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Ausschlag beim Drei-Tage-Fieber

Allgemeines

Beim Drei-Tage-Fieber, welches synonym auch als Exanthema subitum, Roseola infantum oder älter die Sechste Krankheit bezeichnet wird, handelt es sich um eine der klassischen Kinderkrankheiten der ersten zwei Lebensjahre. Nahezu alle Kinder im dritten Lebensjahr haben die Krankheit hinter sich gebracht oder tragen zumindest den Erreger in sich. Erkennbar ist die Krankheit vor allem an dem typischen Ausschlag auf der Haut.

Ursachen

Das Drei-Tage-Fieber ist eine akute Erkrankung des Babys und wird durch einen Virus hervorgerufen, der zur Gruppe der Herpesviren gehörende HHV-6, vereinzelt HHV-7. Typisch für Herpesviren ist die Eigenschaft, dass diese nach durchgemachter Krankheit inaktiv im Köper des Gesunden verbleiben. So kommt es, dass die Übertragung auf das Baby durch gesunde Erwachsene bzw. Kinder über Speichel oder sogenannte Tröpfcheninfektionen geschieht, wie z.B. beim Niesen.

Wie entsteht ein Ausschlag?

Ein Ausschlag auf der Haut, medizinisch Exanthem, tritt bei vielen verschiedenen Krankheiten auf und kann unterschiedliche Ausmaße, Ursachen und Bedeutungen haben. Es ist als Reaktion auf äußerer oder innere Reize zu sehen, die allergisch oder entzündlich bedingt ist.
Ein Ausschlag besitzt mehrere Ausprägungen. Neben der Rötung können zusätzlich Bläschen, Pusteln, Quaddeln oder Schuppungen auftreten. Ein häufiges Symptom ist ein ausgeprägter Juckreiz. Die Ausbreitung am Körper variiert stark. Es können kleine umschriebene Hautareale betroffen sein oder aber die gesamte Körperoberfläche. Die Rötungen der Haut sind ebenfalls von der Ursache des Ausschlags abhängig. Fleckige Punkte oder flächenhafte Rötungen mit allen dazwischen liegenden Facetten sind denkbar. So lässt sich ein Ausschlag oft der ursächlichen Krankheit zuordnen.

Wie sieht der Ausschlag beim Drei-Tage-Fieber aus?

Der beim Drei-Tage-Fieber auftretende Ausschlag ist typisch und eines der wichtigsten Diagnosekriterien. Er tritt nach Abfallen des Fiebers auf. Ein typisches Merkmal des Ausschlags ist die schnelle Entstehung, sodass das Baby schon innerhalb von Stunden deutliche Veränderungen aufweist. Zunächst zeigen sich rote, kleinflächige Rötungen an Brust, Bauch und im Nacken. Diese können größer werden und teils ineinander übergehen, was fachsprachlich konfluierend genannt wird. In manchen Fällen breitet sich der Ausschlag dann weiter auf Arme und Beine aus.
Auf dem Höhepunkt des Ausschlags, der nach 2-3 Tagen wieder ebenfalls rasch verschwindet, kann fast der ganze Körper mit roten Flecken übersäht sein. Erscheinungen im Gesicht sind eher selten.
Ein Juckreiz besteht beim Drei-Tage-Fieber in der Regel nicht. An manchen Stellen kann man minimale Erhabenheiten, also mit dem Finger tastbare Vorwölbungen der Haut über dem Ausschlag spüren.

Ausschlag am Kopf

Der Hautausschlag beim Drei-Tage-Fieber ist typischerweise auf den Körperstamm sprich den Rumpf betont. Eine Ausbreitung auf den Nacken und von dort auf den Kopf ist jedoch auch möglich. Da der Ausschlag am Kopf keine typische Lokalisation bei Drei Tage Fieber ist, müssen weitere Differentialdiagnosen in Betracht gezogen werden. Da vor allem Kinder bis zum 3.Lebensjahr vom Drei Tage Fieber betroffen sind, muss der Ausschlag z.B. von einfachem Milchschorf oder anderen Kinderkrankheiten wie Masern oder Windpocken abgegrenzt werden.

Ausschlag im Gesicht

Der Ausschlag beim Drei-Tage-Fieber breitet sich meist hauptsächlich auf den Nackenbereich, Bauch und Brustbereich aus und mit zunehmender Zeit der Erkrankung auch auf die Extremitäten, also Arme und Beine, und den Rücken.
Im Gesicht ist er eher selten anzutreffen. Dennoch gibt es immer wieder Kinder, bei denen sich der Ausschlag nicht nur auf den restlichen Körper beschränkt. Wenn sich der Ausschlag im Gesicht befindet, kann man nur hoffen, dass er zumindest nicht juckt, da sonst beim Kratzen sehr leicht Narben zurückbleiben können.

Ausschlag an den Beinen

Der Ausschlag beim Drei-Tage-Fieber kann in seltenen Fällen auch auf die Arme und Beine übergreifen. Da dies keine typische Lokalisation darstellt, müssen einige darunter auch schwerwiegende andere Krankheitsbilder ausgeschlossen werden. In Frage kommen zunächst andere Kinderkrankheiten, die häufiger einen Ausschlag an den Beinen nach sich ziehen, wie z.B. Masern, Röteln, Ringelröteln oder Windpocken.

Die Streckseiten der Beine stellen auch eine typische Lokalisation einer Purpura Schönlein-Henoch dar, die kleinste Kapillareinblutungen in der Haut meint. Sie tritt meist nach einem Infekt der oberen Atemwege auf. Ein sehr ernst zunehmendes Krankheitsbild bei dem ebenfalls Purpura und punktförmige Blutungen (Petechien) auftreten können ist das Waterhouse-Friderichsen-Syndrom im Zuge einer bakteriellen Hirnhautentzündung (Meningitis).

Ausschlag mit Juckreiz

Normalerweise geht mit dem Ausschlag des Drei-Tage-Fiebers kein Juckreiz einher. Dennoch klagen immer wieder Kinder, darüber, dass der rötliche Ausschlag juckt. Außerdem ist der Ausschlag auch erhaben. Das heißt, dass man ihn spüren kann, wenn man mit der Hand oder mit dem Finger darüber streicht.

Oft fangen die kleinen Kinder dann an, sich zu kratzen und es können mitunter sogar Narben bleiben. Gegen den Juckreiz gibt es Cremes und Tinkturen, welche man auftragen kann um die Beschwerden zu mildern. In der Regel reichen hierfür pflanzliche oder homöopathische Arzneimittel aus.
Es gibt aber auch Cremes wie z.B. Eucerin® oder Schaebens Derma Forte Juckreiz-Creme®, die gegen das Jucken seht gut ankämpfen.

Man sollte aber immer einen Arzt oder Apotheker fragen, bevor man auf eigene Faust seinem Kind eine Creme verabreicht. Normalerweise ist der Ausschlag beziehungsweise der Juckreiz genauso schnell wieder verschwunden, wie er gekommen ist. Das heißt, dass man es oft nicht einmal schafft, sich entsprechende Cremes oder Tinkturen zu besorgen, da die Beschwerden schon wieder verschwunden sind.

Diagnostik

Das Drei-Tage-Fieber bei einem Baby richtig zu erkennen geschieht in erster Linie über die Klinik, das heißt, der zu beobachtende Symptomkomplex führt zur Lösung: der typische rasche Fieberanstieg, das entsprechende Alter bis 2 Jahre und vor allem der sich daran anschließende klassische Hautausschlag, der sich an den Fieberabfall anschließt.

Abzugrenzen ist ein Ausschlag beim Baby gegen Krankheiten wie Windpocken, Masern, Röteln oder allergische Geschehnisse. Häufig sind auch durch Medikamente ausgelöste Hautirritationen.
Zum Einen ist der fehlende Juckreiz ein Hinweis, der bei den meisten anderen Ausschlägen der Haut auftritt. Ebenfalls typisch für das Drei-Tage-Fieber ist der nach Absinken der Körpertemperatur auftretende Ausschlag, der sich im Gegensatz dazu z.B. bei Masern parallel zum Fieber entwickelt. Abschließend ist die zeitliche Reihenfolge des Auftretens auf verschiedenen Hautregionen von Bedeutung. Der Ausschlag beim Drei-Tage-Fieber erstreckt sich zunächst am Rumpf, um dann auf Arme und Beine (Extremitäten) überzugehen. Röteln und Masern zeigen eine umgekehrte Reihenfolge.

Es besteht außerdem auch die Möglichkeit, gegen das Virus gebildete, körpereigene Abwehrproteine, sogenannte Antikörper, im Blut zu bestimmen. Natürlich müssen andere im Verdacht stehende Krankheiten durch einen Arzt ausgeschlossen werden.

Therapie

Das Drei-Tage-Fieber durch einen Virus verursacht, sodass Antibiotika nicht wirken.
Als Therapie stehen somit in erster Linie symptomatische Maßnahmen im Vordergrund und keine die Ursache bekämpfenden.
Dazu gehören allgemein fiebersenkende Maßnahmen wie z.B. dünne Kleidung oder Wadenwickel. Auch fiebersenkende Medikamente wie z.B. Fieberzäpfchen oder Fiebersaft können zum Einsatz kommen.
In jedem Falle sollte vor der Gabe von Medikamenten ein Arzt aufgesucht werden!
Zur Zeit besteht keine Möglichkeit einer Impfung.
Es sollte darauf geachtet werden, dass andere Babys und Kleinkinder keinen Kontakt zu erkrankten Babys haben, da hier die Gefahr einer Ansteckung groß ist.

Eine auf den Ausschlag zielende Behandlung steht zur Zeit nicht zur Verfügung, hätte jedoch auch keine Auswirkungen auf den Verlauf oder die Prognose des Drei-Tage-Fiebers. Da der Ausschlag ein für den Arzt wegweisendes Kriterium zur Diagnose ist, wäre eine Behandlung auch nicht unbedingt zu empfehlen.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Therapie des Drei-Tage-Fiebers

Homöopathie

Es wird empfohlen, vor allem gegen das hohe Fieber und den Ausschlag, Aconitum napellus zu geben. Dies ist ein homöopathisches Arzneimittel, welches aus dem blauen Eisenhut gewonnen wird. Der Eisenhut ist, wenn er nicht homöopathisch bearbeitet und verdünnt wurde, sehr giftig.

Die Symptome, um dieses Mittel zu geben, sind neben großer Angst und Ruhelosigkeit auch Entzündungen, hohes Fieber, brennende und heiße Haut durch den Ausschlag und besonders viel Durst. All dies kann mit dem hohen Fieber einher gehen und wird somit ein wenig gelindert.

Aconitum napellus gehört zu den stärksten Mitteln in der Homöopathie und wird gerne dann angewendet, wenn die Symptome sehr schnell auftreten und dies mit hoher Intensität.

Ebenso wird auch die Gabe von Belladonna empfohlen. Dies ist ein homöopathisches Arzneimittel, welches aus der Tollkirsche gewonnen wird. Auch diese Pflanze ist ohne ausreichende Verdünnung sehr giftig. Belladonna gibt man ebenso vor allem bei hohem Fieber und wenn sich die Krankheit schnell entwickelt.
Ferrum phosphoricum wird ebenso empfohlen, jedoch eher dann, wenn die Krankheit langsam fortschreitet und das Fieber nicht akut so hoch ansteigt und sich das Kind nicht so extrem krank fühlt.

Wie lange besteht der Ausschlag?

Der Hautausschlag weswegen das Drei-Tage-Fieber auch als Exanthema subitum (plötzlicher Ausschlag) bezeichnet wird, tritt sehr rasch nach der Entfieberung auf. Der Ausschlag ist feinfleckig und vor allem im Nacken und über den Körperstamm verteilt lokalisiert. Die Flecken sind manchmal leicht erhaben und meist gut voneinander abzugrenzen. Der Hautausschlag beim Drei Tage Fieber ist leicht flüchtig und verschwindet meist innerhalb von drei Tagen ebenso schnell wie er aufgetreten ist. Fieber und gleichzeitig auftretender Hautausschlag ist immer auch ein Warnsignal für schwerwiegende Krankheiten, wie eine Hirnhautentzündung. Diese Konstellation bedarf einer weiteren Abklärung durch den Kinderarzt.

Prognose

Mag der beschriebene Ausschlag für viele Eltern auch gefährlich aussehen, ist er für das Baby gesundheitlich nicht beeinträchtigend. Vielmehr ist es ein Zeichen dafür, dass die Erkrankung in der abklingenden Phase und das Fieber überstanden ist.

In einer nicht seltenen Anzahl an Fällen tritt das Drei-Tage-Fieber auf, ohne das sich beim Baby das typische Hautbild entwickelt. Hier spricht man von der abortiven Form.
Neben dieser harmlosen Verlaufsform kann es zu Fieberkrämpfen, die durch den raschen Temperaturanstieg bedingt und harmlos sind, und in seltenen Fällen zu Komplikationen wie Magen-Darm-Beschwerden, Husten und Schnupfen kommen.
Einen Arzt sollte man immer zur weiteren Abklärung aufsuchen, auch weil der Kinderarzt gerne über hohes Fieber in den ersten Jahren informiert werden will.

Die Prognose für ein am Drei-Tage-Fieber erkranktes Baby ist somit sehr gut. Meist läuft die Krankheit harmlos ab und verschwindet spontan nach kurzer Zeit, sodass sich das Baby schnell wieder erholt. Oft kommt es zu abgeschwächten Verlaufsformen, die die Eltern nicht bemerken. Die Fieberkrämpfe hinterlassen ebenfalls keinen Schaden. Nur sehr selten kommt es zu Komplikationen.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Drei-Tage-Fieber beim Baby - Gefährlich?

Gesunde Erwachsene erkranken nicht am Drei-Tage-Fieber. Menschen unter aggressiver, das Immunsystem schwächender Therapie wie z.B. einer Chemotherapie hingegen kann das Virus schaden.

Wie ansteckend ist das Drei-Tage-Fieber?

Das Drei-Tage-Fieber (Exanthema subitum) ist hochansteckend. Die Viren, (HHV-6 und HHV-7) die aus der Familie der Herpes-Viren stammen, werden über Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen. Tröpfcheninfektion bedeutet, dass man die Viren durch Niesen, Husten oder auch Sprechen und Küssen auf einen anderen Menschen übertragen kann.
Man kann sich vor einer Ansteckung eigentlich kaum schützen, da es weder eine Schutzimpfung gibt, noch andere Medikamente zur Prophylaxe.

Vor allem, wenn die Kinder im Kindergarten oder in der Grundschule sind, kann man sie nicht mehr vor einer Ansteckung schützen, da Kinder alles in den Mund nehmen und sich beim Spielen sehr nahe sind. Vor allem Erwachsene haben oft Husten, wenn sie an der Erkrankung leiden und können so die Viren sehr einfach verteilen. Hat man einmal die Viren im Körper, so verbleiben sie ein Leben lang dort und man ist immer geschützt.

Das lebenslange verbleiben der Erreger im Körper hat aber auch einen Nachteil: Man kann auch Jahre später seine Mitmenschen noch anstecken. Dies ist auch der Grund, weshalb Kinder immer wieder durch ihre Mütter angesteckt werden, ohne dass Zweitere akute Krankheitssymptome haben. Es ist jedoch nicht erforderlich, auch wenn die Erkrankung leicht übertragen wird, die Kinder zu isolieren.

Dennoch gibt es bestimmte Punkte, an die man sich halten sollte. Es sollte vom Kontakt zu schwangeren Frauen Abstand genommen werden, ebenso sollte man sich oder die Kinder von Leuten fernhalten, deren Immunsystem sehr schlecht ist, beispielsweise durch eine Chemotherapie oder andere Erkrankungen. Ebenso empfiehlt es sich von sehr alten Menschen und auch Säuglingen Abstand zu halten. Da sich viele Kinder sehr krank fühlen, werden sie ohnehin in der Phase der Erkrankung zu Hause bleiben und sich dort in geschütztem Rahmen in Ruhe auskurieren können. Dies ist sehr wichtig, um den kleinen Körper nicht zu sehr zu strapazieren.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Wie ansteckend ist das Drei-Tage-Fieber?

Darf ich mein Kind mit Ausschlag baden?

Der Hautausschlag beim Drei-Tage-Fieber tritt nach Entfieberung auf. Die Kinder sind in dieser Zeit schon deutlich fitter. Prinzipiell spricht nichts dagegen das Kind oder Baby mit Hautausschlag zu baden. Da die Haut noch empfindlicher sein kann, sollten schonende Duschgels verwendet werden. Das Kind sollte auch nicht zu lange im Wasser bleiben, da dann die Gefahr der Auskühlung besteht und sich eine Erkältung dem Drei-Tage-Fieber anschließen kann.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 17.12.2018
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