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Eiweiß und Ernährung

Was sind Eiweiße?

Besonders in der Sportwelt begegnet uns fast täglich der Begriff Eiweiß. Doch was sind eigentlich Eiweiße?

Eiweiße werden auch als Proteine bezeichnet und sind ein wichtiger Baustoff für verschiedene Organe im menschlichen Organismus.

Sie sind Bausteine von Zellen, Geweben und Organen. Am bekanntesten ist wohl ihre Rolle im Muskelaufbau.

Aber Proteine fungieren auch als Enzyme oder Hormone und erfüllen wichtige Aufgaben im Körper.
Als eines der drei Makronährstoffe neben Fetten und Kohlenhydrate ist Eiweiß außerdem ein wichtiger Energielieferant.

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Wie wirkt Eiweiß im Körper?

Die Bausteine der Eiweiße (oder Proteine) sind die sogenannten Aminosäuren.

Wird Eiweiß über die Nahrung zugeführt, werden diese in mehreren Schritten im Rahmen der Verdauung in Einzelteile zerlegt.
Hauptsächlich werden Proteine in Magen und Dünndarm verdaut, das Pankreas liefert die dafür wichtige Enzyme.

Über das Blut werden die einzelnen Aminosäuren dann zur Pfortader in die Leber geliefert.
Dort werden die meisten wichtigen Proteine synthetisiert. Die Aufspaltung der Proteine liefert dem Körper zum einen Teil Energie, etwa 4 Kilokalorien pro Gramm Eiweiß.

Außerdem werden Proteine für den Aufbau von Zellen benötigt und sind am Aufbau des Zellstützwerks beteiligt.

Sie sind Baustoffe für Muskulatur, Sehnen und Bindegewebe, etwa als das bekannte Eiweiß Kollagen.

Als Hormone sind sie wichtige

  • Botenstoffe
  • Signalmoleküle und
  • Enzyme, durch die sie andere Stoffwechselvorgänge katalysieren.
  • In Form von Antikörpern sind sie Teil des Immunsystems und an der Abwehr von Infektionen beteiligt.
  • Sie sitzen auf der Membran von Zellen und sind beteiligt an der Signalweitergabe.

Eiweiße sind für den Körper unerlässlich und sollten im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung in ausreichendem Maße zugeführt werden.

Dabei können pflanzliche sowie fleischliche Quellen als Eiweißlieferanten dienen.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Eiweißhaltige Lebensmittel

Wie viel Eiweiß ist gesund?

Der Körper benötigt Eiweiß.
Die Zufuhr über eine ausgewogene Ernährung ist unerlässlich, damit alle Stoffwechselfunktionen im Körper korrekt ausgeführt werden können und die Körpersubstanz aufrecht erhalten werden kann.

Eine zu geringe Zufuhr an Eiweiß führt zu Gewichtsverlust, Muskelschwund und zahlreichen körperlichen Beschwerden.

Dazu gehören zum Beispiel

  • Haarausfall,
  • brüchige Nägel,
  • eine erhöhte Anfälligkeit für Infektionen,
  • Verdauungsbeschwerden,
  • Ausbleiben der Monatsblutung
  • und weitere Anzeichen für Mangelerscheinungen.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt je nach Alter und Geschlecht unterschiedliche Mengen an Eiweiß.

Kinder im Wachstum beispielsweise haben einen höheren Eiweißbedarf in Bezug auf ihr Körpergewicht als Erwachsene.
Die DGE empfiehlt Erwachsenen zwischen 19 und 50 Jahren 0,8 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht.

Je nach Aktivitätslevel kann dieser Bedarf variieren.
Für manche Berufsgruppen, die einer körperlich belastenden Arbeit nachkommen, ist eine höhere Eiweißzufuhr empfehlenswert. Auch Sportler können einen erhöhten Bedarf aufweisen.

Für Bodybuilder wird teilweise die doppelte Menge Eiweiß pro Tag emfohlen.
Die hohe Proteinzufuhr sollte allerdings nicht auf Kosten von Kohlenhydrat- und besonders Fettzufuhr gehen.

Nicht nur Proteine sind für den Körper essenziell, sondern auch Fettsäuren, daneben Vitamine, Spurenelemente und weitere Elemente. Im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung ist eine leicht erhöhte Proteinzufuhr für einen gesunden (besonders: nierengesunden) Erwachsenen nicht schädlich.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: 

Wie viel Eiweißt braucht mein Körper?

Zunächst hat jeder Mensch einen Grundbedarf an Eiweiß um seine Zellen zu schützen, Muskulatur zu erhalten oder aufzubauen und die normalen Stoffwechselvorgänge im Körper in Gang zu halten.

Die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung liegen bei etwa 0,8 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht bei gesunden Erwachsenen.
Bei hoher körperlicher Aktivität steigt der Bedarf.

Dies gilt nicht nur für Sportler, sondern auch für Menschen, die schwere körperliche Arbeit verrichten.

Bei Hochleistungssportlern kann der Bedarf an Eiweiß in extremen Fällen sogar bei über 2 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht liegen.

In Fällen erhöhten Eiweißbedarfs kann es sinnvoll oder sogar notwendig sein, seine Ernährung durch Proteinshakes zu ergänzen. Generell sollte man seine Ernährung allerdings ausgewogen und proteinreich gestalten und möglichst zu den natürlichen Proteinquellen greifen.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Eiweißpulver und Eiweißshakes

Was passiert bei zu viel Eiweiß in der Ernährung?

Bei einer gesunden Nierenfunktion ist es fast nicht möglich, über die Ernährung zu viel Eiweiß zu sich zu nehmen, solange keine weiteren Nahrungsergänzungsmittel zugeführt werden.

Gesunde Nieren arbeiten auch bei einer sehr proteinlastigen Ernährung gut und es kommt im Normalfall zu keinen gesundheitlichen Problemen.

Anders als bei Kohlenhydraten ist die Energie aus Eiweiß allerdings nicht unmittelbar verfügbar und es ist eine gewisse Stoffwechselleistung nötig, um Energie zur Verfügung zu stellen.
Dies ist auch die Ursache für Müdigkeit und Schlappheit im Rahmen einer Low Carb High Protein, also kohlenhydratarmen und proteinreichen Ernähung.

Nach einer Eingewöhnungsphase sollten die Müdigkeit und Kraftlosigkeit verschwinden, vorausgesetzt der Körper bekommt neben Protein auch ausreichend Fett, Ballaststoffe und Mikronährstoffe wie Vitamine und Spurenelemente über die Ernährung zugeführt.

Eine zu hohe Zufuhr von Proteinen kann zunächst eine Gewichtszunahme herbeiführen, wenn dem Körper mehr Energie zugeführt wird als er täglich verbraucht. Ein hoher Anteil an Protein in der Ernährung kann außerdem zu Verdauungsbeschwerden wie Blähungen führen.

Diese sind in hohem Maße auf einen Ballaststoffmangel zurückzuführen. Daneben trifft häufig Mundgeruch auf, besonders wenn wenige Kohlenhydrate zugeführt werden. Bei einer proteinlastigen Ernährung sollte viel Flüssigkeit zu sich genommen werden, um die Nieren zu schützen.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Nierenversagen und Low Carb High Protein Diät

Was passiert bei Eiweißmangel?

Die Folgen von extremer Unterernährung und Proteinmangel sind Untergewicht und der Verlust jeglicher Fettreserven, darunter auch das sogenannte Depotfett.

Besonders Kinder sind so geschwächt, dass diese extreme Unterernährung häufig tödlich verläuft.

Diese Kinder leiden außerdem unter einem sogenannten Wasserbauch, der Bauch wölbt sich vor, da durch den Eiweißmangel das im Blut vorkommende Albumin unzureichend gebildet wird.
In unseren Breitengraden sind solche Fälle zum Glück extrem selten, jedoch kann sich eine unausgewogene Ernährung und eine ungenügende Versorgung mit Proteinen auch auf unsere Gesundheit auswirken.

Symptome sind etwa Müdigkeit und eine verminderte sportliche Leistungsfähigkeit.

Wird durch einen Proteinmangel weniger Kollagen gebildet, kommt es zu Brüchigkeit von Nägeln oder Ausfallen von Haaren.

Proteine sind außerdem wichtige Akteure des Immunsystems, ein Proteinmangel kann sich durch eine höhere Infektanfälligkeit zeigen.   

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Wann sollte man Eiweiß supplementieren?

In der Regel ist eine ausreichende Zufuhr von Protein mit einer ausgewogenen Ernährung möglich.
Dies gilt besonders für Nicht-Sportler und Hobbysportler, die vor allem Ausdauertraining betreiben.

Der Eiweißbedarf sollte hierbei über natürliche Lebensmittel gedeckt werden, das können Fleisch, Fisch und Eier aber auch pflanzliche Lebensmittel sein.

Empfohlen werden für Erwachsene zwischen 0,8 und 1 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht.
Wenn nicht auf ärztliche Anweisung, ist eine Einnahme von Eiweiß in Form von Supplements wie Eiweißpulver nur beim Bodybuilding wirklich notwendig.

Auch Sportler, die viel Krafttraining betreiben und Muskelmasse aufbauen möchten, können zu Nahrungsergänzungsmitteln greifen.

Durch eine reine Zufuhr von Eiweißpulver wird allerdings kein Muskelaufbau herbeigeführt, hierfür muss ein forderndes Krafttrainig absolviert werden.

Auch Sportler, die Körpergewicht verlieren möchten, können im Rahmen einer Diät zu Eiweißpulver greifen.

Die erhöhte Zufuhr von Eiweiß kann bei einem Kaloriendefizit in der Ernährung zumindest zum Teil den Abbau von Muskelmasse abbremsen, vorausgesetzt die Muskeln werden weiterhin beansprucht. Supplements sollten eine ausgewogene Ernährung und die Zufuhr aller wichtigen Makro- und Mikronährstoffe höchstens ergänzen, niemals ersetzen.

Lesen Sie mehr zum Thema unter:

Eiweiß für den Muskelaufbau

Unsere Muskeln bestehen zum größten Teil aus Eiweiß. Sie machen die Strukturelemente und kontraktilen Einheiten der Muskelfasern aus, die unsere Muskeln bilden.

Eiweiß ist deshalb für den Muskelaufbau von großer Bedeutung. Bei einer Überbeanspruchung der Muskelfasern, etwa durch intensives Krafttraining, werden zum Schutz vor Verletzung und Überbelastung vermehrt Proteine in der Muskelfaser eingebaut.

Diesem erhöhten Bedarf an Eiweiß sollte ein Sportler über die Ernährung nachkommen. Der Bedarf an Eiweiß steigt von ungefähr 0,8 Gramm an, teilweise sogar auf den doppelten Bedarf. Dies ist wiederum abhängig von der Trainingsintensität. Sportler, die Muskeln aufbauen, sollten also auf eine ausreichende Proteinzufuhr über ihre Nahrung achten.

Quellen sollten hierbei natürliche Lebensmittel sein, wie Fleisch, Fisch, Eier, Milchprodukte oder natürlich pflanzliche Lebensmittel.

In einigen Fällen kann die zusätzliche Einnahme von Proteinpulver gerechtfertigt sein, diese kann eine ausgewogene Ernährung allerdings, wie schon mehrfach betont, nur ergänzen.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Eiweiß und Sport

In welchen Lebensmitteln ist wie viel Eiweiß vorhanden?

Eiweiß gehört neben Kohlenhydraten und Fett zu den Makronährstoffen. Eine ausreichende Eiweißzufuhr ist für den Körper überlebenswichtig.

Die Hauptquelle der Eiweißversorgung sollten natürliche Lebensmittel darstellen, in einzelnen Fällen kann auch zu Nahrungsergänzungsmitteln gegriffen werden.
Neben tierischen Lebensmitteln enthalten auch viele pflanzliche Lebensmittel einen hohen Anteil an Proteinen.

Fleisch ist ein wichtiger Eiweißlieferant.
Es besteht zum größten Teil aus Muskelfasern und ist deshalb sehr proteinreich. Besonders hoch ist der Anteil in Hähnchenfilet oder Putenbrust.
Diese beiden Lebensmittel kommen auf etwa 30 Gramm Eiweiß pro 100 Gramm.

Schweinefilet, Salami oder gemischtes Hackfleisch kommt auf knappe 20 Gramm Eiweiß. Neben Fleisch ist Fisch ein guter Eiweißlieferant.
Thunfischfilet enthält knapp 25 Gramm Eiweiß auf 100 Gramm, Forelle mit 22 Gramm etwas weniger.

Eier sind ebenfalls eine verlässliche Proteinquelle, Vollei enthält knapp 12 Gramm Protein auf 100 Gramm.

Unter den Milchprodukten ist  Magerquark mit etwa 13 Gramm Protein pro 100 Gramm sehr proteinhaltig, nicht jedermanns Geschmack aber mit 30 Gramm eine echte Proteinbombe ist Harzer Käse.

Inzwischen auch bei uns sehr bekannt und mit 10,6 Gramm Eiweiß sehr proteinreich ist Skyr, ein isländisches Milcherzeugnis.
Doch nicht nur Fleisch, Fisch und tierische Produkte sind sehr eiweißreich.

Pflanzliche Eiweiße aus Hülsenfrüchten, Nüssen, Getreiden und co. sind eine gute Alternative für Sportler und Nicht-Sportler, die sich bewusst und ausgewogen ernähren wollen.

Rote Linsen beispielsweise enthalten 25,5 Gramm Eiweiß auf 100 Gramm, gekochte Sojabohnen 16 Gramm.
Neben Hülsenfrüchte sind auch viele Nüsse und Samen sehr proteinreich:

Mangeln enthalten zum Beispiel 19 Gramm Eiweiß auf 100 Gramm. Oft als Fleischersatz eingesetzt kann Tofu Fleisch auch im Eiweißgehalt das Wasser reichen: Er enthält immerhin 16 Gramm Eiweiß auf 100 Gramm.

Aber auch Getreide wie Reis, Mais, Hafer, Weizen, Roggen, Dinkel und Gerste sind eiweißhaltig und können den täglichen Bedarf an Eiweiß bei einer ausgewogenen Ernährung leicht decken.

Vegetarier und Veganer können sich also sehr leicht gegen den Vorwurf, eine proteinarme Ernährung zu verfolgen, wehren. Zahlreiche Profisportler ernähren sich längst auf pflanzlicher Basis und verzeichnen große sportliche Erfolge.

 

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Das Eiweißpulver

Viele Menschen, besonders Sportler, erweitern ihre Eiweißzufuhr durch Eiweißpulver.
Dabei handelt es sich um Pulver, meistens aus Milchproteinen, die eine hohen Anteil an Proteinen bei wenig Fett und Kohlenhydraten aufweisen.
Eiweißpulver sollten eine ausgewogene Ernährung mit einer ausreichenden Eiweißzufuhr niemals ersetzen. Doch besonders Sportler, die durch hartes körperliches Training einen erhöhten Proteinbedarf haben, können zu Eiweißpulver als Nahrungsergänzung greifen.

Die Qualität eines Eiweißpulvers wird durch die sogenannte biologische Wertigkeit bestimmt. Diese beschreibt, wie gut das Pulver vom Körper verdaut und zum Aufbau körpereigener Proteine verwendet werden kann.

Eine hohe biologische Wertigkeit hat zum Beispiel Whey Protein. Whey Isolate weisen einen sehr geringen Kohlenhydratanteil bei einem hohen Anteil von Eiweißen auf und werden deshalb von den meisten Sportlern bevorzugt. Eiweißpulver wird in der Regel in Wasser oder Milch angerührt, ein Qualitätsmerkmal von Eiweißpulvern ist auch deren Löslichkeit in Flüssigkeiten. Daneben gibt es sogar zahlreiche Backrezepte mit Eiweißpulver.

 

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Eiweißpulver

Der Eiweißshake

Eiweißshakes gibt es mittlerweile selbst im Kühlregal von Supermärkten. Eiweißpulver wird hier zu einem cremigen Shake in Wasser oder Milch gerührt.

Dabei lohnt sich ein Blick auf die Nährwerttabelle, denn oftmals enthalten die fertigen Shakes sehr viel Zucker und sind wahre Kalorienbomben.

Außerdem sind Eiweißshakes auf lange Sicht sehr viel teurer. Man sollte sich – wenn Eiweiß supplementiert wird – lieber selbst einen solchen Shake anrühren.

Wer auf seine Kalorienbilanz achtet, sollte das Pulver in Wasser anrühren. Manche Pulver lösen sich schlechter in Wasser, hierzu kann man den Shake auch in einem Mixer anrühren. Dabei kann man seiner Fantasie freien Lauf lassen, oft wird Eiweißpulver mit frischen oder tiefgefrorenen Früchte wie Beeren und Eiswürfel zu einem leckeren Milchshake angerührt.

 

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Eiweißshake

Der Eiweißriegel

Auch bei Eiweißriegel können sich Verbraucher und besonders Fitnessneulinge schnell täuschen lassen.

Sie weisen zwar einen hohen Gehalt an Proteinen auf, sind oftmals allerdings wahre Kalorienbomben und reich an Fett.

Wer Gewicht verlieren möchte und sich proteinreich ernährt, sollte auf seine Kalorienbilanz achten und ein Defizit erzielen.
Eiweißriegel schmecken verführerisch lecker, sind aber wenig sättigend.

Sie eignen sich eher als größere Zwischenmahlzeit. Wer Eiweiß zusätzlich zu einer ausgewogenen Ernährung supplementieren möchte, sollte eher zu Eiweißshakes greifen. Diese sind in der Regel sättigender und enthalten weniger Kohlenhydrate, Fett und Kalorien.

Wer hingegen Schwierigkeiten hat, seinen Kalorienbedarf zu decken oder im Überschuss zu sich nehmen möchte, kann zu Eiweißriegeln greifen.

Eiweißtabletten

Auf dem Markt gibt es die abenteuerlichsten Produkte, um den Verbraucher zu täuschen und ihm das Geld aus der Tasche zu locken.

Eiweißtabletten sollen die Einnahme von Eiweißpulver ersetzen, falls grade kein Shaker zur Hand sein sollte.

Die Empfehlungen liegen bei der Einnahme von über 15 Tabletten. Nur so können in der Tablettenform die gleichen Mengen Protein eingenommen werden, die ein Proteinpulver liefert.

Dies macht die Eiweißzufuhr auf diesem Wege zu einer kostspieligen Sache. Statt auf teure Pulver und Pillen sollte man als Verbraucher lieber auf hochwertige, nährstoffreiche natürliche Lebensmittel setzen und seinen Eiweißbedarf durch eine ausgewogene Ernährung decken.

Die Eiweißdiät

Eiweiß ist eines der drei Makronährstoffe in der menschlichen Ernährung. Wenn Eiweiß nicht über die Ernährung zugeführt wird, laufen die Stoffwechselvorgänge im Körper nicht, unsere Zellen haben keine Stabilität, Muskel- und Organmasse wird abgebaut, unser Immunsystem kann nicht arbeiten.

Eiweiß ist also überlebenswichtig und ein wichtiger Teil unserer Ernährung.
Doch neben Eiweiß sind auch andere Nährstoffe von zentraler Bedeutung für die korrekte Funktionsweise unseres Stoffwechsels oder zur Energiegewinnung. Fette und Kohlenhydrate, sowie Ballaststoffe, Vitamine, Spurenelemente und weitere Mikronährstoffe sind Teil einer ausgewogenen Ernährung.

Nur eine solche kann unsere Gesundheit, unser Wohlbefinden und unser Leistungsvermögen auf lange Sicht schützen.

Bei Crashdiäten wird die Kalorienzufuhr zulasten einer ausgewogenen Ernährung gedrosselt. Sie nehmen meist extreme Ausmaße an.
Crashdiäten sollten auf keinen Fall über einen längeren Zeitraum befolgt werden. Sie sind zwar besonders zu Beginn sehr erfolgreich, aber langfristig defizitär was die essenziellen Nährstoffe angeht.

Wer Gewicht verlieren möchte, sollte seine Kalorienzufuhr moderat drosseln aber seinen Körper dennoch mit ausreichend Eiweiß, Fett, Vitaminen, Spurenelementen, Ballaststoffen etc. versorgen.
Bei einer Eiweißdiät wird vornehmlich auf den Verzehr von Proteinen gesetzt. Um die Kalorienzufuhr niedrig zuhalten wird meist auf Kohlenhydrate verzichtet.
Zur Energiegewinnung sind Kohlenhydrate nicht essenziell, allerdings führt der Verzicht auf Kohlenhydrate bei Vielen zu Kraftlosigkeit, Müdigkeit, Kreislaufproblemen oder Stimmungsschwankungen.

Viel bedenklicher ist allerdings der Verzicht auf Fette. Besonders essenzielle Fettsäuren müssen dem Körper über die Ernährung zugeführt werden, Fett ist ein wichtiger Akteur in unserem Stoffwechsel und am Aufbau von Zellen sowie Hormonen beteiligt. An einer ausgewogenen Ernährung mit einem betont höheren Anteil an Proteinen ist solange nichts auszusetzen, wie alle anderen notwendigen Nährstoffe in ausreichendem Maße zugeführt werden.

 

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Eiweißdiät

Eiweiß im Urin

In Fachkreisen spricht man bei einer Ausscheidung von über 150 mg Eiweiß pro Tag über den Urin von einer Proteinurie.

Geringe Mengen von Eiweiß treten auch bei gesunden Menschen auf, eine Proteinurie dagegen kann ein Hinweis auf eine Nierenerkrankung oder andere Krankheiten sein.

Die Ursachen dafür können hierbei „vor“ der Niere liegen, man spricht dann von einer prärenalen Proteinurie.
Dazu gehört zum Beispiel die übermäßige Zerstörung von roten Blutkörperchen (Hämolyse) zum Beispiel durch eine mechanische Schädigung (etwa bei langen Märschen), eine thermische Schädigung (Erhitzung) oder Schädigung und Zerstörung der Blutkörperchen durch Gifte, Bakterien oder Parasiten.

Die häufigste Form der Proteinurie ist die renale Proteinurie, bei der die Ursache in einer Funktionsstörung der Niere liegt.

Die Niere ist nicht mehr in der Lage ihrer Aufgabe als Filterorgan nachzukommen und Proteine gelangen ungefiltert in den Urin.

Bei der postrenalen Proteinurie sind die Harnwege betroffen.

Eine einfache Aussage über das Vorliegen einer Proteinurie gibt der Urinteststreifen, der in Urin gehalten wird und sich verfärbt.

Sollte Protein im Urin festgestellt werden, muss der Urin 24 Stunden gesammelt werden, die Blase und die Harnwege im Ultraschall untersucht werden und eine Urinkultur angelegt werden.

Bei schwerer Proteinurie oder Nierenversagen kann auch eine Biopsie angezeigt sein.

Eiweiß im Blut

Eiweiße kommen in verschiedenen Formen auch im Blut vor. Sie werden auch Plasmaproteine genannt und erfüllen eine Vielzahl von Aufgaben.

Das Häufigste im Blut vorkommende Eiweiß ist das Albumin.
Es hält den sogenannten kolloidosmotischen Druck aufrecht, welches das Blut in den Gefäßen hält.

Außerdem werden sonst unlösliche Stoffe durch die Bindung an Albumin wasserlöslich und dadurch transportierbar.

Sehr bekannt und wichtig ist Hämoglobin, das Sauerstoff im Blut transportiert.
Ein weiteres Transportprotein im Blut ist das Transferrin, das Eisen transportiert. Für den Transport von Blutfetten ist das HDL zuständig.

Daneben kommen im Blut auch Antikörper, sogenannte Immunglobuline, vor.

Sie sind Akteure im Immunsystems und schützen vor Infektionen und körperfremden Antigenen.

Eiweißmangel

Echter Eiweißmangel lässt sich eigentlich nur in Verbindung mit extremer Unterernährung beobachten.

Die Folgen einer Unterernährung sind

  • extremes Untergewicht,
  • Abbau von Muskulatur und Fettreserven,
  • ein schwaches Immunsystem,
  • ein langsamer Stoffwechsel,
  • Verdauungsstörungen,
  • hormonelle Probleme und viele weitere Symptome, die auch auf das Fehlen von Eiweißen zurückzuführen sind.

Um einem Eiweißmangel vorzubeugen, muss man aber in der Regel nicht gleich zu Pulver greifen.
Im Rahmen einer normalen, ausgewogenen Ernährung kann Eiweiß über natürliche Lebensmittel, tierische sowie pflanzliche, in ausreichendem Maße zugeführt werden.
Der Eiweißbedarf eines Erwachsenen liegt durchschnittlich bei 0,8 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht bei moderatem Training, und steigt nur bei größerer körperlicher Belastung nennenswert an.

Viele Symptome wie Müdigkeit, Leistungsabfall oder Infektanfälligkeit sind zum Teil anderen Defiziten, wie etwa dem Mangel an Vitaminen oder Spurenelementen, geschuldet.

Mehr Informationen erhalten Sie hier: Der Eiweißmangel

Eiweißschock

Aus medizinischer Sicht beschreibt ein Schock eine lebensbedrohliche Situation, bei der lebenswichtige Organe aufgrund verschiedener Ursachen vom Körper nicht mehr ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgt werden können.

Ein Schock kann Folge einer allergischen Reaktion sein.

Menschen, die unter einer Milcheiweiß-Allergie oder Hühnerei-Allergie leiden, können nach Verzehr entsprechender Produkte einen lebensgefährlichen anaphylaktischen Schock erleiden.
Der „Eiweißschock“ per se, von dem in Fitnesskreisen gesprochen wird, existiert in dieser Form nicht.

Sollten allerdings Unverträglichkeiten oder Allergien bestehen, sollten Lebensmittel, die die Allergene beinhalten, auf keinen Fall zu sich genommen werden!

Wie viel Kalorien hat Eiweiß?

Ein Gramm reines Eiweiß liefert 4 Kilokalorien.

Es liefert damit genauso viel Energie wie ein Gramm Kohlenhydrate.

Fett liegt bei 9 Kilokalorien pro Gramm.

Weitere Informationen

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 09.02.2019
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