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Impingementsyndrom

Ursachen und Beschwerden

Das Impingement-Syndrom ist eine Engstelle zwischen Schulterdach (Acromion) und Oberarmkopf. In diesem Gleitraum liegt ein Schleimbeutel (Bursa subacromialis) und Sehnen der Rotatorenmanschette. Dieses subacromialen Engpass-Syndrom tritt häufiger ab dem 50. Lebensjahr auf ohne Bevorzugung eines Geschlechts.

Die Ursachen für das Impingementsyndrom sind vielfältig. Chronische Überbelastungen durch bestimmte Sportarten und Berufe, degenerative Veränderungen wie Arthrose im Schultereckgelenk, knöcherne Vorsprünge (Acromionsporn) und anatomische Formvarianten am Acromion. Außerdem können fehlerhaft verheilte Brüche des Oberarmkopfes (Humeruskopf) und ein Oberarmhochstand, durch Überwiegen der armhebenden Muskulatur Verursacher für das Impingement-Syndrom sein. Ferner kann die Supraspinatussehnesehne durch chronische Entzündungen des Schleimbeutels mit Schleimbeutelverdickung eingeengt sein. Zu guter Letzt kann die Sehne des Musculus supraspinatus selber der Verursacher sein, indem sie durch Entzündungen an Volumen zunimmt oder wenn sie degenerativ verkalkt.

Die Betroffenen leiden beim Impingementsyndrom unter bewegungsunabhängigen Schmerzen, der manchmal auch in Ruhe und sogar nachts auftreten kann.


Untersuchungen

Bei der körperlichen Untersuchung kann der Untersucher bisweilen durch Druck auf den vorderen Gelenkspaltes einen Schmerz auslösen. Beim Versuch den Arm gegen Wiederstand über die Seite zu heben kommt es auch zu einem Schmerzereignis. Wenn man sich den Bewegungsradius der seitlichen Armhebung (Abduktion) als Halbkreis vorstellt kommt der Schmerz typischerweise zwischen 60-120°. Besonders in diesem Bereich befindet sich die Supraspinatussehne in der besagten Engstelle und man nennt dieses Phänomen den „schmerhaften Bogen“ („painful arc“).

Um die Diagnose des Impingementsyndrom zu verifizieren kann zusätzlich ein so genannter Ausschaltversuch durchgeführt werden. Hierbei wird ein Lokalanästhetikum unter die Schulterhöhe gespritzt. Wenn es danach immer noch nicht möglich ist den Arm zu heben, könnte eine Verletzung der Rotatorenmanschette vorliegen.

Als apparative Untersuchungen bei Verdacht auf ein Impingement-Syndrom wird die Sonographie, das Röntgen und die Kernspintomographie (Marnetresonanztomographie) zu Rate gezogen. Im Ultraschall kann die Sehne nach Verkalkungen abgesucht werden, die Größe des Schleimbeutels (Bursa) gemessen und die Rotatorenmanschette beurteilt werden. Im Röntgen ist es möglich die Lage und Konfiguration der knöchernen Strukturen zu begutachten und der Abstand zwischen Acromion und Humeruskopf (acromio-humeraler Abstand) zu messen, der bei einer Länge von weniger als 10 mm für das Vorliegen eines Impingementsyndrom spricht. Außerdem können im Röntgen kalkdichte Areale in der Sehne gesehen werden. Die Magnetresonantztomographie bietet insbesondere bei unklarer Diagnosesuche Aufschluss über die Anatomie und Pathologien des Schultergelenks.

Therapiemöglichkeiten

Die Therapie des Impingement-Symdrom kann man zunächst grob in die konservative und die operative Therapie unterteilen.
Die konservative Therapie hat besonders viele Mittel, die zur Symptomlinderung dienen. Angefangen bei so einfachen Maßnahmen wie vermeiden der auslösenden Bewegungen, Schmerzmedikamenten z.B. vom NSAR-Typ, physiotherapeutische Verfahren, Muskelaufbau und Akupunktur. Eine etwas invasivere Maßnahme ist die Strahlentherapie, die in sehr niedriger Dosis (3-6 Gy) verabreicht wird. Die Elektrotherapie kann durch Reizstrom und die Kryotherapie durch Kälte Linderung schaffen. Die Stoßwellentherapie arbeitet mit hochenergetischen Ultraschallwellen, wodurch die Durchblutung und die Regenerationsfähigkeit des Sehnengewebes angeregt werden.

Die operative Therapie des Impingementsyndrom verfolgt das Ziel die subacromiale Enge zu beseitigen und so mehr Platz für die Rotatorenmanschette zu sichern. Die Indikation zur Operation besteht insbesondere bei Therapieversagen der konservativen Maßnahmen. Bei einer Operation können verschiedene Ursachen für die subacromiale Enge beseitigt werden. Einen Acromionknochensporn, ein verdickter chronisch entztündeten Schleimbeutel, Verkalkungen in der Supraspinatussehne (Tendinitis calcarea) und schlecht verheilte Oberarmkopfbrüche können operativ korrigiert werden.
Die verschiedenen Eingriffe können mittels offenen (offene subacromiale Dekompression/OSD) und arthroskopischen (arthroskopische subacromiale Decompression/ASD) Techniken durchgeführt werden.
In der Nachbehandlung eines operativ versorgten Impingementsyndrom sollte mithilfe des Patienten die vollständige Mobilisation der Schulter mittels physiotherapeutischen Verfahren angestrebt werden.

Lesen Sie mehr zum Thema: Impingementsyndrom Behandlung

Abbildung Impingement-Syndrom: Rechte Schulter von vorn - A und Schmerzhafter Bogen (rot) - B

Impingement-Syndrom (Schulter)
(Einengung, Quetschung der Sehnen)

  1. Schlüsselbein - Clavicula
  2. Obergrätenmuskel -
    Musculus supraspinatus
  3. Rabenschnabelfortsatz-Schlüsselbein-Band -
    Ligamentum coracoclaviculare
  4. Schultereck-Schlüsselbein-Ge-
    lenk -
    Articulatio acromioclavicularis
  5. Rabenschnabelfortsatz-Schultereck-Band -
    Lig. coracoacromiale
  6. Schultereck - Acromion
  7. Schleimbeutel -
    Bursa subacromialis
  8. Supraspinatussehne
    (Sehne des Obergrätenmuskels)
  9. Sehne des langen Bizepskopfs
  10. Oberarmschaft - Corpus humeri
  11. Zweiköpfiger Oberarmmuskel (Bizeps), langer Kopf - M.biceps brachii, Caput longum
  12. Oberarmkopf - Caput humeri
  13. Rabenschnabelfortsatz - Processus coracoideus
  14. Schulterblatt - Scapula

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 08.03.2017
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