Folgen Sie uns auf:


Bauchnabelentzündung beim Erwachsenen

Einleitung

Bauchnabelentzündungen bei Erwachsenen sind selten.
Sie kommen vor allem bei Säuglingen durch Bakterienübertragungen während der Geburt vor. Infektionen finden vor allem in Entwicklungsländern aufgrund mangelnder Hygiene statt und tragen dort zu einem hohen Anteil zur Säuglingssterblichkeit bei. Eine Bauchnabelentzündung kann ernste Komplikationen nach sich ziehen, da Erreger über den Nabel in das Blut gelangen können, sodass es zu einer Blutvergiftung (Sepsis) kommen kann.

Ursachen für eine Bauchnabelentzündung

Im Gegensatz zum Neugeborenen tritt eine Bauchnabelentzündung beim Jugendlichen oder Erwachsenen sehr selten auf. Wenn sie auftritt, wird sie häufig durch Bauchnabelpiercings hervorgerufen. Dabei besteht vor allem in der Anfangsphase nach dem Stechen, wenn die Wunde noch nicht verheilt ist, ein Infektionsrisiko.
Um einer Bauchnabelentzündung durch das Stechen eines Piercings vorzubeugen, sollte beim Stechen auf eine ausreichende Hygiene geachtet werden, die Stelle nach dem Stechen sauber gehalten werden und anfangs mit einem Pflaster abdeckt werden.
Kommt es zu einer Entzündung muss der Piercing entfernt werden, damit es zu einer Ausheilung kommen kann.

Lesen Sie hier mehr zum Thema: Bauchnabelpiercing Entzündung

Entzündungen im Rahmen von Bauchnabelpiercings können auch im Zusammenhang mit einer bestehenden Kontaktallergie entstehen. Die allergische Reaktion kann neben Piercings auch zum Beispiel durch Gürtelschnallen oder Hosenknöpfe ausgelöst werden. Eine häufige Kontaktallergie stellt dabei die Nickelallergie dar.

Auch eine spezielle Form der Schuppenflechte (Psoriasis inversa) kann zu einer Entzündung des Bauchnabels bei Erwachsenen führen. Bei der Schuppenflechte handelt es sich um eine chronische Hauterkrankung. Typisch für die Psoriasis inversa ist, dass sie im Bereich von Hautfalten auftritt, wodurch der Bauchnabel neben der Achselhöhle und der Leiste eine bevorzugte Stelle darstellt. Die Haut am Bauchnabel ist im Fall der Psoriasis inversa gerötet und eine leichte Schulung kann auffallen. Diese muss aber nicht zwingend vorhanden sein.

Bauchnabelentzündung nach einer OP

Besonders bei Laparoskopien – also Operationen, bei denen über kleine Schnitte mit Kameras und bestimmten medizinischen Instrumenten im Bauch operiert wird – wird häufig ein kleiner Schnitt in der Nähe des Bauchnabels gemacht. Wenn dieser nach der Operation nicht gut verheilt und sich entzündet, kann sich der Bauchnabel mitentzünden. Deshalb ist es wichtig, nach einer Operation auf eine gute Wundpflege zu achten. Besonders anfällig für Entzündungen von Wunden sind Diabetiker, weil sie ein herabgesetztes Immunsystem haben.

Bauchnabelentzündung durch Pilzinfektion

Wie oben beschrieben bildet der Bauchnabel ein gutes Milieu auch für Pilze. Diese wachsen bevorzugt in warmen und feuchten Hautfalten.
Die häufigsten Pilzerreger sind die Dermatophyten (Fadenpilze). Sie verursachen eine am Rand schuppende Rötung. Daneben tritt in der Regel noch ein Juckreiz auf.

Gegen Pilzinfektionen ist eine gründliche Hygiene wichtig, sowie ein gutes Trockenhalten der betroffenen Regionen. Bei ausgeprägtem Krankheitsbild kann auch ein Antipilzmittel vom Arzt verschreiben werden, ein so genanntes Antimykotikum.

Abbildung Ursachen einer Bauchnabelentzündung

Entzündung Bauchnabel -
Omphalitis

  1. Nabelring -
    Anulus umbilicalis
  2. Mittelständige Nabelfalte -
    Plica umbilicalis mediana
  3. Rötung am Bauchnabel
  4. Schwellung und
    Überwärmung
  5. Austritt von eitrigem
    oder blutigem Sekret

    Ursachen einer
    Entzündung des Bauchnabels:

    A - Infektion
    des kleinen Nabelschnurrests
    (Zeitraum - Geburt bis vier Wochen)
    B - Bauchnabelpiercing -
    mögliche Eintrittspforten
    für Bakterien
    C - Chronische Hauterkrankungen
    wie die Psoriasis inversa
    (eine Form der Schuppenflechte)
    D - Kontaktallergien -
    z. B. Nikelallergie
    (Hosenknöpfe, Piercing)
    E - Schwangerschaft -
    Spannung der Bauchdecke durch
    Wachstum und Kindsbewegungen
    F - Nach einer Laparoskopie
    (Bauchspiegelung) -
    mögliche Absetzung von Bakterien

Eine Übersicht aller Abbildungen von Dr-Gumpert finden Sie unter: medizinische Abbildungen

Symptome einer Bauchnabelentzündung

Charakteristischerweise ist die Haut um den Nabel herum gerötet, überwärmt, sowie geschwollen und teilweise eingerissen. Neben der Rötung und Schwellung, gehört auch eine Sekretabsonderung zu den typischen Merkmalen einer Bauchnabelentzündung. Das Sekret hat einen starken unangenehmen Geruch und ist eitrig. Teilweise kann das Sekret auch blutig sein und der Bauchnabel kann sich durch die Entzündung nach außen wölben. Ein Anzeichen dafür, dass sich die Entzündung ausbreitet, sind Bläschen und kleine Einblutungen der Haut, im Bereich um den Nabel.

Lesen Sie mehr zum Thema:

stinkender Bauchnabel

Ein stinkender Bauchnabel kann seine Ursache in mangelnder Hygiene haben. Vor allem bei tiefen Bauchnabeln können sich leichter Fuseln von Kleidungsstücken, Schmutz oder Hautschuppen sammeln. Des Weiteren siedeln sich auch Bakterien dort an.

Der Bauchnabel ist besonders anfällig für Keime, da er relativ warm und feucht ist. Dadurch bildet er das perfekte Milieu für manche Bakterienarten. Aber auch für Pilze kann dies eine gute Umgebung darstellen. Diese können ebenfalls zu einem stinkenden Bauchnabel führen.

Eine Besiedlung des Bauchnabels mit Bakterien muss nicht, aber kann zu einer Bauchnabelentzündung führen. Dann treten neben dem unangenehmen Geruch noch zusätzlich Schmerzen auf.

Informieren Sie sich auch unter: Bauchnabel stinkt - Was steckt dahinter?

Schmerzen bei der Bauchnabelentzündung

Eine Entzündungsreaktion ist in der Regel von Schmerzen begleitet. Wobei die Schmerzempfindlichkeit häufig mit der Stärke der Entzündung korreliert. Besonders Berührungen und Bewegungen können schmerzhaft sein. Neben den Schmerzen treten bei einer Entzündung noch eine Rötung und Schwellung der betroffenen Stellen auf. Bei einem Pilzbefall sin die Schmerzen häufig nicht so stark ausgeprägt.

Fistel am Bauchnabel

Fisteln sind röhrenförmige Kanäle, die zwei Körperhöhlen oder eine Körperhöhle mit der Hautoberfläche verbinden. Sie treten im Rahmen von Erkrankungen auf oder werden bei Operationen künstlich hergestellt. An der Hautoberfläche ist der Eingang des Kanals zu erkennen. Besonders beim Morbus Chron, einer entzündlichen Darmerkrankung, treten Fisteln auf. Fisteln sind häufig mit Entzündungsprozessen verbunden.

Falls eine Bauchnabelentzündung kombiniert mit einer Fistel auftritt, sollte man dies in jedem Fall ärztlich untersuchen lassen. Dann sollte eine Ursachenabklärung erfolgen und die Fistel therapiert werden. Fisteln lassen sich leider nur schwer behandeln und der Heilungsprozess nimmt viel Zeit in Anspruch.

Bauchnabelentzündung beim Erwachsenen mit Eiter

Bei einem Abszess bildet sich eine Eiterhöhle. Er geht mit einer Rötung und Schwellung der betroffenen Stelle einher. Des Weiteren fühlt sich die Stelle wärmer an als die umliegende Haut. Ein Abszess am Bauchnabel ist zudem mit Schmerzen verbunden. Vor allem Berührung und Bewegungen sind schmerzhaft.
Ursächlich für Abszesse sind Bakterien. Besonders häufig ist hier der Staphylococcus aureus.

Falls man den Verdacht auf einen Abszess hat, sollte man einen Arzt aufsuchen. Denn ein Abzess sollte zur Behandlung immer eröffnet werden, damit der Eiter abfließen und das betroffene Gewebe abheilen kann. Anschließend ist eine saubere Wundpflege notwendig, um eine erneute Infektion zu verhindern. In manchen Fällen ist auch eine Antibiotikaeinnahme wichtig.

Therapie einer Bauchnabelentzündung

Meist hilft es an den entzündeten Bauchnabel viel Luft kommen zu lassen. Ziel dabei ist es, die Stelle auszutrocknen, da die verursachenden Bakterien ein feuchtes Milieu bevorzugen, was ihnen dadurch genommen wird.
Des Weiteren sollte die Stelle gut desinfiziert und mit lauwarmem Wasser oder Kamillelösungen gereinigt werden. Handelt es sich um eine hartnäckige Infektion kann eine erregerspezifische Antibiotikabehandlung nötig werden, welche gezielt gegen die auslösenden Bakterien gerichtet ist. Zusätzlich werden noch antiseptische (keimreduzierende) Salben lokal verwendet. Handelt es sich um eine ausgedehnte Bauchnabelentzündung, wird ein Antibiotikum verwendet, welches auf den gesamten Körper wirkt. In einem frühen Stadium reicht es allerdings meist aus, wenn man antibiotische und antiseptische Salben nur lokal anwendet.

Kommt es im Rahmen der Bauchnabelentzündung zu einer Abszessbildung, muss dieser auf jeden Fall operativ entfernt werden. Besteht eine Kontaktallergie muss der auslösende Stoff logischerweise vermieden werden, damit es zu einer Besserung kommen kann.

Welche Salben helfen bei einer Bauchnabelentzündung beim Erwachsenen?

Zur Behandlung von Bauchnabelentzündungen gibt es eine Vielzahl an antiseptischen, also keimreduzierenden, Salben.

  • Ein Beispiel ist Betaisadona. Betaisadona enthält antibakterielles Jod und wird häufig eingesetzt.
  • Wenn der Bauchnabel zusätzlich nässt, kann Zinksalbe eingesetzt werden. Zinksalbe entzieht der Wunde Wasser und kann zu einer Austrocknung führen. Zudem wirkt Zinksalbe antientzündlich.
  • Falls die Haut sehr trocken ist, kann Bepanthen angewendet werden.
  • In manchen Fällen wird eine Bauchnabelentzündung von Pilzen hervorgerufen. Dann muss eine spezielle Salbe eingesetzt werden, welche gegen Pilze wirkt. Diese Salben werden Antimykotika genannt.

Zinksalbe bei Bauchnabelentzündungen

Zinksalben wirken leicht desinfizierend und werden bei oberflächlichen Entzündungen der Haut eingesetzt, damit sich die Entzündung nicht weiter ausbreitet. So können sie auch zur Behandlung einer Bauchnabelentzündung angewandt werden. Des Weiteren wird sie auch für juckenden und nässenden Flächen verwendet, da sie neben der antientzündlichen auch eine austrocknende Wirkung hat. Auf offene Wunden sollte allerdings keine Zinksalbe aufgetragen werden.

Hausmittel gegen Bauchnabelentzündungen des Erwachsenen

Es gibt eine Vielzahl an Hausmittel gegen Bauchnabelentzündungen, welche selbstständig angewendet werden können. Bei ausgeprägten Entzündungen sollte deren Gebrauch jedoch mit einem Arzt abgesprochen werden.

Eine Möglichkeit zur Entzündungsbekämpfung sind Spülungen des Bauchnabels mit Salzwasser. Das Salz wirkt antientzündlich und entzieht der Haut Wasser.
Des Weiteren kann auch Kokosnussöl oder Teebaumöl auf den Bauchnabel aufgetragen werden. Die beiden Öle haben ebenfalls eine antibakterielle Wirkung. Diese Methoden können mehrmals am Tag angewendet werden.

Zur Schmerzlinderung und Beruhigung können warme Kompressen auf den Bauchnabel gelegt werden. Sie sollten zuvor gut ausgewrungen werden, damit sich kein Wasser im Bauchnabel sammelt.

Auch eine Paste aus Kurkuma und Wasser kann auf den entzündeten Bauchnabel aufgetragen werden. Nach einer Einwirkungszeit muss die Paste wieder abgewaschen werden. Kurkuma hat eine entzündungshemmende Wirkung. Des Weiteren kann es Juckreiz reduzieren. Auch entzündungshemmende Bäder mit Kamille oder Ringelblume können angewendet werden. Nach jeder Anwendung ist der Bauchnabel vorsichtig trocken zu tupfen.

Homöopathie bei Bauchnabelentzündungen

Das Aloe Vera Gel kann gegen Bauchnabelentzündungen eingesetzt werden. Dieses wird auf den Bauchnabel aufgetragen. Nach einer Viertelstunde Einwirkzeit wird das Aloe Vera Gel wieder ausgewaschen. Ein homöopathisches Mittel, welches bei Entzündungen und Abszessen eingesetzt wird, ist Hepar sulfuris.

Erfahren Sie mehr unterHomöopathie bei Hautentzündungen

Komplikationen bei einer Bauchnabelentzündung

Eine der wichtigsten Komplikationen einer Bauchnabelentzündung, ist eine Blutvergiftung (Sepsis). Anzeichen für eine Blutvergiftung können unter anderem hohes Fieber, eine erhöhte Herzfrequenz, sowie eine verstärkte Atmung sein. Neben einer Blutvergiftung kann es auch zu einer Bauchfellentzündung kommen, die sehr gefährlich ist. Desweiteren kann es sein, dass umliegendes Gewebe durch die Infektion abstirbt. Dies geschieht in einem besonderen Ausmaß, wenn es sich bei der Bauchnabelentzündung um eine sogenannte nekrotische Fasziitis handelt. Selten kann es als Komplikation auch zu einer Abszessbildung in der Leber kommen oder ein Übergreifen auf die Herzwand kommen (Endokarditis).

Unterschiede zur Bauchnabelentzündung beim Säugling / Baby

Beim Erwachsenen stellt sich eine Bauchnabelentzündung meist wesentlich harmloser dar. Typischerweise manifestiert sich eine Bauchnabelentzündung in den ersten Lebenstagen eines Neugeborenen. Bei Erwachsenen ist eine Bauchnabelentzündung eher ungewöhnlich.

Neugeborene sind im Vergleich zu Erwachsenen wesentlich anfälliger für Infektionen, da ihr Immunsystem nur sehr schwach ausgebildet ist und noch nicht mit vielen Bakterien in Berührung gekommen ist, sodass ihr Immunsystem nicht schnell genug auf die Erreger reagieren kann. Die Haut von Neugeborenen kommt erst ab der Geburt mit Bakterien in Berührung, da sie vorher von Fruchtwasser umspült werden, welches völlig frei von Bakterien ist. Aufgrund des schwächeren Immunsystems kann es bei Babys und Kindern auch eher zu Komplikationen wie einer Blutvergiftung kommen als bei Erwachsenen.

Lesen Sie mehr zum Thema unter:

Bauchnabelentzündung während der Schwangerschaft

Teilweise kann eine Bauchnabelentzündung beim Erwachsenen auch während der Schwangerschaft auftreten. In diesem Fall können Erreger durch kleine Hauteinrisse eintreten und zu einer Infektion führen. Die Hauteinrisse entstehen durch das zunehmende Wachstum des Kindes, im Rahmen dessen kommt es zu einer zunehmenden Spannung der Bauchhaut. Dieser Spannung kann die Haut irgendwann nicht mehr stand halten, sodass es zu kleinen Einrissen kommt, die meist aber so klein sind, dass man sie selbst nicht sehen kann.

Diagnose einer Bauchnabelentzündung

Bei einer Bauchnabelentzündung handelt es sich meistens um eine Blickdiagnose, da sie sich in der Regel durch ihre typische Trias aus Rötung, Schwellung und Sekretabsonderung manifestiert.
Um auf den Erreger zu schließen, nimmt der behandelnde Arzt einen Abstrich aus dem Nabel, sodass im Labor eine Bakterienkultur angelegt werden kann. Die genaue Bestimmung des Erregers ist wichtig, damit eine gezielte Therapie mit einem Antibiotikum erfolgen kann, sollte es sich um eine hartnäckige Infektion handeln.
Desweiteren wird häufig noch Blut abgenommen, um zu überprüfen, ob die Entzündungswerte angestiegen sind und ob Anzeichen für eine Blutvergiftung vorhanden sind. Besteht der Verdacht, dass sich die Entzündung ausgebreitet hat, kann eine Ultraschalluntersuchung des Bauches vorgenommen werden, um zum Beispiel einen Leberabszess auszuschließen.

Empfehlungen aus der Redaktion

Das könnte Sie auch interessieren: 

Alle bisher veröffentlichten Themen der Inneren Medizin finden Sie unter: Innere Medizin A-Z

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.03.2019
Für Sie passende Themen
Ihre Meinung ist uns wichtig

Dr-Gumpert.de ist ein Projekt, das mit viel Engagement vom Dr-Gumpert.de Team betrieben wird. Im Vergleich zu anderen Webseiten ist vielleicht nicht alles so perfekt, aber wir gehen persönlich auf alle Kritikpunkte ein und versuchen die Seite stets zu verbessern.
An dieser Stelle bedanken wie uns bei allen Unterstützern unserer Arbeit.
Wenn Ihnen diese Seite gefallen hat, unterstützen auch Sie uns und drücken Sie: