Folgen Sie uns auf:


Magenschmerzen mit Übelkeit

Einleitung

Magenschmerzen (Gastralgie) gehen häufig mit Übelkeit einher. Es gibt verschiedene Ursachen die von Alter, Geschlecht und Lebensgewohnheiten abhängen. Was tun, bei Bauchschmerzen und Übelkeit? Und wie schlimm sind die Erkrankungen wirklich? Die nächsten Seite gibt Auskunft über die verschiedenen Ursachen von Magenschmerzen und Übelkeit, was zu tun ist und wie man die verschiedenen Symptome deuten kann.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter Bauchschmerzen und Übelkeit.

Ursachen

Die Ursachen für Magenschmerzen die mit Übelkeit einhergehen sind sehr unterschiedlich:

Hat man tags zuvor etwas Schlechtes gegessen, wie beispielsweise verdorbenen Fisch, führt dies zu Magenschmerzen, die mit Übelkeit gepaart sind und häufig zu Erbrechen führen.
Auch das Absetzen von Medikamenten, wie beispielsweise Schmerzmitteln oder Morphin, kann zu Magenschmerzen, Übelkeit und Hitzewallungen führen.

Weitere Ursachen können

sein.

Aber auch psychische Ursachen, beispielsweise Stress oder Angst, können sich durch Magenschmerzen und Übelkeit bemerkbar machen.

Lesen Sie mehr zu Magenschmerzen durch Stress

Vor allem bei älteren Frauen sollte man bei Magenschmerzen mit Hitzewallungen und Übelkeit auch an einen Herzinfarkt denken, der sich häufig durch Schmerzen in der Magengegend (also auf der linken Seite des Bauches) bemerkbar macht.

Eine weitere Ursache, die ebenfalls hauptsächlich ältere Patienten betrifft, ist ein Aortenaneurysma. Hierbei handelt es sich um eine pathologische Erweiterung der Hauptschlagader, also der Aorta, die meist infolge von Arteriosklerose und Bluthochdruck (arterieller Hypertonie) entsteht. Häufig kommt es zu Bauch- und Rücken-schmerzen mit Übelkeit.

Diagnose

Die Diagnose Magenschmerzen und Übelkeit ist schnell gestellt. Nur die spezifische Diagnose, also ob es sich um eine Magenentzündung (Gastritis), einen einfachen Virus oder eine Unverträglichkeit handelt, ist von einem Laien schwerer zu beurteilen.

Ein Arzt kann zunächst durch das Gespräch, die Anamnese, versuchen, die richtige Diagnose zu stellen. Fällt dem Patienten beispielsweise ein stark schwarz verfärbter Stuhlgang auf (Teerstuhl) spricht dies für eine Gastritis.

Des weiteres hilft die Palpation, also das Abtasten des Bauches, häufig weiter um eventuelle Verspannungen festzustellen.

Um eine genaue Diagnose zu stellen muss zum einen die Temperatur gemessen werden. Bei stark erhöhter Temperatur, also bei Fieber, handelt es sich vermutlich um einen Virus. Handelt es sich jedoch um eine Frau im gebärfähigen Alter, deren Körpertemperatur nur leicht erhöht ist (circa 0,5-1°) spricht dies häufig für eine Schwangerschaft.

Lesen Sie mehr zum Thema: Schwangerschaftsanzeichen

Auch ein Allergietest oder eine Magenspiegelung können bei der richtigen Diagnose hilfreich sein.

Häufigkeitsverteilung

Magenschmerzen und Übelkeit treten sehr häufig auf. Schuld daran ist vor allem unsere Esskultur. Ein Brötchen wird schnell zwischen zwei Meetings noch hineingeschoben, dann der Kaffee hinterher. Sodbrennen, Magenschmerzen und Übelkeit sind meist die Folge. Auch eine Magenschleimhautentzündung (Gastritis) oder ein Magengeschwür (Ulcus) kommt recht häufig vor, vor allem bei Patienten mit einem hohen Alkoholkonsum, da dieser die Magenschleimhaut angreift.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Magenschmerzen nach Alkohol

Begleitsymptome

Neben Magenschmerzen und Übelkeit treten häufig weitere Begleitsymptome auf, die helfen, die Krankheit genauer zu klassifizieren und dem Patienten sagen können, was zu tun ist.

Treten neben den Magenschmerzen und der Übelkeit auch Unterleibsschmerzen auf, kann dies ein Anzeichen für eine Schwangerschaft sein.
Typisch ist ebenfalls, dass die Körpertemperatur leicht erhöht ist.
Häufig kommt Heißhunger hinzu sowie das Gefühl vermehrt auf Toilette gehen zu müssen. Bleibt die Periode zusätzlich aus, ist eine Schwangerschaft recht sicher.

Lesen Sie mehr zum Thema: Schwangerschaftsanzeichen

Magenschmerzen und Übelkeit sollten während einer Schwangerschaft innerhalb der ersten vier Monate verschwinden, können aber auch länger andauern.

Treten neben Magenschmerzen und Übelkeit auch Rückenschmerzen auf, kann die Ursache bei älteren Patienten eine Aussackung der Aorta, ein Aortenaneurysma sein. Schuld an der Aussackung ist ein erhöhter Blutdruck gepaart mit Arteriosklerose.

Lesen Sie dazu auch das Thema zu: Bauchschmerzen und Rückenschmerzen

Aber auch eine Magenschleimhautentzündung (Gastritis) kann bis in den Rücken ausstrahlen.

Manchmal führt auch eine Pankreatitis, also eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse oder gar ein Pankreaskarzinom, zu Schmerzen im linken Bauch, die dann mit Magenschmerzen verwechselt werden. Übelkeit und Rückenschmerze sind häufige Begleitsymptome da die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) direkt der Wirbelsäule anliegt.

Es kann jedoch auch sein, dass die Symptome ursprünglich nichts miteinander zu tun hatten. Lag man aufgrund von Magenschmerzen und Übelkeit längere Zeit im Bett, baut sich die Muskulatur ab und es kann durch eine Überbelastung zu Rückenschmerzen kommen.

Auch bei dem sogenannten Reizdarmsyndrom können neben Magenschmerzen und Übelkeit Rückenschmerzen oder Kopfschmerzen auftreten. Bei dem Reizdarmsyndrom handelt es sich um eine Überempfindlichkeit des Magendarm-Traktes. Vor allem nach größeren Mahlzeiten oder unter Stress entwickelt der Magendarm große Gasmengen, die zu Blähungen führen und es kommt vermehrt zu Übelkeit und Magenschmerzen. Durch das Verkrampfen der Muskulatur kann der Schmerz sich bis in den Rücken ausdehnen.

Ein weiteres Begleitsymptom von Magenschmerzen und Übelkeit kann Fieber sein. Fieber tritt vor allem dann auf, wenn Bakterien oder Viren den Körper schwächen. Bei einer Magendarm-Infektion kommt es zu starken Bauchschmerzen mit vermehrter Übelkeit, die dann zu Erbrechen oder Durchfall führt. Meist wird die Infektion von Fieber begleitet, das schubweise auftreten kann oder nach wenigen Tagen von selber verschwindet. Durch das Fieber kommt immer auch Schüttelfrost dazu. Es gibt unzählige Baktierien und Viren, die zu einer Magendarm Infektion führen können. Häufig ist mangelnde Hygiene oder falsches Essen schuld an dem Ausbruch einer solchen Infektion.

Eine Bauchfellentzündung geht ebenfalls mit starken Magenschmerzen und Bauchschmerzen sowie Übelkeit und Fieber einher. Eine akute Bauchspeichelentzündung (Pankreatitis) sorgt ebenfalls für Schmerzen im Bauch- oder Magenbereich, Übelkeit und Fieber.

Ein weiteres Begleitsymptom neben Magenschmerzen und Übelkeit können Hitzewallungen sein. Diese Symptomtrias kann unterschiedliche Bedeutung haben: Bei älteren weiblichen aber auch männlichen Patienten sollte man an einen Herzinfarkt denken, da dieser auch in den Bauchbereich ausstrahlen kann und dort zu starken Schmerzen führt.

Der Verzehr von verdorbenen Lebensmitteln kann ebenfalls zu starken Magenschmerzen mit eventuellem Erbrechen, Übelkeit und Hitzewallungen führen.

Auch während der Schwangerschaft kann dieses Symptomtrias gehäuft vorkommen.

Weitere Ursachen können die Überdosierung oder das plötzliche Absetzen von Suchtsubstanzen, wie Alkohol, Nicotin, Koffein oder Schmerztablette wie Morphium sein.

Ein akutes Abdomen, das beispielsweise durch eine Bilddarmentzündung oder einen Darmverschluss entsteht, äußert sich ebenfalls in starken Magen- und Bauchschmerzen, Übelkeit, Hitzewallungen und einer harten Bauchdecke.

Bei einer Pilzvergiftung kommt es neben Magenschmerzen und Übelkeit ebenfalls zu starken Schweißausbrüchen und eventuell zu Halluzinationen.

Magenschmerzen mit Übelkeit und Durchfall

Durchfall in Kombination mit Magenschmerzen und Übelkeit sind klassische Zeichen einer Magen-Darm-Grippe (med: Gastroenteritis). Diese Beschwerden treten in Verbindung meist auf, nachdem der Betroffene mit Krankheitserregern versehene Nahrungsmittel aufgenommen hat. In den meisten Fällen sind Viren oder Bakterien, die sich nach Aufnahme explosionsartig im Darm vermehren, die Ursache der Entzündung. Selten sind Vergiftungen mit anderen chemischen Stoffen Ursache der Beschwerden.
Bei der Magen-Darm-Grippe ist auch die Ansteckung an bereits Erkrankten möglich.

Die klassische Magen-Darm-Grippe tritt, je nach Erreger, Stunden bis Tage nach dem Verzehr des verdorbenen Lebensmittels oder des Kontaktes mit einem Erkrankten auf und klingt meist innerhalb weniger Tage wieder ab. Die typische Abfolge der Beschwerden lässt sich an der Passage der Krankheitserreger durch den Körper leicht erklären.
Als erstes Symptom treten meist die Übelkeit und die Magenschmerzen auf, wenn der Erreger den Magen erreicht hat. Bei weiterer Passage der Erreger entlang des Darmes kommt der Durchfall hinzu, da die entzündete Darmschleimhaut große Mengen Wasser absondert um den Erreger auszuschwemmen. In extremen Fällen kann es auch zu Blut im Stuhl kommen, wenn die Entzündung der Darmschleimhaut bis in tiefere Schichten vordringt.
Die Schmerzen während der Erkrankung sind als krampfartig zu beschreiben. Durch die extremen Bewegungen versucht der Körper die Erreger möglichst schnell durch den Magen-Darm-Trakt zu befördern.

Sollten die Beschwerden länger andauern oder ohne erkennbare Ursache sein, so sollte dringend ein Arzt aufgesucht werden.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Bauchschmerzen und Durchfall

Magenschmerzen mit Übelkeit und Sodbrennen

Sodbrennen ist ein Zeichen von aufsteigender Magensäure in die Speiseröhre. Eine einfache Ursache kann hier einfach Stress sein, der wahrlich auf den Magen schlägt. Stress führt über hormonelle Prozesse im Körper zu vermehrter Magensäure, die zum einen zu einer Magenschleimhautentzündung mit den klassischen Symptomen Magenschmerzen und Übelkeit führt und zum anderen zum Aufsteigen der überschüssigen Magensäure in die Speiseröhre und somit zu Sodbrennen.

Magenschmerzen mit Übelkeit und Blähungen

Blähungen als Zeichen von zu viel Luft im Verdauungstrakt des Menschen können in Verbindung mit Magenschmerzen und Übelkeit Ausdruck verschiedener harmloser aber auch lebensbedrohlicher Erkrankungen sein.
Eine der häufigen Ursachen von immer wiederkehrenden Blähungen in Verbindung mit Magenschmerzen und Übelkeit können Lebensmittelunverträglichkeiten sein, allen voran Lactose oder Fructose. Als anfänglichen Selbsttest können Betroffene Lebensmittel die Lactose oder Fructose enthalten meiden und auf Besserung hoffen. Erhärtet sich der Verdacht empfiehlt es sich den Hausarzt zu konsultieren und die vermutete Unverträglichkeit weiter zu untersuchen und gegebenenfalls entsprechend zu behandeln.

Als Alarmzeichen sollte jedoch unbedingt gewertet werden, wenn sich die Bauchdecke in Kombination mit den Beschwerden extrem Verkrampft und „bretthart“ wird. Dies ist meist Anzeichen eines bedrohlichen Prozesses im Bauch und es sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Magenschmerzen und Blähungen

Magenschmerzen mit Übelkeit und Kopfschmerzen

Auch wenn Kopfschmerzen, Magenschmerzen und Übelkeit auf den ersten Blick nur wenig miteinander zu tun haben, so können sie doch oft miteinander in Verbindung stehen. Zum einen entstehen Magenschmerzen mit Übelkeit meist auf dem Boden einer Magenschleimhautentzündung, welche in vielen Fällen ebenso wie Kopfschmerzen durch Stress entstehen. Die Symptome zeigen sich in beiden Fällen als körperliche Reaktion auf Stress und treten somit gemeinsam auf. Reduziert man das alltägliche Stresslevel werden beide Symptome in den meisten Fällen spontan verschwinden.

Ein anderer Grund kann in der Behandlung der vorhandenen Kopfschmerzen mit Schmerzmitteln liegen. Viele Schmerzmittel wie beispielsweise Acetylaslicylsäure (Aspirin), Ibuprofen oder Diclofenac führen zu einer Magenschleimhautentzündungen und somit zu deren Hauptbeschwerden Magenschmerzen und Übelkeit.

Treten die Kopfschmerzen in Verbindung mit einer Magen-Darm-Grippe auf, so sind sie Zeichen der Infektion des Körpers und sind ähnlich wie die Kopfschmerzen bei einer normalen Grippe durch die Infektion bedingt und verschwinden in der Regel mit Abklingen der Magen-Darm-Beschwerden.

Sollten die Magenschmerzen, die Übelkeit und die Kopfschmerzen immer in Verbindung mit der Aufnahme eines bestimmten Nahrungsmittels auftreten, so sollte eine Nahrungsmittelallergie in Betracht gezogen werden. Hilfreich ist hierbei ein Nahrungsmitteltagebuch zu führen und zu dokumentieren, wann die Beschwerden auftreten um Zusammenhänge herauszufinden und die Unverträglichkeit festzustellen.
Sollte kein Zusammenhang mit der Aufnahme bestimmter Nahrungsmittel festzustellen sein, die Beschwerden jedoch immer zusammen auftreten, kann auch eine Migräne Ursache der Beschwerden sein. Denn neben der klassischen Übelkeit berichten viele Migränepatienten ebenso über begleitende Magenschmerzen. Hier ist es jedoch bei Behandlung mit Schmerzmitteln schwierig zu Unterscheiden ob die Magenschmerzen und die Übelkeit wie oben beschrieben als Nebenwirkung der Schmerztabletten auftreten oder Teil der Beschwerden der Migräne sind. Der Hausarzt sollte hier sorgfältig abwägen und die Behandlung entsprechend beginnen oder verändern.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Bauchschmerzen und Kopfschmerzen und Kopfschmerzen mit Übelkeit

Magenschmerzen mit Übelkeit und Schwindel

Oft ist Schwindel in Verbindung mit Magenschmerzen, Erbrechen oder auch Durchfall eine Folge des Flüssigkeitsverlustes, der damit verbunden ist. In Folge von Erbrechen oder Durchfall kann der Körper innerhalb kürzester Zeit große Mengen Flüssigkeit verlieren. Wird dieser Verlust nicht durch die Aufnahme ebenso großer Flüssigkeitsmengen ausgeglichen, kommt der Körper in ein Flüssigkeitsdefizit, welches im Körper zu einer Abnahme des Blutvolumens führt, da dieses zu großen Teilen aus Wasser besteht. Die verringerte Menge an Blut führt zum Absinken des Blutdruckes, was bei einer verminderten Durchblutung des Gehirns Schwindel nach sich zieht.
Es hilft bei Schwindel in Verbindung mit den Symptomen einer Mage-Darm-Grippe also viel zu trinken um den Schwindel zu bekämpfen.

Besondere Vorsicht ist geboten wenn Magenschmerzen mit Übelkeit und Schwindel über mehrere Tage auftreten, ohne dass eine Magen-Darm-Grippe oder andere Verdauungsstörungen die Ursache sind. Hier können die Beschwerden auch Ausdruck eines Herzinfarktes sein. Speziell Frauen und Diabetiker bieten häufig diese Symptome, die von den klassischen Brustschmerzen abweichen. Vor allem Betroffene mit Risikofaktoren für einen Herzinfarkt wie beispielsweise erhöhte Blutfette, Diabetes mellitus oder auch Bluthochdruck sollten bei unklarer Ursache der Beschwerden dringend einen Arzt aufsuchen. Kommen zu den Symptomen noch Schwitzen und Angstgefühle hinzu so sollte nicht gezögert werden sofort einen Notarzt zu rufen.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Schwindel mit Übelkeit

Magenschmerzen mit Übelkeit und Fieber

Fieber bedeutet meist, dass im Körper eine Abwehrreaktion des Immunsystems im Gange ist. In Verbindung mit Magenschmerzen bedeutet Fieber meist, dass die Abwehrreaktion des Körpers gegen Erreger gerichtet ist, die sich in diesem Bereich tummeln. Hier sind meist Viren oder Bakterien die Ursache. Die Dauer beträgt meist maximal ein paar Tage, sodass mit Abklingen der Beschwerden des Magen-Darm-Traktes meist auch das Fieber wieder verschwindet. Steigt das Fieber jedoch sehr hoch an, so sollte trotz der meist von selbst verschwindenden Symptome ein Arzt aufgesucht werden.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Bauchschmerzen und Fieber

Therapie / Was tun?

Die Therapie von Magenschmerzen und Übelkeit ist genauso vielfältig wie die verschiedenen Ursachen. Was zu tun ist bei Magenschmerzen und Übelkeit ist sehr abhängig von der jeweiligen Krankheit:

  • Sind die Magenschmerzen und die Übelkeit auf eine Schwangerschaft zurückzuführen, sollte man Essen und Gerüche, die zu Übelkeit führt, meiden. Im extremen Fall helfen Medikamente mit dem Wirkstoff Pyridoxine (Vitamin B6) und Antihistamin. Meist verschwindet die Schwangerschaftsübelkeit jedoch nach wenigen Wochen oder kann durch eine gewisse Diät aufs Erträgliche reduziert werden.
  • Bei einem Magengeschwür (Ulcus) oder einer Magenschleimhautentzündung (Gastritis) hilft es, beispielsweise reizende Mittel wie Alkohol oder zu viel fettiges Fleisch, zu reduzieren. Daneben gibt es magenschonende Medikamente, die helfen, im Magen ein schützendes Milieu aufzubauen und damit die Magenschleimhaut schützen (beispielsweise sogenannte Protonenhemmer).
  • Bei einem Magenkarzinom muss zusätzlich operiert werden, ebenso bei einem Pankreaskarzinom, wobei die Lebenserwartungen bei Letzterm nur äußerst gering sind.
  • Sind die Magenschmerzen und die Übelkeit dem Reizdarmsyndrom geschuldet, hilft es nur, bewusster zu essen und Stress zu vermeiden.
  • Bei einem Magendarm-Infekt kommt es darauf an ob ein Bakterium oder ein Virus für die Beschwerden verantwortlich ist. Bei einem Befall durch Baktierien kann häufig ein Antibiotikum die Krankheit schnell in den Griff kriegen. Da Viren nicht auf Antibiotika reagieren ist eine Behandlung hier schwieriger und die Therapie muss sich vorläufig darauf beschränken, dem Patienten genug Wasser zu geben um eine Dehydration zu vermeiden und eventuell auf Hausmittel zur Behandlung der Magenschmerzen zurückgreifen. Bananen oder Zwieback sind Lebensmittel die meistens gut gegessen werden können. Auch Anis- oder Fencheltee helfen häufig den Magen zu beruhigen. Homöopathisch wird Nux Vomica empfohlen.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema: Was tun bei Magenschmerzen?

Medikamente gegen Magenschmerzen mit Übelkeit

Medikamenten gegen Magenschmerzen mit Übelkeit gibt es viele, jedoch gibt es für die verschiedenen Ursachen der Beschwerden verschiedene spezifische Präparate. Ein Medikament, das sowohl gegen Magenschmerzen als auch die Übelkeit hilft, sind die sogenannten Dopaminantagonisten wie das bekannte Metoclopramid (MCP). Eine Wirkung des Metoclopramids besteht in der Milderung der Übelkeit durch bestimmte Wirkungen im Gehirn. Weiterhin führt es zur erhöhten Vorwärtsbewegung des Darmes. Diese Vorwärtsbewegung des Darmes führt bei einer Magen-Darm-Grippe zum schnelleren Transport des „Übeltäters“ durch den Magen-Darm-Trakt. Da die Magenschmerzen enden, sobald der Erreger oder das verdorbene Lebensmittel den Magen passiert hat, führt die schnelle Vorwärtsbewegung somit auch zur schnellen Linderung der Beschwerden.

Gegen krampfartige Magenschmerzen und Übelkeit wirken Medikamente wie Scopolamin oder Butylscopolamin (z.B. Buscopan®). Da diese lediglich Verkrampfungen der Muskulatur im Magen-Darm-trakt lösen können, wirken die Medikamente mit diesem Wirkstoff nicht bei Magenschmerzen, die nicht durch Krämpfe der Muskulatur ausgelöst werden.

Sind Magenschmerzen und Übelkeit auf eine Magenschleimhautentzündung zurückzuführen so lindern die sogenannten Protonenpumpenhemmer wie Omeprazol oder Pantozol® die Beschwerden, da diese die Menge der Magensäure im Magen erheblich reduzieren, welche Ursächlich für die Beschwerden ist.
Auf keinen Fall eingenommen sollte bei Magenschmerzen und Übelkeit dieser Ursache Schmerzmittel wie ASS, Ibuprofen oder Diclofenac, da diese als Nebenwirkungen eine Magenschleimhautentzündung hervorrufen können und die Beschwerden somit gar verstärken können.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Medikamente gegen Magen-Darm-Erkrankungen

Hausmittel gegen Magenschmerzen mit Übelkeit

Auch aus dem Bereich der Hausmittel kann bei Magenschmerzen mit Übelkeit Abhilfe geschafft werden. Oft können Kräutertees helfen, den gereizten Magen etwas zu beruhigen und die Verkrampfungen, die die enormen Schmerzen bereiten, abzumildern. Es eignet sich die beruhigende und anti-entzündliche Kamille ebenso wie Pfefferminze.
Kommt zu den Beschwerden Magenschmerzen mit Übelkeit noch Erbrechen oder Durchfall hinzu sollten hiervon große Mengen getrunken werden um den Flüssigkeitsverlust durch das Erbrechen oder den Durchfall auszugleichen und ein Austrocknen des Körpers zu verhindern. Von außen kann Wärme helfen die Magenschmerzen zu lindern, da Wärme die Muskeln entspannen lässt. Hier eignet sich beispielsweise eine Wärmflasche, ein Kirschkernkissen oder ein warmes Bad.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Hausmittel gegen MagenschmerzenHausmittel gegen Übelkeit und Hausmittel gegen Durchfall

Prophylaxe

Gerade Magendarm-Infektionen sind meist durch Hygienemaßnahmen leicht zu umgehen. Um Magenschleimhautentzündung oder Magengeschwüre zu verhindern, hilft es nur, Alkohol und Nikotin sowie Coffein weitgehend zu vermeiden. Wer Stress vermeidet und sich bewusst Zeit nimmt für das tägliche Essen kann einem Reizdarm meist gut entgegenwirken. Um eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse zu vermeiden, hilft vor allem wenig Alkohol zu trinken.

Lesen Sie mehr zu dem Thema: richtige Ernährung bei Magenbeschwerden

Prognose

Meist ist die Prognose von Magenschmerzen und Übelkeit sehr gut:

  • Eine Infektion verschwindet in den meisten Fällen nach wenigen Tagen wieder.
  • Der Reizdarm ist hingegen eine dauerhafte Sensibilitätsstörung. Hier können Magenschmerzen und Übelkeit nur dann vermieden werden, wenn der Lebensstil aktiv und dauerhaft umgestellt wird.
  • Bei einer Magenschleimhautentzündung ist die Prognose noch recht gut, jedoch sollte man die Therapie hier konsequent durchziehen um Magenkrebs zu vermeiden da hier häufig nur ein operativer Eingriff mit Chemotherapie hilft.
  • Pankreaskrebs hat eine miserable Prognose mit einer Lebenserwartung von circa 6 Monaten.

Die meisten Magenschmerzen mit Übelkeit sind jedoch auf harmlose Ursachen zurückzuführen. Bei psychischer Überlastung hilft es, sich ein paar Tage Ruhe zu gönnen, dann sollten die Magenschmerzen und die Übelkeit auch von alleine wieder verschwinden.

Magenschmerzen mit Übelkeit in der Schwangerschaft

Magenschmerzen mit Übelkeit sind vor allem zu Beginn einer Schwangerschaft keine Seltenheit. Sie können gar erstes Anzeichen der Schwangerschaft sein. Klassischerweise sind die Beschwerden von Erbrechen begleitet, jedoch schließt fehlendes Erbrechen eine Schwangerschaft nicht aus.

Ursachen der Magenschmerzen und der Übelkeit gibt es viele, die meisten davon sind harmlos und als Folge der zahlreichen körperlichen Veränderungen durch die Schwangerschaft zu erklären. Vor allem für den Magen-Darm-Trakt bedeuten die im Körper ausgeschütteten Schwangerschaftshormone (z.B. Progesteron) eine Veränderung in seiner gewohnten Beweglichkeit hin zu einer eher trägen Verdauung. Diese hat neben Verstopfung und Blähungen in der Schwangerschaft zur Folge, dass sich die Nahrung zuletzt bis in den Magen zurückstauen kann und dort Magenschmerzen mit Übelkeit verursacht.

Ebenfalls zur direkten Einengung führt im späteren Schwangerschaftsverlauf das stetig wachsende Kind selbst. In der Spätschwangerschaft reicht die Gebärmutter mit dem Baby direkt bis zum Magen und engt diesen ein, was ebenfalls Magenschmerzen mit Übelkeit nach sich ziehen kann. Auch Tritte und Bewegungen des Kindes können den Magen derart reizen, dass er mit heftigen Krämpfen und Übelkeit reagiert.

Zu beachten gibt es jedoch vor allem in der Spätschwangerschaft eine lebensbedrohliche Ursache von Magenschmerzen mit Übelkeit, das sogenannte HELLP-Syndrom. Dieses entsteht durch eine Leberfunktionsstörung und äußert sich meist in starken Schmerzen in der Magengegend sowie Übelkeit. Diese Beschwerden treten sehr plötzlich auf und sind von hoher Intensität. Ein Arztbesuch ist bei Unsicherheiten dringend notwendig, vor allem wenn in der Schwangerschaft Risikofaktoren für ein HELLP-Syndrom bestanden haben.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Magenschmerzen in der Schwangerschaft und Übelkeit in der Schwangerschaft

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.03.2019
Für Sie passende Themen
Ihre Meinung ist uns wichtig

Dr-Gumpert.de ist ein Projekt, das mit viel Engagement vom Dr-Gumpert.de Team betrieben wird. Im Vergleich zu anderen Webseiten ist vielleicht nicht alles so perfekt, aber wir gehen persönlich auf alle Kritikpunkte ein und versuchen die Seite stets zu verbessern.
An dieser Stelle bedanken wie uns bei allen Unterstützern unserer Arbeit.
Wenn Ihnen diese Seite gefallen hat, unterstützen auch Sie uns und drücken Sie: