Schleimbeutelentzündung am Knie

Definition

Schleimbeutel sind flache, mit Flüssigkeit gefüllte, kissenartige Gewebsstrukturen, die zwischen harten (z.B. Knochen) und weichen (z.B. Muskeln) Strukturen eingelagert sind. Sie befinden sich in der Nähe von Gelenken, sprich, im Bereich erhöhter mechanischer Belastung, wie z.B. am Knie. Die auf die Gelenke wirkenden Kräfte werden durch die Schleimbeutel reduziert und gedämpft. So wird das Kniegelenk natürlich geschont. Entzündet sich dieser im Kniegelenk befindliche Schleimbeutel, spricht man von einer Schleimbeutelentzündung des Knies. Durch die Entzündung kommt es zur vermehrten Flüssigkeitseinlagerung in den Schleimbeutel, wodurch sich dieser ausdehnt. Durch die Größenzunahme kann es zur Einklemmung benachbarter Strukturen wie Muskeln oder Nerven kommen. Die Folge sind Schmerzen im Knie sowie Bewegungseinschränkungen im Knie.


Ursache

  • Mechanische Überlastung

    Die häufigste Ursache für eine Schleimbeutelentzündung im Knie ist die mechanische Überlastung. Wiederholende körperlich anhaltende Tätigkeiten mit Hauptbelastung im Bereich des Kniegelenks, (wie sie z.B. von Hochleistungssportlern oder aber auch Fliesenlegern durchgeführt werden), führen zu einer Dauerreizung und einer stetigen Druckbelastung des Knies. Es entstehen kleine Verletzungen innerhalb des Schleimbeutels, die letztendlich zur Entzündung führen.

  • Verletzungen am Knie

    Auch Unfälle und Verletzungen können Ursache einer Schleimbeutelentzündung im Knie sein. Bei einem dumpfen Schlag beispielsweise, kann sich der Schleimbeutel mit Blut füllen und dadurch eine Entzündung hervorrufen. Bei einer offenen Wunde im Bereich des Knies können Bakterien oder andere Mikroorganismen in diese gelangen, infizieren und eine Schleimbeutelentzündung des Knies hervorrufen (nach Unfällen oder Verletzungen in der Wunde verbliebene Fremdkörper, wie Splitter, können ebenfalls den Schleimbeutel entzünden).

  • Krankheiten des Bewegungsapparates und Stoffwechselerkrankungen

    Verschiedene Krankheiten können Ursache einer Schleimbeutelentzündung des Knies sein. Es besteht die Möglichkeit, dass Krankheiten des Bewegungsapparates, die mit Veränderungen der Gelenke einhergehen (z.B. Kniearthrose), durch die veränderten Gelenkstrukturen zu einer gesteigerten Belastung des Schleimbeutels im Knie führen und eine Schleimbeutelentzündung verursachen. Auch Stoffwechselerkrankungen, wie die Gicht , bei denen es zu Ablagerungen von Harnsäurekristallen innerhalb der Gelenke kommt, können ebenfalls eine Entzündung der Schleimbeutel im Knie auslösen.

  • Eine sehr seltene Ursache für eine Schleimbeutelentzündung ist Tuberkulose, die durch Bakterien hervorgerufen werden.

Symptome

Eine Schleimbeutelentzündung des Knies kann lange Zeit unbemerkt bleiben. Anfangs klagen die Betroffenen lediglich über ein leicht reibendes oder brennendes Gefühl im Knie beim Gehen. Durch die weitere Belastung des Knies nehmen die Symptome mit der Zeit zu und es kommt zu den typischen Entzündungszeichen. Das Knie schmerzt, ist gerötet, überwärmt und schwillt an. Der Schmerz ist häufig einseitig und tritt vor allem bei Belastung des Kniegelenks auf. Durch die bewegungsabhängigen Schmerzen neigen Betroffene häufig dazu, das Knie nicht mehr vollständig zu belasten und eine Schonhaltung des betroffenen Gelenks einzunehmen. In seltenen Fällen kann es zu einer Ausbreitung der Entzündung des Schleimbeutels auf das umliegende Gewebe und den Körper kommen. Dies kann zu einer Rötung des Beins und zu allgemeinen Krankheitszeichen, wie z.B. Abgeschlagenheit, Fieber und Lymphknotenschwellung führen.

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Diagnose

Eine gezielte Befragung durch den Arzt nach körperlichen Aktivitäten, dem Beruf, nach Unfällen, Verletzungen oder Vorerkrankungen, führt meist schon zur gesuchten Diagnose. Bei der körperlichen Untersuchung deuten Schwellung, Rötung, tastbare Flüssigkeitsbewegungen im Kniegelenk und Schmerzen durch Druck oder Bewegung auf eine Schleimbeutelentzündung des Knies hin. Eventuell sind die umliegenden Lymphknoten sicht- und tastbar vergrößert. Bei Verdacht auf eine gelenkverändernde Grunderkrankung (z.B. Kniearthrose) können bildgebende Verfahren, wie Ultraschall oder Röntgen des Kniegelenks, Hinweise auf krankhafte Gelenkstrukturen geben. Wird vermutet, dass eine Erkrankung des Stoffwechsels (z.B. Gicht) Ursache der Schleimbeutelentzündung des Knies ist, so wird vom Arzt eine Blutuntersuchung veranlasst.

Therapie

Eine Schleimbeutelentzündung des Knies ist gut behandelbar und heilt meist innerhalb von vier bis sechs Wochen von selbst aus. Das betroffene Knie sollte für die ersten ein bis zwei Wochen geschont und ruhig gestellt werden, um eine weitere Reizung des Schleimbeutels zu verhindern. Als unterstützende Maßnahme zur Ruhigstellung des Kniegelenks empfiehlt sich die Anlage von Schienen oder Verbänden. Das Schonen selbst sollte nicht zu lange durchgeführt werden, um einem Muskelabbau und bleibenden Bewegungseinschränkungen im Knie vorzubeugen. Hier bietet es sich an, das Knie mehrmals täglich behutsam und leicht zu bewegen.

Zur Schmerzlinderung empfiehlt sich die Verwendung von abschwellenden Maßnahmen, wie Auftragen von kühlenden Gelen oder Salben. Bei der Verwendung von Kühlakkus sollte man darauf achten, dass das kühlende Mittel nicht direkt und nicht länger als fünf Minuten am Stück auf die Haut gelegt wird. Ansonsten können hier gefährliche Erfrierungen der Haut entstehen. Die Anwendung von Wärme sollte unbedingt vermieden werden. In einem entzündeten Gebiet führt diese zur Schmerzzunahme und Entzündungsverschlimmerung.

Entzündungshemmende Schmerzmitteln, wie Ibuprofen® oder Diclofenac®, können für die Behandlung einer Schleimbeutelentzündung am Knie eingesetzt werden. Sollte sich nach vollendeter Therapie der Schleimbeutelentzündung des Knies weiterhin, die durch die Entzündung hervorgerufene Flüssigkeit im Kniegelenk befinden, so kann diese mit einem minimalen medizinischen Eingriff durch einen Arzt entfernt werden. Dabei wird das betroffene Knie mit einer Spritze punktiert und die Flüssigkeit abgelassen. Zusätzlich können durch den behandelnden Arzt entzündungshemmende oder betäubende Wirkstoffe in das Knie gespritzt werden. Anschließend erfolgt die Anlage eines Druckverbandes.

Tritt unter den oben genannten Maßnahmen keine Besserung ein, erleidet der Betroffene mehrmals jährlich eine Schleimbeutelentzündung des Knies oder ist die akute Entzündung in eine dauerhafte Entzündung übergegangen, so kann dies eine Veranlassung zur operativen Entfernung des Schleimbeutels sein. Dabei wird das Knie unter Betäubung mit einem Hautschnitt eröffnet und der Schleimbeutel im Ganzen entfernt. Der Hautschnitt wird im Anschluss mit einer Naht verschlossen. Nach der Operation sollte das Knie dann für vier bis sechs Wochen ruhig gestellt werden. In dieser Regenerationsphase bildet der Körper neues Gewebe an der Stelle, wo sich einst der entzündete Schleimbeutel befand. Dieses neue Gewebe erfüllt eine schleimbeutelähnliche Funktion. Allerdings kann eine erneute Entzündung nicht ausgeschlossen werden.

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Ist eine bakterielle Infektion die Ursache der Schleimbeutelentzündung des Knies, so kann die Einnahme eines Antibiotikums notwendig werden. Ist der Auslöser der Schleimbeutelentzündung im Knie eine andere Grunderkrankung, so richtet sich die Therapie nach der verursachenden Erkrankung.

Komplikationen

Bei einer Schleimbeutelentzündung des Knies ist es wichtig das Bein wochenlang ruhig zu stellen und zu schonen. Dadurch kann es zu einer Muskelschwäche im betroffenen Bein kommen, weshalb sie regelmäßig leichte Bewegungen durchführen sollten.
Außerdem steigt das Thromboserisiko durch die Immobilisation des Beins. Wird das Bein wenig bewegt, wie es bei Bettlägerigen häufig nach einer Operation der Fall ist, so kommt es zu einem Stillstand der Blutsäule im Bein und die Blutflussgeschwindigkeit nimmt ab. So können sich bestimmte Blutbestandteile zusammenlagern und eine gefährliche Blutgerinnselbildung, eine sogenannte Thrombose, begünstigen. Deshalb kann es von Nöten sein, eine Thromboseprophylaxe mit gerinnungshemmenden Medikamenten auf ärztliche Anordnung durchzuführen.

Allgemeine Komplikationen nach einer operativen Entfernung oder Behandlung der Schleimbeutelentzündung des Knies können Nachblutungen, Schmerzen, Wundheilungsstörungen und Narben im Operationsgebiet sein. Außerdem besteht während der Operation die Gefahr, Nerven, Bänder, Sehnen oder Muskeln im Bereich des Knies zu verletzen.

Prophylaxe

Es empfiehlt sich nach Abheilung der Schleimbeutelentzündung des Knies regelmäßig Dehn – und Kraftübungen zur Stärkung der Muskulatur durchzuführen. Das Kniegelenk wird dadurch zusätzlich geschützt und stabilisiert. Bei sich wiederholenden einseitigen Tätigkeiten während der Arbeit, des Sports oder der Freizeit, sollten zwischendurch Entlastungspausen eingelegt und gegebenenfalls das jeweils belastete Knie abgewechselt werden. Hierdurch ermöglichen Sie dem Gewebe, sich von der Belastung zu erholen. Vor allem bei sportlichen Aktivitäten sollten Sie auf gelenkschonende Laufschuhe sowie auf korrekte Durchführung der Bewegungsabläufe achten. Bei Arbeiten mit erhöhter Beanspruchung an das Kniegelenk, wie sie z.B. von Fliesenlegern durchgeführt wird, ist es ratsam das Knie gegenüber dem harten Untergrund abzupolstern. Ein Kissen als Unterlage, Knieschoner oder orthopädische Schutzbandagen können hier als Hilfsmittel in Betracht gezogen werden.

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Weitere Informationen zum Thema Schleimbeutelentzündung am Knie

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.11.2017
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