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Entzündung des Rückenmarks

Einleitung

Eine Entzündung des Rückenmarks (medizinisch: Myelitis) kann unterschiedliche Ursache und Auswirkungen haben. Die Erkrankung zählt zu den neurologischen Erkrankungen immunologischer, allergischer oder idiopathischer Ursache. Insgesamt handelt es sich um eine relativ seltene neurologische Erkrankung.
Das Rückenmark gehört zusammen mit dem Gehirn zu dem sogenannten zentralen Nervensystem.

Das Rückenmark ist dafür zuständig alle Informationen, welche von den unterschiedlichen Körperteilen kommen, zu den richtigen Stellen im Gehirn weiterzuleiten sowie andersherum Informationen, welche vom Gehirn an den restlichen Körper gehen, korrekt weiterzugeben. Aus diesem Grund kann eine Entzündung in diesem Bereich große Auswirkungen und zahlreiche Symptome haben, die je nach Verlauf und Art der Entzündung mehr oder weniger drastisch sein können.

Eine Einteilung der unterschiedlichen Arten einer Entzündung des Rückenmarks wird zum einen nach der Art der Entzündung bzw. nach den unterschiedlichen Erregern, welche für die Entzündung verantwortlich sind, vorgenommen. So kann eine Erkrankung als eine Rückenmarksentzündung bezeichnet werden, wenn diese entweder im Rahmen einer Infektionskrankheit, einer allergischen Reaktion, einer neurologischen Krankheit oder aber auch isoliert auftritt. Es gibt grundsätzlich zwei unterschiedliche Arten einer Rückenmarksentzündung. So kann zum einen das komplette Rückenmark betroffen sein. In diesem Fall wird von einer sogenannten Querschnittsmyelitis gesprochen. Auf der anderen Seite können auch nur bestimmte Abschnitte des Rückenmarks von der Entzündung betroffen sein, wobei in diesen Fällen von der disseminierten Myelitis die Rede ist.

Eine Rückenmarksentzündung kann sich sowohl akut entwickeln und damit innerhalb von Stunden oder Tagen, wie auch subakut (innerhalb von einigen Wochen) sowie chronisch (nach 6 Wochen), auftreten.


Symptome

Die Symptome bei einer Rückenmarksentzündung können sehr vielfältig sein. Der individuelle Schweregrad der jeweiligen Symptome wird hauptsächlich von der Art der Entzündung sowie auf den Fortschritt der Erkrankung an. Der hauptsächliche Unterschied in der jeweiligen Symptomatik wird durch die Art der Erkrankung bestimmt. So kommt es darauf an, ob die betroffene Person von einer Querschnitts- oder disseminierte Rückenmarksentzündung betroffen ist. Da es sich bei einer Rückenmarksentzündung um einer Entzündung des zentralen Nervensystems handelt, sind auch Funktionen betroffen, die unter Umständen nicht auf den ersten Blick in Verbindung mit dem Rückenmark stehen. Der Grund hierfür liegt darin, dass eine Reihe von Vorgängen im Körper über Nerven reguliert werden, welche durch das Rückenmark laufen. Bei einer Entzündung in diesem Bereich kommt es so häufig zu Ausfällen von Regionen, die möglicherweise weit entfernt vom Rückenmark liegen.

Insgesamt treten die Symptome der Entzündung bei den meisten betroffenen Personen innerhalb von 24 Stunden ein.

Bei einer Querschnittsmyelitis sind die individuellen Symptome prinzipiell davon abhängig, auf welcher Ebene des Rückenmarks die Entzündung vorliegt. Häufig zu beobachtende Symptome bei einer Rückenmarksentzündung vom Typ einer Querschnittsmyelitis schließen eine Muskelschwäche oder Lähmung, Gefühlsstörungen, Depressionen, allgemeines Schwächegefühl und Störungen der Blasen- oder Enddarmtätigkeit ein. Besonders häufig sind außerdem Missempfindungen (also die Unfähigkeit Schmerzen, Vibrationen, Bewegungen wahrzunehmen) an den Beinen sowie ein ausgeprägtes Schwächegefühl auf.

Bei einer sogenannten disseminierten Rückenmarksentzündung kommt es zu ähnlichen Symptomen. Der Unterschied liegt in dem ganzheitlich betroffenen Rückenmark bei einer vorliegenden disseminierten Entzündung. So können auch die Symptome sehr gravierend ausfallen und starke Lähmungen, Kopf- und Nackenschmerzen, Sehstörungen, epileptische Anfälle oder Erbrechen einschließen.

Problematisch bei den typischen Symptomen einer Rückenmarksentzündung ist, dass auch andere Krankheitsbilder, welche das Rückenmark betreffen, sogenannte Myelopathien, sehr ähnliche Symptome aufweisen und so nur sehr schwer durch eine klinische Untersuchung von einer Rückenmarksentzündung abgegrenzt werden können.

Erwähnenswert ist außerdem, dass meist grippeähnliche Symptome in nahem zeitlichen Zusammenhang mit dem Auftreten der Rückenmarksentzündung gebracht werden können. Etwa 30% der betroffenen Personen berichten etwa über Schwächegefühl, Fieber, und Gliederschmerzen kurz vor der Diagnose der Entzündung des Rückenmarks.

Diagnose einer Entzündung im Rückenmark

Obwohl bei einer akuten Entzündung des Rückenmarks meist starke Symptome auftreten, fällt die rein klinische Diagnose mittels Patientengespräch und körperlicher Untersuchung schwer. Dies liegt daran, dass eine Reihe von neurologischen Erkrankungen des zentralen Nervensystems sehr ähnliche Symptome hervorrufen.

Um einen Überblick über die Erkrankung zu bekommen und bestimmte Diagnosen, wie etwa einen Tumor des Rückenmarks, welcher ähnliche Symptome hervorruft, ausschließen zu können, wird in der Regel eine Magnetresonanztomographie (MRT) durchgeführt.
Das MRT ist ein wichtiges diagnostisches Mittel einer Rückenmarksentzündung. Es stellt ein bildgebendes Verfahren dar, das im Gegensatz zu Röntgen und der Computertomographie mit keinerlei Strahlenbelastung einhergeht. Es kann sehr gut sogenannte „Weichteilgewebe“ darstellen, also Organstrukturen, Fette, Rückenmark und Entzündungsprozesse, weniger hingegen Knochenstrukturen. Um einen besseren Kontrast des Bildes zu erlangen, können Kontrastmittel eingesetzt werden, die entweder gespritzt, getrunken oder über einen Einlauf rektal zugeführt werden können.
In den entstandenen Bildern kann nun der Grund für die jeweiligen Symptome gesucht werden. Eine Rückenmarksentzündung hat, wie auch andere Erkrankungen des Rückenmarks, charakteristische Auffälligkeiten, welche von einem Radiologen in den MRT-Aufnahmen gegebenenfalls dokumentiert werden können.
Hat der Arzt schon eine spezielle Verdachtsdiagnose, dann kann das MRT direkt in besonderer Form durchgeführt werden. Wenn die Verdachtsdiagnose Multiple Sklerose vorliegt, wird ein spezielles MRT bei V.a. multipler Sklerose durchgeführt.

Die individuelle Ursache für das Auftreten der Entzündung kann jedoch nicht mittels der bildgebenden Verfahren bestimmt werden. Bestimmte Laborwerte geben meist Aufschluss über die Gründe der Entzündung. So kann mithilfe einer sogenannten Lumbalpunktion eine Flüssigkeit (Liquor) aus dem Rückenmark entnommen und anschließend untersucht werden. Bestimmte Veränderungen im Liquor ermöglichen die Feststellung, ob eine Infektion vorliegt und ob diese eher einen viralen oder bakteriellen Ursprung hat.

Auch Blutwerte können hilfreich sein in der individuellen Diagnosestellung. So können mithilfe der Blutwerte andere Vorerkrankungen gegebenenfalls ausgeschlossen werden und speziell auf bestimmte Autoimmunerkrankungen untersucht werden, welche für das Auftreten der Entzündung verantwortlich gemacht werden können.

In vielen Fällen ist es den behandelnden Ärzten jedoch nicht möglich eine Ursache für die bestehende Entzündung ausfindig zu machen. In diesen Fällen wird von einer sogenannten idiopathischen (ohne ersichtlichen Grund aufgetretene) Rückenmarksentzündung ausgegangen.

Lesen Sie für weitere Informationen auch: MRT des Rückens und MRT der Wirbelsäule

Ursachen

Die Ursachen für das Auftreten einer Rückenmarksentzündung können ganz unterschiedlich sein. Am häufigsten treten die Entzündungen aufgrund einer bestimmten Infektion auf. So können Infektionen mit einigen Viren, aber auch Bakterien den Grund für die Entstehung einer solchen Entzündung sein. Einige Beispiele für virale Erreger, welche für das Auftreten einer Rückenamarksentzündung sorgen können sind: Hepatitis C, HIVHerpes Simplex oder Influenza. Es kann außerdem nach bestimmten Schutzimpfungen (beispielsweise Pockenimpfung) zu Entzündungen des Rückenmarks kommen.
Auch Bakterien können bei einer Infektion des Rückenmarks eine Entzündung hervorrufen. 

Das Auftreten idiopathischer Rückenmarksentzündungen, welche ohne ersichtlichen Grund die genannten Beschwerden bereiten, ist ebenfalls möglich. Idiopathisch bedeutet, dass kein ersichtlicher Grund festgestellt werden kann, warum eine solche Entzündung auftritt. Dies ist der Fall, wenn diagnostisch kein Grund gefunden wird, welcher das Auftreten der Entzündung plausibel erscheinen lässt.

Es wird außerdem angenommen, dass bestimmte Autoimmunerkrankungen für das Auftreten von Rückenmarksentzündungen verantwortlich sein können. Grund hierfür ist, dass sich die Autoimmunzellen des Körpers aus unbekannten Gründen anstatt Krankheitserreger abzuwehren, gegen die körpereigenen Zellen richten, beispielsweise im Rückenmark und dort eine Entzündung hervorrufen. So können Autoimmunerkrankungen wie Sarkoidose, Systemischer Lupus Erythematodes (SLE), das sogenannte Sjögren-Symptom oder eine Multiple Sklerose (MS) für das Auftreten von Rückenmarksentzündungen verantwortlich sein. Bei der multiplen Sklerose wird außerdem diskutiert, dass das Auftreten einer disseminierten Rückenmarksentzündung eine Erstmanifestation, also das erste Zeichen für eine auftretende MS sein kann.

Insgesamt muss erwähnt werden, dass die Ursache für einen Großteil der Entzündungen des Rückenmarks auch nach Abklingen der Symptomatik noch ungeklärt bleibt.

Entzündung durch Bakterien

Eine Rückenmarksentzündung tritt in der Regel nur selten durch Bakterien auf. Dabei ist nicht abschließend geklärt, ob die Bakterien selbst im Rückenmark die Entzündung herbeiführen oder ob die Bakterien im Immunsystem eine Art Autoimmunreaktion hervorrufen. Das bedeutet, dass die Zellen des Immunsystems neben den Erregern fälschlicherweise auch das Rückenmark bekämpfen und so die Entzündung verursachen können.

Bakterielle Erreger, die bekannt sind für solche Entzündungen, sind die Tuberkuloserreger, Borrelien aber auch sogenannte „Mykoplasmen“. Diese müssen mit speziellen unterschiedlichen Antibiotikatherapien behandelt werden.
Je früher die Infektion erkannt wird, desto eher kann eine zügige Heilung erwartet werden.

Entzündung durch Viren

Viren stellen eine zweite Möglichkeit einer infektiologischen Ursache der Rückenmarksentzündung dar. Virale Erreger sind deutlich häufiger für diese Erkrankung verantwortlich als Bakterien. Die typischen Viren, die oft dahinter stecken, reichen von Viren des Kindesalters, wie Masern und Mumps, über sehr häufige Erreger wie Herpes- oder Eppstein-Barr-Viren, bis zu Tollwut und HIV Erregern.

Die anschließende Therapie muss vom jeweiligen Virus abhängig gemacht werden. Einige der Viren lassen sich zwar kontrollieren, sind jedoch nicht heilbar. Hierzu zählen die Herpesviren und HIV. Masern oder Hepatitis Viren kann der Körper hingegen oft gänzlich beseitigen. Unterstützend können antivirale Medikamente die Heilung und Beschwerdelinderung beschleunigen.

Entzündung des Rückenmarks und MS

Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung, bei der es zu einer voranschreitenden Zerstörung der Nervenfaserhüllen des zentralen Nervensystems (Gehirn und Rückenmark) kommt.

Treten solche Entzündungsherde im Rückenmark auf, ohne dass die MS-Diagnose bereits bekannt ist, können sie durchaus wie eine separate Rückenmarksentzündung (Myelitis) imponieren und zunächst fehlinterpretiert werden.

Demnach können Symptome einer isolierten Myelitis entweder die Frühsymptomatik eines ersten MS-Schubes sein, genauso gut aber auch für eine separate idiopathische Rückenmarksentzündung stehen, die mit der Multiplen Sklerose in keinem Zusammenhang steht.

Entscheidend für die Diagnose ist dabei die Liquordiagnostik (oligoklonale Banden) und zusätzliche, entzündliche Entmarkungsherde im Gehirngewebe, die für einen Multiple-Sklerose-Schub spricht.

Lesen Sie mehr zum Thema: Diagnose einer multiplen Sklerose

Therapie

Wenn eine Rückenmarksentzündung diagnostiziert wurde, sollte unverzüglich eine Therapie begonnen werden. Vor allem sogenannte Kortikosteroide, also Medikamente, welche entzündungshemmend sind, stehen im Mittelpunkt der Therapie bei einer akuten Rückenmarksentzündung.

Abhängig davon, welche Ursache für das Auftreten der Rückenmarksentzündung gefunden werden konnte, kommen noch weitere Medikamente hinzu. So können bei einer bestätigten infektiologischen Ursache etwa anti-virale Medikamente oder bei einer bakteriellen Infektion Antibiotika zum Einsatz kommen.

Eine weitere Möglichkeit, welche vor allem bei Entzündungen angewandt wird, bei denen vermutet wird, dass eine Autoimmun-Reaktion für die Erkrankung verantwortlich ist, ist der sogenannte Plasmaaustausch (Plasmapherese).
Bei diesem Verfahren wird das Blutplasma vom Restblut getrennt und frisches Spenderplasma hinzugefügt. Dieses Verfahren soll die fehlerhaften Zellen des Immunsystems herausfiltern und behandelt so die daraus entstehende Entzündung.

Entzündung im Rückenmark mit Cortison behandeln

Bei fast allen Varianten der Rückenmarksentzündung ist der Einsatz von Cortison ratsam. Glukokortikoide (z.B. Kortison) stellen sogar das Mittel der Wahl zur Behandlung dar, da eine Rückenmarksentzündung (Myelitis) entweder in einer Überaktivität des körpereigenen Immunsystems liegt, das sich gegen das Rückenmark richtet oder in einer viralen oder bakteriellen Infektion.

Das Cortison hemmt hierbei stark die Entzündung und unterdrückt an der lokal angewandten Stelle das körpereigene Immunsystem (Immunsuppressiver Effekt). Es steuert den Zellstoffwechsel der Entzündungszellen und hemmt auf diese Weise den Entzündungsprozess.

Im Gegensatz zu anderen entzündungshemmenden Medikamenten wirkt das Cortison sehr schnell und sehr stark. Zum Beispiel bei einer allergischen Genese der Entzündung kann über eine intravenöse Applikation in wenigen Minuten eine Wirkung erzielt werden.
Lediglich bei infektiologischen Ursachen der Rückenmarksentzündung muss die Anwendung mit Cortison abgewogen werden. Ist eine unmittelbare, erregerbedingte Infektion Ursache der Entzündung kann eine Cortisonbehandlung die Heilung verlangsamen, da das Immunsystem die Fähigkeit verliert, selbst gegen die Erreger anzukämpfen. In diesen Fällen sind eher antibakterielle oder antivirale Medikamente zu bevorzugen.

Die Glukokortikoide können dabei entweder intravenös, also über die Vene, verabreicht werden (häufig in heftigen Akutfällen) oder aber oral als Tabletten gegeben werden.

Grundsätzlich darf bei der Cortisonbehandlung nicht vergessen werden, dass es sich um eine symptomatische Therapie handelt. Das Cortison greift nicht die eigentliche Ursache der Entzündung an, sondern unterdrückt sie nur. Bei Entzündungen ohne erkennbare Ursache kann aus unbekannten Gründen das Cortison die Entzündung auch langfristig heilen

Prognose

Ob die Entzündung des Rückenmarks heilbar ist, lässt sich pauschal nicht beurteilen. Die unterschiedlichen Ursachen bewirken unterschiedliche Behandlungsstrategien und somit verschiedene Heilungschancen.

Eine erregerbedingte Genese der Rückenmarksentzündung hat in der Regel eine gute Prognose. Mit antibakteriellen und antiviralen Medikamenten kann eine Heilung und Bekämpfung des Erregers angestrebt werden. Auch die Rückenmarksentzündung geht in der Regel nach Beseitigung des verursachenden Erregers zurück.
Auch idiopathische Entzündungen können in einer Vielzahl der Fälle einer Heilung zugeführt werden.
Autoimmunerkrankungen jedoch stellen für viele Betroffene einen langwierigen Krankheitsverlauf dar. Mithilfe von Cortison und vielen weiteren therapeutischen Möglichkeiten kann die Krankheit gut kontrolliert werden. Oft lassen sich vollständig symptomlose Phasen erreichen. Eine vollständige Heilung der Erkrankung ist jedoch in den seltensten Fällen möglich

Prophylaxe

Eine Prophylaxe, welche man gegen das Auftreten einer Rückenmarksentzündung einnehmen kann, existiert nicht. Das Meiden von bestimmten Risikogebieten oder Verhaltensweisen ist generell empfehlenswert. Damit kann eine Infektion, welche unter Umständen eine Rückenmarksentzündung hervorrufen würde, verhindert werden.

Eine Rückenmarksentzündung, welche aufgrund einer zurückliegenden Impfung auftritt, ist heutzutage sehr selten und sollte auf keinen Fall als Grund dienen, eine Impfung nicht durchführen zu lassen.

Entzündung der Rückenmarkshaut

Eine Entzündung des Rückenmarks kann auch sekundär im Rahmen einer zeitlich vorausgehenden Entzündung der Rückenmarkshaut (Meningitis spinalis) entstehen, indem im Verlauf der Entzündungspross von der Rückenmarkshaut auf das Rückenmark selbst übergreift (Meningomyelitis).

Die Entzündung der Rückenmarkshaut wird dabei entweder durch Viren (am häufigsten), Bakterien (am gefährlichsten) oder anderen Mikroorganismen wie Parasiten oder Pilze verursacht sowie durch nicht-infektiöse Geschehen (z. B. Sarkoidose, Lupus erythematodes, Nebenwirkungen von Medikamenten (NSAR, Antibiotika), Metastasierung eines Primärkarzinoms).

Die Symptome der Meningitis, die denen der Myelitis vorausgehen oder parallel zu ihnen auftreten können, sind in erster Linie hohes Fieber, (Kopf)Schmerzen, Nackensteifigkeit und eventuell eine Bewusstseinsminderung.

Im Verlauf des Entzündungsprozesses, der auf das Rückenmarkgewebe selbst übertritt, kommen dann die typischen Symptome einer Myelitis hinzu.

Entzündung im Rückenmark der Halswirbelsäule

In Abhängigkeit davon, auf welcher Ebene des Rückenmarks die Entzündung stattfindet und in welcher Intensität sie auftritt, können die Symptome einer Myelitis unterschiedlich sein. Liegt der Entzündungsherd überwiegend im Bereich des Rückenmarks der Halswirbelsäule, dann spricht man von einer zervikalen Myelitis. Zunächst kann es zu Gefühlsstörungen, einem Muskulären Schwächegefühl und Schmerzen im Bereich der oberen Extremitäten (Arme und Hände) kommen.

Kommt es im Rahmen der Myelitis überwiegend nur halbseitig zu einer Schädigung des Rückenmarkgewebes, kann eine sogenannte Halbseitensymptomatik entstehen, bei der Missempfindungen, Reflexveränderungen, Lähmungen und Koordinationsstörungen in nur einer oberen Körperhälfte auftreten können. Im schlimmsten Fall kann es bei starker Entzündung mit folgender Nervenzellschädigung der gesamten Querschnittfläche des Rückenmarks der Halswirbelsäule zu einer hohen Querschnittssymptomatik kommen.
Lesen Sie hierzu auch: Symptome einer Querschnittslähmung

Entzündung des Rückenmarks und Gehirns

Eine Entzündung des Rückenmarks (Myelitis) kann, genauso wie auch eine Entzündung des Gehirngewebes (Enzephalitis), separat auftreten, in einigen Fällen können aber beide Strukturen gleichzeitig entzündlich betroffen sein, sodass man das von einer sogenannten Enzephalomyelitis spricht.

Die Enzephalomyelitis wird im klinischen Alltag dabei wesentlich häufiger beobachtet, als eine alleinige Rückenmarks- oder Gehirnentzündung.

Ursächlich für eine kombinierte Entzündung ist in den meisten Fällen eine Verschleppung der Enzephalitiserreger (Viren, Bakterien, Parasiten, Pilze) über die Blutwege zum Rückenmark, möglich ist jedoch auch eine aufsteigende Infektion/Entzündung vom Rückenmark zum Gehirn.

Sehr selten kann eine kombinierte Rückenmarks-und Gehirnentzündung auch nach Impfungen als sogenannter Impfschaden auftreten.

Oftmals wird während der Diagnostik jedoch auch keine eindeutige Ursache für die Enzephalomyelitis gefunden.

Typische Symptome einer Enzephalomyelitis sind dabei hohes Fieber, Kopfschmerzen, Erbrechen, Sprachstörungen, Nackensteifigkeit, psychische Störungen (Symptome der Enzephalitis) sowie Missempfindungen, Rückenschmerzen, Lähmungen oder sogar Symptome einer hohen Querschnittslähmung auftreten (Symptome einer Myelitis).

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen zum Thema Entzündung Rückenmark finden Sie unter:

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 29.08.2018
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