird dieses Signal bis in das Gehirn geleitet und führt dort zur Wahrnehmung von Schmerz.

Über denselben Mechanismus können auch Entzündungen zu Schmerzen führen. Diese sind eine weitere häufige Ursache für Schmerzen nach einer OP. Eine Operationswunde bietet eine gute Eintrittspforte für verschiedene Krankheitserreger. Daher ist es nach einer OP sehr wichtig auf die korrekte Versorgung der Wunde und vor allem auf ausreichende Hygiene zu achten.

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Andere Auslöser von postoperativen Schmerzen sind überdies Verletzungen von Nerven im Rahmen der Operation und postoperative Komplikationen, wie z.B. Blutungen oder das Lockern von Nähten. Eine genaue Beschreibung der Schmerzen bezüglich Stärke, Charakter, sowie Lokalisierbarkeit und Ausstrahlung kann hierbei allerdings häufig schon großen Aufschluss über die Ursache der Schmerzen geben, welche dann zielgerichtet behoben und behandelt werden kann.

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Begleitende Symptome

So wie sich die Schmerzcharakteristik unterscheidet, können postoperative Schmerzen, je nach Ursache, auch mit unterschiedlichen begleitenden Symptomen einhergehen. Typisch sind hierfür z.B. die klassischen Entzündungszeichen. Diese umfassen neben dem Schmerz eine Rötung der betroffenen Körperregion, sowie eine Schwellung, Überwärmung und gegebenenfalls eine Funktionseinschränkung. Bei jeder Gewebeverletzung ist eine geringe Entzündungsreaktion normal. Sollten die Symptome allerdings sehr stark auftreten, sich verschlimmern oder die Wunde anfangen zu eitern ist eine Wundinfektion, z.B. mit Bakterien, als Grund der Entzündung in Betracht zu ziehen. Die Wunde sollte dann unbedingt von einem Arzt untersucht und behandelt werden.

Neben Entzündungsschmerzen gehen auch neuropathische Schmerzen, die nach einer Nervenverletzung auftreten mit typischen Begleiterscheinungen einher. Diese bestehen in Zu- oder Abnahme der Empfindlichkeit im betroffenen Gebiet sowie möglichen Missempfindungen, wie anhaltendes Kribbeln oder Stechen.

Je nach Stärke können Schmerzen auch zu sogenannten vegetativen Symptomen führen. Diese bestehen z.B. in einem Anstieg der Pulsfrequenz, hohem Blutdruck, vermehrtes Schwitzen, Übelkeit oder Erbrechen. Diese klingen aber in der Regel nach Gabe von Schmerzmitteln sehr schnell wieder ab.

Schwellung bei Schmerzen nach einer OP

Besonders nach einer Operation kann eine Schwellung zahlreiche Ursachen haben. Eine leichte Schwellung im Bereich der Operationswunde ist normal und Teil der natürlichen Reparaturprozesse des Körpers. Sie sollte nach etwa 2 Wochen von selbst zurückgehen. Eine schmerzhafte Schwellung kann allerdings auch Zeichen von auftretenden Komplikationen sein. Dies kann z.B. der Fall sein, wenn zusätzlich Hautreaktionen wie Pusteln auftreten, es zu einem Austritt von Sekreten, wie z.B. Eiter, kommt oder eine einseitige Beinschwellung als Zeichen einer Thrombose auftritt. Bei Unsicherheit sollte daher immer ein Arzt konsultiert werden.

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Was kann man gegen Schmerzen nach einer OP tun?

Zur Linderung von postoperativen Schmerzen stehen eine ganze Reihe an Möglichkeiten zur Verfügung.

Bei der nicht-medikamentösen Behandlung steht vor allem die Schonung der betroffenen Körperregion im Vordergrund. Damit ist allerdings keinesfalls eine strikte Bettruhe gemeint. Diese ist sogar eher kontraproduktiv, wenn es darum geht nach einer Operation „wieder auf die Beine“ zu kommen. Vielmehr geht es beim Schonen darum, durch bewusste Bewegungen und Techniken bei Tätigkeiten, wie dem Aufstehen oder Gehen, und durch die korrekte Lagerung beim Liegen, Spannung und Druck auf die Operationswunde zu vermeiden.

Einen lindernden Effekt auf die Schmerzen können ebenfalls Kälte- oder Wärmeanwendungen haben. Hier empfehlen sich z.B. Kühlpacks oder Heizkissen. Weitere Maßnahmen der physikalischen Therapie, welche zur Behandlung von Schmerzen eingesetzt werden können, sind manuelle Anwendungen, wie z.B. die Lymphdrainage oder Massagen. Auch Atem- und Inhalationstherapie zeigen einen deutlich positiven Effekt.

So wie die Empfindung von Schmerz sehr subjektiv ist, kann sich auch die Wirksamkeit einer Therapiemethode sehr stark von Mensch zu Mensch unterscheiden. Eine gute Kommunikation zwischen Patient und behandelnden Ärzten oder Therapeuten ist daher von großer Bedeutung.

Welche Schmerzmittel helfen gegen Schmerzen nach einer OP?

In der medikamentösen Schmerzbehandlung richtet man sich in der Regel nach dem Stufenschema der WHO. Dieses orientiert sich an der Schmerzstärke und umfasst drei Stufen:

  1. Die erste Stufe bilden die sog. nichtsteroidalen Antirheumatika, wie z.B. Ibuprofen oder Paracetamol.
  2. Auf der zweiten Stufe stehen schwache Opioide
  3. Die dritte Stufe beinhalten starke Opioide.

Soweit die Schmerzintensität es zulässt wird in der Regel versucht so schnell wie möglich auf die untere Stufe der Medikation zurückzugehen, da mit starken Medikamenten natürlich häufig auch stärkere Nebenwirkungen verbunden sind. Die Medikamente der 1. Stufe besitzen verschiedene Wirkprofile, was eine spezifischere Auswahl hinsichtlich der Schmerzursache ermöglicht. Ein häufig eingesetztes Medikament ist Metamizol. Dieses wirkt besonders gut schmerzlindernd und krampflösend, hat allerdings keinen Einfluss auf Entzündungen. Bei entzündlichen Schmerzen empfehlen sich daher eher Diclofenac oder Ibuprofen. Diese haben neben einer guten schmerzlindernden Wirkung auch einen antientzündlichen Effekt.

Generell sollte allerdings nie, besonders aber nach einer OP, eine Selbstbehandlung mit Medikamenten erfolgen. Besonders Schmerzmedikamente haben neben ihren schmerzlindernden Eigenschaften Einfluss auf den gesamten Körper und sind damit auch mit einer ganzen Reihe von möglichen Nebenwirkungen verbunden. Daher wird empfohlen immer eine ausgiebige Rücksprache mit dem behandelnden Arzt zu halten.

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Hausmittel

Neben Schmerzmedikamenten besitzen auch verschiedene Hausmittel eine gute schmerzlindernde Wirkung. Kältepacks und das Schonen der betroffenen Körperregion können zu einer deutlichen Besserung der Beschwerden beitragen. Des Weiteren besitzen auch verschiedene Pflanzen schmerzreduziernde Eigenschaften. Dies sind z.B. Teufelskralle, Weidenrinden- oder auch Brennesselkrautextrakt. Ein häufig übersehener Aspekt beim Thema Schmerzen ist die Versteifung auf die Beschwerden. So können auch allgemeine Dinge, wie regelmäßige Spaziergänge, Gespräche und Entspannungsübungen helfen von den Schmerzen abzulenken und ebenso die Heilungsförderung unterstützen.

Dauer der Schmerzen nach einer OP

So wie die Schmerzintensität kann sich auch die Dauer der Schmerzen nach einer OP sehr stark unterscheiden. Dies richtet sich unter anderem nach der Größe und Schwere des Eingriffs. So wird nach einem kleinen Eingriff das Operationsgebiet sehr viel schneller verheilen und schmerzfrei sein, als z.B. nach einer umfangreichen Bauchoperation bei der ein großer Gewebeschaden entstanden ist. Des Weiteren spielen auch die persönliche Konstitution vor und nach der Operation, mögliche Begleiterkrankungen sowie das Verhalten in der Zeit nach dem Eingriff und wie genau die Anweisungen der Ärzte, Pflegekräfte und Therapeuten befolgt werden eine sehr entscheidende Rolle im Verlauf der Genesungsphase.

Schmerzen nach einer Brust-OP

Schon die Wahl des geeigneten Betäubungsverfahrens vor der OP hat bei Brust-OPs einen großen Einfluss auf die Schmerzentwicklung und deren Behandlung.

Zusätzlich zur Vollnarkose während der OP wird bei Eingriffen an der Brust die sogenannte thorakale Paravertebralblockade verwendet. Hierbei wird das Medikament an einer Rippe am Rücken des Patienten gespritzt. Das Medikament wirkt damit direkt auf die Nerven, welche Rippen, Brustwand und Achselhöhle versorgen. Durch die Verwendung von lang wirksamen Substanzen können die Schmerzen im Operationsbereich bis zu 48 Stunden nach der OP ausgeschaltet werden. Zusätzlich können dann die üblichen Schmerzmedikamente eingesetzt werden. Deutlich geringere Dosen und damit geringere Nebenwirkungen gehören zu den positiven Effekten des Verfahrens.

Neben der medikamentösen Schmerzbehandlung ist es nach einer Brust-OP besonders wichtig Zug- und Krafteinwirkung auf die Operationsnarbe zu vermeiden. Dies sollte vor allem bei Bewegungen wie dem Aufstehen aus dem Bett beachtet werden, da hierbei die Brustmuskulatur angespannt wird. Zusätzlich können Kälteanwendungen sowie Salbenverbände die Schmerzen nach einer Brust-OP deutlich vermindern.

Schmerzen nach einer Narbenbruch-OP

Eine ausreichende Schmerztherapie ist nach einer Narbenbruch-OP besonders entscheidend. Diese dient neben der Besserung des Patientenbefindens auch der Vermeidung unerwünschter Komplikationen. Diese können z.B. in Fehlbelastungen durch die Einnahme einer Schonhaltung oder auch in Verstopfungen durch das Vermeiden der Bauchpresse bestehen.

Je nach Schmerzintensität werden nach Narbenbruchoperationen nichtsteroidale Antirheumatika oder Kombinationen mit Opioiden eingesetzt, um die Schmerzen zu lindern. Neben diesen besitzen auch unterstützende Maßnahmen in der postoperativen Schmerzbehandlung nach solchen Eingriffen einen hohen Stellenwert. In der Regel werden Patienten bereits ab dem ersten Tag nach der Operation durch Therapeuten bei der Atemtherapie und Mobilisation unterstützt. Des Weiteren kann das Anlegen eines elastischen Bauchgurts deutlich das Abhusten und die Mobilisation erleichtern. Zur Vermeidung von Komplikation sowie starken Schmerzen sollte mit stärkerer körperlicher Arbeit frühestens 4 Wochen nach der Operation begonnen werden.

Schmerzen nach einer Gallen-OP

Schmerzen nach einer Gallenoperation werden in der Regel mit Medikamenten der ersten WHO-Stufe, wie Metamizol oder Ibuprofen behandelt. Deutlich mehr Beschwerden als die eigentlichen Operationsnarben rufen allerdings häufig die Folgen der aufgeblähten Bauchhöhle während des Eingriffs hervor. Dieses Aufblähen ist nötig, da heutzutage Eingriffe an der Galllenblase überwiegend laparoskopisch anstatt über einen konventionellen Bauchschnitt durchgeführt werden. Damit die Operateure bei dieser Operationstechnik genügend Sicht auf das Operationsgebiet haben, wird Luft in die Bauchhöhle geleitet. Nach Abschluss der OP wird der Großteil dieser Luft wieder abgesaugt. Allerdings verbleibt immer ein gewisser Rest, welcher in der Folge die Blähungen mit Schmerzen hervorrufen kann. Um diesen Schmerzen entgegenzuwirken helfen neben Schmerzmitteln besonders Bewegung, Wärmeanwendung, z.B. mit einer Wärmflasche, oder auch verschiedene Kräuter, wie Kamille, Pfefferminze, Kümmel oder Anis. Auch Mittel wie Simeticon oder Magnesium-Präparate können gegen die Blähungen und die damit verbundenen Schmerzen helfen. Wichtig ist es, wie nach allen Operationen, Zug auf die Narben, z.B. durch unbedachte Bewegungen, zu vermeiden, um Komplikationen und unnötigen Schmerzen vorzubeugen.

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Schmerzen nach einer Knie-OP

Besonders entscheidend nach einer Operation am Kniegelenk ist die volle Wiederherstellung von Funktion und Beweglichkeit. Um dies zu erreichen ist vor allem eine frühe Mobilisation unmittelbar nach der Operation unabdingbar. Durch die Belastung des Gelenks, die damit einhergeht, bedeutet dies allerdings auch tendenziell stärkere Schmerzen. Um diese zu vermeiden hat sich nach Eingriffen am Knie eine Kombination mehrerer Therapiemaßnahmen bewährt. Zum einen werden in den ersten Tagen nach der Operation häufig Schmerzkatheter bzw. -pumpen eingesetzt, über die eine dauerhafte Gabe von Opioiden gewährleistet wird. Zusätzlich werden Schmerzmittel und entzündungshemmende Medikamente in festgesetzter Dosis als Tabletten gegeben. Zwischen drei und fünf Tagen nach der OP können die Schmerzkatheter dann in der Regel entfernt werden und die Medikation wird rein auf Tabletten umgestellt. Neben der Therapie mit Schmerzmitteln tragen allerdings auch die Bewegungsübungen und Maßnahmen wie Hochlagerung und Kühlen deutlich zur Schmerzlinderung und zu einer besseren Genesung nach der Operation bei.

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Schmerzen nach einer Hüft-OP

Neben der Schmerzmedikation in Tablettenform haben sich bei Hüftoperationen Darreichungsformen wie Schmerzpumpen oder –katheter deutlich bewährt. Diese werden vor allem in der Phase der stärksten Schmerzen unmittelbar nach der OP eingesetzt und bis zur Entlassung nach und nach auf schwächere Medikamente, welche dann als Tabletten genommen werden können, umgestellt. Der Vorteil dieser Schmerzpumpen besteht darin, dass sie vom Patienten selbst gesteuert werden können. Somit ist eine genaue Anpassung an das individuelle Schmerzempfinden nach der Operation möglich. Die jeweilige Dosis, die vom Patienten mittels Knopfdruck im Bedarfsfall gegeben werden kann, wird vorher vom Arzt eingestellt. Ein zusätzlicher Kontrollmechanismus, um eine Überdosierung zu vermeiden, besteht in einem Sperrintervall. In diesem wird dann, nach Erreichen einer bestimmten Dosis, auch bei Betätigung des Knopfes kein weiteres Medikament mehr gegeben.

Zusätzliche Maßnahmen, um die Schmerzen nach einer Hüft-OP zu lindern, sind die richtige Lagerung sowie das Kühlen der OP-Narbe. Des Weiteren sollte auf angemessene Mobilisation, zunächst unter Anleitung und Entlastung mittels Gehstützen beim Gehen geachtet werden, da zu frühe oder zu starke Belastung eine sehr häufige Ursache für verstärkte postoperative Schmerzen darstellt.

Schmerzen nach einer Karpaltunnel-OP

Wie bei allen chirurgischen Eingriffen beginnt die optimale Therapie von postoperativen Schmerzen schon vor der Karpaltunnel-OP mit der Planung des optimalen Betäubungsverfahrens. Es hat sich gezeigt, dass eine regionales Verfahren, eine sogenannte Plexusblockade, einer Vollnarkose vorzuziehen ist. Dies hat zum einen den Vorteil, dass kein mehrtägiger Krankenhausaufenthalt notwendig wird, die OP also ambulant durchgeführt werden kann. Zum anderen klagen die Patienten über deutlich weniger Schmerzen und benötigen damit auch weniger Schmerzmittel in der Zeit nach der Operation.

In den ersten zwei Wochen nach der OP wird die Hand in der Regel mit einer Schiene ruhiggestellt, um eine gute Wundheilung zu gewährleisten. Damit allerdings die Beweglichkeit und Nervenfunktion in der Folge nicht eingeschränkt wird, sollten ab dem ersten Tag nach dem Eingriff unter Anleitung geeignete Bewegungsübungen durchgeführt werden. Des Weiteren sollten bis etwa 6 Wochen nach der OP keine schweren Gegenstände gehoben oder kraftraubende Arbeiten mit der betroffenen Hand durchgeführt werden.

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Schmerzen nach einer Mandel-OP

Schmerzen nach einer Mandel-OP werden in der Regel mit Medikamenten der niedrigsten WHO-Stufe behandelt. Hierbei bieten sich vor allem Paracetamol oder Metamizol an, da sie keinen Einfluss auf die Blutgerinnung haben und somit ein geringeres Risiko bei Nachblutungen darstellen. Bei sehr starken Schmerzen können in Kombination mit diesen auch schwache Opioide eingesetzt werden. In der Regel wird allerdings versucht den Opioidbedarf so gering wie möglich zu halten, da Stoffe dieser Substanzklasse deutlich mehr mögliche Nebenwirkungen besitzen.

Sehr positiv auf den Heilungsverlauf wirken sich auch die unterstützenden Maßnahmen nach einer Mandel-OP aus. Hierzu zählt z.B. das Kühlen des Rachens sowohl von innen, z.B. durch den Verzehr von Speiseeis, sowie von außen mit Kühlpacks. Auch das Schonen durch den Verzehr von weichen Lebensmitteln und ausgiebiges Kauen kann deutlich zur Schmerzreduktion beitragen. Ausreichende Trinkmengen und Mundspülungen mit Salbei- oder Kamillentee unterstützen des Weiteren die Wundheilung und wirken sich positiv auf den postoperativen Verlauf aus.

Schmerzen nach einer Zahn-OP

Nach einer Zahn-OP erfolgt die Schmerztherapie in der Regel mit Medikamenten der ersten WHO-Stufe. Hierbei eignen sich vor allem Ibuprofen oder Diclofenac. Diese Medikamente weisen neben ihrer schmerzlindernden Wirkung auch entzündungshemmende Eigenschaften auf. Dies ist bei Zahn-OPs besonders zu beachten, da diese häufig mit entzündlichen Prozessen im Mundraum einhergehen. Bei sehr umfangreichen Eingriffen, die mit einem vergleichsweise großen Gewebeschaden einhergehen, können in den ersten Tagen auch zusätzlich Opioide zur Schmerzbehandlung eingesetzt werden. Dies sollte allerdings nicht über eine längere Zeit erfolgen.

Neben Medikamenten können auch homöopathische Mittel gegen die Schmerzen nach einer Zahn-OP eingesetzt werden. Häufig verwendete Substanzen sind hierbei z.B. Calcium phosphoricum oder Theridion. Hierbei sollte vor dem Eingriff ein beratendes Gespräch mit dem Arzt stattfinden. Auch Kräuter, wie z.B. Kamille, können einen unterstützenden Effekt bei der Schmerzlinderung haben. Das Kühlen von außen und möglichst weiche Kost helfen des Weiteren bei der Schmerzreduzierung.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 16.07.2018
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