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Übertraining

Einleitung

Unter einem Übertraining versteht man einen Überbelastungszustand des Organismus. Hervorgerufen wird das Übertraining durch ein kontinuierliches Training mit zu hohen Intensitäten. Gekennzeichnet ist das Übertraining durch einen zunächst stagnierenden Leistungszustand mit letztendlich sinkender Leistung. Problematisch ist das Übertraining, da die sinkende Leistung oft auf falsches oder sogar zu geringes Training zurückgeführt wird. Begleiterscheinungen des Übertrainings sind häufig Schlafstörungen, Kopfschmerzen und Stress.  Eine krankheitsbedingter Leistungsrückgang durch beispielsweise Infektionen muss ausgeschlossen werden.

Definition

Beim Übertraining handelt es um eine Ausschlussdiagnose bei der trotz ausreichender Regeneration über einen Zeitraum von mindestens zwei Wochen ein Leistungsabbau ohne nachweisbare organische Krankheit besteht.

Engl. Overtraining syndrom


Symptome

Die Symptome des Übertrainings sind sinkende Leistungsfähigkeit trotz intensiven und häufigen Trainings. Oftmals ist dies mit Verschlechterung der Technik verbunden.  Eine stagnierende Leistungsfähigkeit muss aber nicht durch Übertraining bedingt sein. Dabei handelt es sich meist um zu monotone und zu schwache Trainingsreize. Eine Variabilität im Trainingsplan schafft hierbei Abhilfe. Weitere Symptome des Übertrainings sind wie eingangs erwähnt Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Anfälligkeit für Infektionskrankheiten, erhöhter Ruhepuls, sowie Belastungspuls und erhöhte Laktatwerte. Weitere Begleiterscheinungen sind Schmerzen am Bewegungsapparat. Die Verletzungsanfälligkeit steigt und Ermüdungsbrüche folgen. Je nach Sportler und Leistungsniveau kann das Übertraining zu Depressionen führen.

Unterscheidungen

Das Übertraining wird unterschieden in sympathikoides Übertraining (basedown) und parasympathikoides Übertraining (addisonoid). Sympathikoides Übertraining ist eher temporär und gekennzeichnet durch erhöhte Herzfrequenz, Schlafstörungen und organbezogene Beschwerden. Parasympathikoides Übertraining ist eher chronisch und durch depressive Anteile gekennzeichnet. Letztere sind aufgrund ihrer Symptomarmut schwerer zu diagnostizieren.

Ursache

Übertraining wird hervorgerufen durch einen Überbelatungszustand über einen langanhaltenden Zeitraum. Das Übertraining tritt meist im anaerob laktaziden Energiebereich (Belastung im Bereich 30 sek- 2 Min) und bei intensiven Ausdauerbelastungen auf. Einen sprunghaften Anstieg des Trainingsumfangs (Einheiten pro Woche) und zu häufige Wettkämpfe sind ebenfalls mögliche Ursachen für das Übertraining. Daneben stehen Stresssituation wie Prüfungen, Beziehungsprobleme, Engpässe im Zeitbudget oder zu frühe Wiederaufnahme des Trainings nach Erkrankungen und einseitige Ernährung als Trainingsunabhängige Faktoren für Übertrainingssymptome.   Die Ursache für das Übertraining ist ein falscher Rhythmus von Belastung und Erholung. Das Training setzt immer den Reiz für Anpassungsvorgänge während der Regenerationszeit. Wird jedoch dem Körper/ Organismus nicht ausreichend Zeit gegeben um sich anzupassen, wird ein neuer Trainingsreiz zu früh gesetzt. Der Organismus befindet sich jedoch noch in der Phase des Aufbaus.

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Diagnose

Ein etabliertes Diagnoseprogramm existiert bis heute nicht. Da das Übertraining durch multifaktorielle Ursachen und unterschiedliche Symptome verbunden wird, ist eine einheitliche Diagnose fast nicht möglich. Eine Auseinandersetzung mit dem Sportler durch persönliche Gespräche und Befindlichkeitstests können bei der Diagnosefindung hilfreich sein. Es existiert ein standartisierter Fragebogen POMS (profile of mood state), der dabei hilfreich sein kann.

Therapie

Auch gibt es keine spezielle medikamentöse Therapie. Eine Behandlung mit Nahrungsergänzungspräparaten und Antidepressiva wird nicht empfohlen. Das Ausschalten der Ursachen für das Auftreten des Übertrainings ist hingegen ratsam. Ein Wechsel der Belastung (temporärer Wechsel der Sportart) wird ebenfalls über einen kurzen Zeitraum empfohlen. In manchen Fällen ist das Übertraining chronisch und kann monatelang andauern.

Wie kann das Übertraining behandelt werden?

Je nach Grad des Übertrainings kann die Therapie unterschiedlich in Art und Weise und Länge ausfallen. Eine sportärztliche Untersuchung ist dringend zu raten. In erster Line muss dem Körper eine zunächst ausreichende Zeit gegeben werden, um alles Belastungen und Überbelastungen ausreichend zu kompensieren. In weniger schlimmen Fällen reicht dabei meist eine Trainingspause von ca. einer Woche. Doping stellt in keiner Weise eine Behandlung des Übertrainings dar.


Wie kann Übertraining vermieden werden?

Entscheidend für sportlichen Erfolg ist immer eine optimale Gestaltung im Wechsel von Belastung und Erholung. Wie lang die Pausen nach dem Training wirklich sind, kann keiner genau sagen. Auf körpereigene Reize sollte man sich jedoch immer verlassen. Schmerzt die Muskulatur, ist vom Training dringend abzuraten. In der Regel reichen 24 bis 48 Stunden um überschwellig starke Reize zu regenerieren. Zu starke Reize führen zu einem starken Muskelkater und benötigen daher längere Regenerationszeiten. Das heißt allerdings nicht, dass ein Krafttraining oder Ausdauertraining nicht spürbar sein sollte.