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Symptome bei einem Nagelpilz

Einleitung

Unter dem Begriff Nagelpilz (Onychomykose, Tinea unguium) versteht man eine Pilzinfektion der Finger- oder Fußnägel. Beim Nagelpilz handelt es sich um eine harmlose aber häufig vorkommende Erkrankung.

In den meisten Fällen wird ein Nagelpilz durch sogenannte Dermatophyten verursacht. Diese Pilzgattungen ernähren sich hauptsächlich von Kohlenhydraten und dem in Nägeln vorkommenden Keratin. Darüber hinaus kann diese Infektion auch durch verschiedene Hefe- oder Schimmelpilze ausgelöst werden.

Übertragen werden die verantwortlichen Pilze durch Schmier- oder Kontaktinfektion. Dabei kann die Weitergabe direkt von Mensch-zu-Mensch oder indirekt über die gemeinsame Nutzung lebloser Objekte erfolgen. Vor allem kontaminierte Oberflächen spielen bei der Übertragung von Dermatophyten eine entscheidende Rolle.
Aus diesem Grund sind vor allem jene Menschen, die sich häufig in Schwimmbädern, Saunen, Gemeinschaftsduschen oder Sportumkleideräumen aufhalten, besonders gefährdet.

Darüber hinaus steigt das Risiko an Nagelpilz zu erkranken mit dem Lebensalter (vor allem ab dem 65. Lebensjahr). In dieser Altersgruppe leidet ungefähr jeder zweite ein oder mehrmals an Nagelpilz. Grund dafür ist die Tatsache, dass sich die Beschaffenheit der Nagelsubstanz im Laufe der Jahre verändert. Nägel der Finger und Füße werden zunehmend spröder, poröser und anfälliger für Pilzinfektionen. Darüber hinaus spielt auch die sinkende Immunstärke im Alter eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Nagelpilz.
Neben den alten Menschen sind vor allem Sportler und Patienten die an Diabetes mellitus leiden häufig von Nagelpilz betroffen. Auch jene Medikamente die das Immunsystem schwächen, können zur Entstehung von Pilzinfektionen beitragen.

Symptome

Die Symptome, die bei Vorliegen eines Nagelpilzes auftreten richten sich in erster Linie nach der Art der Infektion. In der Medizin unterscheidet man zwischen fünf Formen dieser Pilzinfektion.

Im Allgemeinen lässt sich feststellen, dass bei mildem Verlauf einer jeder dieser Nagelpilz-Formen kaum oder gar keine Symptome auftreten. Aus diesem Grund kann sich der ursächliche Erreger über einen langen Zeitraum vermehren eher er als solcher erkannt wird.

Bei Patienten die unter einem Nagelpilz leiden können verschiedene Bereiche der Nagelsubstanz betroffen sein. Zu den typischen befallenen Stellen gehören

  • die Nagelwurzel
  • das Nagelbett
  • die feste Nagelsubstanz selbst.

In den meisten Fällen beginnt die Pilzinfektion am vorderen Rand des Nagels. Von dort aus breitet sie sich häufig über die gesamte Nagelplatte in Richtung Nagelwurzel aus und befällt letztendlich auch das Nagelbett.
Die klassischen Symptome sind:

  • weißliche oder gelbe Verfärbungen der Nagelplatte
  • starke Verdickung der Nagelsubstanz
  • entzündliche Prozesse im Bereich des Nagelbetts und der umliegenden Hautareale auf
  • (im weit fortgeschrittenen Stadium) Brüchigkeit der Nägel und das Absplittern ganzer Nagelschichten

Schmerzen bei einem Nagelpilz

Nagelpilz verursacht durch eine Verdickung des Nagels Schmerzen. So drückt der verdickte Nagel auf das darunter liegende, hochsensible Nagelbett.

Bei Entzündungen des Zehennagels kann der Schmerz den Patienten so stark beeinträchtigen, dass es zu Beschwerden beim Gehen kommt. Zusätzlicher Druck durch enges Schuhwerk kann die Symptomatik noch verstärken. Dies ist bei rund 50% der Nagelpilz-Patienten der Fall.

Ist allerdings nur die obere Schicht der Nagelplatte betroffen und der Nagel noch nicht verdickt, muss es nicht unbedingt zu einer Schmerzsymptomatik kommen, da der Nagel selbst nicht von Nerven durchzogen ist, und keine Schmerzempfindung befindet.

Schmerzen können nicht nur durch eine Verdickung des Nagels, sondern auch durch eine Entzündung des Nagelbettes entstehen. Da der Nagel in seiner Struktur grundlegend verändert und aufgelockert wird, können Bakterien und Viren leichter in das darunterliegende Nagelbett gelangen, und dort eine Entzündung verursachen.

Oft ist der Nagelpilz jedoch - im Gegensatz zum Hautpilz- nicht schmerzhaft und wird daher von Betroffenen fälschlicherweise nur als kosmetisches Problem betrachtet.

Ob Schmerzen auftreten oder nicht hängt von der Lokalisation und der Stärke des Befalls ab.

Geruch des Nagelpilzes

Den Nagelpilz unterteilt man je nach Schweregrad in drei Stufen.

In der dritten und schwersten Stufe beginnt eine Zersetzung des Nagels und eine braune, krümelige Substanz bildet sich. Mit diesem Prozess geht auch ein unangenehmer schimmelig-süßlicher Geruch einher. Er stammt von der Auflösung der Keratins durch den Nagelpilz.

Dieses Stadium gilt als besonders schwierig und rezidivierend, da der Pilz tief im Nagel sitzt, und auch bereits den nachwachsenden Nagel befällt. Auch eine entsprechende Behandlung ist dementsprechend kompliziert.

Daher ist spätestens jetzt zur Therapie auf jeden Fall ein Arzt heranzuziehen, da Eigentherapie in diesem Stadium keinen Erfolg mehr verspricht, und der Befall im Begriff ist, sich auszubreiten.

Juckreiz bei einem Nagelpilz

Ein starker Juckreiz kann bei fortgeschrittenem Nagelpilz-Befall besonders bei Tragen von geschlossenem Schuhwerk zwischen den Zehen auftreten. Begleitet wird er oft von kleinen Bläschen seitlich an den Zehen bzw. Fingern.

In den Anfangsstadien der Nagelpilz-Infektion ist ein Juckreiz eher untypisch.
Sollte er dennoch auftreten, helfen fungizidhaltige Cremes zum auftragen, bis hin zur systemischen Therapie mit Antimykotika.

Hausmittel wie Tigerbalsam, Essig (siehe hierfür: ), oder Alkohol lindern gegebenenfalls die Symptome, haben aber keinen belegten klinischen Nutzen.

Für weitere Informationen lesen Sie hierzu auch unsere Artikel Nagelpilz Hausmittel und Nagelpilz mit Essig behandeln

Formen von Nagelpilz

  1. Distolaterale subunguale Onychomykose macht ungefähr 90 Prozent aller Nagelpilze aus. Die Symptome dieser Form zeigen sich vor allem an den Fußnägeln. Der Pilzbefall beginnt dort in der Regel am vorderen Rand der Nagelsubstanz und breitet sich von dort ausgehend langsam in Richtung Nagelwurzel aus.
  2. Bei der proximalen subungualen Onychomykose breiten sich die ursächlichen Erreger von der Haut des Nagelwalls in die Nagelwurzel und –platte aus. Entsprechend dieser Ausbreitungsrichtung treten die typischen Symptome bei dieser Nagelpilz-Art in umgekehrter Richtung aus.
  3. Symptome der sogenannten Leukonychia trichophytica sind eher weißliche Verfärbungen der Nagelsubstanz. In der Regel tritt diese Form ausschließlich im Bereich der Fußnägel auf. In den meisten Fällen entsteht der Nagelpilz dieser Klasse auf Grundlage einer Pilzinfektion in den Zehenzwischenräumen.
  4. Erkrankt ein Patient an einer dystrophischen Onychomykose, so treten die Symptome bereits beim grade neu gebildeten Nagel auf. Sowohl der Aufbau, als auch die reguläre Funktion der Nagelsubstanz sind in diesen Fällen stark eingeschränkt. Bei schweren Verlaufsformen kommt es zu einer vollständigen Zerstörung des infizierten Nagels.
  5. Die durch einen Hefepilz der Gattung Candida verursachte Onychia et Paronychia candidosa äußert sich vor allem durch das chronische Auftreten entzündlicher Prozesse im Bereich des Nagelwalls. Darüber hinaus gehören unregelmäßige Strukturen der Nagelplatte und/oder grün-bräunliche Verfärbungen des Nagels zu den am häufigsten beobachteten Symptomen.

Anhand des Ausmaßes der Symptome kann der Nagelpilz in verschiedene Stufen eingeteilt werden. Im klinischen Alltag spricht man von Nagelpilz der frühen, der durchschnittlichen und der schweren Stufe.

Nagelpilz am Finger

Nagelpilz (Fachausdruck: Onychomykose) entsteht meist durch warmes, feuchtes Milieu, in dem sich die ihn verursachenden Fadenpilze (Trichophyton rubrum) bevorzugt ansiedeln.Seltener können auch Schimmel- oder Hefepilze Nagelpilz hervorrufen.

Die keratinhaltigen Fingernägel und Fingerzwischenräume bilden eine hervorragende Lebensgrundlage. Eine Nagelpilz-Infektion sollte stets ärztlich behandelt werden, da sie sich gerne auf weitere Nägel ausbreitet.

Risikofaktoren für einen Nagelpilz sind ganz allgemein zunehmendes Alter, da die Durchblutung der Finger abnimmt (meist bedingt durch Arteriosklerose), und das Immunsystem schwächer wird. Aber auch bei Schwimmbad - oder Fitnessstudiobesuchen lauert die Gefahr einer Infektion.

Ein Nagelpilz entsteht oft auf der Grundlage eines Hautpilzes.
Symptomatisch sind brüchige, weißlich-gelb verfärbte Fingernägel, so wie Verdickung und Entzündung des Nagelbettes. Auch eine Aufspaltung der Nagelschichten kann ein Hinweis für einen Nagelpilz sein. Zwar handelt es sich um keine lebensbedrohliche Erkrankung, doch kann der Nagelpilz durchaus Schmerzen bereiten, und zudem als Eintrittspforte für andere Erkrankungen fungieren.

Bei einer Infektion mit Hefepilzen wird auch der nachwachsende Nagel direkt befallen, da sich diese bevorzugt am Nagelwall (die Haut am Rand des Nagelbettes) ansiedeln. Einem chronischem Prozess muss mit Antimykotika (Medikamente gegen Pilzbefall) vorgebeugt werden.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Nagelpilz am Finger

Abbildung Nagelpilz


Nagel - Unguis

  1. Freier Rand (des Nagels) -
    Margo liber
  2. Deckgewebe des Nagelbetts -
    Hyponychium
  3. Nagelplatte -
    Lamina unguis
  4. Nagelfalz - Sulcus matricis
  5. "Möndchen" - Lunula
  6. Hornschicht des Nagelwalls -
    Eponychium
  7. Fingerendglied -
    Phalanx distalis
  8. Nagelwurzel - Margo occultus
    Nagelpilz -
    Onychomykose, Tinea unguium
    Nagelpilzsymptome
  9. Brüchigkeit,
    Bröckeln des Nagels
  10. Verdickung des Nagels
    (Ausbeulung)
  11. Weißliche, gelbe oder
    graubraune Flecken im Nagel
  12. Weiße oder gelbliche
    Verfärbung am Nagelrand
  13. Glanzlosigkeit des Nagels
  14. Absplitterung des Nagels

Eine Übersicht aller Abbildungen von Dr-Gumpert finden Sie unter: medizinische Abbildungen

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.03.2019
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