Brustbeinschmerzen

Einleitung

Schmerzen im Bereich des Brustbeins sind meist übertragene Schmerzen, was bedeutet dass die Schmerzen nicht vom Brustbein selbst sondern von der Muskulatur oder Organen wie Lunge und Herz ausgehen. Es gibt jedoch auch seltene Erkrankungen oder Verletzungen des Brustbeins selbst, welche ursächlich sein können wie eine Brustbeinfraktur. Auch angeborene Fehlstellungen des Brustkorbs sind in Betracht zu ziehen.

Mögliche Ursachen für Brustbeinschmerzen

Die häufigsten Ursachen für Schmerzen am Brustbein werden im Weiteren aufgelistet:


Lungenerkrankungen als Ursache von Brustbeinschmerzen

Klagt ein Patient über Brustbeinschmerzen und Husten, kann eine akute Bronchitis vorliegen, also eine meist viral bedingte Entzündung der Bronchien der Lungen.
Neben den Brustbeinschmerzen und dem schleimigen Husten kommt es außerdem häufig zum Temperaturanstieg und zu Heiserkeit. Im weiteren Verlauf kann der Husten immer trockener werden, die Schmerzen im Brustbein aber auch eventuelle Schmerzen hinter dem Brustbein verstärken sich immer mehr. Nach circa 2 Wochen sollten Husten und Brustbeinschmerzen jedoch abklingen.

Tritt der Schmerz plötzlich auf und kommt es neben den Brustbeinschmerzen auch zu Schmerzen im gesamten Thoraxbereich, gemeinsam mit Husten und Atemnot, sollte man an eine Lungenembolie denken (vor allem wenn es sich um ältere Patienten oder frisch operierte Patienten handelt) und sofort einen Notarzt verständigen!

Treten die Symptome eher schleichend ein und kommt es neben dem Husten und den Schmerzen im und um das Brustbein herum zu hohem Fieber und angestrengtem Atmen, sollte man an eine Lungenentzündung (Pneumonie) denken. Tritt jedoch neben dem Husten der Schmerz isoliert im Brustbein auf und nicht im gesamten Thoraxbereich, kann es auch sein, dass durch das vermehrte Husten die Muskeln, die am Brustbein ansetzten, gereizt und überanstrengt werden und es somit zu einem „Muskelkater“ kommt, der zu Brustbeinschmerzen führt.

Brustbeinschmerzen durch Muskelkater

Viele Patienten kommen nach dem Fitnessstudio-Training mit Brustbeinschmerzen in die Praxis.
Schuld daran können verschiedene Übungen sein, beispielsweise Dips. Bei den Dips belastet man vor allem den Musculus pectoralis major, einen Muskel der sich vom Brustbein (Sternum) bis zum Oberarmknochen (Humerus) zieht. Kommt es zu einer Überbelastung des Muskels kann es leicht zu Beschwerden im Bereich des Brustbeins kommen.
Zusätzlich belastet man bei Dips die Bauchmuskulatur, die ebenfalls am unteren Teil des Brustbeins ansetzt. Hat man nun bei den Dips eine falsche Bewegung ausgeführt oder sich überlastet, kann es sein dass es durch die Dips zu Brustbeinschmerzen kommt, da die Muskeln zu sehr am Brustbein ziehen oder leicht entzündet sind. Wichtig ist es, sich die Übungen von einem erfahrenen Trainer zeigen zu lassen um erneute Brustbeinschmerzen zu vermeiden. Akut sollte man bei Brustbeinschmerzen die durch Dips ausgelöst werden, versuchen, die Muskulatur zu entspannen, indem man sich ein wärmendes Kissen auf das Brustbein legt oder ein heißes Bad nimmt.
Werden die Brustbeinschmerzen nicht besser sollte außerdem ein Physiotherapeut oder ein Osteopath aufgesucht werden.

Brustbeinfraktur

Erkrankungen des Brustbeins (Brustbeinfraktur / Sternumfraktur) und somit Brustbeinschmerzen sind selten. Unfallbedingt kann es durch einen direkten Anprall zu einem Bruch des Brustbeins und dadurch zu Brustbeinschmerzen kommen. In den meisten Fällen ist keine Therapie notwendig, da das Brustbein auch unter den ständigen Atembewegungen wieder zusammenheilt.
Weitere Informationen erhalten Sie auch unter unserem Thema: Sternumfraktur sowie Brustbeinprellung

Skoliose als Ursache von Brustbeinschmerzen

Das Brustbein befindet sich im Thorax und ist von vorne auf ganzer Linie tastbar. Über die erste bis zur zehnten Rippe ist das Brustbein mit der Brustwirbelsäule im Rücken verbunden. Deshalb kann es vor allem bei einer falschen Sitzhaltung neben Brustbeinschmerzen auch zu Rückenschmerzen kommen.
Vor allem Patienten, die viel am Schreibtisch sitzen und sich hier Schonhaltungen, wie das Abstützen mit dem Ellenbogen oder einen Buckel, angeeignet haben, sind von kombinierten Brustbeinschmerzen und Rückenschmerzen betroffen. Schuld daran sind Verspannungen in der Muskulatur, die letzten Endes die Gelenke belasten. Vor allem die Gelenke, die die Rippen mit dem Brustbein verbinden (Sternocostalgelenke) werden fehlbelastet und können dann Brustbeinschmerzen verursachen. Da jedoch auch die Wirbelsäule fehlbelastet wird, kommt es zusätzlich zu Rückenschmerzen. Es handelt sich somit immer um eine Fehlbelastung, selten sind angeborene Fehlstellungen, wie beispielsweise die Skoliose, eine Verbiegung der Wirbelsäule, schuld an kombinierten Brustbeinschmerzen und Rückenschmerzen.
In jedem Fall ist es wichtig, einen Physiotherapeuten oder einen Osteopathen aufzusuchen damit diese helfen können, die Fehlstellung zu beheben und somit auch die Brustbeinschmerzen und die Rückenschmerzen zu vermeiden.

Lesen Sie auch unseren Artikel: Skoliose

Trichterbrust

Die häufigste in den meisten Fällen harmlose Normvariante ist so genannte Trichterbrust (Pectus excavatum).
Dabei handelt es sich um eine trichterförmige Einziehung der Brustkorbvorderwand. Ursache ist ein Fehlwachstum von Brustbein / Sternum und dem Brustkorb. Brustbeinschmerzen werden jedoch kaum wahrgenommen.
In den meisten Fällen handelt es sich nur um ein kosmetisches Problem. Nur in sehr schweren Fällen mit Beeinträchtigung von Herz und Lunge ist eine operative Korrektur notwendig.
Weitere Informationen erhalten Sie auch unter unserem Thema: Trichterbrust

Kielbrust

Die etwa 10 x seltener vorkommende Kielbrust (Pectus carinatum) stellt das Pendant zur Trichterbrust her.
Dabei kommt es zu einem Vorwölben des Brustbeins und Brustkorbes nach vorne.
Auch bei der Kielbrust besteht in der Regel nur ein kosmetisch - psychisches Problem ohne Krankheitskomponente wie Brustbeinschmerzen.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema: Kielbrust

Brustbeinschmerzen beim Atmen

Das Brustbein (Sternum) befindet sich im Thorax oberhalb der Lungen.
Zusätzlich ist es mit 10 der 12 Rippen über knorpelige Gelenke (Sternocostalgelenke) und verschiedenen Atemhilfsmuskeln wie dem Musculus pectoralis verbunden. Dadurch ergibt sich, dass bei jeder Einatmung(Inspiration) und somit auch bei der Ausatmung (Exspiration) das Sternum ein klein wenig gedehnt und mitbelastet wird.
Brustbeinschmerzen beim Atem treten besonders häufig bei einer meist viral verursachten Entzündung der Bronchien auch (Bronchitis). Diese hält dann circa 2 Wochen an und geht mit einem schleimigen und anschließend trockenen Husten einher.
Auch eine Lungenentzündung (Pneumonie), die meist durch Bakterien hervorgerufen wird, kann zu Brustbeinschmerzen beim Atmen bzw beim Einatmen (Schmerzen beim Einatmen) führen. Außerdem kommt es zu einem schnellen Anstieg der Temperatur sowie zu Atemnot.
Eine Lungenembolie ist ebenfalls durch Brustbeinschmerzen und allgemeine Schmerzen beim Atmen gekennzeichnet, hier kommt es aber zusätzlich zu blutigem Husten. Dieser Hinweis ist immer eine Notindikation und der Patient sollte schnellstmöglich in ein Krankenhaus gebracht werden. In einigen Fällen sind die Brustbeinschmerzen beim Atmen auch psychisch bedingt und gehen meist mit extremer Angst und einer sehr schnellen, vermehrten Atmung (Hyperventilation) einher.

Brustbeinschmerzen bei Kindern

Grundsätzlich können Brustbeinschmerzen bei Kindern verschiedene Ursachen haben.
Häufig ist die Ursache sehr schnell gefunden wenn man das Kind fragt, was es den Vortag denn alles gemacht hat. Brustbeinschmerzen können bei Kindern, ebenso wie bei Erwachsenen durch eine Fehl- oder Über-belastung von Muskeln entstehen. Ist das Kind den ganzen Tag herumgeklettert, kann es durchaus sein, dass die Muskeln dabei überanstrengt wurden, vor allem der Musculus pectoralis major, der von dem Brustbein bis zum Oberarmknochen (Humerus) zieht.
Es kann jedoch auch sein, dass das Kind unter einer Entzündung der Bronchien (Bronchitis) leidet. In diesem Fall leidet das Kind unter Brustbeinschmerzen und hat einen schleimigen Husten (im späteren Stadium auch trockenen Husten), häufig gepaart mit leichtem Fieber.
Vor allem bei heranwachsenden Kindern sollte man immer daran denken, dass durch das Wachstum des Brustbeins auch Schmerzen entstehen können, die durch die Reizung der dort liegenden Interkostalnerven entstehen (Interkostalneuralgie).
Zusätzlich kann es zu einer Entzündung des Gelenkknorpels der Rippen kommen (Costochondritis). In diesem Fall klagen die Kinder ebenfalls über Brustbeinschmerzen, häufig ist das Brustbein leicht geschwollen und sehr druckempfindlich. In diesem Fall sollten die Eltern am nächsten Tag einen Kinderarzt aufsuchen da die Symptome nicht von alleine wieder verschwinden.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 14.02.2018
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