Geschwollene Knöchel

Einleitung - Geschwollene Knöchel

Als geschwollene Knöchel werden Fußgelenke bezeichnet, die aufgrund einer vermehrten Flüssigkeitseinlagerunganschwellen und dicker wirken. Schwellungen an den Knöcheln werden, wenn sie nicht durch eine Verletzung oder Infektion hervorgerufen wurden, fachsprachlich als „Knöchelödeme“ bezeichnet. Sie treten als erstes Symptom verschiedener Erkrankungen auf, wovon einige harmlos sind, andere hingegen potenziell lebensgefährlich sein können und einer Therapie bedürfen. Die Behandlung ist stark von der Ursache abhängig, beinhaltet in den meisten Fällen jedoch das Tagen von Stützstrümpfen und das Hochlagern der Beine.

Symptome bei geschwollenen Knöcheln

Geschwollene Knöchel können isoliert oder zusammen mit anderen Symptomen auftreten. Im Rahmen der chronischen Venenschwäche treten im Bereich der Schwellung häufig Schmerzen oder ein Druckgefühl auf.

Im Laufe der Zeit dehnen sich die Wassereinlagerungen nach oben aus und betreffen den ganzen Unterschenkel. Besteht die Erkrankung für längere Zeit, treten Hautveränderungen auf: die Haut entwickelt bräunliche und weißliche Verfärbungen, kann verhärten und verdünnen.

Bereits bei leichten Verletzungen können sich tiefe, schlecht verheilende Wunden entwickelt. Ist eine Herzschwäche die Ursache für die Schwellungen der Knöchel, liegen häufig auch Wassereinlagerungen an anderen Stellen des Körpers vor.

Beispielsweise kann Bauchwasser Beschwerden im Magen-Darm-Bereich wie Bauchschmerzen, Übelkeit, Völlegefühl und Blähungen verursachen. Bei einer Herzschwäche in fortgeschrittenen Stadien können Luftnot, Schwächegefühl, einer Leistungsminderung, Brustschmerz und Schwindel auftreten.

Bei Störungen des Abflusses von Lymphflüssigkeit aus dem Bein ist ein geschwollener Fuß oder Knöchel zu Beginn häufig das einzige Symptom. Im Laufe der Zeit können sich Schmerzen entwickeln und sich aufgrund des dauerhaft vorherrschenden Druckes Verhärtungen im betroffenen Bereich bilden.

Treten geschwollene Knöchel kurz nach einem Infekt des Halses, des Bauches oder der Harnwege auf, ist dies ein Hinweis auf die sogenannte „reaktive Arthritis“ bzw. das „rheumatische Fieber“. Im Rahmen dieser Erkrankungen kann es zusätzlich zu hohem Fieber, Beschwerden an Herz und Hirn, Störungen am Auge sowie zu Schmerzen an anderen Gelenken kommen.

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Ursachen von geschwollenen Knöcheln

Geschwollene Knöchel ohne vorherige Verletzung können Symptom vieler Erkrankungen sein. Im Vordergrund stehen sie insbesondere bei der „chronisch venösen Insuffizienz“, die auch als „venöses Stauungssyndrom“ oder „chronische Venenschwäche“ bezeichnet wird, sowie bei einer Rechtsherzschwäche.

Bei der chronisch venösen Insuffizienzkann Blut aus den Beinen aufgrund geschädigter Venen nicht effektiv zum Herzen geleitet werden.

Dadurch versackt das Blut, seine flüssigen Bestandteile werden durch die Venenwände ins restliche Gewebe gepresst und verursachen geschwollene Knöchel.

Ist eine Rechtsherzschwäche ursächlich, kann Blut nicht mehr effektiv aus dem rechten Anteil des Herzens in die Lunge gepumpt werden. Es sammelt sich in Gefäßabschnitten vor dem rechten Herzen an und führt unter anderem zu Knöchelödemen und Wasser im Bauch.

Daneben existiert eine ganze Reihe anderer Erkrankungen, die Wassereinlagerungen an den Knöcheln verursachen können. Beispiele sind Erkrankungen der Nierenund der Leber, bei denen die Menge an Eiweiß im Blut über verschiedene Mechanismen wie einer gestörten Eiweißproduktion abnimmt.

Eine zu geringe Menge an Eiweißen im Blut führt neben anderen Symptome auch zu geschwollenen Knöcheln. Darüber hinaus kann es im Rahmen eines gestörten Lymphabflusses, bei Verletzungen an den Knöcheln, während oder nach verschiedenen Infektionen sowie nach Einnahme von Medikamenten zu geschwollenen Knöcheln kommen.

Lesen Sie hier mehr zu diesem Thema:  Die Ursachen geschwollener Knöchel.

Nach einer Chemotherapie

Eine mögliche Nebenwirkung verschiedener Medikamente, die bei einer Chemotherapie eingesetzt werden, ist die Schwellung der Knöchel. Verursacht werden solche Schwellungen beispielsweise durch die Schädigung von Blutgefäßen durch das jeweilige Medikament.

Derartige Schwellungen dauern meist nicht lange an und hinterlassen keine dauerhaften Beschwerden. Durch Kompressionstherapie mit Strümpfen, das Hochlagern der Beine und durch wassertreibende Medikamente lassen sich die Knöchelschwellungen meist schnell unter Kontrolle bringen.

Eine Chemotherapie kann je nach genutztem Medikament auch das Risiko für eine Beinvenenthrombose erhöhen. Eine solche Beinvenenthrombose äußert sich in manchen Fällen durch Knöchelödeme. Deshalb ist ratsam, eine plötzlich auftretende Schwellung nach Chemotherapie mit den behandelnden Ärzten zu besprechen.

Eine Chemotherapie wird üblicherweise bei Vorliegen einer Tumorerkrankung durchgeführt. Viele Tumore können unabhängig von der Therapie Schwellungen an den Knöcheln oder den Beinen verursachen. Ursachen können beispielsweise ein durch den Tumor entstandener Eiweißmangel oder die Zerstörung von Lymphgefäßen sein.

Auch eine Operation oder die Bestrahlung des Tumors können zu Knöchelödemen führen. Die Chemotherapie ist demnach nur dann die wahrscheinlichste Ursache, wenn sie kurz vor Auftreten der Schwellungen durchgeführt wurde.

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In der Hitze

Die Hitze kann ein wichtiger Faktor in der Entstehung von Knöchelödemen sein. Die Wassereinlagerung an den Füßen erfolgt oft aus einem Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Dazu zählen häufig eine Druckbelastung in den Venen der Beine, begünstigt durch eine Venenschwäche oder eine beginnende Herzschwäche, provoziert durch Belastung der Muskulatur, Wärme oder langes Stehen.

Die Wärme kann eine starke Entspannung der venösen Blutgefäße hervorrufen, die sich in der Folge erweitern. Dadurch sammelt sich vermehrt Blut in den venösen Gefäßen, wodurch der Rücktransport des Blutes zum Herzen gestört ist. Aufgrund der vermehrten Druckbelastung im Inneren der Venen kommt es zu einem Flüssigkeitsaustritt aus dem Gefäß in das umliegende Gewebe. Die Flüssigkeit sammelt sich dabei gemäß der Schwerkraft typischerweise zunächst an den Knöcheln des Unterschenkels. Bei vorbestehenden Neigungen zu Ödemen oder einer Herzschwäche sind starke Hitzeeinflüsse oder Saunabesuche deshalb mit Vorsicht zu genießen.

Nach der Geburt

Viele Frauen erleben während der Schwangerschaft ein Anschwellen von Knöcheln, Beinen und Händen. In der Regel ist dies normal. In den ersten Tagen nach einer Geburt können sich diese Wasseransammlungen etwas verstärken. Ursache ist die Veränderung des mütterlichen Kreislaufes, der sich auf die neue Situation ohne Kind gewöhnen muss. Auch bei Frauen, die vor dem Wochenbett nicht an geschwollenen Knöcheln oder Füßen gelitten haben, können sich in den Tagen nach der Geburt Ödeme bilden. Sie verschwinden in der Regel nach einigen Tagen folgenlos.

In einigen Fällen sind normale Knöchelschwellungen nach Geburt nur schwer von den Symptomen einer Thrombose der Beinvenen zu unterscheiden. Daher sollte eine Schwellung der Knöchel, insbesondere, wenn sie mit Schmerzen einhergeht, nur einseitig sichtbar ist oder nach einer langen Phase des Liegens auftritt, ärztlich untersucht werden.

Treten neben den Knöchelschwellungen Schwellungen an großen Teilen der Haut, Kopfschmerzen oder Augenflimmern auf, sollte aufgrund der Gefahr einer „Eklampsie“ ebenfalls ein Arzt verständigt werden.

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In den Wechseljahren

Geschwollene Knöchel während der Wechseljahre sind ein typisches und häufiges Symptom, das auf verschiedene Prozesse im Körper zurückgeführt werden kann. Zu Beginn der Wechseljahre kann es zunächst zu einem Abfall des Hormons Progesteron und einem damit entstehenden Östrogenüberschuss kommen. Östrogen bewirkt, dass der Körper vermehrt Wasser einlagert, was sich neben geschwollenen Knöcheln auch als glänzende und glatte Haut präsentieren kann. Im weiteren Verlauf nehmen mit den Wechseljahren jedoch die Östrogenspiegel ab, wodurch sich auch die Wassereinlagerungen bessern können.

Im durchschnittlichen Alter der Wechseljahre kommt es bei vielen Frauen zusätzlich zu venösen Schwächen, die ihrerseits geschwollene Knöchel hervorrufen. Auch Begleiterkrankungen des Herzens oder der Nieren werden nach der Menopause wahrscheinlicher und führen zu Beinödemen.

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Durch die Schildgröße

Die Schilddrüse produziert die lebenswichtigen Schilddrüsenhormone und besitzt damit wesentliche Einflüsse auf zahlreiche Körperprozesse. Sowohl eine Überfunktion, als auch eine Unterfunktion können mit zahlreichen Symptomen und geschwollenen Knöcheln einhergehen. Die typischen Wassereinlagerungen werden als Symptom eines gesteigerten Umsatzes während der Überfunktion der Schilddrüse aber auch bei einer Unterfunktion beschrieben.

Eine andere Ursache für geschwollene Knöchel stellt das sogenannte „Myxödem“ als typisches Symptom der Schilddrüsenunterfunktion dar. Hierbei lagern sich bestimmte Zuckermoleküle im Unterhautfettgewebe ab und rufen Schwellungen hervor. Typisch ist, dass die Schwellungen im Gegensatz zu Wassereinlagerungen nach dem Eindrücken keine Delle hinterlassen. Die Schwellungen treten anfänglich vor allem an den Augen, Händen und Füßen auf.

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Durch einen Insektenstich

Insektenstiche können ihrerseits mit deutlichen Schwellungen und erheblichen Begleitsymptomen bis hin zu einer anaphylaktischen Reaktion einhergehen. Dabei liegen oftmals keine venösen Insuffizienzen oder organischen Begleiterkrankungen vor. Durch den Insektenstich werden oftmals Gifte, Erreger oder andere Stoffe am Ort des Einstichs übertragen, die zu Entzündungen, Reizungen oder allergischen Reaktionen führen können. Die Lokalisation am Knöchel ist dabei als häufig unbedeckte und exponierte Körperstelle typisch. Die allergisch bedingte Schwellung am Knöchel kann mit einem unangenehmen Juckreiz einhergehen. Lokale antiallergische Salben oder medikamentöse Antiallergika können die Schwellung der Knöchel reduzieren.

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Durch Blutdruckmedikamente

Diverse Blutdruckmedikamente können mit einer Schwellung der Knöchel einhergehen. Oftmals bewirken die Blutdruckmedikamente direkt oder über mehrere Stoffwechselprozesse eine Entspannung der Blutgefäße, um den Blutdruck im gesamten Körper zu senken. Hierbei können sich auch die Beinvenen entspannen, wodurch sich das Blut gemäß der Schwerkraft in diesen Gefäßen sammelt und hier zu Beinödemen führen kann. In diesen Fällen ist eine Kombination der Blutdruckmedikamente mit leichten diuretischen, entwässernden Medikamenten üblich und sinnvoll.

Nach dem Wandern

Das Wandern stellt eine relativ starke über viele Stunden andauernde Belastung für die Muskulatur der Beine dar. Diese vermehrte Aktivität kann der ausschlaggebende Faktor für die Entstehung von geschwollenen Knöcheln sein. Häufig besteht bereits vorher eine Neigung zu Knöchelödemen mit einer Venenschwäche und gegebenenfalls einer Herzschwäche.

Bereits durch die vermehrte muskuläre Aktivität und die darauf folgende Durchblutungssteigerung der Beine, kann der Druck in den Venen so ansteigen, dass die Flüssigkeit in das Gewebe übertritt. Nach einer Zeit bilden sich die geschwollenen Knöchel oft von selbst zurück, wenn die Beine geschont und hochgelagert werden.

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Mit Schmerzen

Ein geschwollener, schmerzhafter Knöchel tritt häufig nach einer Verletzung wie dem Umknicken oder Anstoßen auf. Obwohl die meisten Verletzungen keine dauerhaften Schäden verursachen, sollte bei starken Schwellungen und Schmerzen ein Arzt aufgesucht werden.

Dieser sollte sicherheitshalber einen Knochenbruch und Bänderriss ausschließen. Schwillt einer oder beide Knöchel ohne vorherige Verletzung schmerzhaft an, kann eine ganze Reihe von Erkrankungen ursächlich sein.

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Jede plötzlich auftretende, stärkere Schwellung im Unterhautgewebe oder im Fußgelenk kann aufgrund des erhöhten Druckes Schmerzen verursachen kann. Eine Schwellung im Gelenk führt dabei deutlich schneller zu Schmerzen als ein Ödem in der Haut.

Beispiele für mögliche Erkrankungen sind die chronische Venenschwäche und die Herzschwäche. Wird neben den Schmerzen eine Rötung oder Überwärmung des Fußgelenkes bzw. der Haut beobachtet, muss schnellstmöglich eine Infektion ausgeschlossen werden. Bakterielle Erreger können ohne angemessene Behandlung zur Blutvergiftung oder zur Zerstörung des Gelenks führen.

Diagnose von geschwollenen Knöcheln

Zur Diagnose bei erstmals auftretenden Schwellungen an einem oder Beiden Knöcheln wird im ersten Schritt ein ausführliches Anamnesegespräch über mögliche Verletzungen, Vorerkrankungen, Begleitsymptome, die Medikamenteneinnahme und mehr durchgeführt.

Anschließend werden aufgrund der vielfältigen Ursachen häufig mehrere Untersuchungen durchgeführt. Dazu gehören die Untersuchung der Beine auf Krampfadern oder Schwellungen, die Kontrolle der Knöchel auf Verletzungen, die Ultraschalluntersuchung der Beine, die Überprüfung der Beinpulse, eine Blutdruckmessung, eine ausführliche Herz- und Lungenuntersuchung, die Untersuchung des Urins sowie verschiedene Bluttests.

Therapie von geschwollenen Knöcheln

Die Behandlung von geschwollenen Knöcheln richtet sich nach der zugrundeliegenden Erkrankung.

Ist eine venöse Schwäche der Grund für die Knöchelödeme, stehen mehrere Therapieformen zur Auswahl. Kompressionstrümpfe, Bewegung und das Hochlagern der Beine gehören dabei zu den wichtigsten Grundbausteinen. Zusätzlich können Medikamente zur Wasserausschwemmung und die Kaltwasserbehandlung nach Kneipp hilfreich sein. Salben und Cremes haben meist keinen Effekt.

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Liegen Krampfadern vor, können diese entfernt werden. In vielen Fällen kann nur eine Kombination aus verschiedenen Therapieformen und das konsequente Einhalten der Therapie zu einer zufriedenstellenden Besserung der Schwellungen führen.

Liegt eine Herzschwäche vor, muss im ersten Schritt die Ursache dafür festgestellt und behandelt werden. Häufige Auslöser sind eine Verengung der Herzkranzgefäße, ein vergangener Herzinfarktoder eine Lungenerkrankung wie COPD.

Bei der Herzschwäche müssen zusätzlich verschiedene Medikamente eingesetzt werden, um die Herzleistung effizienter zu machen, den Blutdruck zu senken und die Wasserausscheidung über die Niere zu verstärken. Beispiele sind „ACE-Hemmer“ und „Betablocker“. Sind Nieren- oder Lebererkrankungen ursächlich, hilft neben der Wasserausschwemmung durch Medikamente und der Gabe von Eiweißen meist nur die Behandlung der Grunderkrankung.

Bei Knöchelschwellungen im Rahmen von Infektionen der Atemwege oder des Harntraktes muss häufig keine spezifische Therapie zum Abschwellen der Knöchel durchgeführt werden – die Knöchelödeme verschwinden nach einiger Zeit von alleine.

Geschwollene Knöchel als Hinweis für Herzschwäche

Gesunde Menschen, bei denen Knöchelödeme unerwartet und nur kurzzeitig auftreten, leiden nur selten an einer Herzschwäche - in der Regel liegt eine andere Ursache vor.

Bei Menschen mit Vorerkrankungen wie Bluthochdruck, einem vergangenen Herzinfarkt oder der sogenannten „koronaren Herzerkrankung“, bei der Herzkranzgefäße verengt sind, können Schwellungen an den Fußgelenken hingegen erster Hinweis auf eine Herzschwäche sein.

Da die genannten Erkrankungen häufig vorliegen, ohne dass Betroffene davon wissen, wird Menschen mit gelegentlichen Brustschmerzen, Kurzatmigkeit oder Herzstolpern geraten, die Symptome ärztlich abklären zu lassen.

Knöchelschwellungen treten insbesondere bei Schäden am rechten Teil des Herzens auf. Da chronische Lungenerkrankungen zu einer Rechtsherzschwäche führen können, sollten auch Menschen mit COPD, Asthmaoder ähnlichen Krankheiten beim Auftreten von geschwollenen Knöcheln einen Arzt aufsuchen.

Bei einer Herzschwäche treten geschwollene Knöchel meist nicht isoliert auf, sondern gehen mit Symptomen wie gelegentlicher Luftnot, Herzstolpern, nächtlichem Urinieren, Herzrasen, einer allgemeinen Leistungsminderung oder einem Schwächegefühl einher. Sie dauern meist mehrere Wochen an oder treten im Laufe von Monaten immer wieder auf.

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Dauer von Knöchelschwellung

Wie lange geschwollene Knöchel dick bleiben, hängt überwiegend von der Ursache ab. Ein venöses Stauungssyndrom lässt sich meist nicht ursächlich beheben - deshalb können geschwollene Knöchel abhängig von der Behandlung und ihrer konsequenten Einhaltung das ganze Leben lang wieder auftreten.Ähnlich verhält es sich bei einer Herzschwäche.

Knöchelschwellungen nach Infektionen wie einem Atemwegs- oder Harnwegsinfekt dauern hingegen meist nur wenige Tage bis Wochen an. Schwellen die Knöchel im Rahmen einer allergischen Reaktion, verschwinden sie meist noch schneller.

Einseitige oder beidseitige Schwellung der Knöchel

Zeigen sich Ödeme und Verdickungen nur an einem Bein, steckt häufig eine Störung der Venen oder Lymphgefäße dahinter.

Bei Erkrankungen dieser 2 Systeme können neben den Knöcheln zusätzlich der Fuß, der Unterschenkel oder das ganze Bein betroffen sein. Dabei ist nicht wichtig, ob das rechte oder linke Bein geschwollen ist - beide Seiten sind gleichermaßen betroffen.

Eine typische Erkrankung der Venen ist bei lange bestehenden Schwellungen die chronische Venenschwäche, während plötzlich auftretende Schwellungen wahrscheinlicher durch eine Beinvenenthrombose verursacht werden.

Darüber hinaus können Krampfadern Ursache für Knöchelödeme sein. Störungen der Lymphgefäße gehen meist Erkrankungen wie Tumore, Verletzungen, Infektionen der Beine, Operationen oder eine Bestrahlung voraus. Betrifft eine solche Erkrankung nur das linke oder rechte Bein, tritt die Schwellung meist nur auf der jeweiligen Seite auf.

Schwellungen an den Knöcheln, die sich wie normales Fettgewebe anfühlen, können angeboren und durch eine gestörte Fettverteilung verursacht sein. Insbesondere bei Frauen treten solche als „Lipödem“ bezeichneten Fettverteilungsmuster auf. Sie haben in der Regel keinen negativen Einfluss auf die Gesundheit.

Ist neben der Schwellung eine Rötung am Knöchel sichtbar, ist dringend eine Infektion der Haut und des Unterhautgewebes auszuschließen. Ein solcher Hautinfekt - fachsprachlich als Erysipel bezeichnet - kann sich schnell ausbreiten und unbehandelt zur Blutvergiftung führen.

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Geschwollene Knöchel und geschwollenen Händen/ Fingern

Die gleichzeitige Schwellung von Knöcheln und Gelenken der Hände kann bei verschiedenen Erkrankungen auftreten.

Beispielsweise tritt eine derartige Symptomatik gelegentlich im Rahmen einer allergischen Reaktion oder bei der sogenannten „reaktiven Arthritis“ auf. Letztere entsteht aufgrund einer überschießenden Immunantwort des eigenen Körpers auf einen Infekt des Magen-Darm-Traktes bzw. der Harnwege und dauert in der Regel nur wenige Tage bis Wochen an.

Ähnlich verhält es sich beim „rheumatischen Fieber“: ein Infekt durch Streptokokken kann die Schwellung verschiedener Gelenke wie beispielsweise den Hand-, Finger- und Fußgelenken, sowie Fieber und Störungen des Herzens verursachen.

Zu den am häufigsten auftretenden Erkrankungen bei älteren Menschen mit lange andauernden Schwellungen der Knöchel und Finger gehört die rheumatoide Arthritis. Sie entsteht hauptsächlich durch eine Überreaktion des Immunsystems in höherem Alter. Betroffene leiden an Schwellungen und Schmerzen mehrerer Gelenke, wobei hauptsächlich die Hände und Finger betroffen sind, jedoch auch Fußknöchel, das Knie oder die Halswirbelsäule schmerzhaft anschwellen können.

Da alle genannten Erkrankungen ernsthafte Folgen nach sich ziehen können, sollten länger bestehenden Schwellungen an Fingern, Händen und Knöcheln bei einem Arzt abgeklärt werden.

Weiterführende Informationen

Hier finden Sie weitere Informationen zu den Themen:

Autor: Dr. Nicolas Gumpert
Veröffentlicht: 28.03.2017 - Letzte Änderung: 11.08.2021
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