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Brustwachstum in der Schwangerschaft

Einleitung

Während der Schwangerschaft kommt es zu einer Umstellung im Körper der Frau. Unter anderem kommt es dazu, dass aufgrund der Einnistung des Embryos in die Gebärmutter (Uterus) die weiblichen Sexualhormone wie Östrogene und Gestagene (unter anderem Progesteron) ansteigen. Dies hat für den weiblichen Körper verschiedene Folgen, unter anderem kommt es dazu, dass durch die Schwangerschaft bedingt ein mitunter starkes Brustwachstum einsetzt. Dieses Brustwachstum während der Schwangerschaft ist ein natürlicher (physiologischer) Vorgang, der jedoch nur über eine gewisse Zeit anhält. Das bedeutet, dass nach der Schwangerschaft und dem Abstillen des Babys, die Brüste der Frau wieder an Größe verlieren.

Wie stark die Schwankungen der Brustgröße ist, hängt sehr von der Patientin ab und auch von ihrer Ernährung und der Anzahl der ungeborenen Babys da sich bei Zwillingen beispielsweise auch das Brustwachstum im Vergleich zu Patientinnen mit einem Baby stark verstärkt. Dass es also zu einem Brustwachstum in der Schwangerschaft kommt, ist bei jeder Patientin etwa ab dem gleichen Zeitpunkt der Schwangerschaft gleich. Wie stark die Brüste jedoch wachsen hängt individuell sehr von der Patientin ab.

Ursache

Die Ursache für das Brustwachstum in der Schwangerschaft ist immer die Hochregulation der weiblichen Hormone (Östrogen, Progesteron, Prolaktin….). Durch die Schwangerschaft und die Einnistung des Embryos in die Gebärmutter kommt es dazu, dass die weiblichen Hormone vermehrt produziert und freigesetzt werden damit der Körper der Patientin auf die Schwangerschaft vorbereitet wird. Neben den Brüsten (Mamma) der Patientin muss auch die Gebärmutter (Uterus) wachsen damit sich das ungeborene Baby hier ausbreiten kann ohne eingeengt zu werden. Des Weiteren müssen auch die Haut und das Bindegewebe der Patientin dehnbarer werden damit es durch den aufgetriebenen Babybauch nicht zu Rissen in der Haut kommt.

Der Grund, weshalb es in der Schwangerschaft zum Brustwachstum kommt, ist sehr verständlich. In der Brust (Mamma) und in der Brustwarze (Mamillen) der Patientin findet ein Umbau statt. Solange keine Schwangerschaft besteht, enthält die weibliche Brust nämlich hauptsächlich Fett, die Milchgänge sind nur sehr schwach ausgelegt und produzieren keinerlei Milch. Dies ist auch sehr sinnvoll da eine Patientin, die nicht schwanger ist, nicht ständig Milch produzieren möchte. Kommt es jedoch zu einer Schwangerschaft so verändert sich die Struktur der Brust. Die Milchgänge fangen an sich vermehrt auszubilden (proliferieren), was auf die weiblichen Sexualhormone Östrogen und Progesteron zurückzuführen ist. Das Fett, welches bei nicht schwangeren Patientinnen überwiegend in der Brust anzutreffen ist, wird immer mehr ersetzt und stattdessen finden sich vermehrt Milchdrüsengänge und Bindegewebe in der Brust.

Lesen Sie mehr zum Thema Bindegewebe der Brust

Dies führt dazu, dass in der Schwangerschaft nicht nur ein Brustwachstum herrscht, sondern es kommt außerdem dazu, dass die Brust der Patientin sich immer straffer anfühlt. Ab wann das Brustwachstum in der Schwangerschaft beginnt, ist teilweise unterschiedlich, jedoch kommt es bei den meisten Patientinnen innerhalb der ersten 12 Wochen (erster Trimenon) bereits zu einem starken Brustwachstum da in dieser Phase auch die Hormone Östrogen und Progesteron immer weiter ansteigen. Ab wann das Brustwachstum in der Schwangerschaft jedoch besonders deutlich ausgeprägt ist, ist der 2. Monat. In dieser Zeit kommt es zu einem sehr schnellen und sehr hohen Anstieg der weiblichen Sexualhormone, was dazu führt, dass zum einen die Milchgänge vermehrt ausgebildet werden und zum anderen dazu führt, dass die Brust der Patientin binnen kürzester Zeit sehr viel an Wachstum zulegt.

Lesen Sie hier mehr zu dem Thema Veränderungen der Brust in der Schwangerschaft

Wie lange das Brustwachstum anhält ist hierbei von Patientin zu Patientin unterschiedlich. Meist wächst die Brust während der gesamten Schwangerschaft leicht mit. Stillt eine Patientin danach ihr Kind, kann die Brust auch hierbei noch einmal leicht an Größe zunehmen. Im Verlaufe der ersten Monate nach der Schwangerschaft sollte es jedoch dazu kommen, dass das Brustwachstum eingestellt wird. Wie lange das Brustwachstum anhält ist jedoch im Voraus nicht zu sagen. Auch ist es nur schwer zu beurteilen, wie viel die weibliche Brust während der Schwangerschaft wachsen wird. Dies hängt jedoch unter anderem davon ab, wie viel Brust die Patientin vor der Schwangerschaft hatte. Einige Patientinnen brauchen im Verlauf der Schwangerschaft mindestens 4 verschiedene BHs da die Brüste um 4 Cups zunehmen, andere hingegen haben nur ein Brustwachstum von einem Cup.

Brustwachstum in der Schwangerschaft ist also typisch, wie viel und wie lange die Brüste jedoch wachsen, ist sehr individuell und hängt sehr von der Patientin ab. Einheitlich ist jedoch der Zeitpunkt, ab wann das Brustwachstum in der Schwangerschaft beginnt. Dieser ist um den 2. Schwangerschaftsmonat datiert, wobei einige Frauen auch schon früher von einem Brustwachstum berichten.

Diagnose

Um festzustellen, dass es während der Schwangerschaft zu einem Brustwachstum kommt, braucht es meist keine ärztliche Diagnose da die Patientin selber ein Ziehen in der Brust spürt und außerdem feststellt, dass ihre Brüste (Mammae) größer werden und sich praller anfühlen.
Leider ist es nur sehr schwer eine Diagnose dahingegen zu fällen, wie viel und wie lange das Brustwachstum in der Schwangerschaft anhält. Dennoch können sich besorgte Patientinnen mit ihrem Frauenarzt (Gynäkologen) beraten da dieser aus Erfahrung sagen kann, wie viel Brustwachstum in der Schwangerschaft der Patientin zu erwarten ist und wie lange es anhalten wird.
Ab wann das Brustwachstum in der Schwangerschaft einsetzten wird, ist hingegen einfacher festzustellen da es ab dem 2. Schwangerschaftsmonat dazu kommt, dass sich vermehrt Milchgänge ausbilden und somit das Brustwachstum immer weiter ansteigt. Dennoch ist es allgemein sehr schwer, eine Diagnose zu erhalten, dahingehend, wie viel und wie lange die Brust der Patientin wachsen wird da dies von Patientin zu Patientin individuell sehr unterschiedlich sein kann, vor allem, wenn es sich um die erste Schwangerschaft handelt.

Häufigkeitsverteilung

Brustwachstum in der Schwangerschaft ist für jede Frau absolut typisch und jede Patientin wird während der gesamten Schwangerschaft ein gewisses Wachstum der Brust feststellen. Somit sollte jede Patientin diesen Zustand so weit es ihr möglich ist akzeptieren und nicht versuchen sich gegen das Brustwachstum in der Schwangerschaft zu wehren oder dieses zu verhindern, es sei denn, es liegen medizinische Komplikationen vor.

Symptome

Das Brustwachstum in der Schwangerschaft ist meist symptomfrei und wird häufig zuerst von dem Partner der Patientin bemerkt, der die Patientin darauf hinweist, dass die Brüste praller und fester sind. Doch ab dem 2. Monat fällt auch der Patientin auf, dass es zu einem mitunter starken Brustwachstum kommt, da die BHs nun nicht mehr passen. Neben dem Brustwachstum kann es auch zu Spannungen oder zu einem leichten Ziehen in der Brust in der Schwangerschaft kommen, was jedoch nichts Ungewöhnliches ist. Vor allem bei der ersten Schwangerschaft dehnt sich die Haut (Cutis) durch das Brustwachstum sehr aus und ist manchmal nicht elastisch genug um dem Brustwachstum Stand zu halten. In diesem Falle kann es zu einem Ziehen oder einem Spannungsgefühl kommen.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Ziehen in der Brust während der Schwangerschaft

Ab dem 8. Schwangerschaftsmonat kann es hin und wieder dazu kommen, dass etwas Milch aus der Brust der Patientin austritt da in diesem Stadium der Schwangerschaft bereits eine Vormilch (Colostrum) gebildet wird. Auch die Brustwarzen (Mamillen) verändern sich. Sie werden dunkler und b und werden ebenfalls größer. Durch die Veränderungen können in der Schwangerschaft bezüglich der Brustwarzen, kann es hier jedoch auch einige Probleme geben. Neben den Symptomen des Brustwachstums und des Wachsens der Brustwarze kommt es selbstverständlich noch zu anderen typischen Symptomen der Schwangerschaft, wie beispielsweise Übelkeit, vermehrter Harndrang oder vermehrtes Hungergefühl.

Kommt es nur zu einem Brustwachstum ohne dass eine Schwangerschaft vorliegt und wächst nur eine Brust, während die andere gleichbleibend groß bleibt, so sollte dies unbedingt von einem Facharzt für Frauenheilkunde untersucht werden da es sich eventuell um eine Entzündung der Brust (Mastitits) oder einen Tumor (Mamma-Carcinom) handeln könnte.

Therapie

Eine Therapie gegen das Brustwachstum in der Schwangerschaft gibt es nicht da es sich um einen natürlichen (physiologischen) Prozess handelt, welcher durch den Anstieg der Hormone Östrogen und Progesteron gesteuert wird. Es gibt also keine Möglichkeit das Brustwachstum in der Schwangerschaft zu stoppen oder zu verhindern. Kommt es jedoch zu starken Schmerzen in der Schwangerschaft durch das Brustwachstum, kann man dieses stoppen oder verhindern indem die Patientin sich kühlende Quarkumschläge auf die Brüste legt. Medikamentöse Therapien oder gar eine chirurgische Verkleinerung der Brüste in der Schwangerschaft um das Brustwachstum zu verhindern und zu stoppen sind keinesfalls zu empfehlen.

Es besteht jedoch die Möglichkeit, dass die Patientin ihr neugeborenes Baby nach der Schwangerschaft nicht stillt, wodurch dann der Milcheinschuss nach einer gewissen Zeit ausbleibt und somit auch die Größe der Brüste schneller abnimmt als bei Patientinnen die ihre Kinder länger stillen. Dennoch ist es wichtig zu wissen, dass ein gestilltes Baby viele wichtige Nährstoffe und vor allem auch Immunfaktoren über die Muttermilch erhält. Möchte eine Patientin jedoch aufgrund des starken Brustwachstums in der Schwangerschaft ein weiteres Brustwachstum verhindern und frühzeitig stoppen, so ist das schnelle Abstillen eine Möglichkeit um dies zu gewährleisten.

Um während der Schwangerschaft das Brustwachstum zu verhindern gibt es jedoch keine adäquate Therapiemöglichkeiten da das Brustwachstum weder steuerbar noch zu verhindern ist. Es gibt auch keine gegenteilige Möglichkeit das Brustwachstum in der Schwangerschaft zu fördern. Wie viel Cups die Brüste einer schwangeren Patientin größer werden ist ganz individuell von der Patientin abhängig und es gibt keine äußere Anwendung, welche das Brustwachstum in der Schwangerschaft fördert. Die einzige Möglichkeit die besteht das Brustwachstum nach der Schwangerschaft zu fördern ist das Baby zu stillen. Hierbei kommt es durch den vermehrten Milcheinschuss dazu, dass der Busen der Frau noch ein wenig größer wird. Dies ist jedoch ein natürlicher Prozess und keiner, welcher durch die Patientin gefördert werden kann.

Somit bleibt der Patientin nur die Möglichkeit, das Brustwachstum in der Schwangerschaft zu akzeptieren. Bei einigen Patientinnen wird es ihnen schwer fallen da das Brustwachstum mitunter sehr stark ist. Dennoch ist es wichtig, auch diesen Zustand als Teil der Schwangerschaft anzuerkennen und nicht zu versuchen dagegen anzukämpfen. Eine Möglichkeit das Brustwachstum in der Schwangerschaft zu stoppen, zu verhindern oder zu fördern gibt es nämlich nicht und somit bleibt als Therapie letzten Endes nur die Akzeptanz. Nach der Schwangerschaft kann jede Patientin jedoch individuell entscheiden ob sie das Aussehen ihrer Brüste verändern möchte und diese zu verkleinern oder zu vergrößern lassen.

Prognose

Das Brustwachstum in der Schwangerschaft ist bei jeder Patientin individuell sehr unterschiedlich und deshalb ist es schwer vorauszusagen, wie stark die Brüste einer Patientin wachsen werden oder ob sie überhaupt stark wachsen werden. Auch ist es sehr schwer vorauszusagen ob die Brüste der Patientin nach der Schwangerschaft wieder die gleiche Größe erlangen werden oder ob sie kleiner oder größer werden. Dies hängt auch von verschiedenen anderen Faktoren ab, wie beispielsweise ob die Patientin ihr Baby gestillt hat oder ob sie durch die Schwangerschaft bedingt stark zugenommen oder abgenommen hat. Allgemein kommt es jedoch bei den meisten Frauen dazu, dass das Brustwachstum nach dem Stillen sich umkehrt und die Patientinnen circa ihre alte Cup-Form zurückgewinnen.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 15.11.2018
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