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Die Ursachen von Drehschwindel

Einleitung

Ein Drehschwindel ist ein sehr häufiges und unspezifisches Symptom, welches viele Herausforderungen darstellt und auf zahlreiche harmlose, sowie ernstzunehmende Ursachen zurückgeführt werden kann. Schwindel kann in vielen unterschiedlichen Formen auftreten und oftmals synonym mit Benommenheit und Unwohlsein verwendet werden.
Ein leichter Drehschwindel ist oft ein harmloses Symptom. Warnzeichen wie Ohnmacht, Lähmungen, Brustschmerzen oder Atemnot können beispielsweise auf gefährliche Erkrankungen als zugrundeliegende Ursache hindeuten. Der Drehschwindel ist neben dem Benommenheitsschwindel und Schwankschwindel nur eine von zahlreichen Formen des Symptoms, bei dem die Betroffenen sich fühlen „wie im Karussell“.

Diese Ursachen von Drehschwindel gibt es

  • Erkrankungen des Gleichgewichtsorgans
  • Blutdruckschwankungen durch Flüssigkeits-, Zucker- oder Schlafmangel
  • Funktionsstörungen des Herzens wie Herzrhythmusstörungen oder Herzfehler
  • Erkrankungen des Blutes mit Blutmangel
  • Neurologische Störungen durch Durchblutungsstörungen oder Schlaganfälle
  • Muskuläre Beschwerden während eines HWS-Syndroms
  • Psychische Erkrankungen wie Depression oder Angstattacken
  • Schwindel durch Medikamente oder Noxen wie Alkohol und Nikotin
  • Hormonelle Schwankungen zum Beispiel während einer Schwangerschaft

Erkrankungen des Gleichgewichtorganes

Der Lagerungsschwindel

Beim Lagerungsschwindel handelt es sich um eine vergleichsweise seltene Erkrankung des Innenohrs. Hierbei befinden sich kleine Körnchen in der Flüssigkeit des Gleichgewichtsorganes. Durch Verschiebungen der Flüssigkeit kommt es bei Bewegungen des Körpers zu Signalen an das Gehirn, welche die Lage des Körpers mitteilen. Dieser Gleichgewichtssinn ist aber durch die Körnchen gestört, sodass es bei Bewegungen plötzlich zu heftigen Schwindelattacken kommt. Auch eine Übelkeit kann sich an die heftigen Attacken des Drehschwindels anschließen.

Die Therapie des Lagerungsschwindels ist jedoch unter ärztlicher Anleitung einfach durchführbar und unkompliziert. Mithilfe eines einfachen Lagerungsmanövers können die Körnchen aus dem Gleichgewichtsorgan entfernt werden, sodass die Symptomatik sofort nachlässt.

Für weitere Informationen lesen Sie hier weiter: Der Lagerungsschwindel.

Der Morbus Menière

Der Morbus Menière ist ebenfalls eine Erkrankung des Gleichgewichtsorgans, bei der es zu einer Fehlfunktion der Flüssigkeit im Inneren des Organs kommt. Diese wird vermehrt produziert, wodurch es zu Attacken von Drehschwindel, Tinnitus, Hörminderung, Übelkeit und Erbrechen kommt, die über Stunden anhalten können. Bei vielen Betroffenen können sogar beide Ohren von der Erkrankung betroffen sein.

Im akuten Anfall ist Bettruhe sowie die Einnahme symptomatischer Medikamente angezeigt. Langfristig können jedoch bestimmte Medikamente erneute Anfälle verringern und in einigen Fällen sogar gänzlich verhindern.

Lesen Sie hier mehr zum diesem Thema: Morbus Meniere.

Die Innenohrentzündung

Eine Innenohrentzündung ist vergleichsweise selten und kann durch verschiedene Erreger ausgelöst werden. Insbesondere virale aber auch bakterielle Erreger können sich im Innenohr ansiedeln und eine Entzündung hervorrufen. Häufig geht der Erkrankung eine Mittelohrentzündung oder ein Infekt der Atemwegsschleimhäute voraus.

Im Innenohr befinden sich auf jeder Seite eine Hörschnecke und ein Gleichgewichtsorgan. Durch die Entzündung kommt es in diesen Organen zu Fehlfunktionen, die sich anfangs als leichte Hörminderung und Gangunsicherheit äußern können. Im Verlauf entsteht dann ein starker Drehschwindel mit Übelkeit und Erbrechen. Die Therapie sollte so früh wie möglich begonnen werden, um Langzeitschäden der empfindlichen Organe im Innenohr zu verhindern.

Die Mittelohrentzündung

Auch eine Mittelohrentzündung kann einen Schwindel mit Hörminderung verursachen. Hierbei handelt es sich um eine Entzündung der Schleimhäute der Paukenhöhle, welche die Gehörknöchelchen beinhaltet. Sie tritt häufig in Kombination mit Infekten der oberen Atemwege und des Rachens auf, von wo die Erreger durch die Ohrtrompete aus dem Rachen in das Mittelohr aufsteigen können. Insbesondere Kinder, die eine sehr kurze Ohrtrompete besitzen, sind häufig von Mittelohrentzündungen betroffen, die neben Hörstörungen und Schwindel auch Fieber und starke Ohrenschmerzen verursacht.

Mit der Behandlung und dem Abklingen des Atemwegsinfektes heilt auch die Mittelohrentzündung langsam aus. In einigen Fällen kann es zu einem Durchbruch der Entzündung in das Innenohr mit Schädigung der Hörschnecke und Gleichgewichtsorgane kommen. In seltenen Fällen entstehen Komplikationen oder dauerhaft bleibende Schäden mit langfristiger Hörminderung und Gleichgewichtsproblemen sowie Drehschwindel.

Erfahren Sie hier mehr zum Thema: Mittelohrentzündung

Das Cholesteatom

Das Cholesteatom ist eine Sonderform der Mittelohrentzündung, die nicht durch Erreger wie Viren oder Bakterien, sondern durch einen chronischen, dauerhaften Reiz verursacht wird. Die oberste Haut des äußeren Gehörgangs besitzt andere Zellen als die Schleimhaut des Mittelohrs. Aus verschiedenen Gründen können die Zellen des äußeren Gehörgangs in das Mittelohr einwachsen und hier zu einem permanenten Reiz führen. In der Folge kommt es zu einer chronischen Entzündung mit übel riechendem Ausfluss aus dem Ohr. Zusätzlich kommt es zu Schmerzen, Drehschwindel, Tinnitus, zunehmendem Hörverlust und in komplizierten Fällen auch zu Hirnnervenschäden wie einer Gesichtslähmung.

Langfristig müssen die fremden Zellen operativ entfernt werden, bevor es zu Entzündungen des Innenohrs, der Hirnnerven, der Hirnhäute oder Gleichgewichtsorgane kommt.

Lesen Sie hier mehr zu diesem Thema: Cholesteatom

Erkrankungen des Kreislaufes

Der niedrige Blutdruck

Niedriger Blutdruck ist die wohl häufigste Ursache des unspezifischen Drehschwindels. Ein niedriger Blutdruck geht oft mit einem Flüssigkeits- und Blutvolumenmangel einher. Insbesondere Frauen sind vermehrt von einem zu niedrigen Blutdruck betroffen, wodurch es im Alltag und bei bestimmten Bewegungen zu vorübergehenden Minderdurchblutungen des Gehirns kommt. Der Schwindel dauert oft nur für wenige Minuten an. Provoziert werden kann er durch schnelle Bewegungen und zügiges Aufstehen.

Wichtige Maßnahmen zur Verhinderung kreislaufbedingter Schwindelattacken sind eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr tagsüber, genügend Schlaf, regelmäßige Mahlzeiten und moderater Ausdauersport. Nur selten stecken hormonelle Erkrankungen zum Beispiel der Schilddrüse oder Nebenniere hinter dem niedrigen Blutdruck. Weitere Maßnahmen bei permanentem und anhaltendem Schwindel durch niedrigen Blutdruck sind Wechselbäder oder das Tragen von Kompressionsstrümpfen.

Für weitere Informationen lesen Sie hier weiter: Schwindel durch niedrigen Blutdruck

Der hohe Blutdruck

Auch ein hoher Blutdruck kann unter Umständen einen Schwindel verursachen. Im Regelfall zeigt ein latent erhöhter Blutdruck keine Symptome. Auch Kreislaufbeschwerden sind durch den permanent erhöhten Blutdruck selten, da das Gehirn immer ausreichend durchblutet ist. In einigen Fällen kann es jedoch zu Attacken besonders hoher Blutdruckwerte kommen, was einen dringlichen medizinischen Notfall darstellt. Hierbei steigen die systolischen Blutdruckwerte auf über 180mmHg an, wodurch es zu diversen Organschäden aber auch neurologischen Symptomen wie Kopfschmerzen, Benommenheit und Schwindel kommen kann. Besteht der Zustand über viele Stunden können sich Schäden am Gehirn, dem Herz oder den Nieren ausbilden.

Erfahren Sie hier mehr zum Thema: Bluthochdruckkrise.

Die Durchblutungsstörungen

Durchblutungsstörungen stellen eine der häufigsten schweren Erkrankungen des Alters in Deutschland dar. Vielfach handelt es sich um chronisch degenerative Veränderungen der Blutgefäße, die auf eine Kombination von Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewicht, erhöhte Blutfettwerte, Bewegungsarmut und Bluthochdruck zurückzuführen sind. Über 30% aller Männer erkranken aufgrund dessen im Laufe ihres Lebens an einer Durchblutungsstörung der Herzkranzarterien.
Im Verlauf kann es ebenso zu Durchblutungsstörungen an den zuführenden Gefäßen des Gehirns kommen. Ist die permanente Durchblutung des Kopfes nicht sichergestellt durch Gefäßveränderungen oder Funktionsstörungen des Herz-Kreislaufsystems kann es anfänglich zu leichten neurologischen Symptomen wie einem Drehschwindel kommen. Langfristig können sich gefährliche Schäden wie Muskellähmungen des gesamten Körpers, eine Demenz oder psychologische Auffälligkeiten bilden.

Die Unterzuckerung

Die Unterzuckerung ist ein Symptom, welches hauptsächlich bei Diabetikern auftritt. Dabei sinkt der Zuckerspiegel im Blut so stark ab, dass sämtliche Zellen des Körpers mit Energie unterversorgt sind. Ein genauer Grenzwert kann dabei nicht festgelegt werden, da jeder Mensch unterschiedlich auf verschieden hohe Zuckerspiegel reagiert. Selten tritt die Unterzuckerung auch bei Personen ohne Diabetes mellitus auf nach längeren Hungerphasen oder bei Alkoholikern. Anfänglich treten Symptome wie Herzrasen, Schwitzen, Zittern, Heißhunger, Erbrechen, Unruhe und Verwirrtheit auf.

Weitere neurologische Symptome wie Reizbarkeit, Sensibilitätsstörungen, erhöhte Krampfneigung, Schwindel, Müdigkeit, Schläfrigkeit und Koma stellen die Folge einer schweren Unterzuckerung dar. Therapeutisch wird dem Körper zunächst Glucose zugeführt, wodurch sich die Beschwerden oft in Kürze bessern.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie hier: Die Unterzuckerung

Die Schilddrüsenerkrankung

Schilddrüsenerkrankungen gehen in einer Vielzahl der Fälle mit Über- oder Unterfunktionen des Organs einher, die sich in einer Menge an Symptomen manifestieren und auf verschiedene Art und Weise Schwindel bei den Betroffenen verursachen können. Die Schilddrüse produziert lebenswichtige Hormone, die in etlichen Stoffwechselprozessen des Körpers involviert sind.

Eine Überfunktion der Schilddrüse kann etwa mit Herzrasen, Schwitzen, Unruhe, Schlafstörungen, Gewichtsabnahme und Schwindelgefühl aufgrund eines hohen Blutdrucks und eines relativen Flüssigkeitsmangels einhergehen. Eine Schilddrüsenunterfunktion hingegen bewirkt gegenteilige Effekte und führt somit zu einem reduzierten Grundumsatz mit niedrigem Blutdruck, Kreislaufbeschwerden, Schwindel, Müdigkeit und Gewichtszunahme. Die genaue Einstellung der Schilddrüsenfunktion mit Medikamenten ist sehr wichtig für ein beschwerdefreies Leben.

Lesen Sie hier mehr zum Thema: Schwindel und Schilddrüse.

Neurologische Erkrankungen

Die Migräne

Die Migräne ist ein immer wiederkehrender Kopfschmerz, der mit diversen Begleitsymptomen einhergehen kann. Dabei handelt es sich oftmals um Übelkeit, Erbrechen und Lichtempfindlichkeit. Viele Betroffene erleiden dabei Migräneattacken mit einer sogenannten „Aura“. Hierbei kommt es begleitend aber oft auch schon vor dem Kopfschmerz zu einer Reihe von neurologischen Symptomen. Dazu zählen Sehstörungen, Gesichtsfeldausfälle, Wahrnehmung von Farben oder Blitzen, Gefühlsstörungen, Sprachstörungen, Schwindelsymptomatik und Lähmungen. In manchen Fällen können die neurologischen Symptome mit Schwindel sogar ohne Kopfschmerz auftreten.

Therapiert wird die Migräne insbesondere im Anfall abhängig von der Schwere der Attacke mit starken Medikamenten, langfristig jedoch vor allem mit einer Lebensstilanpassung. Ein Schwindel deutet auf eine sogenannte „Hirnstammsymptomatik“ hin und damit auf einen schweren Verlauf der Migräneaura.

Schwindel und Migräne - Welche Erkrankung steckt dahinter? Lesen Sie hier mehr.

Der Morbus Parkinson

Der Morbus Parkinson ist eine Erkrankung des zentralen Nervensystems, bei der es zu einem Mangel des Hormons Dopamin kommt. Die Erkrankung entsteht vor allem im Alter als Folge eines Zelluntergangs in bestimmten Hirnbereichen.

Die typischen Symptome des Morbus Parkinson sind eine Verlangsamung sämtlicher Bewegungen, ein Tremor (Muskelzittern) in Ruhe, sowie eine Instabilität beim Gehen und Stehen. Neben den typischen motorischen Symptomen, die das Krankheitsbild ausmachen, gibt es jedoch zahlreiche nicht-motorische neurologische Symptome. Hierzu kann ein Schwindelgefühl zählen aber auch Depressionen, Schlafstörungen, Schmerzen, Angststörungen und Demenz treten gelegentlich mit der Erkrankung auf.

Die Meningitis

Bei einer Meningitis handelt es sich um eine Hirnhautentzündung, die mit schweren Symptomen und Folgen einhergehen kann und oftmals fließend in eine Hirnentzündung übergehen kann. Sie kann durch eine Vielzahl von Erregern ausgelöst werden, wobei bakterielle und virale Meningitiden am häufigsten vorkommen. Prinzipiell können beinahe alle Erreger unbehandelt oder bei Immunschwäche den gesamten Körper befallen, sich lokal und im Blut ausbreiten und langfristig auf die Hirnhäute übergreifen.
In der Folge kommt es zu einer Kombination schwerer neurologischer Symptome wie Kopfschmerz, Nackenstarre, Unruhe, Übelkeit, Erbrechen, Verwirrtheit, Lähmungen, Lichtscheu, Krampfanfälle und erheblichen Schmerzen. Auch ein Drehschwindel kann bei einer Beteiligung des Gleichgewichts- und Hörorgans auftreten.

Bei der Meningitis handelt es sich um ein hochakutes Krankheitsgeschehen, das abhängig vom Erreger und dem Immunsystem des Betroffenen mit schweren Organschäden des gesamten Körpers und sogar dem Tod einhergehen kann. Gegen die häufigsten Erreger einer Meningitis können Kinder heutzutage frühzeitig geimpft werden, weshalb das Krankheitsbild deutlich seltener geworden ist. Tritt bei einer schweren Infektion eine Nackensteife ein, kann dies ein wichtiger Hinweis auf einen beginnenden sogenannten „Meningismus“ sein, der sofort ärztlich behandelt werden muss.

Für weitere Informationen lesen Sie hier weiter: Die Hirnhautentzündung.

Der Schlaganfall

Ein Schlaganfall entsteht oft in Folge von vorbestehenden Durchblutungsstörungen. Wie bei den Durchblutungsstörungen bestehen auch für den Schlaganfall typische Risikofaktoren wie das Alter, ein Bluthochdruck, Fettleibigkeit, erhöhte Blutfettwerte, Nikotinkonsum und Bewegungsmangel.

Beim Schlaganfall kommt es akut durch die Verschleppung von Blutgerinnseln zu einer Verstopfung einer Hirnarterie mit sofortiger Schädigung des dahinter befindlichen Hirnareals. Durch den akuten Sauerstoffmangel werden die Gehirnzellen zunächst reversibel, nach einiger Zeit anschließend irreversibel gestört, wodurch es zu neurologischen Symptomen kommen kann. Diese sind abhängig von der genauen Lage des Schlaganfalls. Allgemeinsymptome wie Verwirrtheit, Benommenheit und Schwindel können in jedem Falle dabei auftreten. Häufig kommt es weiterhin zu Ausfällen der Muskulatur mit halbseitigen Körperlähmungen und Sprachstörungen.

Lesen Sie auch den Artikel: Schwindel nach einem Schlaganfall.

 

Das Schädel-Hirn-Trauma

Ein Schädel-Hirn-Trauma ist eine unspezifische Umschreibung für viele mögliche Schäden des Gehirns nach einem Unfall mit Verletzung. Durch verschiedene Prozesse kann es im Hirn zu Verletzungen wie Blutungen aber auch zu Wassereinlagerungen und anderen Formen einer Hirnschwellung kommen. Vielfach kommt es dadurch zu Erhöhungen des Hirndrucks.

Ein Leitsymptom des Schädel-Hirn-Traums ist die sogenannte „Vigilanzminderung“, eine Einschränkung des Bewusstseins, die durch Ansprache des Betroffenen sowie durch seine Reaktionen beurteilt werden kann. Die Symptome können sämtliche neurologische Schädigungen umfassen und sehr variabel in Abhängigkeit der Schwere des Traumas ausgeprägt sein. Leichte Schädel-Hirn-Traumata können mit Kopfschmerzen, Schwindel, Antriebsstörung und Übelkeit einhergehen. Daran können sich Bewusstseinsprobleme, Schläfrigkeit, motorische Fehlfunktionen bis hin zum Koma anschließen.
Die Behebung der primären Verletzungen und die Senkung des Hirndrucks stehen in der Behandlung im Vordergrund, jedoch können aufgrund der sehr unterschiedlichen Ausprägungen kaum Prognosen gemacht werden.

Informieren Sie sich hier rund über das Thema: Schädelhirntrauma

Das HWS-Syndrom

Das HWS-Syndrom beschreibt ein unspezifisches Schmerzsyndrom der Halswirbelsäule. Es handelt sich dabei um ein schmerzhaftes chronisches Geschehen, das mit neurologischen Begleitsymptomen einhergehen kann. Die Ursache des HWS-Syndroms ist nicht genau bekannt, vermutet werden muskuläre Verspannungen und Blockaden im Bereich der Halswirbel. Die Verspannungen bestehen dauerhaft und können mit Fehlstellungen, Blockaden der Halswirbel und Bewegungseinschränkungen einhergehen.

Typischerweise beschreiben die Betroffenen einen Schwindel, der sich wie ein Taumeln anfühlt. Der Schwindel kann weiterhin mit Kreislaufbeschwerden wie Ohnmacht einhergehen. Der genaue Entstehungsmechanismus der Symptome kann nicht eindeutig erklärt werden. Therapeutisch kommt vor allem die Physiotherapie zum Einsatz. Eine Abklärung zum psychogenen Schwindel ist nicht immer klar, vielfach können beide Krankheitsbilder ineinander übergehen.

Was tun bei einem HWS-Syndrom? Erfahren Sie hier mehr dazu. 

Das Akustikusneurinom

Bei dem Akustikusneurinom handelt es sich um einen gutartigen Tumor der Nervenzellen, der sich am gemeinsamen Hirnnerven des Hör- und Gleichgewichtssinns befindet. Der Tumor ist zwar gutartig, wächst jedoch verdrängend und kann somit mehrere Hirnnerven beschädigen. Zunächst treten Ausfallerscheinungen des Hörnervs und Gleichgewichtsnervs durch Hörminderung und Drehschwindel auf. Im Verlauf können auch Lähmungen der Gesichtsmuskeln und Sensibilitätsstörungen des Gesichts dazu kommen.

Kleinere Akustikusneurinome können bestrahlt werden, größere Tumoren müssen jedoch operativ entfernt werden. Die Prognose der Erkrankung ist sehr gut, hin und wieder kommt es jedoch zu bleibenden Schäden an beteiligten Hirnnerven.

Psychologische Erkrankungen

Die Depression

Depression ist eine psychische Erkrankung, von der in europäischen Ländern hohe Zahlen der Bevölkerung betroffen sind. Der typische Symptomkomplex einer Depression besteht aus gedrückter Stimmung, Interessenverlust und Antriebsverlust. Jedoch ist die Depression ein vielschichtiges Krankheitsbild, das mit zahlreichen körperlichen und psychischen Symptomen einhergehen kann. Psychische Begleiterkrankungen wie ein psychogener Schwindel können gehäuft auftreten. Auch körperliche Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems werden durch eine Depression verstärkt ausgelöst, wodurch es zu Schwindelattacken mit Bewusstseinsverlust kommen kann.

In der Therapie der Depression kommen vielfach Psychopharmaka zum Einsatz, die mit schweren Nebenwirkungen einhergehen können. Viele dieser Medikamente haben zur Wirkung, das zentrale Nervensystem zu dämpfen und können somit auch körperliche Prozesse einschränken, sowie sedierend wirken. Schwindelattacken sind keine Seltenheit als Folge dieser Medikamente.

Symptome einer Depression? Lesen Sie mehr zu dieser Thematik.

Der psychogene Schwindel

Ein psychogener Schwindel beschreibt einen ungerichteten Schwankschwindel, der auf psychische Faktoren zurückzuführen ist. Diese Form des Schwindels stellt eine Form der Angststörung dar und kann durch individuell unterschiedliche Faktoren ausgelöst werden. Oftmals bestehen Panik, Nervosität und Angst vor einer Situation während des psychogenen Schwindels. Im Gegensatz zu den meisten körperlichen Ursachen eines Schwindels kommt es hierbei zu einer Erhöhung der Herzfrequenz und des Blutdrucks, gelegentlich mit Schweißausbrüchen. Ein Verlust des Bewusstseins ist dadurch trotz des ausgeprägten Schwindels und der Benommenheit sehr selten.

Die Therapie besteht zunächst darin, auslösende Ursachen, Situationen und körperliche Zusammenhänge genau zu analysieren und zu verstehen. Anschließend können gezielte Expositionen in gefürchtete Situationen zu einer Desensibilisierung und einer deutlichen Besserung des psychogenen Schwindels führen.

Auslösende Substanzen

Der Alkohol

Ein erhöhter Alkoholkonsum kann auf mehrere Weisen einen Drehschwindel auslösen. Sowohl beim akuten Alkoholkonsum, als auch bei einer langfristigen Schädigung durch Alkoholmissbrauch kann sich das Symptom manifestieren.

Während des Konsums von Alkohol entsteht der Drehschwindel zunächst über zwei Wege, einer direkten Wirkung am Gleichgewichtsorgan sowie einer indirekten Folge des Konsums. Der Alkohol kann in das Gehirn übertreten und während des Konsums zu einer Vielzahl neurologischer Symptome wie Gedankenverlust, Artikulationsschwäche, Gedächtnisverlust und Gleichgewichtsstörungen führen. Letztere entsteht dadurch, dass der Alkohol in die Flüssigkeit im Innenohr eindringt und zu fälschlichen Signalübertragungen führt, die dem Gehirn den Eindruck einer Bewegung und Lageveränderung vermitteln. Neben Drehschwindel kann es dadurch auch zu Übelkeit und Erbrechen kommen. Zusätzlich führt der Alkoholkonsum zu einer vermehrten Wasserausscheidung über die Niere. Die Austrocknung des Körpers kann über Blutdruckschwankungen ebenfalls zu Schwindel und sogar Ohnmacht führen.

Die Antibiotika

Es existieren diverse Antibiotikaklassen, die auf verschiedene Erreger und Organgebiete in unterschiedlicher Weise wirken können. Hierbei gibt es sogenannte „Breitbandantibiotika“, die vor allem bei unbekannten Erregern eine möglichst große therapeutische Breite erfassen aber auch zielgerichtete Antibiotika, die nur ein geringes aber spezifisches Wirkungsspektrum haben. Einige Antibiotikaklassen besitzen mehr oder weniger starke Nebenwirkungen auf einzelne Organgebiete.

Unter den häufig eingesetzten Antibiotika haben zum Beispiel die sogenannten „Fluorchinolone“ das Potential, vermehrt das zentrale Nervensystem zu schädigen. Antibiotika dieser Gruppe sind zum Beispiel „Ciprofloxacin“ oder Levofloxacin“. Sie können im Ernstfall Nervenzellen schädigen und Kopfschmerzen, Schwindel, Benommenheit, Müdigkeit und Sensibilitätsstörungen hervorrufen. Ebenso kann das Antibiotikum „Gentamicin“ aus der Gruppe der „Aminoglykoside“ einen Drehschwindel verursachen. Es kann direkt am Gleichgewichtsorgan im Innenohr eine Schädigung bewirken und dadurch sowohl Schwindelanfälle als auch Hörminderungen auslösen.

Die Blutdruckmedikamente

Medikamente zur Regulierung des Blutdrucks sollen den Blutdruck auf einen Wert im Normbereich senken, um somit Langzeitschäden an den Blutgefäßen und an Organen wie dem Gehirn oder den Nieren zu verhindern. Im Laufe des Lebens kommt es durch das Alter, durch sportliche Betätigung oder viele weitere Faktoren zu Veränderung des Blutdrucks.

Bei einer langjährigen Blutdruckbehandlung kann es nicht selten dazu kommen, dass die Medikamente zu hoch dosiert sind und daraus ein zu niedriger Blutdruck resultiert. Dies kann zu lagerungs- und bewegungsbedingten Schwindelanfällen und Kreislaufbeschwerden führen, da ein ausreichend hoher Blutdruck für die Durchblutung des Gehirns weiterhin notwendig ist. Aus diesem Grund sollten mit der Zeit gelegentliche Blutdruckkontrollen durchgeführt werden, um die korrekte Medikation zu überprüfen.

Informieren Sie sich hier rund über das Thema: Blutdruckmedikamente.

Die Beruhigungsmittel

Beruhigungsmittel ist ein Übergriff für verschiedene Naturheilmittel oder Pharmaka, die eine Beruhigung der Psyche und des Nervensystems bewirken. Alltägliche Beruhigungsmittel entstammen oftmals der Naturheilkunde. Hierbei handelt es sich um Wirkstoffe wie Johanniskraut, Baldrian oder Hopfen, die sedierende, beruhigende und stimmungsaufhellende Wirkungen besitzen. Die Verträglichkeit und Wirksamkeit der natürlichen Wirkstoffe sind nicht abschließend belegt, sodass es zu Drehschwindel, Übelkeit und weiteren Nebenwirkungen kommen kann.

Typische Beruhigungsmittel im klinischen Gebrauch sind die sogenannten „Benzodiazepine“. Sie haben neben einer beruhigenden, auch angstlösende und sedierende Wirkungen. Nach der Einnahme befinden sich die Psyche und das Nervensystem in einem gebremsten Zustand, was mit Schläfrigkeit, Schwindel und eingeschränkter Fahrtüchtigkeit einhergeht. Diese Mittel werden vornehmlich vor Operationen, als Schlafmedikamente oder bei diversen psychischen Erkrankungen eingesetzt.

Die Höhenkrankheit

Als Höhenkrankheit bezeichnet man eine Reihe von Symptomen, die durch eine Mangelversorgung an Sauerstoff in Höhenlagen auftreten können. Mit steigender Höhe verringert sich der Sauerstoffpartialdruck in der Luft, woraus beim gleichen Atemvolumen eine deutlich geringere Sauerstoffaufnahme resultiert. Durch verschiedene Mechanismen des Körpers kann sich dieser Effekt zusätzlich verstärken. Eine verstärkte Atmung mit Senkung des Kohlendioxidgehaltes im Blut provoziert die Symptomatik ebenfalls.
Typischerweise treten zunächst neurologische Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit und Benommenheit ein, anschließend auch Atemnot, Herzrasen und ein erhöhter Blutdruck.

In besonders schweren Fällen können sich Wassereinlagerungen des Gehirns und der Lunge entwickeln, die lebensbedrohlich sind. Nach einigen Tagen passt der Körper sich an die veränderten Sauerstoffbedingungen von selbst an. Wichtig ist, in der Höhe die Leistung und Anstrengung nur langsam zu steigern.

Weiterführende Information

Mehr Informationen zum diesem Thema finden Sie hier:

Eine Übersicht aller Themen der Inneren Medizin finden Sie unter: Innere Medizin A-Z

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 15.03.2019
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