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Mütterliche Probleme in der Stillzeit

Synonyme im weiteren Sinne

Schmerzen der Brüste, kleine Brüste, Beschwerden mit den Brustwarzen, Brustentzündung, Allergien in der Familie

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Kleine Brustwarzen und Schlupfwarzen

Grundsätzlich kann sich jedes Kind auf die Brustwarze der Mutter einstellen - auch wenn manchmal etwas Geduld nötig ist. Das Kind saugt auch den umgebenden Warzenvorhof mit an, so dass die Brustwarze allein gar nicht entscheidend ist (Siehe auch weibliche Brust).
Bei einwärts gestülpten Brustwarzen (Schlupfwarzen) kann mit kleinen Tricks, wie der Anwendung von Unterdruck-Handpumpen vor dem Anlegen des Kindes, die Brustwarze vorgestülpt werden. Auch das Tragen von gewölbten Kunststoffschalen als Brustwarzenformer ist als Vorbereitung auf das Stillen schon in der Schwangerschaft möglich. Grundsätzlich sollte jede Frau ausprobieren, was für sie angenehm ist und ihren individuellen Bedürfnissen entspricht.

Lesen Sie für weitere Probleme im Bezug auf die Schwangerschaft auch unser Thema Schwangerschaft Brustwarzen.

Kleine Brüste

Das Muttermilch-produzierende Drüsengewebe (Siehe Muttermilch) ist in der Regel in jeder Brust gleichermaßen ausgeprägt - die Größenunterschiede entstehen lediglich durch den jeweiligen Fettanteil der Brust. Die Milchmenge ist also von der Brustgröße unabhängig, so dass auch Frauen mit kleinen Brüsten viel Milch haben können.

Schmerzende Brüste

Wenige Tage nach der Geburt kommt es zu einer Umstellung der Milchbildung - dem sogenannten Milcheinschuss. Dabei schwellen die Brüste durch die Mehrproduktion an Milch oft an, werden heiß oder schmerzen. Dabei gibt es ein paar Tricks, die Entlastung verschaffen:
Man sollte das Kind so oft wie möglich anlegen, um den Druck zu erleichtern. Vor dem Stillen helfen oft warme Umschläge, den anschließenden Milchfluss zu unterstützen.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema: Milchstau
Weiterführende Informationen zum Thema finden Sie hier: Milchstau - was können Sie tun?

Kühlende Umschläge hingegen tun nach dem Stillen gut. Hier wirken Quark und Kohl oft Wunder. Mehrmals täglich nach dem Stillen angewendet wirken sie abschwellend, schmerzlindernd und dämmen eventuelle Entzündungen ein. Dafür eignen sich Baumwolltücher, auf die der Quark aufgetragen wird und die anschließend etwa 25 Minuten auf der Brust belassen werden sollten. Für die Kohlumschläge sollten biologisch angebaute Kohlblätter zunächst mit einem Nudelholz oder ähnlichem platt gedrückt werden und anschließend, mit einem Tuch umwickelt, ebenfalls etwa 25 Minuten auf der Brust bleiben. Beachtet werden sollte bei allen Umschlägen, dass die Brustwarze und der umgebende Hof ausgelassen werden.

 

Liegt den Schmerzen eine Überproduktion an Milch zu Grunde, sollte das Kind nur an einer Brust pro Mahlzeit trinken, die andere wird anschließend manuell entleert. Dadurch wird die Milchproduktion gedrosselt. Zum Entleeren sollte keine Handpumpe verwendet werden - sie würde die Milchproduktion noch zusätzlich stimulieren. Durch den Genuss von einigen Tassen Pfefferminz- oder Salbeitee kann die Milchmenge ebenfalls reduziert werden.

Sind die Brüste sehr hart, schmerzempfindlich sowie gerötet und heiß, kann ein Milchstau die Ursache sein. Dabei treten meist Allgemeinsymptome wie Abgeschlagenheit und Fieber hinzu. Zur Behebung des Problems sollte viel Ruhe einkehren und mindestens alle 2 Stunden gestillt werden. Vor dem Stillen kann die betroffene Brust gewärmt und anschließend als erstes angelegt werden. Der kindliche Unterkiefer sollte dabei in Richtung der Stauung zeigen. Kühlende Umschläge nach dem Stillen wirken schmerzlindernd.

Bleiben die Stauungssymptome länger als zwei Tage und steigt das Fieber noch weiter an, so liegt meist eine bakterielle Brustentzündung vor. Hierbei sollte strikte Bettruhe eingehalten, aber nicht abgestillt werden! Die Behandlung gleicht der des Milchstaus (häufiges Stillen!), allerdings sollte die Wärmeanwendung nicht übertrieben werden, da sich die Entzündung sonst verschlimmern kann. Geachtet werden sollte auf eine gute Brustentleerung - gegebenenfalls muss nachgeholfen werden. Sollte nach ein bis zwei Tagen keine Besserung eingetreten sein, müssen eine Antibiotikatherapie oder alternative Heilmethoden zum Einsatz kommen.

Im ungünstigsten Fall kann aus einer Brustentzündung ein Abszess entstehen. Dabei hat sich Eiter angesammelt und abgekapselt. Therapeutisch wird der Abszess operativ eröffnet und für einige Tage eine Drainage belassen. Stillen stellt, solang das Abszess ausreichend weit von der Brustwarze entfernt war, anschließend kein Problem dar. Die andere Brust kann in jedem Fall weiter gegeben werden. Nach etwa fünf Wochen sollte die Wunde verheilt sein.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie hier: Brustdrüsenentzündung in der Stillzeit

Probleme mit den Brustwarzen

Da die Brustwarzen währen der Stillzeit einer ständigen Belastung ausgesetzt sind, kann es hier leicht zu Komplikationen kommen.

Für wunde Brustwarzen kommen zahlreiche Ursachen in Frage, wie falsche Stillhaltung oder -position, Beckenbodenübungen während des Stillens (Verkrampfung), unsachgemäßes Abpumpen, Auftragen von ungeeigneten Pflegeprodukten, feuchtes Milieu durch nasse Stilleinlagen sowie fehlerhaftes Saugen des Kindes.
Es ist sehr wichtig, auf richtiges Anlegen zu achten (siehe Stillen). Oft hilft es, bereits vor dem Anlegen den Milchspendereflex aus zu lösen, damit das andernfalls besonders schmerzhafte Ansaugen erleichtert wird.
Desweiteren sollte darauf geachtet werden, dass das Kind während des Stillvorganges nicht nach unten rutscht, da es sonst die Brustwarzen mit zieht. Häufiges und dafür kurzes Stillen mit einem ständigen Wechsel der Stillpositionen ist angeraten.
Milch- und Speichelreste können guten Gewissens auf den Brustwarzen belassen werden - sie haben eine wundheilende Wirkung (wie auch reine Lanolinsalbe oder Wollfett).
Bei Stilleinlagen sollte darauf geachtet werden, dass sie aus Wolle und/oder Seide bestehen, da diese im Gegensatz zu reinem Zellstoff wundheilungsfördernd wirken und ein feuchtes Milieu verhindern.
Auch das Tragen von Aufsatzhütchen aus Zinnlegierung (Cappellinos) hat sich bewährt, da die Brustwarzen so in ständigem Kontakt mit der heilsamen Muttermilch sind. Sollte der Stillvorgang trotzdem zu schmerzhaft sein, kann überbrückend manuell oder per Pumpe Milch entleert und auch ein geeignetes Schmerzmittel (Schmerzmittel in der Stillzeit) eingesetzt werden.

Auf die Anwendung von Stillhütchen sollte verzichtet werden, da sie die Entzündung noch verschlimmern können und durch den mangelnden Hautkontakt sowohl Milchbildung als auch Milchfluss negativ beeinflussen können.

Bekommt das Kind Zähne, sollte darauf geachtet werden, dass es nicht auf den Brustwarzen kaut. Ist der Hunger gestillt, sollte es rasch von der Brust genommen werden.

Sollten sie feststellen, dass ihr Kind seine Zunge nicht über den Unterkiefer hinaus schieben kann, handelt es sich wahrscheinlich um ein zu kurzes Zungenbändchen. In Folge kann das Kind nicht richtig saugen und verletzt so die Brustwarzen. Mit einem kleinen Eingriff kann dieses Problem behoben werden.

Haben sie Schmerzen, obwohl sie das Gefühl haben, dass der Stillvorgang im Grunde korrekt abläuft, kann eine Pilzinfektion (Soor) die Ursache für die Beschwerden sein. Dabei ist die Haut meist gerötet, glänzt und juckt oder brennt. Für eine definitive Diagnose sollte ein Abstrich genommen werden. Liegt tatsächlich eine Pilzinfektion vor, sollte mit einem lokalen Antimykotikum (Pilzcreme) (auch der kindliche Mund!) behandelt werden. Im Weiteren ist besondere Hygiene geboten: Nach jedem Kontakt mit den Brüsten müssen die Hände gewaschen werden und es ist auf ein trockenes Milieu im Brustbereich zu achten! Dinge, die im Kontakt mit dem kindlichen Mund waren, sollten einmal täglich gründlich abgekocht werden. Ursache können hier eine Antibiotikatherapie oder eine Windelpilzinfektion sein.

Lesen Sie mehr zum Thema:  Eiter aus der Brustwarze

Ist auf der Brustwarze ein Bläschen sichtbar, steckt meist ein Pfropf im Milchgang dahinter. Das Stillen ist dann oft sehr schmerzhaft. Zum Lösen sollte kurz vor dem Stillen ein feuchtwarmes Tuch auf die Brust gelegt werden. Verschwindet das Bläschen nach kurzer Zeit nicht von selbst, sollte es mit einem sterilen Gegenstand eröffnet werden. Anschließend sollte die Brust manuell entleert und diese Milch verworfen werden.

Allergien in der Familie

Gerade bei Allergie-gefährdeten Säuglingen ist es wichtig, sechs Monate lang ausschließlich zu stillen! Es ist nachgewiesen, dass Ausprägung und Auftreten einer Allergie (z.B. Asthma) dadurch deutlich reduziert werden können. Sollte Stillen nicht möglich sein, so ist die Fütterung mit hypoallergener Säuglingsmilch (H.-A.-Nahrung) angeraten.

Homöopathie bei Beschwerden beim Stillen

Wie viele Beschwerden können auch die Probleme beim Stillen homöopathisch behandelt werden. Hierzu haben wir folgende Themen verfasst:

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 15.11.2018
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