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Ernährung bei trockener Haut

Einleitung

Trockene Haut ist ein weit verbreitetes Problem, das an den verschiedensten Körperstellen auftreten kann. Besonders häufig sind ältere Menschen betroffen, deren Haut die Talgproduktion reduziert hat, jedoch können generell Menschen aller Altersklassen unter trockener Haut leiden.

Viele Betroffene sind ansonsten vollkommen gesund, sodass trockene Haut an sich keinen Krankheitswert darstellt. Häufig wird sie von den Betroffenen vor allem optisch als störend empfunden.

Seltener tritt trockene Haut im Rahmen anderer Erkrankungen auf.

Desweiteren kann sie durch eine wenig abwechslungsreiche, ungesunde Ernährung entstehen, was im folgenden Artikel erläutert wird.

Die richtige Ernährung bei trockener Haut

Was zunächst banal klingt, kann bereits nach wenigen Tagen und Wochen zu einer sichtbaren Verbesserung bei trockener Haut führen: die Rede ist von einer ausreichenden Trinkmenge. Erwachsene sollten täglich mindestens 2 Liter Flüssigkeit zu sich nehmen. Die Flüssigkeitszufuhr sollte in Form von reinem Wasser erfolgen und nicht in Form von Limonaden oder zusätzlich gesüßten Fruchtsäften und Tees. Als besonders geeignet gelten auch Brennesseltee und Rosmarintee.

Fehlt dem Körper Flüssigkeit, so entzieht er es unter anderem der Haut. Durch ausreichendes Trinken kann bereits nach kurzer Zeit beobachtet werden, dass die Haut praller, gesünder und so auch jünger aussieht. Vor allem ältere Menschen haben ein wenig ausgeprägtes Durstgefühl und trinken in der Folge oft viel zu wenig. Dies ist unter anderem ein Grund dafür, dass besonders ältere Menschen zu trockener Haut neigen.

Desweiteren sollte darauf geachtet werden, dass die Ernährung so abwechslungsreich wie möglich gestaltet wird. Vor allem Vitamine und Mineralstoffe, die sich vor allem in frischen Lebensmitteln wie Obst und Gemüse finden, sollten ausreichend konsumiert werden.

Mit einigen wenigen Grundsätzen kann eine abwechslungsreiche Ernährung erreicht werden:

  • Wichtig ist, dass die Mahlzeiten regelmäßig stattfinden und so Heißhungerattacken mit ungesundem Essen ausbleiben.
  • Desweiteren sollte nicht immer dieselbe Beilage gewählt werden und ca. 5 Mal pro Tag Obst und Gemüse verzehrt werden. Nach der Ampelregel sollte hierbei immer ein rotes, ein gelbes und ein grünes Obst bzw. Gemüse gewählt werden.
  • Fleisch sollte in Maßen verzehrt werden, dafür sollte 1 bis 2 Mal pro Woche Fisch auf dem Speiseplan stehen. Dieser enthält genau wie pflanzliche Öle essentielle Fettsäuren, die der Körper gut verwenden kann.
  • Besonders die Vitamine A und E und Vitamin B12 sollten ausreichend in der Nahrung vorhanden sein.
  • Auch Biotin, das sich in größeren Mengen in Karotten und Tomaten befindet, spielt eine wichtige Rolle im Feuchtigkeitshaushalt der Haut.

Lebensmittel gegen trockene Haut

Hier sind einige Beispiele für Lebensmittel aufgeführt, die sich besonders positiv auf den Feuchtigkeitshaushalt trockener Haut auswirken. Wie erwähnt ist es jedoch vor allem die Abwechslung der Ernährung, die den gewünschten Effekt erzielt.

  • Sonnenblumenkerne enthalten Vitamin E, das stark feuchtigkeitsspendend wirkt.
  • Kieselerde, Pantothen, Magnesium und Zink sind in Gerste enthalten und wirken feuchtigkeitsbindend und stärken zudem das Bindegewebe.
  • Sardinen und Wildlachs enthalten wertvolle Omega-3-Fettsäuren, die antientzündlich wirken und Hautreizungen verhindern.
  • Erbsen enthalten u.a. Vitamin A, E und Nukleinsäuren und regen die Produktion von Hautfetten an.
  • Mageres Fleisch wie Geflügel oder Rind liefert Aminosäuren, die sowohl für den Kollagenaufbau als auch für den Feuchtigkeitserhalt der Haut bedeutend sind.
  • Paprika erhöht die Hautelastizität und wirkt heilend bei Rötungen und Rissen durch Inhaltsstoffe wie Vitamin C und Karotinoide.

Nahrungsergänzungsmittel

In Deutschland gibt es ein großes Angebot an Nahrungsmitteln, sodass wir ausgewogene Mahlzeiten zubereiten können. Durch eine solche Ernährung wird der Körper in der Regel ausreichend mit Vitaminen und Nährstoffen versorgt, sodass die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln nicht notwendig ist.

Im Grunde sollte gerade in stressigen Zeiten auf eine abwechslungsreiche Ernährung geachtet werden, sollte dies zeitweise nicht gelingen, so kann auf Nahrungsergänzungsmittel zurückgegriffen werden. Vor allem langfristig ersetzen Nahrungsergänzungsmittel jedoch auf keinen Fall eine gesunde, abwechslungsreiche Ernährung.

In Kombinationspräparaten aus der Apotheke oder Drogerie sind oft Biotin und Zink, sowie weitere Vitamine enthalten.

Weitere Behandlungsmöglichkeiten bei trockener Haut

Die Behandlung der trockenen Haut richtet sich nach der zugrundeliegenden Ursache. Liegt eine andere Erkrankung zugrunde (häufig z.B. Schilddrüsenfunktionsstörungen), so sollte diese behandelt werden, sodass in der Folge auch die trockene Haut verschwindet.

Tritt eine trockene Haut nur vorrübergehend aufgrund kälterer Temperaturen oder trockener Heizungsluft auf, so können feuchtigkeitsspendende Cremes und Lotionen Abhilfe schaffen.

Liegt die trockene Haut allerdings seit längerer Zeit in jeder Jahreszeit vor und lässt sich auch durch Cremes nicht richtig in den Griff kriegen, so spricht viel dafür, dass der Körper nicht mit den richtigen Nährstoffen versorgt wird und so der Feuchtigkeitshaushalt der Haut durcheinander gekommen ist. In diesem Fall sollte die eigene Ernährung einmal kritisch hinterfragt und gegebenenfalls angepasst werden.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Therapie trockener Haut

Unverträglichkeiten von Lebensmitteln

Neben den beschriebenen Mangelsituationen können auch bestimmte Unverträglichkeiten und Allergien, also ein zu viel statt ein zu wenig die Ursache für trockene Haut sein.

Allergiker reagieren auf bestimmte Stoffe in der Nahrung wie Laktose, Gluten oder Fruchtzucker nicht nur über den Magen-Darm-Trakt, sondern auch über die Haut. Dies kann die Auslösung eines Neurodermitis Schubs zur Folge haben, andere Betroffene reagieren mit der Bildung von Unreinheiten oder bekommen trockene Haut bei einer bestimmten Ernährung. Viele Betroffene können die Nahrungsmittel zwar verdauen, sodass es nach dem Verzehr selten zu starken Beschwerden im Magen-Darm-Trakt kommt. Trotzdem können die Stoffe den Darm reizen und so dauerhaft die Aufnahme wichtiger Vitamine und Spurenelemente verhindern. Dies macht sich in der Folge an der Haut bemerkbar.

Wer also an trockener Haut und zusätzlich gelegentlich unter Darmproblemen leidet, kann beobachten, ob diese Probleme in Zusammenhang stehen und vor allem beim Konsum bestimmter Lebensmittel entstehen.

Zink

Zink ist ein Spurenelement, das an vielen lebenswichtigen Stoffwechselprozessen beteiligt ist. Für die Haut ist es von besonderer Bedeutung, da es die Kollagensynthese unterstützt. Schätzungen zufolge leiden ca. 2 Milliarden Menschen weltweit unter einem mehr oder weniger ausgeprägten Zinkmangel. Besonders Säuglinge, Jugendliche, ältere Menschen und Frauen im gebärfähigen Alter leiden häufig unter Zinkmangel. In westlichen Ländern sind vor allem falsche Ernährungsmuster verantwortlich für einen Zinkmangel.

Neben einer verminderten Abwehrfunktion verursacht ein niedriger Zinkspiegel brüchige Nägel, Haarausfall und auch trockene Haut.

Zink findet sich vor allem in tierischen Produkten wie rotem Fleisch, Innereien, Fisch oder Meerestieren, wobei Austern der absolute Spitzenreiter sind. Aber auch in bestimmten Käsesorten wie Emmentaler oder veganen Produkten wie Haferflocken oder Sojamehl kommt viel Zink vor. Als Getränk enthält vor allem grüner Tee viel Zink.

Zink ist als Nahrungsergänzungsmittel in Apotheken und Drogerien erhältlich, jedoch ist bei einer solchen Selbstmedikation zu großer Vorsicht geraten. Zink verhindert die Aufnahme weiterer lebenswichtiger Elemente wie Eisen, Kupfer und Calcium und sollte auf keinen Fall über längere Zeit hochdosiert eingenommen werden.

Daher empfiehlt es sich eher, auf eine abwechslungsreiche Ernährung zu achten, die auch Produkte mit hohem Zinkanteil beinhaltet. Verbessern sich die Symptome hierdurch langfristig nicht, so sollte ein Arzt aufgesucht werden, der den Zinkspiegel bestimmen und eine passende Dosierung wählen kann.

Symptome

Die typischen Anzeichen trockener Haut sind ein unangenehmes Spannungsgefühl und Jucken, die Haut schuppt sich. Die Poren der trockenen Haut sind fein, oft wirkt die Haut rissig und spröde.

Prinzipiell kann die Haut am gesamten Körper trocken sein, besonders häufig sind jedoch Stellen betroffen, die nur wenige Talgdrüsen aufweisen. Hierzu zählen beispielsweise die Ellenbogen oder Schienbeine. Trockene Haut ist desweiteren häufig gerötet, bei sehr trockener Haut kann es zu Entzündungen oder zum Ekzem kommen.

Ursachen

Trockene Haut hat viele verschiedene Ursachen, von denen manche von den Betroffenen selbst direkt beeinflusst werden können, andere hingegen (wie eine genetische Veranlagung) durch eine geeignete Pflege behandelt werden können.

Generell liegt die Ursache der trockenen Haut darin, dass die Talgdrüsen in der Haut nicht ausreichend Talg abgeben und so der Feuchtigkeitshaushalt der Haut nicht ausgeglichen ist.

Äußere Faktoren wie trockene Heizungsluft oder eine ungeeignete Hygiene und Pflege spielen hierbei ebenso eine Rolle wie innere Faktoren. Zu diesen gehören u.a. der Hormonhaushalt (Teenager bekommen hingegen aufgrund ihrer sich umstellenden Hormonsituation Pickel durch eine übermäßige Talgproduktion), das Alter und bestimmte Grunderkrankungen wie chronisch entzündliche Darmerkrankungen, Schilddrüsenfunktionsstörungen oder Schuppenflechte.

Von großer Bedeutung sind desweiteren die individuellen Ernährungsangewohnheiten der Betroffenen. Die Haut als Spiegel des Körperinneren kann bei Unausgeglichenheiten der Ernährung leiden. Hierbei ist zu unterscheiden zwischen einer Mangelsituation, wo dem Körper wichtige Nährstoffe und Vitamine für die Bildung der Haut fehlen und einem zu viel an potentiell allergenen Produkten wie Laktose, Gluten oder Fruktose.

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Alle Informationen der Dermatologie finden Sie unter Dermatologie online.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 11.01.2019
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