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Steißbeinentzündung

Einleitung

Bei einer Steißbeinfistel, in der Fachsprache auch Sinus pilonidalis oder Pilonidalsinus genannt, handelt es sich um eine Entzündung, die sich in der zwischen Steißbein und Anus verlaufenden Gesäßfalte (lat: rima ani) abspielt.
Der Entstehung einer Steißbeinfistel können unterschiedliche Ursachen zugrunde liegen. Die Therapie erfolgt nach Diagnosestellung durch den Arzt und kann je nach Auslöser der Entzündung ganz unterschiedlich aussehen.
Eine Fistel am Steißbein macht sich häufig durch Beschwerden bemerkbar, die vorallem beim Sitzen auftreten. Bei Schmerzen, Stechen oder Ziehen in der Region des Steißbeins ist es ratsam, zur Abklärung der Symptome, einen Arzt aufzusuchen.

Ursache

Für eine Steißbeinentzündung gibt es im wesentlichen 2 Ursachen. Zum einen die Entzündung der Knochenhaut (med:Periostitis) des Steißbeines oder eine Entzündung des Gewebes (entzündete Haare) überhalb des Steißbeines durch eine Steißbeinfistel.

Die wahrscheinlich häufigste Ursache hierfür ist das Einwachsen von Haaren in diese Körperpartie. Die einwachsenden Haare können zu einer Entzündung der Haut und des Haarbalges führen und nicht selten wandern zusätzlich Bakterien in die entzündete Haarwurzel mit ein und verstärken die Entzündung.
Schreitet diese Entzündung immer weiter fort und kann das entstandene Sekret der Entzündung, der Eiter, nicht abfließen, so kann sich ein ein mit Sekret gefüllter Hohlraum, eine sogenannte Zyste, unter der Haut bilden.
Besteht ein Abfluss nach außen spricht man dann von einer Fistel. Von diesen Fisteln kann eine Zyste auch mehrere aufweisen und es entsteht ein regelrechtes Gangsystem unter der Haut.Durch die vermehrten Haare sind vor allem sehr behaarte Männer von einer Steißbeinfistel betroffen. Je nach Ausprägung der Entzündung kann sich von keinerlei Beschwerden über leichte Beschwerden bis zur völligen Sitz- und Gehunfähigkeit jedes Zwischenstadium ausbilden.

Die Entzündung der Knochenhaut kann nach verschiedenen Verletzungen des Steißbeines entstehen. Die Knochenhaut liegt wie der Name schon sagt als Haut um den Knochen und versorgt diesen über Blutgefäße mit Nährstoffen und beinhaltet zahlreiche Nerven, weshalb sie sehr schmerzempfindlich ist. Der Knochen selbst kann keine Schmerzen bereiten.
Die Entzündung dieser Knochenhaut entsteht hierbei durch eine starke oder langanhaltende Reizung der Knochenhaut wie schlecht heilende Brüche, Bandscheibenvorfälle in dieser Region, Tumoren, Unfälle oder auch chronische Verstopfung oder Erkrankungen des Beckenbodens.
Letztere Gründe liegen in den Muskelansätzen des Beckenbodens am Steißbein und somit auch der Knochenhaut begründet. Eine starke Muskelbelastung geht also auch durch die Belastung der Muskelansätze mit einer Belastung der Knochenhaut einher, welche sich daraufhin entzünden kann.

Symptome

Bei einer Steißbeinentzündung muss man zwischen Kokzygodynien und Sinus pilonidalis unterscheiden. Ersteres ist eine Entzündung der Knochenhaut (des Periost), die zu Schmerzen im Gesäßbereich führt, letzteres ist eine sogenannte Steißbeinfistel, eine umliegende Gewebsentzündung. In beiden Fällen sind die Symptome der Steißbeinentzündung jedoch sehr ähnlich. Je nachdem wie vorangeschritten die Entzündung bereits ist, kommt es zu brennenden oder stechenden Schmerzen im Bereich des Gesäßes. Besonders schmerzhaft ist hier das lange Sitzen auf harter Fläche (beispielsweise einem Stuhl), da das Steißbein hierbei maximal belastet wird.

Aber auch das Umdrehen im Bett oder auf dem Rücken liegen kann die Symptome der Steißbeinentzündung verschlimmern und zu Schmerzen führen. Ebenfalls auffällig sind die starken Schmerzen beim Stuhlgang (Defäkation) (s. auch Schmerzen beim Stuhlgang)oder auch beim Wasserlassen (Miktion). Vor allem durch dauerhafte Verstopfungen (Obstipation) kann es zu einer gesteigerten Symptomatik der Steißbeinentzündung kommen, da hier die Beckenbodenmuskulatur stark in Anspruch genommen wird. Diese Beckenbodenmuskulatur ist jedoch unter anderem am Steißbein befestigt und übt so einen Zug auf das Steißbein aus, der bei einer Entzündung als sehr schmerzhaft erlebt wird. Grund dafür ist die Reizung der Knochenhaut, an der die Muskeln und Bänder ansetzten.

Die Symptome einer Steißbeinentzündung können beispielsweise nach einem Hexenschuss (Lumbalgien) auftreten oder nach einem Bandscheibenvorfall oder nach einem Sturz auf den Po. Vor allem nach Frakturen kann die Knochenhaut verletzt werden, was dann zu ersten Symptomen führt.

Diagnose einer Steißbeinentzündung

Die Diagnose einer Knochenhautentzündung kann oftmals durch eine Untersuchung mit dem Finger durch den Mastdarm gestellt werden. Führt man einen Finger vorsichtig ein, so kann man durch die Darmwand die Unterseite des Steißbeins ertasten, welche bei bei einer Entzündung der Knochenhaut des Steißbeines extrem schmerzempfindlich ist.

Bei unklarere Ursache der Entzündung kann ein Röntgenbild, CT oder MRT vom Becken Hinweise auf die Entzündung sowie frühere Brüche oder andere Ursachen wie Tumoren oder Bandscheibenvorfäll e der LWS geben.
Die Diagnose einer Steißbeinfistel erfolgt meist schon anhand der körperlichen Untersuchung durch tasten oder die sichtbaren äußeren Zeichen einer Entzündung wie die extreme Berührungsempfindlichkeit und Schmerzempfindlichkeit, sowie eine Schwellung und Rötung, den klassischen Zeichen einer Entzündung.

Abbildung Steißbeinschmerzen

  1. Steißbein - Os coccyxis
  2. Fünfter Lendenwirbel -
    Vertebra lumbalis V
  3. Darmbeinkamm - Crista iliaca
  4. Kreuzbein-Darmbein-Gelenk
    (Iliosakralgelenk, abgekürzt ISG)
    Articulatio sacroiliaca
  5. Hüftgelenk - Articulatio coxae
  6. Schambein - Os pubis
  7. Sitzbein - Os ischii
  8. Bandscheibe -
    Discus intervertebralis
  9. Darmbein - Os ilium
  10. Lenden-Kreuzband-Knick -
    Promontorium
  11. Kreuzbein - Os sacrum
  12. Schambeinfuge -
    Symphysis pubica

    Steißbeinschmerzen - Kokzygodynie
    a - Nervenschmerzen - Die Körperregion
    wird von Nervengeflecht
    (Plexus coccygeus) versorgt
    b - Entzündungen der Sehnen,
    Muskeln oder Knochen -
    chronische Belastungen oder Keime
    c - Enddarm und After, chronisch
    entzündliche Darmerkrankung
    (Colitis ulcerosa, Morbus crohn)
    d - Steißbeinbruch, Steißbeinprellung -
    Schwellung, Blutergüsse (durch
    Sturz, Tritt usw.)
    e - Schwangerschaft
    (hormonellen Veränderungen) -
    in der Regel im 1. und 3. Trimenon
    f - Sport - Verspannung der Bänder
    und Muskeln (z. B. Radfahren, Rudern)
    g - Langes Liegen - (ältere und
    bettlägerige Menschen)
    h - Mikrotraumen - langes Sitzen
    auf harten Stühlen
    i - Steißbeinentzündung - Rötung,
    Schwellung, Fistel (Sinus pilonidalis)

Eine Übersicht aller Abbildungen von Dr-Gumpert finden Sie unter: medizinische Abbildungen

Therapie

Die Therapie einer Steißbeinentzündung ist nicht sehr leicht. Vor allem nach einem Bruch ist eine Therapie schwierig, da das Steißbein nicht geschient werden kann so wie beispielsweise der Armknochen. Verheilt die Fraktur nicht richtig, kann dies zu dauerhaften Entzündungen führen, die mit chronischen Schmerzen verbunden sind. Um diese Entzündung so minimal wie möglich zu halten, ist es daher wichtig, nach einem Bruch das Steißbein zu schonen. Das bedeutet: Wenig sitzen, kein Fahrrad fahren und möglichst auf der Seite mit Kissen schlafen.

Bei einer bereits vorhandenen Steißbeinentzündung nutzt man als Therapie zunächst eine entzündungshemmende Salbe. Zeigt diese keine Hilfe, kann man die Schmerzmittel auch oral (über den Mund) verabreichen oder man injiziert sie an die Stelle, an der es besonders schmerzhaft ist. Des Weiteren empfiehlt sich eine physiotherapeutische Behandlung oder der Patient sollte als weitere Therapiemaßnahme einen Osteopathen aufsuchen. Ebenfalls eine weitere Möglichkeit zur Therapie der Steißbeinentzündung ist die Akupunktur. Hier werden bestimmte Nervenendigungen mit dem Einstich der Nadel gereizt. Dadurch kommt es als Reaktion vermehrt zur Ausschüttung von schmerzlindernden Substanzen (beispielsweise Endocannabinoide). Diese können die Heilung und vor allem die Schmerzlosigkeit (Analgesie) fördern.

Auch die Reflexzonenmassage kann als Therapie in Betracht gezogen werden. Diese hilft vor allem dann, wenn die Muskulatur des Beckenbodens sehr verkrampft ist. Diese Verkrampfung kann durch vermehrten Stress oder psychisch bedingte Traumata (beispielsweise sexuelle Übergriffe) entstehen. Die Reflexzonenmassage kann helfen, die Muskulatur zu lockern und somit die Knochenhaut des Steißbeins zu entlasten und somit einer Entzündung vorzubeugen. Sollte die Verkrampfung psychischen Ursprungs sein, ist eine zusätzliche Therapie durch einen Psychologen unabdingbar.

Außerdem kann eine Laserbehandlung bei z.B. dem Vorliegen einer Steißbeinfistel erfolgen.

Eine weitere Therapiemöglichkeit der Steißbeinentzündung ist die Gabe von homöopathischen Mitteln. Vor allem Hypericum und Staphisagria sind hier als passende Mittel geeignet.

Da eine Steißbeinfistel (Sinus pilonidalis) aufgrund eines eingewachsenen Haares entsteht, reicht hier eine Therapie mit Schmerzmitteln nicht aus. Hier muss zunächst das eingewachsene Haar operativ entfernt werden, um die Entzündung im umliegenden Gewebe nicht noch schlimmer zu machen. Das Haar wird hier nämlich vom Gewebe als Fremdkörper wahrgenommen, dementsprechend reagiert das umliegende Gewebe mit einer schmerzhaften Entzündung. Nach der operativen Entfernung des Haares bietet sich als Therapie die dauerhafte Entfernung der Haare im Analbereich an, da eine Rückfallrate sonst mit über 20 % recht wahrscheinlich ist. Die Entfernung kann mittels Laser passieren. Eine besondere Körperhygiene ist auch nach der Operation oder der Entfernung der Haare besonders wichtig.

OP bei einer Steißbeinentzündung

Eine Steißbeinentzündung aufgrund einer Reizung oder Verletzung der Knochenehaut, wie nach einem Bruch (med: Fraktur) des Steißbeines ist nicht operativ zu behandeln.
Bei einer Steißbeinfistel, dem sogenannten Pilonidalsinus oder Sinus pilonidalis ist die Operation jedoch oft die einzige Mögichkeit die Fistel dauerhaft zu entfernen.

Mehrere Operationsverfahren können angewendet werden um der Steißbeinfistel Einhalt zu gebieten. Meist werden eine herkömmliche totale Operation, wie zum Beispiel nach Karydakis, oder die Verfahren nach Bascom, auch Pit-Picking genannt, angewendet.
Bei der herkömmlichen Operation nach Karydakis liegt der Betroffene in Vollnarkose auf dem Bauch und alle Anteile der Fistel werden operativ entfernt. Diese Art der kompletten Entfernung durch ausschneiden des betroffenen Gewebes wird in der medizinischen Fachsprache auch als Exzision (Ex=heraus, caesare= schneiden) bezeichnet.
Nur bei kleineren Fisteln kann die Operation in einer örtlichen Betäubung durchgeführt werden. Um keine Anteile des Gangsystems und der Zyste zurückzulassen wird oftmals nach dem Aufschneiden der Zyste der Farbstoff Methylenblau verwendet um alle Anteile anzufärben und im Operationsfeld darzustellen.
Um das Risiko des Wiederauftretens (=Rezidiv) zu mindern wird nicht selten das komplette Gewebe bis zum Steißbein in der Tiefe entfernt und es entsteht gar ein „Loch“ in der Gesäßfalte.

Durch die Entfernung des Gewebes ist ein einfaches Zunähen nicht möglich und zusätzlich mit einem hohen Risiko für Wundheilungsstörungen und erneutem Auftreten einer weiteren Steißbeinfistel behaftet. Deshalb wird die Wunde in diesen Fallen offen gelassen und nicht zugenäht.
Bei diesem offenen Verfahren wird die Wunde mit speziellen Verbandsmaterialien oder Wundschwämmen bedeckt und heilt aus der Tiefe heraus über mehrere Monate zu. Die Wunde wird dann durch Wundschwämme oder andere Materialien oftmals im Rahmen der sogenannten Vakuumtherapie (engl: Negative pressure wound therapy =NPWT) luftdicht abgedeckt und es wird eine kleine saugende Pumpe an das Drainagesystem (Drainagen nennt man die Schläuche, die Wundfüssigkeit nach außen ableiten) angeschlossen.

Eine andere Methode, das sogenannte Pit-Picking, die Methode nach Boscom, ist im Moment der Eingriff mit den kleinsten notwendigen Einschnitten und kann immer ambulant unter örtlicher Betäubung (Lokalanästhesie) durchgeführt werden.
Beim Pit-Picking werden auch in Bauchlage die Fistelgänge mit kleinen Schnitten herausgeschnitten sowie seitlich ein in etwa zwei cm großer Schnitt gesetzt, aus dem das Wundsekret abfließen soll. Der gesamte Eingriff des Pit-Pickings dauert nur wenige Minuten.

Hausmittel bei einer Steißbeinentzündung

Gegen eine Steißbeinentzündung helfen nur wenige Hausmittel. Am wichtigsten ist es, das Steißbein nicht unnötig zu belasten. Das bedeutet: Vermehrte Spaziergänge, bei denen die Beckenbodenmuskulatur mehr entspannen kann und das Steißbein keinem zusätzlichen Druck oder Zug ausgesetzt ist. Wichtig ist es, kein Fahrrad zu fahren da dies eine Entzündung nur fördert! Beim Sitzen hilft ein Sitzkissen oder ein Sitzring. Dieser kann je nach Bedarf aus Gummi oder Schaumstoff sein. Vielen Patienten hilft eine Wärmebehandlung, beispielsweise findet man in Apotheken sogenannte Sitzbäder. Die Wärme entspannt die Muskulatur und gönnt dem Steißbein somit eine Auszeit.

Oft wird als Hausmittel aber auch ein Kälteumschlag oder ein sogenannter Quarkwickel verwendet. Letzteres ist ein mit Quark gefülltes Tuch, das man sich nachts oder abends für einige Stunden auf das Steißbein legen kann. Dies soll helfen, die Schmerzen zu lindern und hilft dem Patienten zu entspannen. Auch Wickel mit Retterspitz® können Linderung verschaffen. Zusätzlich kann man zum Einschlafen ein Kissen verwenden, mit dem man seitlich schläft. Dadurch wird das Steißbein ebenfalls entlastet. Das wichtigste Hausmittel gegen Steißbeinentzündung lautet jedoch Ruhe!

Prognose

Sowohl bei einer Entzündung des Steißbeines durch die Knochenhautentzündung als auch durch die Entzündung des Gewebes durch den Pilonidalsinus ist mit einer langen Heilungszeit von mehreren Wochen zu rechnen. Die langfristigen Erfolgsraten unterscheiden sich je nach Operationsart von fast 50% bei der geschlossenen Operation mit dem Zunähen der Wunde bis hin zu etwa 20% Prozent beim Pit-Pickin oder nur wenigen Prozent bei der Operation nach Karydakis.

Umschläge, Sitzbäder, Wechselbäder und bei der Knochenhautentzündung Massagen können den Heilungsverlauf beschleunigen bzw. die Schmerzen während der Heilung lindern. Bei der Knochenhautentzündung ist leider nicht selten mit dem Ausbleiben völliger Schmerzfreiheit zu rechnen und auch nach Operationen eines Pilonidalsinus ist mit der Rückkehr der Entzündung zu rechnen, wenn die Ursache, die Behaarung, nicht behandelt wird.

Dauer

Bei einer Steißbeinfistel (Sinud pilonidalis) dauert es nach der operativen Entfernung des Haares noch circa 4 Wochen bis die Wunde komplett verheilt ist. Schont man sich in der Zeit, sollten danach keine weiteren Entzündungsprobleme auftreten, da der Entzündungsreiz (das Haar) ja entfernt ist.

Bei einer Entzündung der Knochenhaut durch falsche Belastung des Steißbeins sieht dies anders aus. Kommt es nach einem Sturz zu Steißbeinschmerzen mit einer leichten Entzündung, dauern diese Schmerzen meist nur wenige Tage, vorausgesetzt der Patient schont sich zwischendurch. Bei zu großer Belastung oder dauerhaftem Sitzen kann der Schmerz jedoch auch Wochen andauern. Im schlimmsten Fall entsteht ein chronischer Schmerz. Dies tritt vor allem bei Patienten auf, die die Anfangszeichen einer Entzündung ignorieren und weiterhin nichts an ihrem Lebensstil (zu langes Sitzen auf hartem Untergrund) ändern. Allgemein kann man sagen, dass die Dauer vor allem von der Schonzeit abhängig ist.

Prophylaxe

Prophylaktische Maßnahmen zur Verhinderung der Überbelastung sind am sinnvollsten. Dehnübungen können einer Überbelastung vorbeugen.
Auch die richtige Körperhaltung im Sitzen, hier sehr gerade sitzen, können das Steißbein entlasten und somit einer Überlastung vorbeugen.

Einer Entzündung nach einem Bruch oder Prellung des Steißbeines lässt sich nur durch Schonung während der Heilungszeit adäquat vorbeugen, damit eine zu frühe Belastung die Entzündung nicht zusätzlich unterstützt.

Eine Prophylaxe einer Steißbeinfistel ist ebenfalls nur bedingt möglich. Eine Ursächliche Behandlung ist nur durch eine dauerhafte Haarentfernung durch eine Laserbehandlung möglich. Einfaches Rasieren reicht zur Vorbeugung hier nicht aus. Ist die Neigung zur Steißbeinfistel gegeben so kann man durch vermehrte Körperhygiene und das Vermeiden von langem Sitzen dem Einwachsen von Haaren teilweise vorbeugen. Trotzdem lässt sich auch dann das Einwachsen in manchen Fällen nicht verhindern.

Sport bei einer Steißbeinentzündung

Sport gilt durch die Überbelastung der Muskulatur rund um das Steißbein als wichtiger Auslöser einer Entzündung der Knochenhaut des Steißbeines. Nicht selten treten die Beschwerden auch nur beim Sport als plötzliche, stärkste und stechende Schmerzen im Bereich des Steißbeines auf.

Ähnlich wie bei der starken Be- und Überlastung der Beckenbodenmuskulatur durch chronische Verstopfung kann es bei Überlastung durch Sport ebenso zur Entzündung der Knochenhaut kommen. Schonung gilt hierbei als Mittel der Wahl zur Heilung. Schonung ist hierbei jedoch nicht mit Verzicht gleichzusetzen, sondern bedeutet schonende Bewegung des Steißbeines.
Erlaubt sind schonende Sportarten wie etwa Aquafitness oder ähnliches, bei denen keine Belastungen auf das Steißbein einwirken. Als Faustregel gilt, dass jede Sportart erlaubt ist, die keine Schmerzen bereitet und der Bereich nicht weiter überansprucht wird.
Ungeeignet für die Wiedereinstieg, aber auch während der Therapiezeit, sind Sportarten, die mit einer hohen Belastung des Steißbeines einhergehen, wie zum Beispiel Fahrrad fahren oder reiten. Bei einer Steibeinfistel ist Sport auch nur im schmerzfreien und schonenden Bereich erlaubt.
Nach einer offenen Operation ist nicht einmal Sitzen für einen bestimmten Zeitraum erlaubt, Sport ist demnach zu Beginn gänzlich tabu. Erst nach Rücksprache mit dem Arzt wird dieser schonende Bewegungen nach seinem Ermessen freigeben.
Nach der Pit-Picking-Operation ist Sport in vollem machbarem Umfang schon am ersten Tag nach der Operation erlaubt. Auch Schwimmbadbesuche stellen durch die kleinsten Wunden kein Problem dar.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 21.04.2018
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