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Inhalt:
- Sprechzimmer
- Ernährung bei Durchfall
- Akute und chronische Enteritis (Durchfallerkrankungen)
- Grobe Diätfehler und Medikamente
- Lebensmittelvergiftung
- Samonelleninfektion
- Reisediarrhö
- Allgemeine Ernährungsempfehlungen bei akuten Durchfallerkrankungen
- Bewährte Hausmittel zur Selbstbehandlung
- Teefasten
- WHO-Lösung
- Rohapfeldiät
- Karottensuppe
- Weitere Informationen
- Selbsttest Ernährung
Ernährung bei Durchfall
Akute und chronische Enteritis (Durchfallerkrankungen)
Eine akute Enteritis oder auch Gastroenteritis (wenn der Magen mit betroffen ist) oder Enterokolitis (wenn der Dickdarm mit betroffen ist) ist eine entzündliche Veränderung des Verdauungstraktes mit unterschiedlichen Ursachen und Symptomen.
Grobe Diätfehler und Medikamente
Eine der häufigsten Ursachen einer Enteritis (Durchfall) sind Fehler bei einer Diät wie der Genuss großer Mengen unreifen Obstes, sehr fetter und sehr kalter Speisen und der Missbrauch von Alkohol. Auch bestimmte Medikamente wie zum Beispiel Salizylsäure (siehe Aspirin) oder Eisenpräparate können Beschwerden auslösen.
Lebensmittelvergiftung
Zu einer Lebensmittelvergiftung kommt es, wenn Lebensmittel verzehrt werden, die krankmachende Keime enthalten oder wenn es in den Lebensmitteln zu einer starken Vermehrung eigentlich nicht krankmachender Keime gekommen ist. Als Folge reichern sich in den Lebensmitteln giftige Stoffwechselprodukte der Keime an und führen nach Genuss zu einer entzündlichen Schädigung der Darmschleimhaut. Solche bakteriellen Nahrungsmittelverunreinigungen führen gelegentlich zu Massenerkrankungen, wenn in Großküchen zubereitete Speisen nicht ausreichend gekühlt werden. Die Patienten klagen über Durchfall und Erbrechen. Eine Therapie ist in den meisten Fällen nicht nötig, weil die Beschwerden abklingen sobald die auslösenden Keime ausgeschieden sind.
Samonelleninfektion
Diese Infektionen des Verdauungstraktes sind schwerwiegende Erkrankungen. Ausgelöst werden sie durch Lebensmittel wie zum Beispiel Eier und damit hergestellte Produkte und Geflügel. Diese Lebensmittel sind häufig mit Salmonellen behaftet und beim Umgang mit ihnen müssen hygienische Mindestanforderungen erfüllt werden. Oft vermehren sich die Keime in nicht ausreichend durchgegarten Speisen und Lebensmitteln die rohe Eier enthalten. Salmonellen werden bei etwa 60 Grad abgetötet.
Werden, mit Salmonellen verseuchte Lebensmittel gegessen kommt es nach einer Inkubationszeit (Zeit von Ansteckung bis zum Ausbruch der Erkrankung) von 8 – 24 Stunden, zu Erbrechen, Durchfall, Fieber und Bauchschmerzen. Bei bereits geschwächten Personen kann diese Erkrankung durchaus lebensgefährlich werden. Es wird eine Antibiotikatherapie nötig und die, durch die massiven Durchfälle verloren gegangene Flüssigkeit muss wieder zugeführt werden. Dies geschieht in schweren Fällen durch Infusion. Salmonellenerkrankungen sind nach dem Bundesseuchengesetz meldepflichtig. Der beste Schutz gegen Salmonellen ist Geflügel und Lebensmittel die rohe Eier enthalten immer gut durch zu garen. Rohes Geflügel immer separat lagern und bei der Verarbeitung von anderen Lebensmitteln fernhalten.
Weitere Informationen finden Sie auch unter unserem Thema: Salmonellen.
Reisediarrhö
Hauptsächlich bei Reisen in südliche Länder kommt es häufig zu der als „Reisediarrhö“ bezeichneten, kurz andauernden Durchfallerkrankung, die mit Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen einhergeht. Auch Symptome wie Fieber, Gliederschmerzen und Kopfschmerzen sind möglich. Die Ursache dieser akut auftretenden Erkrankung ist unklar. Die üblichen Erreger einer Durchfallerkrankung lassen sich bei diesen Patienten nicht nachweisen. Auch die Ernährungsumstellung konnte als Ursache ausgeschlossen werden. Am wahrscheinlichsten ist die Aufnahme von Keimen mit der Nahrung die allerdings bisher nicht bekannt sind.
Der Ernährung auf Reisen kommt eine gewisse vorbeugende Bedeutung zu, die insbesondere darin besteht kein Leitungswasser zu trinken und gekochte Nahrung der rohen Nahrung vorzuziehen.
Allgemeine Ernährungsempfehlungen bei akuten Durchfallerkrankungen
Im Gegensatz von Durchfällen als Folge einer gestörten Nährstoffausnutzung ist bei infektiös (durch Keime) bedingten Durchfällen die Aufnahme der Nährstoffe durch die Darmwand intakt. Es kommt hier zu einem Einstrom von Wasser und Mineralstoffen in den erkrankten Darm, diese werden mit den Durchfällen ausgeschieden und es entsteht ein erheblicher Flüssigkeits- und Mineralstoffmangel. Folge sind Austrocknung und Kreislaufprobleme insbesondere dann wenn zu den Durchfällen auch Erbrechen vorliegt. Bei schweren Verlaufsformen in der akuten Phase Flüssigkeits- und Mineralstoffzufuhr über Infusion.
Zunächst keine Aufnahme von Nahrung und Getränken. Anschließend langsamer Kostaufbau beginnend mit:
- Tee und Mineralwasser
- Weißbrot
- Zwieback
- Toastbrot
- Haferflocken.
Bewährte Hausmittel zur Selbstbehandlung
Teefasten
Während ein bis zwei Tagen ausschließlich 2 – 3 l Tee am Tag. Empfehlenswert ist gerbstoffreicher grüner Tee (20 Minuten ziehen lassen), Fencheltee und Kamillentee. Pfefferminztee wirkt krampflösend. Dem Tee wird kein Zucker zugesetzt.
WHO-Lösung
Grundsätzlich sollte bei Durchfallerkrankungen, wegen der lebensbedrohlichen Wasser und Mineralstoffverluste verstärkt auf die Flüssigkeitszufuhr geachtet werden. Dies wird ganz besonders wichtig bei Säuglingen und Kleinkindern. Es gibt neben der Infusionstherapie die Möglichkeit mit Hilfe besonderer Lösungen die getrunken werden dem Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust entgegen zu wirken. Diese Lösungen richten sich nach einer Empfehlung der WHO (Weltgesundheitsorganisation) und werden deshalb auch WHO-Lösungen genannt. Hierbei gibt es eine Fertiglösung aus 20g Traubenzucker, 3,5g Kochsalz, 1,5g Kaliumchlorid und 2,5g Natriumbicarbonat die in der Apotheke erhältlich ist und besonders für Säuglinge und Kleinkinder zur Anwendung kommt.
Die WHO-Lösung lässt sich aber auch selbst herstellen:
1-2 Esslöffel Zucker, 1 Teelöffel Kochsalz mit 1l naturreinem Orangensaft auffüllen. Oder man vermischt den Saft von 4 Orangen mit 7 Teelöffeln Zucker und einem Teelöffel Kochsalz. 1 Liter abgekochtes Wasser zugeben und gut verrühren. Cola und Salzstangen machen bei Durchfällen wenig Sinn. Cola enthält zuviel Zucker und zu wenig Salze und ist wegen des Koffein besonders für Kinder nicht empfehlenswert. Außerdem gilt, dass er Flüssigkeitsverlust auf keinen Fall mit Alkohol, Kaffee oder Milch ausgeglichen werden soll.
Rohapfeldiät
Bei dieser Diät nach HEISER und MORO werden 250g gewaschene Äpfel mit Schale (aber ohne Kerne und Kerngehäuse) auf einer Glasreibe zu jeder Mahrzeit frisch gerieben und mit etwas Zitronensaft beträufelt. Man kann 5– 6 Einzelmahlzeiten über den Tag verteilen. Äpfel enthalten (hauptsächlich unter der Schale) Pektine, die stark quellen und giftige Zersetzungsprodukte, zum Beispiel von Keimen, im Darm aufnehmen. Ersatzweise lässt sich auch ein Fertigprodukt verwenden (Handelsname Aplona). 25– 40g davon entsprechen 1 – 1,5 kg Äpfel. Kinder erhalten 20 bis 25g davon täglich mit Flüssigkeit angerührt, Erwachsene 25 bis 40 g.
Karottensuppe
Für diese Diät nach Moro werden 500 g in Würfel geschnittene Karotten in 1 Liter Wasser gekocht und anschließend püriert. Die Suppe wird auf einen Liter aufgefüllt und mit 3 g Kochsalz gewürzt.
Weitere Informationen
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