Oberschenkelschmerzen

Einleitung

Der Oberschenkel bezeichnet den Abschnitt des Beines, welcher zwischen Hüfte und Knie liegt und aus dem Oberschenkelknochen, vorderer, seitlicher und hinterer Muskulatur, Gefäßen und Nerven sowie Fett- und Bindegewebe besteht.

Oberschenkelschmerzen können viele verschiedene Ursachen haben und kommen häufig im Rahmen von Sportverletzungen vor. Häufig sind durch die Oberschenkelschmerzen auch die Kniegelenke oder das Hüftgelenk beeinträchtigt, wodurch es zu einer Fehlbelastung und einem daraus folgenden Schmerzereignis kommen kann.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Schmerzen im Oberschenkel.

Zur genaueren Beschreibung der Oberschenkelschmerzen werden verschiedene Unterteilungen vorgenommen:

  • Schmerzcharakteristik: Der Schmerz kann stechend, dumpf, punktuell, diffus, mit oder ohne Ausstrahlung in angrenzende Körperregionen sein. Es kann sich zum Beispiel um einen Schmerz durch ein Krampfereignis oder durch Steifigkeit handeln.
  • Schmerzdauer: Es kann sich hierbei um sporadisch wiederkehrende, einmalige oder chronische Schmerzen handeln.
  • Schmerzauslöser: Der Schmerz kann unter anderem in Ruhe, nach langem Sitzen, im Liegen oder nach körperlicher Belastung wie etwa beim Treppensteigen oder beim Sport sowie bei extremen Bewegungen, wie dem in die Hocke gehen, auftreten.

Ebenfalls sind begeitende Symptome, wie etwa Missempfindungen, Taubheitsgefühl und Kribbeln oder Rückenschmerzen und Knieschmerzen zu berücksichtigen, um der Ursache der Oberschenkelschmerzen auf den Grund zu gehen.

Durch das Schmerzereignis kann es zur Einschränkung des Gangs und bestimmter Bewegungen und auch zu Fehlbelastungen der Gelenke und Muskeln kommen. So kann sich dieses Problem schnell vergrößern und es kann eine Schmerzsymptomatik im gesamten Körper entstehen. Besonders die chronischen und sehr starken Oberschenkelschmerzen können die Lebensqualität des Betroffenen erheblich beeinflussen und sollten deshalb nach Möglichkeit von einem fachkundigen Arzt behandelt werden.


Ursachen

Ursachen für akute Oberschenkelschmerzen

Der Oberschenkelschmerz kann vielfältige Ursachen haben und sollte deshalb von einem Facharzt untersucht werden.

Die Verletzung der Oberschenkelmuskulatur ist die häufigste Erklärung für den akut auftretenden Oberschenkelschmerz. Hierbei kann es sich um eine Überbelastung der Muskulatur durch körperliche Aktivität wie Joggen und Ähnlichem handeln. Dieser Schmerz sollte dann nach einigen Tagen nachlassen und wieder vollkommen verschwinden. Man spricht hier auch von einem starken Muskelkater, bei dem es durch Überanspruchung zu Mikrorissen in der Muskulatur kommt. Diese Form von Oberschenkelschmerz kann durch ein gezieltes Aufwärmprogramm, eine nicht zu starke körperliche Belastung und ausreichend Dehnung vor, nach und während der körperlichen Aktivität weitestgehend verhindert werden.
Sind die schmerzen nach einer äußerlichen Gewalteinwirkung, z.B. einem Sturz, Schlag oder Tritt, entstanden, könnte auch eine Oberschenkelprellung zugrunde liegen.
Auch eine Sehnenentzündung am Oberschenkel kann durch eine Überlastung oder Fehlbelastung entstehen, sie kann aber auch durch eine Beinfehlstellung zustande kommen. Diese Schmerzen dauern sogar mit angemessener Schonung meist einige Wochen an.

Alternativ kann es sich sogar um einen Muskelfaserriss handeln, der für ein länger andauerndes Schmerzereignis verantwortlich ist. Dieser entsteht ebenfalls durch eine Überanstrengung der Muskulatur und sollte durch eine körperliche Schonung, Kühlung und eine medikamentöse Schmerztherapie behandelt werden (siehe: Muskelfaserriss des Oberschenkels).

In sehr seltenen Fällen liegt eine Verletzung des Oberschenkelknochens oder eine tumoröse Veränderung vor. Mittels eines bildgebenden Verfahrens, zum Beispiel in Form eines Röntgenbildes kann dieser Verdacht sehr schnell ausgeschlossen oder erhärtet werden.

Ursachen für chronische Oberschenkelschmerzen

Die häufigste Ursache des chronischen Oberschenkelschmerzes sind Funktionsstörungen und Reizungen der Nerven, die den Oberschenkel motorisch und sensibel versorgen. Diese stammen aus dem Rückenmark und verlassen auf Höhe der Lendenwirbelsäule als sogenannter Plexus Lumbalis den Wirbelsäulenkanal und versorgen die gesamte untere Extremität.

Durch die Lokalisation des Schmerzes lässt sich das Schmerzereignis einem oder mehreren bestimmten Nerven zuordnen. Zu diesem Funktionsstörungen kann es zum Beispiel durch einen lumbalen Bandscheibenvorfall kommen. Neben den Oberschenkelschmerzen lassen sich hierbei häufig auch noch Schmerzen in anderen Körperregionen feststellen. Auch können die Schmerzen von Empfindungsstörungen und Kraftminderung begleitet werden. Eine Funktionsstörung oder Reizung eines Nerves liegt jedoch nicht zwangsläufig am Austrittspunkt desselben aus dem Wirbelkanal vor. Im Prinzip kann der Nerv in seinem kompletten Verlauf durch Muskeln, Flüssigkeitsansammlungen, Fremdkörper oder andere Arten von Raumforderungen komprimiert werden.

Auch durch eine leichte Druckerhöhung kommt es bereits zu einem Schmerzereignis, sodass die Ursachensuche sehr schwierig sein kann.
Sehr detaillierte bildgebende Verfahren wie CT und MRT der LWS können bei der Suche nach einer Komprimierung eines solchen Nervs helfen oder dies als Ursache weitestgehend ausschließen.

Schmerzen des vorderen Oberschenkels

Wenn der Oberschenkelschmerz vor allem die Vorderseite des Oberschenkels betrifft, ist meist von einer Reizung des Femoralnervs auszugehen, der die vordere Oberschenkelseite und den Musculus quadrizeps femoris, der den größten Anteil der vorderen Oberschenkelmuskulatur darstellt, sensibel und motorisch versorgt.

Zu der Nervenreizung kann es durch Überbelastung des Oberschenkels im Rahmen von häufigen Hüftbeugebewegungen und körperlicher Aktivität kommen, oder durch langes Sitzen, das zu einer Einklemmung und damit einer mechanischen Reizung des Nervs in der Leiste führen kann. In diesem Fall treten neben den Schmerzen auch Taubheitsgefühl oder Kribbeln auf.

Eine weitere Ursache für den vorderen Oberschenkelschmerz sind Fehlhaltungen und Fehlstellungen im Rücken, in der Hüfte oder in den Füßen. Zum Beispiel führt das ständige Einknicken in einer Hüfte während dem Stehen zu einer einseitigen Verhärtung des Quadrizeps, was dann wiederum zu Oberschenkelschmerzen führen kann.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Schmerzen im vorderen Oberschenkel

Schmerzen vorderer Oberschenkel

  1. Vierte Lendenwirbel -
    Vertebra lumbalis IV
  2. Seitlicher Hautnerv
    des Oberschenkels -
    Nervus cutaneus femoris lateralis
  3. Oberschenkelnerv -
    Nervus femoralis
  4. Oberschenkelbein - Femur
  5. Gerader Oberschenkelmuskel -
    Musculus rectus femoris
  6. Äußerer Oberschenkelmuskel -
    Musculus vastus lateralis
  7. Innerer Oberschenkelmuskel -
    Musculus vastus medialis
    Mittlerer Oberschenkelmuskel -
    M. vastus intermedius (verdeckt)
    (5. bis 7. - Vierköpfiger
    Oberschenkelmuskel -
    Musculus quadriceps femoris
  8. Kniescheibe - Patella

    Häufige Ursachen für Schmerzen
    am vorderen Oberschenkel:

    A - Bandscheibenvorfall
    B - Hüftschmerzen
    C - Nerveneinklemmung in der Leiste
    D - Knochenbruch
    E - Zerrung / Muskelfaserriss /
    Muskelprellung / Muskelkater
    F - Knieschmerzen

Eine Übersicht aller Abbildungen von Dr-Gumpert finden Sie unter: medizinische Abbildungen

Schmerzen des inneren Oberschenkels

Auch der Schmerz an der Oberschenkelinnenseite kann durch eine Überbeanspruchung der Muskulatur, der sogenannten Adduktorengruppe, oder durch eine Reizung des versorgenden Nervs bedingt sein. Der Nerv, der die Oberschenkelinnenseite innerviert wird Nervus obturatorius genannt.

Ein kleiner Teil der inneren Oberschenkelmuskulatur wird vom Nervus genitofemoralis versorgt. Wenn dieser in seinem Verlauf gereizt oder geschädigt wird, kommt es neben den Schmerzen im Oberschenkel auch zu Schmerzen in Leiste und Schmerzen im Hoden, da diese Körperregionen ebenfalls von einem Ast des Nervs versorgt werden.

Zur Überbeanspruchung der Muskulatur kommt es vor allem durch die Sportarten Reiten und Fußball. Auch kann es bei Unfällen, wie etwa dem Ausrutschen auf Glatteis, was unweigerlich zu einer Ausfallbewegung nach außen mit Spreitzen der Beine führt, zu einer Überbeanspruchung oder sogar Zerrung der Adduktoren kommen. Falsche Körperpositionen und Sitzhaltungen, wie etwa das Sitzen mit übereinandergeschlagengen Beinen, kann diese Muskulatur ebenfalls überbelasten.

Durch Entzündungen oder Knochenbrüche im Bereich des Beckens sowie Operationen am Unterleib kann es zu einer Nervenreizung des Nervus obturatorius kommen, welche sich ebenfalls durch innere Oberschenkelschmerzen äußert.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Schmerzen im inneren Oberschenkel

Schmerzen des äußeren Oberschenkels

Die Oberschenkelaußenseite wird durch den Nervus cutaneus femoris lateralis versorgt, welcher den äußeren Oberschenkel versorgt.

In diesem Bereich wird die Muskulatur von einer großen Sehne, dem Tractus iliotibialis überdeckt, der häufig den Ausgangspunkt des Schmerzereignisses darstellt. Durch falsche Belastung oder durch eine Verklebung dieses sehnigen Tractus kann es zu isolierten Schmerzen im äußeren Oberschenkel kommen. Eine falsche und übermäßige Belastung entsteht zum Beispiel durch breitbeiniges Gehen oder durch das vorliegen von X-Beinen. Häufig sind in diesem Fall auch die Knie durch die Fehlstellung betroffen und vermehrt belastet, was zu Degeneration und Bewegungseinschränkung führt. Außerdem kann der versorgende Nerv durch die Unterkreuzung des Leistenbandes komprimiert und dadurch gereizt werden.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Schmerzen im äußeren Oberschenkel

Schmerzen äußerer Oberschenkel

  1. Darmbeinkamm -
    Crista iliaca
  2. Darmbein-Schienbein-Sehne -
    Tractus iliotibialis
  3. Großer Gesäßmuskel -
    Musculus gluteus maximus
  4. Äußerer Oberschenkelmuskel -
    Musculus vastus lateralis
  5. Kniescheibe -
    Patella
  6. Kreuzbein-Darmbein-Gelenk
    (ISG-Gelenk)
    Articulatio sacroiliaca
  7. Darmbeinschaufel -
    Ala ossis ilii
  8. Oberschenkelbein -
    Femur
  9. Schienbeinschaft - Corpus tibiae
    Häufige Ursachen für Schmerzen am äußeren Oberschenkel:
    A - Morbus Bechterew - Rheumatische Erkrankung
    B - Hüftschmerzen
    C - Meralgia parästhetica - Nervenkompressionssyndrom
    D - Knochenbruch
    E - Knieschmerzen

Eine Übersicht aller Abbildungen von Dr-Gumpert finden Sie unter: medizinische Abbildungen

Schmerzen des hinteren Oberschenkels

Schmerzen im Bereich der Oberschenkelrückseite werden meist mit dem Ischiasnerv in Verbindung gebracht. Diese kann an verschiedenen Stellen in seinem Verlauf eingeklemmt und gereizt werden und kann neben den Oberschenkelschmerzen auch Rückenschmerzen, Steißbeinschmerzen, Gesäßschmerzen oder sogar Schmerzen im Unterschenkel und im Fuß auslösen. Der Nerv geht ebenfalls auf Höhe der unteren Lendenwirbelsäule aus dem Wirbelkanal hervor und verläuft durch ein Loch im Becken, das durch den Musculus piriformis geteilt wird, entlang der inneren Oberschenkelrückseite bis zur Kniekehle. Er wird in seinem Verlauf unmittelbar durch die hintere Oberschenkelmuskulatur bedeckt.

Ursächlich für die Reizung dieses Nervs kann ein lumbaler Bandscheibenvorfall sein oder eine Verhärtung der Gesäßmuskulatur. Hierbei ist vor allem der Musculus piriformis wichtig, denn dieser befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Nerv und ist häufig angespannt und kann zu einer dauerhaften Kompression des Nervs führen. In vielen Fällen führt auch die falsche Sitzhaltung zu einer vermehrten Belastung der Oberschenkelrückseite oder des Gesäßes. Zum Beispiel führt eine liegende Position im Stuhl, die zunächst einen entspannten Eindruck gewinnen lässt, zu einer dauerhaften Anspannung der hinteren Oberschenkelmuskulatur. Neben dieser häufigen nervalen Ursache kann es auch zu einer Verklebung der Muskelfaszien auf der Oberschenkelrückseite kommen.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Schmerzen im hinteren Oberschenkel

Schmerzen hinterer Oberschenkel

  1. Vierte Lendenwirbel -
    Vertebra lumbalis IV
  2. Darmbeinschaufel -
    Ala ossis ilii
  3. Kreuzbein - Os sacrum
  4. Großer Gesäßmuskel -
    Musculus gluteus maximus
  5. Ischiasnerv -
    Nervus ischiadicus
  6. Oberschenkelbein -
    Femur
  7. Zweiköpf. Oberschenkelmuskel -
    Musculus biceps femoris
  8. Halbsehniger Muskel -
    Musculus semitendinosus
  9. Halbmembranöser Muskel -
    Musculus semimembranosus
  10. Äußerer Wadenmuskel - Musculus gastrocnemius, Caput laterale
    Häufige Ursachen für Schmerzen am hinteren Oberschenkel:
    A - Bandscheibenvorfall
    B - ISG - Blockade, Ischias-Schmerz
    C - Hüftschmerzen
    D - Knochenbruch
    E - Zerrung / Muskelfaserriss / Muskelprellung /Muskelkater
    F - Knieschmerzen

Eine Übersicht aller Abbildungen von Dr-Gumpert finden Sie unter: medizinische Abbildungen

Oberschenkelschmerzen nachts

Bei Oberschenkelschmerzen, die vor allem Nachts und in Ruhe auftreten, kann es sich unter anderem um die Erkrankung Meralgia paraesthetica handeln. Hierbei kommt es zu einer Kompression des Nervus cutaneus femoris lateralis, der die äußere Oberschenkelmuskulatur versorgt. Auslöser dieser Erkrankung sind Infektionen, Giftstoffe oder operative Eingriffe.
Es kommt zu Empfindungsstörungen, Schmerzen und Brennen vor allem an der Außenseite des Oberschenkels. Diese Symptome treten meist einseitig auf. Die Schmerzen treten vor allem bei gestreckten Beinen oder durch Verstärkung des Druckes in Seitenlage, wie es in der Nacht der Fall sein kann, auf. Durch einen gezielten Griff des untersuchenden Arztes mit Druck auf den vorderen oberen Darmbeinstachel kann die Verdachtsdiagnose erhärtet werden.

Eine weitere mögliche Ursache der Oberschenkelschmerzen im Ruhezustand stellt die Reizung der Nervenwurzeln an ihren Austrittspunkten aus dem Wirbelkanal oder im Verlauf dar. In einigen Fällen kann auch eine Hüftgelenksarthrose zu dieser Symptomatik führen (siehe: Hüftarthrose Symptome).

Was tun bei Oberschenkelschmerzen?

Um den Oberschenkelschmerz langfristig zu lindern und ein erneutes Auftreten zu verhindern, ist eine kausale Therapie, also eine Behandlung der Grunderkrankung, sinnvoll.

Sind die Oberschenkelschmerzen lediglich durch eine körperliche Überanstrengung bedingt, so sollte das Sportverhalten verändert werden. Der Elektrolythaushalt des Sportlers kann zusätzlich durch die Gabe von Magnesium stabilisiert werden, welches bei körperlicher Aktivität vermehrt eingenommen werden sollte.

Bei schwerwiegenderen Ursachen gibt es verschiedene Therapieoptionen, die am Besten im Rahmen eines Beratungsgespräches mit einem fachkundigen Arzt und abhängig vom Einzelfall besprochen werden. Gerade bei degenerativen Veränderungen wie Bandscheibenvorfällen ist eine operative Therapie jedoch sorgsam abzuwägen, da dies meist ein großer Eingriff ist und die Erfolgsaussichten nicht immer vielversprechend sind (siehe: Bandscheibenvorfall LWS Therapie). In seltenen Fällen liegt eine Verletzung des Knochens als Ursache für den Oberschenkelschmerz zugrunde. Diese sollte dann operativ versorgt werden (siehe: Oberschenkelbruch).

Schmerzlinderung

Neben der kausalen Therapie sollte bei Bedarf des Patienten eine medikamentöse Schmerztherapie erfolgen (siehe: Schmerzmittel).

Hierzu eignen sich vor allem die Medikamente, die als Gruppe der NSAR zusammengefasst werden. Diese Abkürzung steht für den Namen Nichtsteroidale Antirheumatika. Zu ihnen zählen unter anderem Ibuprofen® und ASS®. Auch können Muskelrelaxantien, also Medikamente, die die Muskulatur entspannen eingesetzt werden. Reichen diese Medikamente zur Schmerzlinderung nicht aus, können stärkere Schmerzmittel verordnet werden, die eine zentrale Schmerzdämpfung im Gehirn bewirken. Jedoch muss unbedingt bei allen Formen der dauerhaften Schmerzmittelgabe darauf geachtet werden, dass der Patient nicht abhänging von diesen wird. Auch sollte Nebenwirkungen, wie etwa der Säurebelastung für den Magen, bei dauerhafter Ibuprofeneinnahme Beachtung geschenkt werden.

Neben der medikamentösen Therapie eignen sich physikalische Anwendungen in Form von Wärme oder Kältetherapie, Krankengymnastik und Muskelaufbau in einer schmerzfreien Phase. Durch Physiotherapie können schmerzhafte Verspannungen und Blockierungen der Muskulatur gelöst werden, sodass bereits schnell eine Linderung der Symptome erfolgt.

Eine weitere Therapiemöglichkeit stellt die Injektion von Lokalanästhetika zur Betäubung des Schmerzes dar. Diese werden meist mit entzündungshemmenden Substanzen in Form von Kortison gemischt. Sie können gezielt in den Ort der Nervenreizung injiziert werden. Dies kann zum Beispiel auf Wirbelsäulenebene durch eine computertompgraphisch überwachte Injektion in die Spinalnervenwurzel erfolgen, oder auch im weiteren Verlauf des Nervs. Häufig reicht jedoch eine einzige Betäubung des Nervs nur für einen begrenzten Zeitraum aus, sodass das Verfahren wiederholt werden muss. Wenn keine langfristige Besserung erzielt werden kann, besteht die Möglichkeit, eine dauerhafte Schmerzinjektion über einen sogenannten Schmerzkatheter anzulegen.

Weiterführende Informationen

Weitere Themen zum Thema Oberschenkelschmerzen finden Sie hier:

Eine Übersicht aller orthopädischen Themen finden Sie hier: Orthopädie A-Z.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 17.01.2018
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