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Wie kann ich meine Systole am besten senken?

Einleitung

Im Rahmen unser Herzaktion unterscheidet man zwei Phasen: Systole und Diastole. Während der Systole, auch Anspannungsphase genannt, pumpt das Herz Blut in den Kreislauf und in der Diastole füllt es sich wieder. Beide Herzphasen erzeugen untgerschiedliche Druckwerte: systolischer bzw. diastolischer Druck. Im Idealfall liegt der systolische Blutdruck eines Erwachsenen zwischen 100 und 140 mmHg („erster Wert“) und der diastolische Blutdruck zwischen 60 und 90 mmHg („zweiter Wert“).

Bei Blutdruckwerten von > 140 mmHg systolisch spricht man von Bluthochdruck. Alleine in Europa, leiden circa 30-45% der Bevölkerung an zu hohem Blutdruck.
Kurz- und langfristige Folgen können Schlaganfall, Herzinfarkt, Nierenerkrankungen und viele weitere, ernst zu nehmende Erkrankungen sein. 

Behandlung systolischer Hypertonie

Heutzutage ergibt sich die Indikation, also die Notwendigkeit einer Therapie, nicht nur aus der Höhe des Blutdruckes, sondern vielmehr aus der Gesamtheit des Risikos für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzinsuffizienz etc.). Dieses Risiko ist z.B. beim Vorliegen sehr hoher Blutdruckwerte (>180/110mmHg) und/oder bereits bestehenden Krankheitsbildern des Herz-Kreislauf-Systems, besonders hoch. In diesen Fällen ist eine medikamentöse Therapie also absolut notwendig, um den Blutdruck bzw. die Systole zu senken.

1. Gewichtsnormalisierung

Übergewichtige Patienten sollten eine Reduktion ihres Gewichtes anstreben. Als grobe Orientierung kann hierfür der „Body-Mass-Index“ (BMI) dienen. Er berechnet sich nach der Formel BMI = Körpergewicht (kg) / (Körpergröße [m])2 und sollte bei ca. 25 kg/m2 liegen.

2. Ernährungsumstellung

Wenn Sie unter Bluthochdruck leiden und ihre Diastole senken wollen, sollten sie auf salzreiche Kost verzichten, sowie Speisen nicht zusätzlich nachsalzen. Stattdessen empfiehlt es sich, auf spezielles Diätsalz zurück zu greifen. Viel Obst, Gemüse, Salat, Nüsse und möglichst wenig tierische Fette haben zudem eine begünstigende Wirkung auf die Diastole.

3. Lebensstiländerung

Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum fördern die Entstehung von Bluthochdruck. Daher sollten Sie das Rauchen einstellen und nach Möglichkeit wenig Alkohol zu sich nehmen. Auch Kaffekonsum kann negative Folgen auf den diastolischen Blutdruckwert haben. Entspannungstraining und Stressvermeidung sind zusätzlich hilfreich.

4. Sport

Regelmäßiges Ausdauertraining (5-7/Woche für mindestens 30 Minuten) wie Schwimmen, Walken oder Laufen reduziert das Herzinfarktrisiko erheblich und kann einen entscheidenden Effekt auf die Senkung der Diastole haben.

Grundsätzlich lassen sich bereits durch volles Ausschöpfen der genannten Maßnahmen in ungefähr 25% der Fälle leicht erhöhte Blutdruckwerte (insbesondere die Diastole) senken. Allerdings ersetzen reine Verhaltensänderungen in den meisten Fällen keine medikamentöse Blutdrucktherapie, die v.a. bei hohen Blutdruckwerten zusätzlich unbedingt erforderlich ist.

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Medikamentöse Therapie der erhöhten Systole

Zur Therapie einer Hypertonie gibt es zahlreiche Möglichkeiten. Der Körper kann den Blutdruck durch hauptsächlich zwei Substanzen effektiv steigern: Noradrenalin/Adrenalin und Angiotensin. Indem die Wirkung dieser beiden Botenstoffe unterdrückt wird, kann man die Hypertonie gut in den Griff bekommen.

Prinzipiell, kann man zwischen einer sogenannten „Monotherapie“ und einer „Kombinationstherapie“ unterscheiden. Während bei Ersterem nur ein Medikament zum Einsatz kommt, werden bei der Kombinationstherapie zwei oder mehrere Mittel parallel verwendet. Insgesamt stehen fünf verschiedene Substanzklassen zur Verfügung. Bei alleinigem systolischen Bluthochdruck können letztendlich all diese Mittel verwendet werden. Dennoch ist in der Praxis eine Kombination aus Thiaziden und Calciumantagonisten am beliebtesten.

  • Thiazide: Sie zählen zu den harntreibenden, also entwässernden Medikamenten, und wirken in der Niere. Somit wirken Thiazide indirekt blutdrucksenkend. Bekannte Wirkstoffe sind Hydrochlorthiazid (HCT) oder Xipamid. Da unter der Therapie die Elektrolyte („Salze“) unseres Körpers, insbesondere Kalium, ins Ungleichgewicht geraten können, müssen unter Therapie regelmäßige Blutkontrollen durchgeführt werden.
  • ACE-Hemmer und Angiotensinrezeptorblocker: Wirkstoffe, die auf -pril enden wie Enalapril oder Ramipril gehören zu den ACE-Hemmern, Substanzen mit der Endung -sartan wie Valsartan oder Candesartan gehören zu den Angiotensinrezeptornlockern. Beide Klassen senken den Blutdruck durch Eingriff in das wichtige Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS), welches durch komplexe Regelkreise u.a. den Blutdruck reguliert. Entscheidende Organe sind hierfür Herz, Lunge und Niere. Insbesondere stellen die ACE-Hemmer heutzutage das Mittel der Wahl, da diese laut aktuellem Forschungsstand bei den meisten Patienten die beste Wirkung zeigen.
  • Kalziumantagonisten: Sie blockieren Kalziumkanäle in den Wänden arterieller Blutgefäße und verursachen so zu deren Erweiterung bzw. Ausdehnung. Wirkstoffe wie Amlodipin senken so den Blutdruck.
  • Betablocker: Lange Zeit galten Betablocker (Metoprolol, Bisoprolol etc.) als Mittel der Wahl gegen Bluthochdruck. Neueste Studien zeigen jedoch, dass andere Medikamente, wie z.B. ACE-Hemmer, im Vorteil sind und Patienten besser vor Folgeerkrankungen schützen. Dennoch sind Betablocker in bestimmten Fällen von Bluthochdruck nach wie vor unverzichtbar.

Wie gefährlich ist eine erhöhte Systole?

Erkrankungen des Herzens und des Gefäßsystems stellen in den reichen Industrienationen, zu welchen auch Deutschland gehört, seit vielen Jahren die häufigsten Todesursachen dar. Allen voran ist hier der Herzinfarkt zu nennen, welcher durch eine Verengung der den Herzmuskel versorgenden Herzkranzgefäße hervorgerufen wird. Diese Verengung entsteht durch eine Vermehrung von Bindegewebe, die Ablagerung von Kalk in der Gefäßwand, sowie die Entstehung von Blutgerinnseln (Thromben) an der Engstelle.

Neben einer ungesunden Ernährung, geringer körperlicher Aktivität und Stress spielt hierbei vor allem auch ein erhöhter Blutdruck, insbesondere eine erhöhte Systole, eine große Rolle. Da eine Arteriosklerose wiederum ein Fortschreiten des Bluthochdrucks begünstigt, finden sich Betroffene schnell in einem Teufelskreis aus Hypertonie und Gefäßschädigung wieder.
Die Folgen hiervon sind komplex. Neben einer Verengung der Herzgefäße und daraus folgendem Herzinfarkt, werden auch Gefäße des Gehirns angegriffen. Dies kann zu Schlaganfällen führen und die Entwicklung einer Demenz fördern. Ebenso werden im Verlauf Gefäße der Nieren und der Beine geschädigt, was ein Nierenversagen, bzw. Schmerzen in den Beinen hervorrufen wird. Davon abgesehen werden jedoch letztlich alle Organe durch eine Schädigung ihrer Gefäße unter einem Bluthochdruck leiden. 

Zusammenfassend ist ein erhöhter systolischer Blutdruck also ein durchaus ernstzunehmendes Krankheitsbild, welches unbehandelt zunehmend schwerwiegende Folgen auf den Körper hat. Eine Behandlung einer erhöhten Systole sollte daher definitiv vorgenommen und konsequent durchgeführt werden.

Begleitsymptome eines erhöhten systolischen Blutdrucks

Oft bemerken Betroffene ihren Bluthochdruck erst sehr spät. Beschwerden können sein:

Diese Symptome können auftreten, müssen aber nicht. Viele Hypertonien bleiben klinisch unauffällig und werden erst entdeckt, wenn zufällig der Blutdruck gemessen wird. Selbst wenn Symptome auftreten, kann man davon ausgehen, dass die Hypertonie schon eine Weile besteht, bevor sie symptomatisch geworden ist.

Leider tritt die Erkrankung meist erst durch Komplikationen oder Notfälle, wie z.B. durch einen Schlaganfall, in Erscheinung.

Diagnostik

Die Diagnose ist recht einfach mithilfe eines Blutdruckmessgerätes zu ermitteln. Hierfür wird ein 24-Stunden-Messgerät verwendet, das man vom Arzt erhält und für einen Tag mit sich trägt. Das dient der Überprüfung, ob der Blutdruck situationsunabhängig und dauerhaft erhöht ist. Systolische Werte über 140mmHg sind behandlungspflichtig.

Bluthochdruck wird in drei Schweregrade eingeteilt. Bei Grad 1 liegen systolische Werte von 140-159mmHg vor, bei Grad 2 160-179mmHg und bei Grad 3 mehr als 180mmHg.

Eine aktuelle Studie aus den USA hat ergeben, dass die Sterblichkeit (Mortalität) signifikant sinkt, wenn der Blutdruck nicht nur auf unter 140mmHg, sondern auf 120mmHg gesenkt wird.

Ursache für Bluthochdruck

Es gibt verschiedene Hypertonie- bzw. Bluthochdruckformen, die sich in ihrer Entstehung unterscheiden. Am häufigsten ist die primäre oder essenzielle Hypertonie, deren Genese bislang noch nicht geklärt ist. Es gibt Faktoren, die mitverantwortlich für die Krankheitsentstehung sind, diese erklären den Pathomechanismus trotzdem nicht vollständig. Dies trifft in 90% der Fälle zu, sodass sich keine konkrete Ursache für den Bluthochdruck finden lässt. Bei dieser primären Hypertonie spielen verschiedene Faktoren wie z.B. Übergewicht, zunehmendes Alter, Stress, Diabetes oder Alkoholkonsum eine Rolle.

Doch was passiert in unserem Körper, damit es überhaupt dazu kommt? Zum einem verlieren Blutgefäße im Laufe unseres Lebens an Elastizität, werden starrer und weisen Schäden und Verletzungen auf. So muss das Herz größeren Druck aufbringen, um Blut gegen den wachsenden Widerstand durch den Körper zu pumpen. Zum anderen steigt durch verschiedene Ursachen das Blutvolumen, welches unser Herz mit jedem Schlag weitertransportieren muss. Das führt dazu, dass das Blut schneller fließt, was zum Anstieg des Blutdrucks führt.

Zum Anderen vermutet man, dass sich die körpereigenen Mechanismen zur Blutdruckerhöhung immer mehr gegenseitig stimulieren und die Niere, die den Blutdruck reguliert, höhere Werte als den ursprünglichen Sollwert akzeptiert.

Weniger häufig, dafür aber die besser verstandene Form des Bluthochdrucks ist die sekundäre Hypertonie. Sekundär bedeutet, dass das ursächliche Problem in einem anderen Organ liegt und sekundär einen Bluthochdruck erzeugt. Das kann beispielsweise eine Nierenearterienstenose oder eine endokrine (den Hormonhaushalt betreffende) Störung sein wie eine Schilddrüsenüberfunktion oder hormonproduzierende Tumoren, die den Blutdruck in die Höhe treiben. Ein Beispiel hierfür ist das Phäochromozytom, ein Tumor des Nebennierenmarks, der große Mengen Adrenalin bildet.

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Prognose

Ein unbehandelter Bluthochdruck schädigt auf Dauer das Herzkreislaufsystem. Die Hypertonie fördert die Verkalkung der Arterien, was das Risiko für einen Herzinfarkt, Schlaganfall und für pAVK (periphere arterielle Verschlusskrankheit) erheblich steigert. Da das Herz ständig gegen einen zu hohen Druck pumpen muss, vergrößert es sich zunächst, wird aber auf Dauer geschädigt und die Gefahr einer Herzinsuffizienz steigt drastisch an. Eine Entgleisung des Blutdrucks (>200mmHg) stellt sogar einen medizinischen Notfall dar, denn es besteht große Gefahr, dass die Hirnarterien dem Druck nicht standhalten können und reißen.

Eine große und oftmals tödliche Hirnblutung kann die Folge sein. Deshalb ist es wichtig den Blutdruck regelmäßig zu kontrollieren und möglichst schnell medikamentös einzugreifen, wenn eine Hypertonie entdeckt wird. Auch wenn man von dem Bluthochdruck selbst nicht unbedingt etwas spürt, ist es wichtig, die Medikamente regelmäßig einzunehmen, denn die Folgeerkrankungen sind schwerwiegend. Bereits ein Blutdruck von 150mmHg, 10mmHg über dem Sollwert, senkt die Lebenserwartung um 10 Jahre. Durch eine regelmäßige und kontinuierliche Medikamenteneinnahme kann man die Risiken für Herzkreislauferkrankungen erheblich senken, denn es gibt eine ganze Reihe guter Medikamente au diesem Gebiet.

Prophylaxe

Da die Hypertonie zu einem nicht unerheblichen Anteil genetisch bedingt ist, kann man die Entwicklung eines Bluthochdrucks nicht immer verhindern. Allerdings kann man bestimmte Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel, Alkohol, ungesunde fettreiche Ernährung und übermäßigen Salzkonsum durch einen geeigneten Lebensstil ausschalten. Denn diese Verhaltensweisen führen in den allermeisten Fällen zum Bluthochdruck und senken die Lebenserwartung um viele Jahre, obwohl sie eigentlich vermeidbar wären.

Physiologische Grundlagen

Der Grunddruck, der in den Gefäßen während der Füllungsphase des Herzens herrscht, heißt diastolischer Blutdruck. Er liegt bei ca. 80mmHg. Der systolische Druck ist höher als der diastolische (ca.120mmHg), da das ausgeworfene Blut gegen den Grunddruck gepumpt werden muss. Der systolische Druck ist vor allem abhängig von der so genannten Nachlast. Das ist der Druck im arteriellen Gefäßsystem, gegen den das Herz pumpen muss. Je höher dieser Druck ist, desto mehr Kraft muss das Herz aufwenden, um das Blut in die Peripherie zu befördern.

Der Druck wird hauptsächlich durch den Gefäßwiderstand von kleineren Arterien verursacht. Je höher der Widerstand, desto höher ist der Druck und desto höher ist auch die Nachlast. Da es sich in diesem Fall um einen Widerstandshochdruck handelt, ist der Gefäßwiderstand der Arterien der Hauptangriffspunkt der systolischen Blutdrucksenker. Wichtig zu wissen ist außerdem, wie der Blutdruck reguliert wird, denn dort greifen die Medikament ein.

Der Körper kann den Blutdruck hauptsächlich durch zwei Substanzen effektiv steigern: Noradrenalin/Adrenalin und Angiotensin. Noradrenalin und Adrenalin treiben das Herz an, indem die Frequenz erhöht und mehr Volumen gepumpt wird. Außerdem führen beide Substanzen zu einer Engstellung der Gefäße und erhöhen damit den Widerstand und den Blutdruck. Angiotensin lässt dagegen das Herz in Ruhe, verursacht aber ebenfalls eine Verengung der Blutgefäße, steigert dadurch den arteriellen Gefäßwiderstand und ruft eine Blutdruckerhöhung hervor.

Systole zu hoch

Wenn ausschließlich der systolische Wert („Systole“) zu hoch ist, spricht man von „isolierter systolischer Hypertonie“. In schweren Fällen kann der systolische Druck auf > 180 mmHg ansteigen, wohingegen der diastolische Wert bei < 90 mmHg verbleibt. Typischerweise sind vor allem ältere Menschen und Typ-2-Diabetiker betroffen. In den meisten Fällen liegen dieser Form des Bluthochdruckes fortgeschrittene Verkalkungen der Blutgefäße vor. Manchmal kann jedoch auch die Klappe zwischen Hauptschlagader und linker Herzkammer „undicht“ sein- der Arzt spricht dann von einer Aortenklappeninsuffizienz.

Die Höhe des systolischen Wertes ist entscheidend für das Risiko einen Schlaganfall oder koronare Herzerkrankung (KHK) zu erleiden. Wenn man zudem den diastolischen von dem systolischen Blutdruckwert subtrahiert, erhält man den Pulsdruck. Ist dieser zu hoch, steigt das Risiko, an einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz) zu erkranken. Vereinfacht gesprochen: Desto höher die Systole, desto schlechter die Prognose. Daher müssen unbedingt rechtzeitig medikamentöse Maßnahmen ergriffen werden, um die Systole zu senken!

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 17.12.2018
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