Die Elektrostimulation
Synonyme im weitestem Sinne
Elektroreiz, Nervstimulation, Muskelstimulation
Einleitung
Immer wieder stellt sich die Frage warum Sportler Stunden im Fitnessstudio die Gewichte heben, obwohl der Muskelreiz auch extern gesetzt werden kann. Die Vorstellung eines Muskelzuwachs und damit verbundenen Fettverbrennung auf der Couch vor dem Fernseher ist besonders bei Trainingsmuffeln beliebt.
Eingefleischte Kraftsportler und Fitnesssportler halten jedoch meist wenig von der Elektrostimulation, und ziehen ein Training mit Hanteln dieser Methode vor. Um den Trainingsreiz zu verstärken, wird diese Form oftmals mit dem herkömmlichen (exzentrischen und konzentrischen) Training verbunden. Diese Form des Krafttrainings sollte jedoch mit unbedingter Vorsicht genossen werden, da hierbei besonders hohe Belastungen der Muskulatur zur erwarten sind.
Dabei hat diese Methode der Muskelinnervation durch externe Elektroreize Vorteile und Nachteile. (siehe unten)
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Definition
Unter Elektrostimulation wird ein gezielter Muskelaufbau, die Steigerung der Schnellkraft oder eine Verbesserung der Maximalkraft durch gezielte Stromstöße an der Muskulatur selbst, oder den innervierenden Nerv verstanden.
Anwendungsbereiche
Die Elektrostimulation wird besonders im Rehabilitationsbereich eingesetzt, da eine verbesserte Hypertrophie (Muskelaufbau) zu erwarten ist. Zudem erfolgt keine Belastung der Gelenke.
Durch den verbesserten Muskelaufbau wird die Elektrostimulation besonders bei ambitionierten Kraftsportlern als Ergänzungstraining eingesetzt.
Wie auch bei der willkürlichen Kontraktion, ist das Trainingsziel abhängig von der Kontraktionsdauer. Eine Belastung von 3 Sekunden und weniger fördert die Schnellkraft, 6 Sekunden verbessert die Maximalkraft und Belastungen im Bereich von 10 Sekunden bewirken einen Muskelaufbaureiz.
Grundsätze der Elektrostimulation
- Maximal 3 Muskelgruppen trainieren
- Die Elektrostimulation nur ergänzend im Training einsetzen.
- Impulsfrequenz zwischen 50 und maximal 100 Hertz
- Stimulationsdauer zwischen 3 und 10 Sekunden, je nach Trainingsziel
- Bei kurzen, intensiven Belastungen sollte die Pausenlänge ausreichend sein. (bei 3 Sek. Belastung ca. 3 Minuten Pause, bei 10 Sekunden Belastung reicht 1 Minute)
Vorteile der Elektrostimulation
- Durch die externen Reize sind erhöhte Spannungen in der Muskulatur zu erwarten, und dadurch verbessert sich der Muskelaufbau.
- Durch die elektrische Stimulation können zeitlich längere Muskelspannungen erreicht werden, was ebenfalls zu verstärkten Anpassungen führt.
- Muskelgruppen und einzelne Muskeln können isolierter kontrahiert werden.
- Die Ermüdungsbedingte Leistungsreduktion des Zentral- Nervensystems wird ausgeklammert und ein erhöhter Trainingsumfang und Trainingsintensität sind realisierbar.
- Der Zeitaufwand ist deutlich geringer als bei einem herkömmlichen Krafttraining.
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Nachteile der Elektrostimulation
- Die Anpassung der Elektrostimulation bezieht sich nur auf die Muskulatur. Ein langfristiges Training führt zu Defiziten im Gelenkbereich und langfristige Schädigungen bleiben nicht aus. Daher sollte dieses Training als Variation des Hanteltrainings angesehen werden.
- Die Muskulatur und Anliegende Sehnenapparat besitzen zahlreiche Schutzmechanismen um vor Überdehnung (Muskelspindeln) oder zu starker Kontraktion zu schützen. Diese werden durch externe Innervation außer Kraft gesetzt.
- Krafttraining ist das Zusammenspiel zwischen Nervensystem und Muskulatur. Diese Definition des Krafttrainings wird außer Kraft gesetzt
- Die durch das Krafttraining bedingte verbesserte Koordination zwischen Muskulatur und Nervensystem findet nicht statt.
- Bei einem herkömmlichen, willkürlichen Krafttraining werden zuerst die kleinen und langsamen motorischen Einheiten, und anschließend die großen, schnellen Einheiten kontrahiert (Hennemannsche Innervationsprinzip). Bei der Elektrostimulation wird diese Reihenfolge umgekehrt, und es erfolgt keine intramuskuläre Koordination. Für den professionellen Kraftsport ist diese Methode daher nicht wirksam.
- Durch die Elektrostimulation werden überwiegend die außen liegenden Muskelfasern kontrahiert. Der Reiz reicht oftmals nicht aus, um bei größeren Muskeln die innen liegenden Fasern zu erreichen.
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