Brennen in der Speiseröhre

Eineitung

Erkrankungen der Speiseröhre sind recht häufig. Nahezu jeder Mensch verspürt im Laufe seines Lebens mindestens einmal ein mehr oder weniger starkes Brennen in der Speiseröhre. Grund dafür kann eine Vielzahl verschiedener Erkrankungen sein. In den meisten Fällen lassen sich die Erkrankungen, die ein Brennen der Speiseröhre verursachen, bereits durch einfache Hausmittel gut behandeln. Personen, die über einen längeren Zeitraum ein Brennen der Speiseröhre verspüren, sollten dennoch einen Facharzt aufsuchen. Wird das zugrunde liegende Problem nicht zeitnah diagnostiziert und eine geeignete Behandlung eingeleitet, kann eine Speiseröhre, die brennt, zu ernst zu nehmenden Komplikationen führen. In der Regel wird eine Speiseröhre, in der es brennt, durch eine Schädigung der Speiseröhrenschleimhaut verursacht. Derartige Schleimhautschäden können durch wiederum durch verschiedene Mechanismen induziert werden. Typische Risikofaktoren für die Entstehung von Erkrankungen der Speiseröhre sind die regelmäßige Einnahme von Arzneimitteln und der häufige Konsum säurehaltiger Speisen und Getränke.

Anatomie der Speiseröhre

Die Speiseröhre (Fachwort: Ösophagus) ist eine ungefähr 20 bis 30 cm lange schlauchförmige Struktur, welche die Mundhöhle mit dem Magen verbindet. Ausgehend vom hinteren Teil der Mundhöhle und dem Rachen verläuft die Speiseröhre bis zu einem ringförmigen Schließmuskel (oberer und unterer Ösophagus-Sphinkter) der den Übergang zum Magen markiert. Während des Schluckaktes kann der obere Schließmuskel willkürlich angespannt werden. Die restliche die Speiseröhre umgebene Muskulatur hingegen entzieht sich dem willkürlichen Einfluss und wird unwillkürlich gesteuert. Die Hauptaufgabe der Speiseröhre besteht darin, den Transport der Nahrung von der Mundhöhle bis zum Magen zu gewährleisten. Der eigentliche Nahrungstransport geschieht durch das absteigende, ringförmige Zusammenziehen der Speiseröhrenmuskulatur. Die Nahrungspassage durch die Speiseröhre umfasst einen Zeitraum von lediglich 5 bis 10 Sekunden. Bereits während die Nahrung geschluckt wird regen Nervenzellen die Erschlaffung des unteren Speiseröhren-Sphinkters an. Aus diesem Grund ist die Nahrungspassage von der Mundhöhle bis zum Magen normalerweise durchgängig. Unmittelbar nach der Passage der Nahrung wird der untere Speiseröhren-Sphinkter wieder verschlossen. Darüber hinaus kommt dem unteren Speiseröhren-Sphinkter eine Schutzfunktion zu. Der ringförmige Muskel ist dafür verantwortlich, dass das Aufsteigen des sauren Magensaftes in die Speiseröhre (Reflux) unterbunden wird.


Symptome

Die meisten Erkrankungen der Speiseröhre machen sich durch eine ähnliche Symptomatik bemerkbar. In der Regel verspüren die betroffenen Patienten schon zu Beginn häufiges Sodbrennen (Speiseröhre brennt). Innerhalb kürzester Zeit kommt es immer häufiger zu quälendem Brennen das unmittelbar hinter dem Brustbein lokalisiert ist. Eine Speiseröhre, die brennt, tritt dabei in den meisten Fällen kurze Zeit nach der Nahrungsaufnahme auf. Die Beschwerden können Minuten bis Stunden anhalten und die betroffenen Patienten stark belasten. Zudem führen Erkrankungen der Speiseröhre oftmals dazu, dass die Betroffenen sauer aufstoßen müssen. In besonders ausgeprägten Fällen kann die Magensäure dadurch bis in die Mundhöhle aufsteigen. Von dort aus kann sie unter Umständen in die Luftröhre eindringen und deren Gewebe zerstören. Aus diesem Grund gehen fortgeschrittene Erkrankungen der Speiseröhre oftmals mit starkem Husten und Heiserkeit einher. Diese Symptome zeigen sich vor allem während der Nacht und unmittelbar nach der Nahrungsaufnahme.

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Ursachen

Ein Brennen in der Speiseröhre kann verschiedene Ursachen haben. Tritt das Sodbrennen nur gelegentlich auf, so ist dies in der Regel kein Grund zur Besorgnis. Patienten, die jedoch unter häufigem Sodbrennen leiden, sollten unbedingt einen Facharzt aufsuchen. Die häufigsten Erkrankungen, die zu einem Speiseröhrenbrennen führen, sind:

Speiseröhrenentzündung (Ösophagitis)

Eine Speiseröhrenentzündung entsteht, wenn sich innerhalb der die Speiseröhre auskleidenden Schleimhaut entzündliche Prozesse ausbreiten. Im Allgemeinen werden zwei Formen der Speiseröhrenentzündung unterschieden: akute und chronische Verlaufsform. Bei den meisten der betroffenen Patienten ist das untere Drittel der Speiseröhre unmittelbar am Übergang zum Magen betroffen. Normalerweise wird die Schleimhaut der Speiseröhre von einer zähflüssigen Substanz bedeckt. Diese sorgt dafür, dass der Speisebrei einfacher fortgeleitet werden kann. Zudem bietet das Sekret der Speiseröhre einen gewissen Schutz gegen aus dem Magen aufsteigende Säure.
Die Hauptursache für die Entstehung einer Speiseröhrenentzündung sind falsche Essgewohnheiten. Darüber hinaus wird eine Speiseröhrenentzündung, die dazu führt, dass die Speiseröhre brennt, in vielen Fällen durch Stress und aus dem Magen aufsteigende Säuren ausgelöst. Bei Patienten, die an einem zu schwachen unteren Ösophagus-Schließmuskels leiden, kann die empfindliche Schleimhaut der Speiseröhre enorm geschädigt werden. Zudem kann ausgeprägtes Übergewicht (Adipositas) und die hormonelle Umstellungen während der Schwangerschaft entzündliche Prozesse im Bereich der Speiseröhrenschleimhaut begünstigen. Die Speiseröhrenentzündung macht sich in den meisten Fällen durch Schluckbeschwerden und gehäuftes Aufstoßen bemerkbar. Darüber hinaus haben die betroffenen Patienten in der Regel das Gefühl, dass die Speiseröhre brennt. In sehr ausgeprägten Fällen kann eine Speiseröhrenentzündung zudem zu Atemnot führen.
Diese typischen Symptome liefern bereits einen ersten Hinweis auf das Vorliegen einer Speiseröhrenentzündung. Die weiterführende Diagnostik erfolgt im Anschluss an ein umfangreiches Arzt-Patienten-Gespräch (Anamnese) durch eine sogenannte „Magenspiegelung“. Bei diesem Verfahren wird ein beweglicher Schlauch über die Mundhöhle in die Speiseröhre eingeführt. Mit Hilfe einer Kamera, die sich am Ende dieses Schlauches befindet, kann der Zustand der Speiseröhre begutachtet werden. Zudem können bei einem Patienten, der das Gefühl hat, dass die Speiseröhre brennt, gegebenenfalls Gewebeproben entnommen werden. Während der Magenspiegelung wird in der Regel eine Sonde durch die Nase eingeführt. Mit Hilfe dieser Sonde kann der Säuregehalt im unteren Abschnitt der Speiseröhre gemessen werden. Bei einem Patienten, der das Gefühl hat, dass die Speiseröhre brennt, kann in der Regel ein deutlich erniedrigter pH-Wert (pH < 7) nachgewiesen werden.

Die Behandlung der Speiseröhrenentzündung richtet sich stets nach dem zugrunde liegenden Problem. Den meisten Patienten hilft bereits die gezielte Umstellung der Ernährungsgewohnheiten. Vor allem der Konsum von säurehaltigen Lebensmitteln und Getränken, schwarzem Kaffee und Alkohol sollte bei Vorliegen einer Speiseröhrenentzündung drastisch reduziert werden. Zudem muss die Nahrungsaufnahme unmittelbar vor dem Schlafengehen dringend eingestellt werden. Die medikamentöse Behandlung der Speiseröhrenentzündung erfolgt in der Regel durch die Einnahme von Protonenpumpenhemmern. Diese reduzieren die von der Magenschleimhaut produzierte Magensäure und beugen somit dem Aufsteigen der Säure in die Speiseröhre vor. Betroffene Patienten verspüren meist bereits nach wenigen Tagen, dass die Speiseröhre weniger brennt.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Speiseröhrenentzündung (Ösophagitis)

Refluxkrankheit (Refluxösophagitis)

Unter dem Begriff „Refluxkrankheit“ versteht man eine entzündliche Veränderung der Speiseröhrenschleimhaut, die sich durch saures Aufstoßen, Reizhusten und Heiserkeit bemerkbar macht. Darüber hinaus haben die betroffenen Patienten oftmals das Gefühl, dass die Speiseröhre unmittelbar hinter dem Brustbein brennt (Sodbrennen). Bei der Refluxösophagitis handelt es sich um eine weit verbreitete Erkrankung, die der dringenden ärztlichen Behandlung bedarf. Nur auf diese Weise lassen sich ernst zu nehmende Folgeschäden vermeiden. Innerhalb der Industriestaaten geht man davon aus, dass mindestens 20 Prozent der Bevölkerung an immer wiederkehrendem Sodbrennen leiden. Die direkte Ursache für die Entstehung der Refluxkrankheit ist eine Schwäche des unteren Speiseröhren-Schließmuskels. Da der Schließmuskel den Zugang zum Magen nur noch inadäquat abdichten kann, steigt saurer Magensaft in die Speiseröhre auf. Die Schleimhaut der unteren Abschnitte der Speiseröhre kann diesem sauren Sekret auf die Dauer nicht standhalten und wird geschädigt. In Folge dessen breiten sich entzündliche Prozesse aus und der betroffene Patient gewinnt den Eindruck, dass die Speiseröhre brennt.
Die großflächigen Entzündungen können einen Speiseröhrenriss bedingen, sodass ein Durchgang zum Brustkorb besteht und dieser kontaminiert werden kann.

Eine chronische Refluxkrankheit kann das Speiseröhrengewebe derart beeinträchtigen, dass das Risiko für die Entstehung von Speiseröhrenkrebs signifikant steigt. Das Risiko, an der Refluxkrankheit mit einem Speiseröhrenbrennen zu erkranken, wird durch verschiedene Faktoren begünstigt. Zu den in diesem Zusammenhang wichtigsten Faktoren gehören: Nikotin, Alkohol, Übergewicht, häufige Medikamenteneinnahme, Stress. Zudem kommt es während der Schwangerschaft oftmals zum Auftreten der Refluxkrankheit. Grund dafür ist die Tatsache, dass das heranwachsende Baby vom Bauchraum ausgehend auf den Magen drückt.
Die Diagnose der Refluxkrankheit erfolgt in der Regel anhand der typischen Symptome (Speiseröhre brennt (Sodbrennen), saures Aufstoßen, Husten, Aufstoßen). Die weiterführende Diagnostik kann zumeist mittels Magenspiegelung erfolgen. Die Behandlung der Refluxkrankheit entspricht weitestgehend der Therapie einer gewöhnlichen Speiseröhrenentzündung. Chronische Verlaufsformen können zudem operativ therapiert werden (Wiederherstellung des Verschlussmechanismus des unteren Speiseröhren-Schließmuskels).

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Refluxkrankheit (Refluxösophagitis)

Brennen in der Speiseröhre beim Essen

Brennende Schmerzen der Speiseröhre nach dem Essen kommen sehr häufig vor und sind in der Regel durch aufsteigenden Magensaft in die Speiseröhre bedingt. Treten die Schmerzen jedoch schon beim Essen auf, so kann diese sogenannte Refluxkrankheit nicht der Grund sein. Vielmehr sollte man an Veränderungen der Speiseröhre denken, die beim Schlucken und bei Kontakt mit der zerkauten Nahrung Schmerzen verursachen. Es kommt eine Entzündung der Speiseröhre infrage, die häufig durch einen chronischen Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre bedingt ist.

Lesen Sie hierzu mehr unter dem Thema: Schmerzen an der Speiseröhre

Bakterielle oder virale Infektionen sollten bei immungeschwächten Personen in Betracht gezogen werden. Auch eine Wucherung im Gewebe kann die Ursache für die Schmerzen sein. Diese kann sowohl gutartig als auch bösartig sein. Bei wiederkehrenden oder anhaltenden Beschwerden sollte auf jeden Fall einen Arzt aufgesucht werden, damit erörtert wird, welche Ursache dem Brennen in der Speiseröhre zugrunde liegt.

Brennen in der Speiseröhre nach Erbrechen

Durch das Erbrechen wird die Schleimhaut der Speiseröhre gereizt. Dies ist vor allem bei wiederholtem Erbrechen der Fall. Es besteht eine mechanische Reizung, da durch das Erbrechen ein sehr hoher Druck im Brustkorb aufgebaut wird. Das kann zu Rissen in der Schleimhaut der Speiseröhre führen, im schlimmsten Fall sogar zu einem Abreißen der Speiseröhre im unteren Bereich. Dies ist ein absoluter Notfall und geht mit Husten und starker Luftnot einher. Darüber hinaus besteht auch eine Reizung durch den aufsteigenden Nahrungsbrei und die Magensäure, die durch die Speiseröhre wieder hinausbefördert werden. Aus wiederholten Reizen durch Erbrechen kann sich eine Entzündung der Speiseröhre entwickeln. Sowohl eine Reizung als auch eine Entzündung, die nach Erbrechen besteht, können brennende Schmerzen der Speiseröhre verursachen.

Brennen in der Speiseröhre nach Chemotherapie

Nach einer Chemotherapie sind besonders die Schleimhäute sehr stark gereizt und anfällig für Entzündungen. Dies liegt an den aggressiven Medikamenten, die nicht nur die Tumorzellen abtöten, sondern auch andere Zellen des Körpers, wie die Schleimhautzellen. Hiervon ist in vielen Fällen auch die Speiseröhre betroffen.

Lesen Sie mehr zu dem Thema: Nebenwirkungen einer Chemotherapie

Durch die schon vorhandene Schleimhautreizung kann das Schlucken von Speisen und Getränken schnell dazu führen, dass starke brennende Schmerzen im Bereich der Speiseröhre auftreten. Auch ein eventuelles Aufsteigen von Magensäure verursacht an der vorgeschädigten Schleimhaut rasch eine Entzündung, die mit Sodbrennen einhergeht. Patienten nach einer Chemotherapie sind oftmals sehr temperaturempfindlich, sodass sie bei sehr warmen und sehr kalten Speisen und Getränken häufig über Schmerzen klagen

Brennen in der Speiseröhre beim Schlucken

Treten die brennenden Schmerzen der Speiseröhre hauptsächlich beim Schlucken auf, so handelt es sich vermutlich nicht um Sodbrennen aufgrund eines Rückflusses von Mageninhalt in die Speiseröhre. Wahrscheinlicher ist es, dass eine andere Ursache vorliegt, wie etwa eine virale oder bakterielle Infektion der Speiseröhre. Dies kommt vor allem bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem vor, zum Beispiel bei HIV-infizierten Patienten. Darüber hinaus können mechanische Schäden vorliegen, etwa wenn bei dem Patienten zuvor eine Magensonde gelegen hat. Auch chemische Reizungen können auftreten, wenn ätzende Substanzen geschluckt wurden, oder wenn eine Bestrahlungstherapie stattgefunden hat. Auch das Einnehmen von Tabletten mit zu wenig Wasser kann zu einer lokalen Reizung der Schleimhaut führen, die sich durch Schmerzen, vor allem beim Schlucken bemerkbar macht.

Brennen in der Speiseröhre nach Alkoholkonsum

Besonders nach dem Konsum von Alkohol klagen viele Menschen häufig über Sodbrennen. Dies liegt zum einen daran, dass durch Alkohol generell der Muskeltonus (Spannung im Muskel) herabgesetzt wird. Dies gilt auch für den Schließmuskel zwischen Speiseröhre und Magen. Wenn dieser nicht richtig schließt, so begünstigt dies das Aufsteigen von Magensäure in die Speiseröhre, wodurch Sodbrennen ausgelöst wird. Zum anderen ist Alkohol selbst eine saure Flüssigkeit und reizt deshalb die Schleimhaut der Speiseröhre. Auch dies kann einen brennenden Schmerz hervorrufen. Dies gilt nicht nur für Getränke mit einem hohen Alkoholgehalt, wie Schnaps und Likör, sondern auch für Bier, Sekt und Wein. Jeder Körper reagiert anders auf den Alkohol. Bei manchen reicht schon ein halbes Glas Bier, um Sodbrennen auszulösen.

Treten die brennenden Schmerzen in eindeutigem Zusammenhang mit dem Konsum von Alkohol auf, so sollte dieser dauerhaft vermieden werden

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Brennen in der Speiseröhre beim Konsum warmer Getränke

Sodbrennen äußert sich bei jedem Menschen anders und kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden. Warme Getränke werden von manchen Patienten als schmerzauslösend und unangenehm empfunden, wohingegen andere ein Glas warme Milch beim Auftreten von Sodbrennen trinken, um die Symptome zu lindern. Wichtig ist, dass sehr heiße Getränke gemieden werden, denn sie können die Schleimhaut der Speiseröhre zusätzlich reizen und zu Schmerzen führen. Da die Toleranzgrenze für Schmerzen individuell sehr unterschiedlich ist, empfinden manche Menschen schon warme Getränke als schmerzhaft. Dies ist vor allem bei einer schon gereizten Speiseröhrenschleimhaut der Fall

Brennen in der Speiseröhre während einer Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft kann ein wiederkehrendes Brennen der Speiseröhre auftreten, obwohl dies zuvor keine Probleme bereitet hat. Oftmals ist eine sogenannte Refluxösophagitis die Ursache dafür. Dabei handelt es sich um entzündliche Veränderungen der Schleimhaut der Speiseröhre, die durch aufsteigende Magensäure verursacht werden.

Der Übergang von der Speiseröhre zum Magen wird durch einen Schließmuskel, den sogenannten Ösophagussphinkter, gebildet. Dieser verhindert, dass Magensaft und die Nahrung aus dem Magen wieder aufsteigen können. Bei einer schwangeren Frau besteht durch das wachsende Baby ein erhöhter Druck des unteren Bauchraums auf den Magen. Dies kann dazu führen, dass der Schließmuskel nicht ganz dicht halten kann und Magensäure in die Speiseröhre zurückfließt. Durch das Aufnehmen von vielen kleineren Mahlzeiten am Tag und das Vermeiden bestimmter Lebensmittel, wie scharfe und saure Speisen, Kaffee und Pfefferminze, können die Symptome in der Regel schon gelindert werden. Hilft das nicht, so können Medikamente eingenommen werden, die die Magensäureproduktion hemmen (Protonenpumpenhemmer).

Brennen in der Speiseröhre nach Einnahme von Tabletten

Treten nach der Einnahme von Tabletten brennende Schmerzen in der Speiseröhre auf, so liegt dies meist daran, dass die Tablette mit zu wenig Flüssigkeit eingenommen wurde. Die Tablette heftet sich nun an die Schleimhaut der Speiseröhre und führt zu lokalen Entzündungsreaktionen. Dies kann sich in brennenden Schmerzen äußern. Betroffene berichten häufig von einem Gefühl, als sei die Tablette im "Halse stecken geblieben". Begünstigt wird das Steckenbleiben der Tablette auch dann, wenn sich die Person nach der Einnahme direkt hinlegt. Entzündliche Reaktionen der Schleimhaut werden besonders von Antibiotika oder Schmerzmitteln hervorgerufen.

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Maßnahmen gegen das Brennen in der Speiseröhre

Oft tritt Sodbrennen nach dem Verzehr sehr fettiger Speisen auf und klingt von allein wieder ab. Wenn dies bekannt ist, so sollte auf diese Nahrungsmittel verzichtet werden, beziehungsweise deren Konsum sollte eingeschränkt werden.

Treten brennende Schmerzen der Speiseröhre häufig auf, so sollte unbedingt die Ursache durch einen Arzt abgeklärt werden. Die häufigste Ursache ist ein Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre, der die Schleimhaut reizt. Dies ist dann der Fall, wenn der Schließmuskel nicht richtig schließt.

Dagegen hilft zum einen das Hochlagern des Oberkörpers besonders nach den Mahlzeiten. Hinlegen sollte also vermieden werden. Sind die Beschwerden sehr stark ausgeprägt und treten auch nachts auf, so ist es ratsam das Kopfteil des Bettes etwas hochzustellen. Dann fließt der Magensaft durch die Schwerkraft leichter wieder in den Magen zurück, anstatt in die Speiseröhre aufzusteigen. Helfen diese Maßnahmen nicht, so kann der Arzt Medikamente verordnen, die die Produktion der Magensäure hemmen. Es handelt sich dabei um sogenannte Protonenpumpenhemmer. Hierdurch bekommen die meisten Patienten ihr Sodbrennen gut in den Griff

Speiseröhrenkrebs

Beim Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom) handelt es sich um eine bösartige Wucherung im Bereich der Speiseröhre. Der Speiseröhrenkrebs verursacht bei vielen der betroffenen Patienten das Gefühl, dass die Speiseröhre brennt. Im Allgemeinen handelt es sich jedoch um eine eher seltene Form der Krebserkrankung, die hauptsächlich bei Personen über 60 beobachtet werden kann. Zudem leiden Männer ungefähr dreimal häufiger an Speiseröhrenkrebs als Frauen der gleichen Altersgruppe. Die Hauptursachen für die Entstehung von Speiseröhrenkrebs sind der übermäßige Genuss von Nikotin und/oder Alkohol. Darüber hinaus spielt eine ungesunde Ernährung (vor allem fettreiche und zu heiße Nahrung) eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Speiseröhrentumoren. Zudem lässt sich im klinischen Alltag oftmals beobachten, dass Patienten, die über einen längeren Zeitraum an der sogenannten Refluxkrankheit gelitten haben, ein deutliche erhöhtes Risiko für die Entstehung von Speiseröhrenkrebs aufweisen.
Schluckbeschwerden, unerklärbarer Gewichtsverlust, Brustschmerzen und das Gefühl, dass die Speiseröhre brennt (Sodbrennen), gehören zu den typischen Symptomen des Speiseröhrenkrebses. Die Diagnose kann in den meisten Fällen mithilfe einer Speiseröhrenspiegelung (Endoskopie) gestellt werden. Während dieses Verfahrens werden Gewebeproben aus den auffälligen Arealen entnommen und anschließend im Labor untersucht. In einigen Fällen kann der Tumor sogar während der Speisröhrenspiegelung entfernt werden.
Die Behandlung des Speiseröhrentumors mit dem Gefühl, dass die Speiseröhre brennt, richtet sich nach dem beim jeweiligen Patienten ermittelten Stadium. Die besten Aussichten auf Heilung bestehen bei Patienten, bei denen der Tumor vollständig operativ entfernt werden kann. Zudem spielt auch die Frage, ob sich bereits Ableger des Tumors (Metastasen) in anderen Organen gebildet haben, für die Prognose eine entscheidende Rolle. In vielen Fällen muss die chirurgische Tumorentfernung jedoch durch eine Strahlen- oder Chemotherapie ergänzt werden.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Speiseröhrenkrebs

Zwerchfellbruch

Der Begriff Zwerchfellbruch bezeichnet das Vorstülpen von Magenanteilen durch das Zwerchfell im Bereich des Durchtrittspunktes der Speiseröhre (Hiatus ösophageus).
Im Allgemeinen wird die Zwerchfellhernie in verschiedene Ausprägungsformen unterteilt. Im Falle der axialen Gleithernie breitet sich die Hernie entlang der Speiseröhre aus. Ursache für die Entstehung eines Zwerchfellbruches ist in der Regel eine ausgeprägte Lockerung des Zwerchfellbindegewebes im Übergangsbereich.
Diese Erkrankung, die bei den betroffenen Patienten zu dem Gefühl führt, dass die Speiseröhre brennt, lässt sich vor allem bei Personen ab dem 50. Lebensjahr beobachten. Zudem spielt starkes Übergewicht (Adipositas) eine entscheidende Rolle bei der Entstehung einer Hiatushernie. Zu den typischen Symptomen des Zwerchfellbruchs gehören Sodbrennen (Speiseröhre brennt), Schmerzen hinter dem Brustbein, Übelkeit und ein Engegefühl in der Brust. Klassischerweise zeigen sich diese Symptome vor allem nach dem Essen.
Eine sehr seltene, aber bedrohliche Komplikation des Zwerchfellbruchs ist die Einklemmung eines Teils des Magens. Die betroffenen Patienten verspüren dann einen ausgeprägten Würgereiz und starke Schmerzen im Bereich der Magengrube. Die Diagnose der Zwerchfellhernie erfolgt zumeist mittels Speiseröhren- und Magenspiegelung (Gastroskopie). Zudem können einige Formen der Zwerchfellhernie mit einer Speiseröhre, die brennt, durch röntgenologische Verfahren (sogenannter Kontrastmittel-Breischluck) sichtbar gemacht werden. Ein Zwerchfellbruch wird in der Regel nur dann behandelt, wenn er mit einer Refluxkrankheit einhergeht oder bei dem betroffenen Patienten Beschwerden verursacht. Ziel der Behandlung ist, stets die Beseitigung der typischen Refluxsymptome (Speiseröhre brennt (Sodbrennen), saures Aufstoßen, Husten, Aufstoßen). Bei vielen der Betroffenen kann dieses Ziel über die Einnahme von Protonenpumpenhemmern (beispielsweise Pantoprazol) erreicht werden. Zudem ist in einigen Fällen eine operative Behandlung des Zwerchfellbruchs notwendig.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Zwerchfellbruch (Hiatushernie)

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 15.01.2018
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