Haldol®

Allgemeines

Haldol® ist ein Arzneimittel zur Einnahme bei bestimmten geistig-seelischen Erkrankungen und gehört zur Medikamentengruppe der Neuroleptika.

Folgende Anwendungsgebiete hat Haldol®:

  • seelische Erkrankungen mit den Symptomen Wahn, Sinnestäuschungen, Denkstörungen und Ich-Störungen (akute und chronische schizophrene Syndrome)
  • psychische Erkrankungen aufgrund eines organischen Leidens (organisch bedingte Psychosen)
  • Zustände krankhaft gehobener Stimmung und Antrieb (akute manische Syndrome)
  • akute seelisch-körperliche (psychomotorische) Erregungszustände

Abgesehen von den oben genannten ursprünglichen Anwendungsgebieten ist Haldol® auch zur Behandlung von krankhaften Muskelzuckungen (Tic-Erkrankungen, z.B. Gilles-de-la-Tourette-Syndrom) und Erbrechen indiziert, wenn alle sonstigen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft worden sind.


Gegenanzeigen

Nicht angewandt werden darf Haldol®, wenn

  • eine Überempfindlichkeit/Allergie gegen Haloperidol oder Butyrophenone, sowie andere Inhaltsstoffe des Medikaments Haldol® bestehen.
  • wenn die Parkinson-Krankheit vorliegt.
  • wenn nach Anwendung von Haloperidol in der Vergangenheit bereits ein malignes Neuroleptika-Syndrom auftrat.
  • bei Kindern unter 3 Jahren.

Nebenwirkungen

Mögliche Nebenwirkungen, die unter Einnahme von Haldol® auftreten können, sind:

  • Verminderung der weißen Blutkörperchen, Fehlen bestimmter weißer Blutkörperchen, Verminderung aller Blutzellen, Verminderung der Blutplättchen, Verminderung bestimmter weißer Blutkörperchen, Erhöhung bestimmter Blutkörperchen
  • Hypersensibilität, Überempfindlichkeitsreaktionen
  • erhöhter Blutspiegel des antidiuretischen Hormons, erhöhter Prolaktin-Blutspiegel
  • erniedrigter Blutzuckerspiegel
  • Unruhe, Schlaflosigkeit, psychotische Störung, Depression, Verwirrtheit, vermindertes sexuelles Empfinden, Verlust des sexuellen Empfindens, Ruhelosigkeit
  • Störungen des Bewegungsablaufs (Krämpfe, Zuckungen), Zittern, erhöhter Muskeltonus, Störung des Muskeltonus, Schläfrigkeit, verlangsamte Bewegungen, Schwindel, übermäßiger Bewegungsdrang, Bewegungsstörung, Bewegungsarmut, Spätdykinesie, Kopfschmerz, motorische Dysfunktion, unfreiwillige Muskelkontraktionen, malignes neuroleptisches Syndrom, Augenzittern, Parkinson-ähnliche Störungen, Sedierung
  • Sehstörungen, Blockkrämpfe, verschwommenes Sehen
  • Herzrhythmusstörungen, Herzrasen
  • Blutdruckabfall, Blutgerinnsel in den Venen
  • Atemnot, Bronchialkrampf, Stimmritzenkrampf, Flüssigkeitsansammlung am Kehlkopf
  • Verstopfung, Mundtrockenheit, vermehrter Speichelfluss, Erbrechen, Übelkeit, Durchfall, Appetitverlust, Sodbrennen, Störungen im Verdauungstrakt, lebensbedrohliche Darmlähmung
  • anormaler Leberfunktionstest, Leberentzündung, Gelbsucht, akutes Leberversagen, Abflussstörung der Gallenflüssigkeit
  • Hautausschlag, Lichtempfindlichkeitsreaktion, Nesselsucht, Juckreiz, vermehrtes Schwitzen, allergische Hautreaktion, bestimmte Gefäßentzündung, Hautentzündung mit Abschälen der oberen Hautschicht
  • Zerfall der Skelettmuskelzellen, Kieferklemme, Schiefhals, Muskelsteifheit, Muskelkrämpfe, Muskelzuckungen
  • Harnverhalt
  • Erektionsstörung, übermäßig langanhaltende Erektion, Brustvergrößerung beim Mann, Störung oder Ausbleiben der Regelblutung, Brustbeschwerden, Brustschmerzen, Absonderung von Milch aus der Brust, sexuelle Störung, Menstruationsbeschwerden
  • Flüssigkeitsansammlung, erhöhte/erniedrigte Körpertemperatur, Gangunsicherheit
  • Gewichtszunahme/Gewichtsabnahme
  • Sehstörungen, verstopfte Nase, Erhöhung des Augeninnendrucks, Störungen beim Wasserlassen
  • Haarausfall, Störung des Atemrhythmus, Lungenentzündung, Veränderung von Hornhaut und Linsen der Augen

Besonderheiten bei Kindern und Jugendlichen

Kinder entwickeln bereits bei niedriger Dosierung von Haldol® Störungen im Bewegungsablauf, weshalb bei Kindern bis 12 Jahren während der Behandlung äußerste Vorsicht geboten ist. Langzeitstudien hierzu fehlen derzeit, weshalb die Indikation äußerst sorgfältig gestellt werden sollte, ehe ein Kind mit Haldol® behandelt wird.

Schwangerschaft und Stillzeit

Es sollte nach Möglichkeit verhindert werden, unter der Behandlung von Haldol® schwanger zu werden und somit sorgfältig verhütet werden. Vor Behandlungsbeginn wird zur Ausschluss einer Schwangerschaft zudem ein Schwangerschaftstest angeraten.

In tierexperimentellen Studien ergaben sich fruchtschädigende Wirkungen von Haloperidol (Haldol®), bei Menschen liegen derzeit keine ausreichenden Daten hierzu vor. Haldol® geht während der Stillzeit in die Muttermilch über, weshalb während der Behandlung mit Haldol® nicht gestillt werden sollte.

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen zum Thema finden Sie hier:

Alle Themen zu den verschiedenen Medikamenten unter Medikamente A-Z.

Haftungsausschluss/ Disclaimer

Wir weisen darauf hin, dass Medikamente niemals eigenständig, ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt abgesetzt, angesetzt oder verändert werden dürfen.
Bitte beachten Sie, dass wir in unseren Texten keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit erheben können. Durch aktuelle Entwicklungen können die Angaben ggf. veraltet sein.

Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 30.12.2016
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