Knieschmerzen auf der Vorderseite

Einleitung

Unter einem vorderen Kniegelenksschmerz bezeichnet man einen hauptsächlich (nicht immer ausschließlich) auf den vorderen Kniegelenksanteil konzentrierten Schmerz. Hierzu gehören Schmerzen im Bereich des vorderen Ober- und Unterschenkels, der Kniescheibe, der Quadriceps- und Patellarsehne sowie des vorderen Kniegelenkspaltes.

Ein vorderer Kniegelenksschmerz kann durch einen direkten Schaden an den beteiligten anatomischen Strukturen hervorgerufen werden, oder als fortgeleiteter Schmerz bei einem Schaden an einem anatomisch entfernten Ort, die ursächlich keine Erkrankung vom Kniegelenk darstellen, entstehen.

Anatomie des Kniegelenkes

  1. Oberschenkelknochen (Femur)
  2. Innenmeniskus
  3. Außenmeniskus
  4. Wadenbein (Fibula)
  5. Schienbein (Tibia)

Diagnose

Schmerzen im Bereich des Kniegelenks können zahlreiche Ursachen haben. Dementsprechend sollte bei persistierenden Beschwerden ein Arzt – zumeist ein Orthopäde – aufgesucht werden, der der Ursache auf den Grund geht. Am Anfang der Diagnostik steht immer die Befragung des Patienten (Anamnese). Wichtige Fragen sind bei Knieschmerzen zum Beispiel wo genau sie lokalisiert sind, wann sie erstmals aufgetreten sind, ob sie dauerhaft vorhanden sind oder nur in bestimmten Situationen, ob sie nur bei Belastung oder auch in Ruhe auftreten, ob der Schmerz ausstrahlt, ob es in der Vorgeschichte ein Trauma gab, ob der Patient sportlich aktiv ist und wenn ja, welche Sportarten er betreibt, was der Patient für einen Beruf ausübt, ob er ein Instabilitätsgefühl verspürt und was bisher therapeutisch versucht wurde, beispielsweise Einnahme schmerzlindernder Medikamente.

Als nächstes folgt die körperliche Untersuchung. Hierbei sollte der Arzt erst einmal nur inspizieren, sich das Knie also anschauen. Das Augenmerk sollte hierbei auf Fehlstellungen, Rötung, Knieschwellung und Prellmarken sowie das Gangbild gelegt werden. Es folgt die Untersuchung. Hierbei sollte vorsichtig und möglichst nicht direkt an der schmerzhaftesten Stelle begonnen werden, da dies die Kooperationswilligkeit des Patienten empfindlich einschränken kann.

Bei der Untersuchung am Knie gibt es zahlreiche mit Eigennamen benannte Tests, die genauer differenzieren können, wo das Problem liegt. Zu Beginn sollte immer der Bewegungsumfang nach der Neutral-Null-Methode durchgeführt werden, um herauszufinden ob eine Bewegungseinschränkung besteht oder nicht. Anschließend können spezifischere Tests wie Steinmann 1, Steinmann 2, Apley und Payr bei Verdacht auf Schäden am Meniskus oder vordere und hintere Schublade bei Verdacht auf eine Schädigung des Kreuzbandes durchgeführt werden. Nach Abschluss der Anamnese und der klinischen Untersuchung hat der Untersuchende in vielen Fällen bereits einen Verdacht und kann das weitere Procedere auf diesen Verdacht abstimmen.

Je nach vermuteter Ursache können folgende Untersuchungen folgen: Eine Blutentnahme um herauszufinden, ob es sich um einen entzündlichen Prozess handeln könnte, die Aufnahme eines Röntgenbildes um die knöchernen Strukturen beurteilen zu können, eine Schnittbilduntersuchung (zumeist Magnetresonanztomographie = MRT vom Kniegelenk) zur genauen Beurteilung von Weichteilen, Bändern und Menisken im Bereich des Kniegelenks.
Zu den minimal-invasiven diagnostischen Verfahren gehören im weiteren Sinne die Kniegelenkspunktion bei Ergussbildung und die Gelenkspiegelung (Arthroskopie), beide können genaueren Aufschluss über die Ursache der Schmerzen geben. Bei der Arthroskopie kann neben der Inspektion des Kniegelenks bei Bedarf im selben Eingriff auch interveniert werden.

Die Diagnosefindung verläuft also von der Anamnese und der klinischen Untersuchung über bildgebende Verfahren bis hin zu minimal-invasiven Eingriffen. Dabei muss bei jedem Patienten individuell abgewogen werden, welche Untersuchungen sinnvoll und welche vermeidbar sind. Die Anamnese und klinische Untersuchung jedoch sollten ausnahmslos jedem Patienten zuteil werden.

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Medizinische Begrifflichkeiten zum Kniegelenk

Zur exakten anatomischen Zuordnung verweisen wir auf das Anatomie Lexikon unserer Seite.

Hier einige wichtige Begriffe im Zusammenhang mit Schmerzen im Kniebereich:

  • Caput fibulae - Wadenbeinkopf
  • dorsal- hinten
  • Fibula - Wadenbein
  • Femur - Oberschenkel
  • Femurcondylus - Oberschenkelrolle
  • Gon - Knie, Kniegelenk,
  • Hoffa - Fettkörper des Kniegelenks
  • lateral - außen, seitlich
  • Ligamentum collaterale mediale - Innenband
  • Ligamentum collaterale laterale - Außenband
  • Ligamentum cruciatum anterius - vorderes Kreuzband
  • Ligamentum cruciatum posterius - hinteres Kreuzband
  • medial - innen
  • Meniscus mediale - Innenmeniskus
  • Meniscus laterale - Außenmeniskus
  • Patella - Kniescheibe
  • Patellarsehne - Kniescheibensehne
  • popliteal - die Kniekehle betreffend
  • Quadricepssehne - vordere Oberschenkelsehne
  • Tibia - Schienbein
  • Tibiaplateau - gelenkbildende Oberfläche des Schienbeins
  • Tuberositas tibiae - Erhebung des Kniescheibensehnenansatzes am Schienbein
  • ventral - vorne

Kniescheibenarthrose

  • Synonyme:
    Retropatellararthrose, retropatellare Arthrose, Arthrose der Kniescheibe
  • Ort des größten Schmerzes:
    Hinter der Kniescheibe
  • Pathologie / Ursache:
    Knorpelschaden
  • Alter:
    Älter (>50 J.), im Rahmen einer allgemeinen Kniearthrose; jünger, im Rahmen von Verletzungen, anlagebedingter Knorpelschwäche, ungünstigem Kniescheibenlauf
  • Geschlecht:
    Frauen > Männer
  • Unfall:
    Nach Kniescheibenbruch (Patellafraktur), häufig nach Kniescheibenteil- oder komplettverrenkungen (Patellaluxation)
  • Schmerzart:
    stechend, hell
  • Schmerzentstehung:
    Meist kontinuierliche Schmerzzunahme über Jahre. Akut nach Kniescheibenverrenkung (Patellaluxation) mit Knorpelschaden
  • Schmerzauftreten:
    V.a. nach Belastung, besonders beim Treppabgehen / Bergabgehen; Verschiebeschmerz der Kniescheibe.
  • Äußerliche Aspekte:
    Eventuell hörbares Kniescheibenreiben; evtl. ungleichmäßiger, zu seitlicher Kniescheibenlauf (Patellalateralisation), in höherem Alter evtl. tastbare Knochenkanten.

Lesen Sie mehr zur Kniescheibenarthrose unter:Retropatellararthrose

Springerknie

  • Synonyme:
    jumpers knee, Patellaspitzensyndrom
  • Ort des größten Schmerzes:
    Meist unteres Kniescheibenende (unterer Patellapol)
  • Pathologie / Ursache:
    Entzündung bzw. Überlastungserkrankung der Kniescheibensehne, seltener Entzündung der Quadrizepssehne am Kniescheibenansatz.
  • Alter:
    Jedes Alter; oft junge, sportlich aktive Personen.
  • Geschlecht:
    keine Geschlechterpräferenz
  • Unfall:
    Nein; bzw. wiederholte Mikroverletzungen der Sehne durch plötzlichen Sehnenzug bei Sprungbelastungen.
  • Schmerzart:
    oft stechend
  • Schmerzentstehung:
    meist schleichend
  • Schmerzauftreten:
    Stadienabhängig, meistens bei oder nach der sportlichen Belastung.
  • Äußerliche Aspekte:
    In der Regel keine.
  • weitere Informationen:
    Umfassende Informationen finden Sie unter unserem Thema: Springerknie

Pes anserinus Ansatztendinose

  • Synonyme:
    Enthesopathie Pes anserinus (Gänsefüßchen)
  • Ort des größten Schmerzes:
    Unterhalb des inneren Kniegelenkspaltes.
  • Pathologie / Ursache:
    Sehnenansatzerkrankung verschiedener Oberschenkelmuskeln, die als gemeinsame Sehnenplatte am Schienbeinkopf ansetzen.
  • Alter:
    Jedes Alter. Oft bei Läufern (Jogging). Oft bei älteren Personen nach Knieprothesenimplantation.
  • Geschlecht:
    keine Geschlechterpräferenz
  • Unfall:
    Nein
  • Schmerzart:
    ziehend, stechend
  • Schmerzentstehung:
    Belastungsabhängig. Teils morgendlicher Anlaufschmerz.
  • Schmerzauftreten:
    Belastungsabhängig. Bei Läufern oft nach der Belastung und morgens. Besserung nach Aufwärmen.
  • Äußerliche Aspekte:
    Keine

Schleimbeutelentzündungen

  • Synonyme:
    Bursitis praepatellaris, Bursitis infrapatellaris
  • Ort des größten Schmerzes:
    Direkt über der Kniescheibe (Bursitis präpatellaris) oder im Verlauf der Kniescheibensehne = Patellarsehne (Bursitis infrapatellaris)
  • Pathologie / Ursache:
    Meist nicht bakterielle Entzündung (=itis) der Schleimbeutel (Bursa). Am häufigsten betroffen sind der Schleimbeutel welcher der Kniescheibe aufliegt (Bursitis präpatellaris), der Schleimbeutels unter der Kniescheibensehne (Bursitis infrapatellaris profunda/superficialis) oder der Schleimbeutel im Bereich des Pes anserinus (gleichzusetzen mit Pes anserinus Tendinose s.o.)
  • Alter:
    jedes Alter
  • Geschlecht:
    keine Geschlechterpräferenz
  • Unfall:
    Bei der Bursitis präpatellaris oft Anpralltrauma des Kniegelenkes oder Auftreten nach längerem Knien.
  • Schmerzart:
    stechend
  • Schmerzentstehung:
    meist plötzlich
  • Schmerzauftreten:
    Belastungsabhängig, z.B. beim Knien.
  • Äußerliche Aspekte:
    Mitunter Schwellung und Überwärmung über der Kniescheibe. Bei bakterieller Entzündung starke Rötung.

Lesen Sie auch mehr zum Thema :Schleimbeutelentzündung am Knie

Patellofemorales Schmerzsyndrom

  • Synonyme:
    Chondropathiae patellae, FPS, CPP
  • Ort des größten Schmerzes:
    Hinter und um die Kniescheibe herum.
  • Pathologie / Ursache:
    Überlastungsschmerz des Kniescheibenknorpels durch: Minderausbildung der Kniescheibe und des Kniescheibengleitlagers (Patelladysplasie), zu straffe Kniescheibenführung, X-Beine, falscher Laufstil (siehe Jogging), Muskelverkürzungen von Ober- und Unterschenkel, Muskelungleichgewichte.
  • Alter:
    Oft jüngeres Alter. Sportler.
  • Geschlecht:
    Frauen etwas häufiger.
  • Unfall:
    Nein
  • Schmerzart:
    Unbestimmt
  • Schmerzentstehung:
    Belastungsabhängig. Ruheschmerzen möglich.
  • Schmerzauftreten:
    Bergablaufen. Langes Sitzen.
  • Äußerliche Aspekte:
    Eventuell kleine Kniescheibe. X-Beine.

Erkrankung des Hoffa'schen Fettkörpers

  • Synonyme:
    Hoffitis
  • Ort des größten Schmerzes:
    Im Verlauf der Kniescheibensehne (Patellarsehne) in Richtung Kniegelenksinnere.
  • Pathologie / Ursache:
    Entzündung oder Einriss des Kniegelenkfettkörpers.
  • Alter:
    Jedes Alter. Vermehrt jüngere sportlich aktive Personen (Langläufer).
  • Geschlecht:
    Keine Geschlechterpräferenz.
  • Unfall:
    Evtl. Überstrecktrauma des Kniegelenkes.
  • Schmerzart:
    Stechend, hell. Steifigkeitsgefühl.
  • Schmerzentstehung:
    Langsam zunehmend. Nach Trauma auch plötzlich.
  • Schmerzauftreten:
    V.a. nach längerem Stehen oder in Hockstellung.
  • Äußerliche Aspekte:
    Gelenkschwellung (Gelenkerguss)

Morbus Osgood - Schlatter

  • Synonyme:
    Osteochondrosis deformans juvenilis der Tuberositas tibiae
  • Ort des größten Schmerzes:
    An der Schienbeinvorderseite, Ansatz der Kniescheibensehne am Schienbein (Tuberositas tibiae)
  • Pathologie / Ursache:
    Relativ häufige Nekrose (Absterben) der Tibiaapophyse (kindlicher Knochenkern). Diese Erkrankung gehört zur Gruppe der kindlichen aseptischen Nekrosen, aufgrund von einer örtlichen Durchblutungsstörung.
  • Alter:
    Meistens im Alter zwischen 10-14 Jahren auftretend bei sportlich aktiven Kindern / Jugendlichen.
  • Geschlecht:
    Jungen sind tendenziell häufiger betroffen.
  • Unfall:
    Nein
  • Schmerzart:
    Stechend, hell.
  • Schmerzentstehung:
    Langsam zunehmend.
  • Schmerzauftreten:
    Nach oder bei sportlicher Aktivität. Besonders nach Sprungsportarten.
  • Äußerliche Aspekte:
    Oft Schwellung im betroffenen Bereich.
  • weitere Informationen:
    Umfassende Informationen finden Sie unter unserem Thema: Morbus Osgood-Schlatter

    Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter Morbus Osgood-Schlatter Bandage

Patellasehnenriss/Patellasehnenanriss

Synonym:

Patellasehnenruptur

Ursachen:

Die Patellasehne dient der Kraftübertragung des Quadriceps (Vorderer Oberschenkelmuskel) auf den Unterschenkel. Da sie über die Kniescheibe umgelenkt wird lasten durch die Hebelwirkung große Kräfte auf ihr.

Bei sportlicher Anstrengung kann es daher zu einem Riss oder Anriss der Sehne kommen. Häufig gab es schon eine bevorstehende Beschädigung der Sehne, wie zum Beispiel durch Altersverschleiß, eine alte Knieverletzung oder längerfristige Einnahme von Medikamenten wie Cortison.

Der häufigste Verletzungsmechanismus ist eine starke Anspannung des Oberschenkels bei gebeugtem Knie zum Beispiel bei abrupten Richtungswechseln.

Symptome

Typische Symptome sind ein plötzlicher Schmerz. Je nach Verletzungsausmaß kann das Knie nur noch teilweise oder gar nicht mehr gestreckt werden. Die Kraftübertragung ist erheblich vermindert und geht mit einem unsicheren Stand oder Gangbild einher.

Diagnose

Um einen Patellasehnenriss zu diagnostizieren werden Kniescheibe und die Sehne abgetastet. Dabei kann zum einen ein Hochstand der Kniescheibe, sowie eine Kontinuitätsunterbrechung der Sehne gefühlt werden. Für eine sichere Diagnose werden ein Ultraschall der Sehne gemacht und meistens ein Röntgenbild, das knöcherne Verletzungen oder eine Verschiebung der Kniescheibe zeigen soll. Auch ein MRT kann die Verletzung darstellen.

Therapie

Die Therapie eines kompletten Patellasehnenrisses ist zwangsläufig eine Operation mit Sehnennaht und einer Fixierung der Kniescheibe mittels Drahtschlinge um diese an der richtigen Stelle zu halten.

Einen Patellasehnenanriss kann man bei geringer Einschränkung der Streckung auch konservativ mit Ruhigstellung und Physiotherapie behandeln.

Die Prognose des Patellasehnenrisses ist gut, allerdings muss mit einem mehrwöchigen Heilungsverlauf gerechnet werden.

Patellaluxation

Eine Patellaluxation kann angeboren, habituell (gewohnheitsmäßig) oder selten traumatisch durch Verdrehen bedingt sein. Die Kniescheibe liegt in jedem Fall nicht in korrekter Ausrichtung zum Rest des Knies. Meistens ist sie seitlich verschoben.

Mit starken Schmerzen geht lediglich die traumatische Patellaluxation einher. Das Bein wird in Beugestellung gehalten und häufig bildet sich ein starker Gelenkerguss. Ursächlich für die Luxation ist hierbei die Beschädigung des am Knie innen gelegenen Strecksehnenapparates. Manchmal können auch Teile des Knochens oder des Knorpels verletzt sein. Um dies zu erkennen werden ein Röntgenbild und ein MRT des Kniegelenks angefertigt.

Bei kleineren Verletzungen kann die Kniescheibe durch den Arzt per Hand repositioniert werden und anschließend in Streckung für einige Wochen ruhig gestellt werden. Bei größeren Verletzungen muss der Strecksehnenapparat in einer kleinen OP (Arthroskopie) versorgt werden.

Kniescheibenbruch

Ursachen

Ein Kniescheibenbruch entsteht oft durch direkte Gewalteinwirkung auf das Knie im Rahmen eines Sturzes oder Verkehrsunfalles. Selten kann ein Teil der Patella auch bei der Patellaluxation abbrechen.

Symptome und Diagnose

Typischerweise ist auch hier ein Gelenkerguss sichtbar und die Streckung des Kniegelenks schmerzhaft eingeschränkt. Offensichtliche Verletzungen der Haut und Hämatome können ein erster Hinweis auf das Vorliegen eines Kniescheibenbruchs sein. Manchmal können die Bruchfragmente getastet werden. Für eine sichere Diagnose muss aber ein Röntgenbild angefertigt werden.

Therapie

Falls die Bruchfragmente nicht zueinander verschoben sind, kann der Bruch ohne Operation mit Entlastung durch Gehstützen und Ruhigstellung behandelt werden. Falls die Trümmer aber verschoben sind sollte eine operative Versorgung mit Drähten vorgenommen werden.

Insgesamt gesehen heilt der Kniescheibenbruch gut aus, aber im späteren Verlauf kann sich eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung oder eine sogenannte Retropatellararthrose entwickeln.

Behandlung

Die Therapie bei Schmerzen im Bereich des Kniegelenks ist abhängig von der zugrundeliegenden Ursache. Handelt es sich um Erkrankungen, die konservativ (nicht-operativ) behandelt werden können, so helfen in der Akutphase schmerzhemmende Medikamente in Tablettenform (zum Beispiel Diclofenac, Ibuprofen) oder als Salbe (Voltaren, enthält den Wirkstoff Diclofenac). Bei Verletzungen hilft oftmals ein Kühlen des Knies während bei anderen Erkrankungen wie beispielsweise der Arthrose zumeist Wärme als angenehmer empfunden wird. Je nach Erkrankung kann eine temporäre vollständige bis teilweise Ruhigstellung oder Unterstützung des Kniegelenks in Form einer Orthese notwendig sein. Zu den Indikationen zählen beispielsweise Verletzungen des Bandapparates oder der Menisken.

Bei den meisten Erkrankungen oder Verletzungen sollte eine zu lange Schonung des Knies jedoch vermieden werden, sodass es rasch – gegebenenfalls unter physiotherapeutischer Anleitung – wieder beübt werden sollte. Auch Schuheinlagen und Bandagen können hilfreich sein, ebenso wie Gehstützen.
Neben der Physiotherapie kommt in der konservativen Behandlung auch die physikalische Therapie zum Einsatz. Sie arbeitet unter anderem mit Ultraschall sowie Wechsel- und Gleichstrom. Es kommt zu einer verbesserten Durchblutung, einer Hemmung von Entzündungsvorgängen und der Lockerung verspannter Muskelpartien. Zu den invasiven Therapiemethoden bei Knieschäden zählen die Kniespiegelung (Knie-Arthroskopie) und die Operation. Die Arthroskopie dient hierbei oftmals erst einmal diagnostischen Zwecken, sie ermöglicht aber auch das Durchführen von Eingriffen wie einer Knorpelglättung, oder der Entfernung bestimmter Strukturen. Die offene Operation kommt zum Beispiel bei einem Ersatz von Bändern, einer Korrektur von Knochenfehlstellungen oder dem Einsatz eines künstlichen Kniegelenks zum Einsatz.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 14.10.2017
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