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Niedriger Blutdruck und niedriger Puls - Das sind die Ursachen

Einleitung

Die Frequenz, mit der sich das Herz zusammenzieht, wird als Puls bezeichnet. Sie ist abhängig von der momentanen körperlichen Aktivität, dem Trainingszustand und anderen Faktoren. Für gewöhnlich wird der sogenannte Ruhepuls bestimmt. Dies ist der Puls in absoluter körperlicher Ruhe, beispielsweise vor dem Aufstehen im Bett. Erwachsene haben einen durchschnittlichen Ruhepuls von 70 Schlägen pro Minute.

Der Blutdruck beschreibt den in den Gefäßen vorherrschenden Druck. Meist ist hiermit der arterielle Blutdruck auf Herzhöhe gemeint. Er ist für das Strömen des Blutes verantwortlich. Der Blutdruck ist nicht statisch, sondern steigt mit jedem Herzschlag kurz an, um danach wieder abzufallen.

Ursachen

  • Bevor man sich über die genauen Ursachen eines zu niedrigen Blutdruckes oder Pulses Gedanken macht, sollte man Messfehler ausschließen. Ärzte besitzen für gewöhnlich geeichte Messgeräte, welche korrekte Werte messen. Außerdem kennen sie die typischen Fehler beim Blutdruckmessen und können diese ausschließen.
  • Sowohl Blutdruck als auch Puls hängen direkt mit der Arbeit des Herzens, der Niere und den Gefäßen zusammen. All diese Systeme werden durch eine Reihe an Hormonen und Regelkreisen genau gesteuert. Einfluss auf die Steuerung von Blutdruck und Puls haben Veranlagung, körperliche Aktivität und hormonelle Veränderungen. Meistens lässt sich nicht genau feststellen, weshalb Blutdruck und Puls durch diese körpereigenen Regulationssysteme zu stark gesenkt werden. Dies wird als essentielle oder primäre Hypotonie bezeichnet. Hierbei liegt keine Erkrankung als Ursache vor, häufig findet sie sich bei jungen und schlanken Menschen, besonders bei Frauen. Hiervon unterscheidet man die sekundäre Hypotonie. Sie ist die direkte Folge einer Erkrankung oder eines Wirkstoffes.
  • Möglicherweise ist das Herz durch Alterungsprozesse oder andere Schäden nicht mehr in der Lage, ausreichend Blut durch den Kreislauf zu pumpen. Dies wird als Herzinsuffizienz bezeichnet.
  • Häufig kommt es zu einem niedrigen Blutdruck oder Puls auch bei Unterfunktionen oder Erkrankungen von unterschiedlichen Hormonsystemen. Dazu zählt die Nebennierenrinde, die Hirnanhangsdrüse oder auch die Schilddrüse.
  • Außerdem kann eine Hypotonie, also ein niedriger Blutdruck bei einem Salz- oder Flüssigkeitsmangel auftreten.
  • Viele Medikamente beeinflussen Puls und Blutdruck. Hier lohnt sich ein Blick in den Beipackzettel.

Lesen Sie mehr zum Thema: Niedriger Blutdruck und Übelkeit - Das können Sie tun!

Die Schilddrüse als Ursache

Die Schilddrüse reguliert über ihre Hormone die Stoffwechselaktivität des Körpers. Neben dieser wichtigen Funktion haben ihre Hormone allerdings auch weitere Wirkungen. So steigern Schilddrüsenhormone am Herzen die Wirkung von Adrenalin und Noradrenalin. Diese beschleunigen den Puls und verstärken die Herzkontraktion. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion fehlt diese Sensibilisierung, wodurch die Wirkung von Adrenalin und Noradrenalin abgeschwächt wird. Folge ist ein niedriger Blutdruck, sowie ein langsamer Puls. Außerdem haben Schilddrüsenhormone auch direkte Wirkungen auf das Herz und Gefäßsystem. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion können diese ebenfalls abgeschwächt sein. Auch dies kann den Blutdruck senken und den Puls verlangsamen.
 

Weitere Informationen hierzu finden Sie unter: 

begleitende Symptome

Fast jeder hat schon einmal Symptome eines niedrigen Blutdruckes oder Pulses erlebt. Typisch sind die klassischen „Kreislaufprobleme“ nach zu raschem Aufstehen wie Schwindel oder das Gefühl, dass einem Schwarz vor Augen wird. Sie entstehen, wenn durch das Aufstehen Blut im Körper absinkt und so die Versorgung des Gehirns erschwert wird. Dies ist prinzipiell ungefährlich und kann auch bei gesunden Personen auftreten. Vor allem bei einem zu niedrigen Blutdruck können sie allerdings deutlich stärker ausgeprägt sein und sogar zur Ohnmacht führen. Da eine Ohnmacht meist zu einem unkontrollierten Sturz führt, ist hier Vorsicht geboten. Tritt dies häufiger auf, sollte man eine Behandlung in Erwägung ziehen.

In Folge der Minderversorgung kann es auch zu Kopfschmerzen kommen. Zudem klagen betroffene Personen häufig über starke Müdigkeit, Konzentrationsprobleme oder Leistungsabfälle. Häufig treten diese in Zusammenhang mit klimatischen Veränderungen auf. Bekannt ist beispielsweise die sogenannte Frühjahrsmüdigkeit. Vermutlich entsteht sie, wenn sich die Gefäße aufgrund der höheren Temperatur weiten. Durch den erhöhten Gefäßdurchmesser kommt es zu einem Absinken des Blutdruckes.

Lesen Sie auch den Artikel zum Thema: Niedriger Blutdruck und Kopfschmerzen und Niedriger Blutdruck und Schwindel

 

Herzstolpern bei niedrigem Puls und Blutdruck

So lange man sich nicht auf ihn konzentriert, wird der Herzschlag nicht bewusst wahrgenommen. Selten setzt das Herz allerdings einen Schlag aus oder schlägt zweimal kurz hintereinander. Dies wird für gewöhnlich als Herzstolpern bemerkt. Fast jeder Mensch erlebt dies im Laufe seines Lebens einmal. Tritt ein Herzstolpern einmal oder nur selten auf, so ist dies für gewöhnlich ungefährlich. Ein Arzt sollte aufgesucht werden, wenn es zu Veränderungen kommt, das Herzstolpern häufiger wird, mit Symptomen wie Schwindel einhergeht oder vor allem bei Belastung auftritt.

Lesen Sie dazu: Schwindel und Kreislauf

Atemnot

Ein zu niedriger Blutdruck oder Puls kann zu Atemnot führen. Ursache hierfür ist, dass das Herz nicht mehr ausreichend Blut durch den Kreislauf pumpt, um alle Organe ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen. Normalerweise reagiert der Körper auf einen Sauerstoffmangel indem die Atemfrequenz erhöht wird.

Außerdem sollte das Herz durch verschiedene Hormone angeregt werden, wodurch der Puls ansteigt. Die Gefäße ziehen sich zusammen und der Blutdruck steigt ebenfalls wieder an. Bessert sich die Atemnot hierdurch nicht innerhalb kurzer Zeit, sollte möglichst ein Arzt aufgesucht werden. Länger anhaltende oder starke Atemnot bei niedrigem Blutdruck kann das Symptom einer gefährlichen Krankheit wie der Lungenembolie oder der Herzinsuffizienz sein.

Lesen Sie hierzu: 

Diagnose

Die Messung des Pulses ist relativ einfach. Man tastet den Puls an einer Arterie, meist unterhalb des Daumenballens am Handgelenk. Durch zählen der Schläge innerhalb eines Zeitraumes lässt sich die Anzahl der Schläge pro Minute errechnen.

Die Messung des Blutdruckes ist etwas komplizierter und mit einer Druckmanschette möglich. Heutzutage gibt es eine weite Bandbreite von vollautomatischen Blutdruckmessgeräten zu kaufen. Am besten bestimmt man Blutdruck und Puls über mehrere Tage hinweg und zu unterschiedlichen Uhrzeiten. Hierdurch erhält man einen besseren Überblick. Außerdem gibt es eine Reihe an unterschiedlichen Tests, welche bei der Diagnose helfen können.

Hierzu zählen Messungen

  • in Ruhe nach dem Aufachen
  • bei Aufregung oder anderen emotionalen Ereignissen
  • beim Übergang vom Liegen in das Stehen
  • unter körperlicher Anstrengung.

Zudem stellt der Arzt meistens Fragen zu Symptomen oder Medikamenten, um eine Diagnose zu verbessern.

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Behandlung von niedrigem Blutdruck und Puls

Weder ein niedriger Blutdruck noch ein niedriger Puls sind unbedingt behandlungsbedürftig. Ein niedriger Blutdruck erhöht wahrscheinlich sogar die Lebenserwartung, da das Gefäßsystem geschont wird. Man unterscheidet allerdings zwischen einem niedrigen Blutdruck oder Puls aufgrund einer anderen Erkrankung und dem sogenannten essentiellen niedrigen Blutdruck.

  • Liegt eine Erkrankung vor, welche als Ursache für den niedrigen Blutdruck oder Puls erkannt wurde, so sollte diese ärztlich behandelt werden. Durch Behandlung der zu Grund liegenden Krankheit sollten sich Blutdruck und Puls wieder normalisieren.
  • Anders verhält es sich mit dem sogenannten essentiellen niedrigen Blutdruck. Dieser entsteht vermutlich aufgrund einer Kombination aus Veranlagung und Lebensstil. Er tritt häufiger bei jungen Menschen auf. In diesem Fall reichen meist Änderungen des Lebensstils, um Blutdruck und Puls zu normalisieren.

Wichtig ist, auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten. Salz spielt eine wichtige Rolle in der Regulation des Blutdruckes. Deshalb ist eine ausreichende Salzaufnahme durch die Nahrung wichtig. Körperliche Bewegung kann bei niedrigem Blutdruck Besserung schaffen. Auch Bäder wie Kneippkuren können möglicherweise den Blutdruck positiv beeinflussen. Helfen solche Maßnahmen nicht, muss möglicherweise eine medikamentöse Therapie durch einen Arzt in Erwägung gezogen werden.

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Prognose bei niedrigem Blutdruck und Puls

Wie lange ein niedriger Blutdruck oder Puls anhält, hängt auch mit den Ursachen hierfür zusammen. Viele Krankheiten, welche einen Einfluss auf Blutdruck oder Puls haben lassen sich meist gut behandeln. Hierzu zählt vor allem die Schilddrüsenunterfunktion oder die Herzinsuffizienz. Für beide Krankheiten stehen gut wirksame und erprobte Medikamente zur Verfügung.

Die sogenannte essentielle Hypotonie kann dagegen über Jahre, vielleicht sogar lebenslang, anhalten. Vermutlich hat diese Form des niedrigen Blutdruckes allerding keine schädlichen Folgen. Allerdings haben in jüngerer Zeit mehrere Studien gezeigt, dass auch ein zu niedriger Blutdruck möglicherweise zu schädlichen Spätfolgen wie Schlaganfällen führen kann. Zurzeit besteht deshalb Uneinigkeit über die Prognose von einem zu

Krankheitsverlauf

Ein zu niedriger Blutdruck oder Puls kann sich schleichend entwickeln oder relativ rasch neu auftauchen. Neu aufgetretener niedriger Blutdruck oder Puls ist häufig Folge einer anderen Erkrankung und sollte ärztlich untersucht werden. Liegt keine Erkrankung als Ursache für einen niedrigen Puls oder Blutdruck vor, so kann es zu einer langsamen Entwicklung kommen. Häufig fällt ein zu niedriger Blutdruck oder Puls deshalb erst spät und mit den ersten Symptomen wie Schwindel und Atemnot auf. Wird der Lebensstil nicht geändert oder Blutdruck und Puls behandelt, bleibt ein niedriger Blutdruck und Puls meist über einen längeren Zeitraum bestehen.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 08.05.2019
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