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Blähbauch

Definition

In der Fachsprache wird der Blähbauch auch als „Meteorismus“ bezeichnet und vielfach gleichgesetzt mit der Flatulenz, den Blähungen. Ein Blähbauch beschreibt jedoch zunächst nur die Gasansammlung innerhalb der Bauchhöhle. Die Gase können sich in der freien Bauchhöhle, im Darm oder in anderen Bauchorganen befinden, in der Vielzahl der Fälle ist jedoch der Dickdarm für den Meteorismus verantwortlich. Ein Blähbauch fällt den Betroffenen zunächst durch den großen, aufgeblähten und kugelförmigen Bauch auf, der zusätzlich Druck ausüben und mit Krämpfen einhergehen kann. Bei der Gasansammlung kann es sich neben normaler Raumluft um diverse gasförmige Stoffe handeln, die als Produkte von Stoffwechselprozessen der Verdauung und im Rahmen bestimmter Krankheiten entstehen können. Ein Blähbauch kann sehr harmlos sein, kann in seltenen Fällen aber auch das Symptom einer bedrohlichen Erkrankung darstellen.

Ursachen

Die Ursachen für einen Blähbauch sind zahlreich und können von harmlosen Verdauungsprozessen bis zu gefährlichen Darmblockaden oder entzündlichen Erkrankungen des Bauchraumes reichen. Die harmlosen Ursachen sind dabei wesentlich häufiger, sodass der Blähbauch zunächst keinen Anlass zur Beunruhigung bietet.

  • In den allermeisten Fällen stecken bestimmte Lebensmittel, Getränke oder Medikamente hinter der Gasansammlung im Darm. Sämtliche Lebensmittel werden mithilfe von Darmenzymen in ihre molekularen Bestandteile zersetzt. Einige Lebensmittel sind chemisch so konstruiert, dass bei der Verdauung vermehrt Gase freigesetzt werden, die sich im Inneren des Darms ansammeln. Dazu zählt vor allem eine sehr ballaststoffreiche Nahrung, die zum Beispiel Getreide, Hülsenfrüchte, Kohl oder Trockenfrüchte beinhaltet. Zusätzlich können kohlensäurehaltige Getränke die Gasmenge im Darm stark steigern.
  • Bei einigen Menschen kann zusätzlich eine Nahrungsmittelunverträglichkeit vorliegen. Typisch ist das bei der Zöliakie oder der Laktoseintoleranz. Die fehlenden Enzyme zur Verdauung dieser Lebensmittel bewirken, dass die Stoffe unter anderen chemischen Reaktionen mit einer deutlich erhöhten Gasproduktion abgebaut werden.
  • Auch Entzündungen der Bauchorgane können hinter einem Blähbauch stecken. Dazu zählen einerseits Infektionen des Magen-Darm-Traktes aber auch Gallenwegs- und Gallenblasenentzündungen oder die säurebedingte Entzündung der Speiseröhre und des Magens bei der gastroösophagealen Refluxerkrankung. Seltener können eine gefährliche Bauchspeicheldrüsenentzündung oder eine Bauchfellentzündung für die Gasansammlung verantwortlich sein.
  • Weiterhin kann der Blähbauch ein Symptom schwerer Erkrankungen sein, die den Allgemeinzustand des gesamten Körpers betreffen. So können etwa ein Darmverschluss, eine Herzinsuffizienz, eine Leberzirrhose oder ein Reizdarmsyndrom als Grunderkrankung einen Blähbauch zur Folge haben.

Für weitere Informationen zu diesem Thema lesen Sie auch unseren HauptartikelUrsachen eines Blähbauchs

Diese Medikamente können einen Blähbauch verursachen:

Auch zahlreiche Medikamente können einen Blähbauch verursachen. Insbesondere oral (über den Mund) eingenommene Medikamente können bei ihrer Zersetzung im Magen und Darm sowie durch ihre Wirkung auf die Magen-Darm-Schleimhaut den Meteorismus verursachen. Häufig eingenommene Mittel, die zu der Gasentwicklung beitragen sind Antibiotika und Schmerzmedikamente wie Diclofenac. Dies ist zurückzuführen auf die veränderte Magen-Darm-Flora. Beim Einsatz der Antibiotika werden neben den schädlichen Bakterien auch zahlreiche normal im Darm angesiedelte Bakterien abgetötet, die wichtige Rollen bei der Verdauung einnehmen. Nach der Einnahme dauert es einige Tage bis sich die normale Darmflora regeneriert hat und der Blähbauch nachlässt.

Zudem wird ein Blähbauch von Medikamenten verursacht, die zur Therapie bestimmter Erkrankungen bewusst in die Verdauung eingreifen. Dazu zählen etwa Abführmittel oder Abnehmmedikamente, die eine verringerte Nahrungsaufnahme über die Darmschleimhaut bewirken sollen. Auch manche Diabetesmedikamente können die Nebenwirkung Blähbauch zur Folge haben. Diese Mittel hemmen die Aufnahme bestimmter Nahrungsmittelbestandteile aus dem Darm in das Blut, damit sich die Zuckerspiegel nach dem Essen nicht zu stark erhöhen. Der Blähbauch ist in diesen Fällen eine harmlose aber oft lästige Nebenwirkung.

Blähbauch durch Stress

Nicht immer muss eine organische Erkrankung hinter einem Blähbauch stecken. Auch Stress kann in vielfacher Weise Einfluss auf die Gesundheit, die Darmflora und die Verdauung nehmen. Der Darm reagiert bei vielen Menschen sehr empfindlich auf schlechte Lebensgewohnheiten und Änderungen des Bewegungs- und Essverhaltens. Im Stresszustand neigt man dazu, wenig Sport zu treiben, sowie ungesunde Essgewohnheiten zu pflegen. Auch das sogenannte „Reizdarmsyndrom“ kann durch Stress begünstigt werden. Hierbei liegt eine erhöhte Sensibilität des Magen-Darm-Traktes vor, die zu Entzündungen und anderen Symptomen führen kann. Auch Infektionen im Darm können im Zusammenhang mit Stress und dem Reizdarmsyndrom stehen. Das Immunsystem kann durch starken körperlichen und psychischen Stress geschwächt werden, wodurch Entzündungen und das Entstehen eines Reizdarmsyndroms begünstigt werden.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Reizdarmsyndrom

Blähbauch nach einer OP

Ein Blähbauch nach einer Operation stellt eine häufige Beschwerde dar. Schuld daran ist ein Zusammenspiel diverser körperlicher Veränderungen unmittelbar nach der Operation und in den Tagen bis Wochen der Regeneration. Eine primäre Ursache ist die körperliche Untätigkeit in der akuten Erholungsphase. Viele Patienten sind gezwungen für Tage bis Wochen liegen zu bleiben und verbleiben oft, insbesondere bei orthopädischen Operationen, noch viel länger im Bett als notwendig. Dadurch wird die Verdauung behindert und der Stoffwechsel reduziert, wodurch der Nahrungsbrei schwerer und länger im Darm verweilt und sich ein Blähbauch sowie Blähungen ausbilden können. Hinzu kommt eine Nahrungsumstellung, die bei einem empfindlichen Magen-Darm-Trakt schnell zu Symptomen und Beschwerden führen kann. Die Krankenhauskost nach einem Eingriff ist zwar leichter als normal, dennoch können die Beschwerden in Kombination mit der körperlichen Untätigkeit durch das Essen begünstigt auftreten. Abhängig vom Eingriff und der Nachsorge müssen nach der Operation diverse Medikamente eingenommen werden, die unterschiedliche Auswirkungen auf die Verdauung haben können. Insbesondere Antibiotika oder Schmerzmedikamente können den Blähbauch als Nebenwirkung zusätzlich verursachen.

Blähbauch durch Kaffeekonsum

Kaffee wird von den meisten Erwachsenen Menschen regelmäßig konsumiert, obwohl es im gesamten Verdauungstrakt mit Nebenwirkungen einhergehen kann. Das Getränk kann neben dem häufigem Sodbrennen und den Magenschmerzen auch einen Blähbauch verursachen. Die Beschwerden können jedoch mit vermehrtem und regelmäßigem Konsum nachlassen, da sich ein Gewöhnungseffekt einstellt. Lediglich das Sodbrennen kann durch den Kaffeekonsum chronisch verlaufen und sich verschlimmern. Der Blähbauch entsteht oft sekundär als Folge der gesteigerten Bewegung der Darmmuskulatur. Die gesteigerte Muskelkontraktion und somit beschleunigte Verdauung bewirken, dass der Nahrungsbrei oft schon unverdaut und verfrüht in den Dickdarm gelangt, wo er durch gasbildende Bakterien anders als sonst chemisch aufgespalten wird. Um die Symptome zu lindern und nicht auf Kaffee zu verzichten, können zunächst länger geröstete Arabica-Bohnen verwendet werden. Auch Milch zum Kaffee kann die Symptome im Magen-Darm-Trakt positiv beeinflussen.

Blähbauch durch Antibiotika

Antibiotika stellen Medikamente dar, die gezielt Bakterien angreifen und abtöten, um so gegen hartnäckige bakterielle Infektionen oder Besiedlungen angehen zu können. Der Magen-Darm-Trakt beinhaltet jedoch etliche Bakterien, die keinen Krankheitswert besitzen und wichtig für die Erhaltung der Darmflora und den Ablauf der Verdauung sind. Auch sie werden durch die Antibiotika angegriffen und ihr Gleichgewicht wird auseinander gebracht. Eine kurze Behandlung einer akuten Infektion ist dabei jedoch deutlich harmloser als permanente oder langfristige Einnahmen über mehrere Wochen. Die Verdauung wird davon erheblich gestört und die Schleimhaut wird sensibler gegenüber Infektionen und Entzündungen. Dadurch können ein Blähbauch aber auch neue Magen-Darm-Infektionen auftreten. Typisch ist die Infektion mit dem Bakterium „Clostridium difficile“, die vor allem in Krankenhäusern nach langen Antibiotikaeinnahmen entsteht.

Blähbauch durch Milchkonsum

Milch ist eine sehr häufige Ursache eines Blähbauchs. Viele erwachsene Menschen haben eine Milchintoleranz oder –unverträglichkeit in unterschiedlichem Ausmaße. Auch wenn keine vollständige Intoleranz vorliegt, so können bei häufigem Verzehr großer Mengen an Milch Durchfälle, Bauchschmerzen oder ein Blähbauch in Erscheinung treten. Schuld daran ist der Mangel des Enzyms „Lactase“. Dieses spaltet die in Milch und anderen Milchprodukten enthaltene Lactose. Fehlt das Enzym bleibt die Lactose zunächst unverdaut, um in späteren Abschnitten des Darms von gasbildenden Bakterien zersetzt zu werden. Fast alle Menschen bilden die Produktion des Lactase-Enzyms im Erwachsenenalter zurück. In Asien und Afrika sind sogar mehr als 90% der Bevölkerung von einem solchen Enzymmangel betroffen.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Laktoseintoleranz

Behandlung eines Blähbauchs

Die Behandlung eines Blähbauchs kann sehr unterschiedlich ausfallen und muss von der Ursache der Beschwerden abhängig gemacht werden. Eine wichtige Grundtherapie eines geblähten Bauchs, die jedoch nicht auf alle Grunderkrankungen zutrifft, besteht in der Anpassung der Ernährung- und Lebensgewohnheiten. Blähende Lebensmittel sollten hintenangestellt werden, ebenso bieten sich gluten-, lactose- oder fructosefreie Diäten bei etwaigen Allergien und Unverträglichkeiten an. Bei einem fortbestehenden Blähbauch sollte die Dauermedikation von dem Hausarzt oder dem behandelnden Arzt angepasst werden. Chronische oder infektiöse Entzündungen des Darmes müssen gegebenenfalls mit Antibiotika, immunsuppressiven Medikamenten oder anderen Therapien unter Aufsicht eines Arztes therapiert werden.

Seltener hingegen stecken schwere organische Erkrankungen, Krebserkrankungen oder Erkrankungen des Nerven- und Gefäßsystems hinter dem Blähbauch. In diesen Fällen müssen im Krankenhaus von Ärzten individuelle auf die Grunderkrankung abgestimmte Behandlungen eingeleitet werden. In Ausnahmefällen können bei bestimmten Erkrankungen operative Eingriffe am Darm notwendig werden, die auch langfristig einen Blähbauch verhindern. Präventiv sollten bei wiederkehrenden Beschwerden eine gesunde Ernährung, ausreichende Bewegung, bewusste Entspannung und ausreichendes Trinkverhalten an den Tag gelegt werden. Diese Verhaltensweisen nehmen einen erheblichen Einfluss auf die Verdauung und die Gesundheit des Darmes.

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Diese Medikamente können helfen

Lässt sich der Blähbauch nicht mithilfe von Ernährungs- und Lebensgewohnheiten therapieren, kann die Verdauung auch medikamentös reguliert und unterstützt werden. Bei Verstopfungen können in Ausnahmefällen sogenannte „Laxantien“ angewandt werden, die den Stuhl weicher machen und einen Blähbauch behandeln können. Sie dürfen keinesfalls zu häufig eingenommen werden, da sich sonst ein Gewöhnungseffekt einstellt. Auch sogenannte „Probiotika“ können die Verdauung zusätzlich unterstützen. Dabei handelt es sich um medikamentös eingenommene Bakterien und Mikroorganismen, welche die Darmflora in der Spaltung und Verdauung unterstützen. Insbesondere nach zu langen Antibiotikaeinnahmen, Darmentzündungen oder beim Reizdarmsyndrom können die Probiotika zum Einsatz kommen.

Die zahlreichen Grunderkrankungen, die für einen Blähbauch verantwortlich sein können, benötigen oft medikamentöse Therapien. Eine chronisch entzündliche Darmerkrankung wird in den meisten Fällen mit immununterdrückenden Medikamenten behandelt. Diese medikamentösen Therapien müssen jedoch immer noch ausgiebiger Diagnostik durch Anweisung eines Arztes durchgeführt werden.

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Diese Hausmittel helfen

In den meisten Fällen steckt hinter einem Blähbauch lediglich ein harmloses Problem der Verdauung und es bedarf nur selten einer medikamentösen oder ärztlich geleiteten Therapie. Um die Bewegung des Darmes zu erhöhen, Blähungen zunächst anzustreben und in der Folge den Blähbauch zu verringern, können Tees mit diversen natürlichen Kräutern zum Einsatz kommen. Solche Tees finden sich im Supermarkt oft als „Bauch-Wohl-Tee“ oder „Magen-Darm-Tee“. Wichtige Kräuter, die in diesen Tees enthalten sein können und die Verdauung fördern sind Fenchel, Kümmel, Kamille, Anis, Pfefferminze und Ingwer. Auch Bewegung oder eine Wärmeflasche auf dem Bauch können den Blähbauch zusätzlich reduzieren.

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Dauer

Die Dauer des Blähbauchs kann stark variieren. In den meisten Fällen stecken vorübergehende, kurzzeitige Verdauungsbeschwerden hinter dem Symptom, die insbesondere nach dem Essen oder während der Nahrungspassage im Dickdarm auftreten können. Ein Blähbauch kann in diesen Fällen einige Minuten bis wenige Stunden bestehen bleiben. Auch bei starken Verstopfungen löst sich der Blähbauch oft von selbst innerhalb von maximal zwei Tagen. Sollte das Problem länger bestehen bleiben, müssen andere Grunderkrankungen in Betracht gezogen werden. Mit Hilfe medikamentöser Therapien lässt sich das Symptom des Blähbauches jedoch für gewöhnlich innerhalb weniger Stunden beheben. Ein immer wiederkehrender Blähbauch bleibt solange bestehen, bis die Grunderkrankung ausreichend therapiert ist.

Diagnose

Die Untersuchung eines Blähbauchs kann mit diversen diagnostischen Mitteln erfolgen, wobei weniger invasive Maßnahmen zuerst durchgeführt werden. Um einen Blähbauch festzustellen reichen anfänglich bereits eine ausführliche Befragung, sowie das Abklopfen der Bauchoberfläche. Letzteres lässt eine Unterscheidung zwischen normal gefüllten Darmschlingen und einer Überblähung anhand des Klopfschalls zu. Weiterhin lassen sich Luftansammlungen im Bauch anhand der Ultraschalluntersuchung leicht darstellen. Hierbei kann weiterhin unterschieden werden, ob sich die Luft im Darm, einem anderen Bauchorgan oder frei in der Bauchhöhle befindet. Zur genauen Untersuchung der Verdauung können Protokolle der Nahrungsmittel, Stuhlproben und eine Darmspiegelung nähere Erkenntnisse bringen. Bei einem Verdacht auf Blockaden oder Raumforderungen des Darms steht weiterhin die hochauflösende Computertomographie zur Verfügung.

Begleitende Symptome

Der Blähbauch kann abhängig von seiner Ursache und der Grunderkrankung symptomlos verlaufen oder mit starken, einschränkenden begleitenden Symptomen einhergehen. Blähbauch beschreibt lediglich die Luftansammlung innerhalb des Bauchraums, das häufigste begleitende Symptom ist demnach die Blähung, die oft mit dem Blähbauch verwechselt wird. Zu den Blähungen können Durchfall, Verstopfungen, Bauchschmerzen und Bauchkrämpfe kommen. All diese Symptome deuten auf Verdauungsbeschwerden im Darm hin. In seltenen Fällen können vollständige Darmblockaden auftreten, die mit heftigsten Bauchschmerzen einhergehen und  sehr gefährlich werden können. Entzündungen des Darmes können zusätzlich Fieber, Gliederschmerzen, Schwäche und einen reduzierten Allgemeinzustand bewirken. Sind die Gallenblase und die Leber an den Beschwerden des Bauches beteiligt, können mitunter gezielte Druckschmerzen im Oberbauch sowie eine Gelbfärbung der Augen und später auch der Haut entstehen. Seltenere begleitende Symptome des Blähbauchs sind Blut im Stuhl, Sodbrennen, Gewichtsverlust oder Blutarmut. Alle begleitenden Symptome spielen in der primären Diagnostik eine wichtige Rolle, um das ungefähre Organgebiet und die Schwere der Erkrankung einschätzen zu können.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Blähungen

Bauchschmerzen

Die Schmerzen sind eines der häufigsten und wichtigsten Symptome des Blähbauchs. Die Stärke der Schmerzen lässt einen Rückschluss auf die Schwere der Gasansammlung und der Grundbeschwerden zu. Die starken Schmerzen sind ebenfalls der häufigste Grund für einen Arztbesuch, insbesondere wenn sie täglich auftreten. Der Schmerz entsteht dabei vor allem durch den Druck der Darmschlingen aufeinander, auf die Bauchdecke, auf andere Organe und auf den Rücken und dort verlaufende Nervengeflechte. Vor allem der Darm selbst ist schmerzempfindlich, sodass durch die Dehnung der Darmschlingen und die Druckerhöhung im Bauchraum ein unangenehmer und stechender Schmerz entstehen kann, ähnlich wie bei einer starken Verstopfung. Bei einem Blähbauch ist es nicht sinnvoll, die Schmerzen zu ignorieren oder eigenständig mit Schmerzmitteln zu behandeln. Schmerzmittel können den Schmerz unterdrücken, die Grundproblematik jedoch verschlimmern. Im Ernstfall kann es hierdurch zu gefährlichen Darmblockaden kommen.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Bauchschmerzen

Durchfall

Ein Blähbauch geht oft mit Verstopfungen und Blähungen einher, die auf eine reduzierte Darmbewegung und eine fehlerhafte Verdauung schließen lassen. In einigen Fällen kann jedoch auch ein Durchfall mit dem Blähbauch einhergehen. Schuld daran sind Entzündungen der Magen-Darm-Schleimhaut durch bakterielle Erreger. Sie können die Verdauung und Spaltung des Nahrungsbreis stören und neben der Verflüssigung des Stuhls für Gasproduktionen im Darm sorgen. Nach einer längeren Phase von Verstopfungen kann es hingegen auch zu sogenannten „paradoxen Diarrhoen“ kommen. Durch längere Blockaden im Darm kann der feste Stuhl von Darmbakterien so zersetzt werden, dass er sich stark verflüssigt. Durch die Aufdehnung und Blockade des Nahrungsbreis kann zusätzlich reflexartig Flüssigkeit aus dem Blut in das Darminnere zurückströmen, was zu einem paradoxen Durchfall führt.

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Verstopfung

Verstopfungen kommen bei vielen Menschen häufig vor und stellen eine typische Zivilisationskrankheit dar. Sie können akut und chronisch verlaufen und diverse Ursachen haben. In den meisten Fällen steckt hinter einer akuten Form der Verstopfung ein Fehlverhalten in der Ernährung und Bewegung. So sind es vor allem ballaststoffarme Mahlzeiten, geringe Flüssigkeitszufuhr und mangelnde Bewegung, die Verstopfungen verursachen. Sie führen zu einem insgesamt härteren Stuhl und einer verringerten Bewegung der Darmmuskulatur. Längere Verstopfungen und schwer verdauliche Nahrung führen auch zu großen Gasansammlungen im Darm, die zusätzlich Bauchkrämpfe, Blähungen und Schmerzen verursachen. Seltener können auch Stoffwechselerkrankungen wie der Diabetes mellitus, neurologische oder muskuläre Erkrankungen oder Medikamente für die Verstopfung verantwortlich sein. Auch Tumoren des Bauchraumes sind denkbar. Neben Darmtumoren können dies auch Tumoren der Eierstöcke oder der Gebärmutter sein, die auf den Darm drücken und die Verdauung blockieren.

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Rückenschmerzen

Abhängig von der genauen Lokalisation des Blähbauchs können sich die Schmerzen statt im Bauchraum auch im Rücken äußern. Insbesondere tiefer gelegene Teile des Dickdarms ziehen bis kurz vor das Steißbein, um anschließend in den Mastdarm zu münden. Geblähte Darmschlingen können in den tief gelegenen Abschnitten des Darmes auf die Wirbelsäule und die vor dem Steißbein gelegenen Nervengeflechte drücken und so Schmerzen im Lendenwirbelbereich und gesamten unteren Rücken verursachen. Sind orthopädische Beschwerden des Rückens ausgeschlossen, können in seltenen Fällen auch rheumatische Erkrankungen der Wirbelsäule die Rückenschmerzen erklären. Einige rheumatische Erkrankungen verursachen gleichzeitig Darmbeschwerden und Veränderungen der Wirbelsäule. Eine ebenfalls seltene Ursache von Rückenschmerzen kann die Bauchspeicheldrüse liefern. Ist sie entzündlich verändert, können neben Verdauungsbeschwerden auch stechende Schmerzen im Bereich der Brustwirbelsäule in Erscheinung treten.

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Gibt es auch einen Blähbauch ohne Blähungen?

Ein Blähbauch bezeichnet primär eine Gasansammlung von Luft im Bauchraum, jedoch noch keine sogenannten „Flatulenzen“. In der Mehrzahl der Fälle befindet sich der Blähbauch innerhalb des Darmes, oftmals innerhalb des Dickdarmes, woraus sich später Blähungen bilden. Ein Blähbauch kann aber auch gänzlich ohne Blähung vonstatten gehen, zum Beispiel wenn eine schwere Verstopfung sowohl die Luft als auch den Nahrungsbrei im Darm aufhält. Durch Verdauungsenzyme kann ein Blähbauch auch von selbst verschwinden, ohne in Blähungen zu resultieren. Eine gewisse Menge an Flatulenzen entweicht dem Körper permanent, ohne es zu bemerken. Die Blähung entsteht lediglich wenn große Mengen an Gas plötzlich dem Darm entweichen.

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Blähbauch in der Schwangerschaft

Frauen in der Schwangerschaft haben überdurchschnittlich oft mit einem Blähbauch zu kämpfen. Schuld daran ist nicht eine Grunderkrankung, sondern das Zusammenspiel mehrerer negativer Einflussfaktoren auf die Verdauung. Zum einen können durch die Belastungen der Schwangerschaft falsche Essgewohnheiten entstehen, die in Verdauungsproblemen resultieren. Auch eine Bewegungsarmut, die den Darm träge werden lässt, setzt bei Schwangeren oft ein. Bestimmte Schwangerschaftshormone können zusätzlich die Darmmuskulatur erschlaffen lassen und die Darmträgheit unterstützen. Ein Blähbauch, Verstopfungen und Flatulenzen können die Folge sein. In der späten Schwangerschaft kann auch eine Zunahme des Gebärmutterumfangs die Beschwerden verstärken. Durch Druck auf die Darmschlingen und den Magen können kleinere Blockaden entstehen und die Nahrungspassage zusätzlich behindert werden.

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Blähbauch nach dem Essen

In den häufigsten Fällen tritt der Blähbauch kurzfristig nach dem Essen auf. Nur selten stecken schwierige Grunderkrankungen hinter dem Blähbauch, viel häufiger kann das Symptom auf eine falsche Ernährung und Essgewohnheiten zurückgeführt werden. Typischerweise tritt der Blähbauch nach dem Verzehr von Hülsenfrüchten, Ballaststoffen, Kohl und Kohlensäure auf. Auch Früchte, Milch oder glutenhaltige Lebensmittel können bei vielen Personen einen Blähbauch auslösen. In diesen Fällen muss eine vollständige Diät dieser Lebensmittel erwogen werden. Der Darm gewöhnt sich nach einiger Zeit an ballaststoffreiche und blähende Ernährung. Da Ballaststoffe wichtig und gesund für die Darmflora sind, sollte bei einer Ernährungsumstellung eine langsame Eingewöhnung erfolgen.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Geblähter Bauch nach dem Essen

Blähbauch in den Wechseljahren

Für einen Blähbauch in den Wechseljahren sind die schnellen Hormonumstellungen im Körper der Frau verantwortlich. Verdauungsbeschwerden, der Blähbauch und Blähungen stellen insgesamt ein sehr häufiges Problem von Frauen zu Beginn der Menopause dar. Die beteiligten Hormone sind primär „Progesteron“ und „Prostaglandine“. Beide haben unterschiedliche Wirkungen auf die Körperfunktionen und können zu Beginn der Wechseljahre absinken und schnell ansteigen und somit unangenehme Schwankungen verursachen. Ein Anstieg der Prostaglandine wirkt dem Blähbauch zunächst entgegen, da sie die Bewegung der Darmmuskulatur verstärken. Dennoch führen die Prostaglandine durch ihre vermehrte Darmaktivität zu Verdauungsbeschwerden, Schmerzen und Bauchkrämpfen. Ihnen gegenüber steht das Hormon Progesteron, das zu einer Erschlaffung der Muskulatur führt. Der Speisebrei verbleibt dadurch zu lange im Darm, wodurch sich Verstopfungen, ein Blähbauch und Schmerzen entwickeln können. Bei zu starken Beschwerden kann eine medikamentöse Behandlung der Hormonschwankungen erfolgen.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 03.01.2019
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